Kinder integrieren Eltern

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Das Projekt will die Erfahrungen von gut integrierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Ressource aufgreifen und auf dieser Basis ein modellhaftes, landesweites Generationen übergreifendes Integrationsangebot entwickeln. Durch die Angebote des Projektes sollen gut integrierte Jugendliche und junge Erwachsene als Integrationslotsen für hilfebedürftige Jugendliche und Vertreter älterer Generation für das Ehrenamt in ihrem Wohnumfeld gewonnen werden. Ein solidarisches Miteinander zwischen den Generationen, Einheimischen und Zuwanderern will das Projekt durch gemeinsame Aktivitäten und Einbindung in bestehende Angebote der Vereine und Integrationsnetzwerke fördern. Das Projekt ist als Stützpunkt für die Erprobung von zielgruppenspezifischen und ressourcenorientierten Angeboten für eine Generationen übergreifende Integrationsarbeit gedacht, wobei die gesammelten Erfahrungen durch einen regulären Informations- und Erfahrungsaustausch und durch die Einbindung in bestehende Qualifizierungsangebote an andere MSO vermittelt werden. Das Projekt läuft vom 01.11. 2009 bis zum 31.10.2012 und wird vom Bundesministerium des Innern über BAMF und der Landesregierung Sachsen-Anhalt gefördert. Es agiert in Halle/Saale (schwerpunktmäßig) sowie in Hohenthurm, Wolfen, Bitterfeld u.a. Orten. Die Projektangebote wenden sich an i ntegrierte Jugendliche und junge Erwachsene, Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion (Eltern und Kinder), j unge Zuwanderer mit Integrationsproblemen, Migrantenselbstorganisationen (MSO) und MSO-Jugendgruppen.

Projektziele:
- Gut integrierte Jugendliche und junge Erwachsene für das Ehrenamt in ihrem Wohnumfeld gewinnen;
– Ein solidarisches Miteinander zwischen den Generationen, Einheimischen und Zuwanderern und deren Einbindung in bestehende Angebote der Vereine und Integrationsnetzwerke fördern;
– Einen Stützpunkt für die Erprobung der zielgruppenspezifischen und ressourcenorientierten Angebote für eine Generationen übergreifende Integrationsarbeit schaffen und die Erfahrungen an andere MSO vermitteln;
– Migrantenselbstorganisationen und MSO-Jugendgruppen in Sachsen-Anhalt durch einen regulären Informations- und Erfahrungsaustausch sowie deren Einbindung in bestehende Qualifizierungsangebote stärken;
– Gegenseitige Interkulturelle Öffnung der Zuwanderer und Einheimischen durch die Zusammenarbeit im Projekt fördern.

“Erinnern für die Zukunft”

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Ausstellung zum Leidensweg der Russlanddeutschen

 

Drei Wochen lang, vom 2. bis 22. Februar 2012, präsentierte die Ortsgruppe Lahr der Landsmannschaft (Baden-Württemberg) im Foyer der Lahrer Stadtbücherei unter dem Motto „Erinnern für die Zukunft“ eine Ausstellung zum Thema „Der Leidensweg eines Volkes“.

 

Mit einer Feierstunde in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Gemeinderates wurde die Ausstellung, die dem 70. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion gewidmet war, eröffnet. Die musikalische Umrahmung übernahm der Chor „Die Heimatstimme“, der deutsche Volkslieder, aber auch ein russischsprachiges Lied über das Leid der Trudarmisten darbot.

Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller begrüßte die Initiative der Deutschen aus Russland zu dieser Ausstellung, die den 70. Jahrestag der Deportation zum Anlass nahm, an die damit verbundenen Verbrechen zu erinnern. Inzwischen sei die Geschichte der Russlanddeutschen auch ein Teil der Lahrer Geschichte geworden, genauso wie die Geschichten anderer Zuwanderer, die in Lahr eine neue Heimat gefunden hätten.

Lilli Kerbs von der Ortsgruppe Lahr führte in die Ausstellung ein; schon 2011 hatte sie eine Reihe von Vorträgen zum Thema der Verfolgung der Deutschen in der Sowjetunion gehalten.

