Aussiedlung — Beheimatung — politische Teilhabe Deutsche aus Russland in Wechselwirkung mit russischsprachigen Gruppen in Deutschland

Standard

Mit rund 2,4 Mil­lio­nen Men­schen stel­len die Russ­land­deut­schen, die seit 1950 als Aus­sied­ler oder Spät­aus­sied­ler aus der Sowjet­uni­on und ihren Nach­fol­ge­staa­ten nach Deutsch­land gekom­men sind, die größ­te Ein­wan­de­r­er­grup­pe, die die deut­sche Gesell­schaft seit der Zuwan­de­rung der “Gast­ar­bei­ter” auf­ge­nom­men hat. Eben­falls in engen zeit­li­chen Zusam­men­hang mit der Auf­lö­sung der Sowjet­uni­on sie­del­ten sich seit 1990 ca. 215.000 ‘Kon­tin­gent­flücht­lin­ge’ mit jüdi­schem Hin­ter­grund in Deutsch­land an. Schließ­li­ch leben gut 230.000 Men­schen in Deutsch­land, die aus­schließ­li­ch einen rus­si­schen Pass besit­zen.

Die Fach­ta­gung der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung zielt dar­auf ab, die in den letz­ten Jah­ren öffent­li­ch nur unzu­rei­chend dis­ku­tier­ten Fra­gen von Behei­ma­tung und Iden­ti­tä­ten die­ser ganz unter­schied­li­chen Grup­pen in den Mit­tel­punkt eines ergeb­nis­of­fe­nen und kon­struk­ti­ven Gesprächs zu stel­len. Sie fokus­siert auf die Deut­schen aus Russ­land als einer der größ­ten Ein­wan­de­r­er­grup­pen in der Bun­des­re­pu­blik, nimmt sich jedoch auch der Wech­sel­wir­kun­gen mit ande­ren rus­sisch­spra­chi­gen Grup­pen und Men­schen in Deutsch­land an.

Offe­ne Fra­gen stel­len sich: Wie kön­nen wir eine gemein­sa­me Gesprächs­si­tua­ti­on schaf­fen, in der Erfol­ge und Anstren­gun­gen aller Sei­ten gewür­digt, aber auch Ver­säum­nis­se und Defi­zi­te der ‘Inte­gra­ti­on’ einer ver­meint­li­ch ‘auf­fäl­lig unauf­fäl­li­gen’ Grup­pe ange­spro­chen wer­den? Wie kön­nen wir den kom­ple­xen Pro­zes­sen der Behei­ma­tung in einer trans­na­tio­na­len deut­sch-rus­si­schen Sphä­re gerecht wer­den, zu der nicht zuletzt rus­sisch­spra­chi­ge Medi­en und sozia­le Netz­wer­ke im Inter­net gehö­ren? Wie kön­nen die nur ver­meint­li­ch homo­ge­nen ‘Iden­ti­tä­ten’ in der Demo­kra­tie in einen Aus­tau­sch und in ein Gespräch mit­ein­an­der tre­ten und eine pro­duk­ti­ve ‘Wech­sel­wir­kung’ anstre­ben? Und wie kön­nen die Pro­ble­me der poli­ti­schen Dis­kur­se in der rus­sisch­spra­chi­gen Dia­spora offen und kon­tro­vers erör­tert wer­den? Wel­che Rol­le kann und soll die poli­ti­sche Bil­dung spie­len?

Ein Flucht­punkt der Tagung wird die Fra­ge nach den Mög­lich­kei­ten und Per­spek­ti­ven poli­ti­scher Teil­ha­be in der deut­schen Gesell­schaft sein, sowie nach der Ein­be­zie­hung neu­er Per­spek­ti­ven und des intel­lek­tu­el­len Poten­ti­als gera­de auch der zwei­ten Gene­ra­ti­on der Spät­aus­sied­ler und rus­sisch­spra­chi­gen Grup­pen. Und dies in einer Zeit, in der sich die deut­sche Gesell­schaft in ihrer Gesamt­heit mit­ten in einer hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zung um Ant­wor­ten auf neue Her­aus­for­de­run­gen befin­det.

Termin

29.03.2017 bis 30.03.2017

Ort

Audi­to­ri­um Fried­rich­stra­ße
Quar­tier 110
Fried­rich­stra­ße 180
10117 Ber­lin

Für

Mul­ti­pli­ka­to­rin­nen und Mul­ti­pli­ka­to­ren, inter­es­sier­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger

Veranstalter

Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung

Anmeldung

Teil­nah­me­ge­bühr: kei­ne
Lei­der kann die bpb weder Anrei­se­kos­ten noch die Kos­ten für die Unter­kunft erstat­ten.
Bit­te mel­den Sie sich bis zum 17.03.2017 an.

Kontakt

Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung
Chris­to­ph Mül­ler-Hof­stede
Christoph.Mueller-Hofstede@bpb.de

Pressekontakt

Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung
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