Anhand von Zeitzeugenberichten und Bildern russlanddeutscher Künstler wurde in der Ausstellung an Vertreibung und Zwangsarbeit ebenso erinnert wie an den starken Überlebenswillen der Russlanddeutschen, für die ihr Glaube und ihre Muttersprache Deutsch die einzige Heimat waren, die man ihnen nicht wegnehmen konnte. Zusätzliche Informationen bot ein Büchertisch der Stadtbücherei.

Lilli Kerbs berichtete vom Schicksal ihrer Familie, das für die Geschichte einer ganzen Volksgruppe steht. Deportation, Zwangsarbeit, Gewalt, Unterdrückung und Diskriminierung – mit diesen Begriffen müsse beschrieben werden, was den Russlanddeutschen während und nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion zugefügt wurde, so Kerbs. „Die Sprache und die Lieder haben unseren Eltern geholfen, ihre Identität zu behalten.“

In Russland selbst werde das Thema nach wie vor totgeschwiegen. „Dieser Teil der Geschichte Russlands ist aus den Geschichtsbüchern gestrichen worden“, sagte Lilli Kerbs. Die traumatischen Erlebnisse jener Zeit reichten indes bis in das heutige Leben der Menschen. Lilli Kerbs Vater zum Beispiel konnte erst hier in Deutschland von dem erzählen, was er damals erlebt hatte: „Wir durften das ja nicht aussprechen. Es kam erst raus, als er hier zur Ruhe gekommen war.”

Lilli Kerbs Vater Harry Hoffmann, 1931 in der Ukraine geboren, wurde von der Deutschen Wehrmacht nach ihrem Einmarsch in Russland nach Deutschland geholt und nach Kriegsende von der russischen Armee wieder zurück nach Sibirien verfrachtet. Ihr Schwiegervater wurde unter Stalin in ein Arbeitslager gesteckt und musste dort elf Jahre schuften, weil er sich zu seinem Glauben bekannt hatte. Ihre Mutter Erna Hoffmann wurde, wie alle Verwandten von dieser Seite, aus der Wolgarepublik hinter den Ural deportiert.

Lilli Kerbs wurde 1951 in Krasnoturinsk am Westrand des Ural geboren. 1990 kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland.

Nach „Badische Zeitung“

Bleibende Eindrücke in Berlin

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Jugendliche aus Lahr zu Besuch in der Bundeshauptstadt

 

Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (CDU) aus dem Wahlkreis Lahr/Emmendingen reiste eine Jugendgruppe der Ortsgruppe Lahr (Baden-Württemberg) der Landsmannschaft vom 8. bis 11. Februar 2012 nach Berlin.

Die erlebnisreichen Tage mit vielen spannenden Programmpunkten begannen am Donnerstagmorgen mit einer Führung durch eine ehemalige Zentrale Untersuchungshaftanstalt in Berlin. Darauf folgte eine Stadtrundfahrt, die sich an politischen Gesichtspunkten orientierte.

Am Nachmittag durften wir den Bundestag besichtigen und schließlich eine Plenarsitzung mitverfolgen, in der allerdings, anders als erwartet, nicht heftig diskutiert wurde, sondern die Argumente eher nüchtern dargelegt wurden und viele Abgeordnete anderweitig beschäftigt waren, was uns ein wenig enttäuschte. Die anschließende Diskussion mit Peter Weiß ermöglichte uns, Fragen zur Komplexität des Alltags eines Politikers zu stellen.

Highlight des Tages war für uns allerdings die Besichtigung der beeindruckenden Glaskuppel des Bundestages, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt.

Zum Programm am Freitag gehörten Besichtigungen des Bundeskanzleramtes und der Landesvertretung Baden-Württembergs sowie ein Informationsgespräch im Ministerium für Arbeit und Soziales.

Die interessanten Eindrücke wurden meist mit abendlichen Sparziergängen durch die eindrucksvolle Stadt abgeschlossen. Am Samstag waren dann einige Stunden Freizeit für Museumsbesuche oder zum Einkaufen eingeplant.

Die Berlinreise brachte uns bleibende Eindrücke. Es waren zwar nur wenige, doch sehr bildende, interessante und fröhliche Tage.

Der Vorstand, Ariana Merkel