Elektronisches Lehrbuch über russlanddeutsche Kulturgeschichte

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Das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen (IdL) aus Eich­stätt hat in Koope­ra­ti­on mit dem Minis­te­ri­um für Arbeit, Inte­gra­ti­on und Sozia­les des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len ein neu­es digi­ta­les Schul­buch ent­wi­ckelt: das mBook russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te. Das mBook befasst sich mit der Geschich­te und jet­zi­gen Situa­ti­on der Russ­land­deut­schen sowie dem Ver­hält­nis von Russ­land und Deutsch­land in Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart. Es kann als frei­es Mate­ri­al (OER) kos­ten­los sowohl im Unter­richt als auch außer­halb der Schu­le genutzt wer­den. Damit steht erst­mals ein Unter­richts­werk online zur Ver­fü­gung, das die Geschich­te der Russ­land­deut­schen für ver­schie­den­s­te Bil­dungs­zu­sam­men­hän­ge didak­ti­sch auf­be­rei­tet. Die Geschich­te der Russ­land­deut­schen ist zudem her­vor­ra­gend geeig­net, etwas über Frei­heit und Ver­fol­gung, Flucht und Ver­trei­bung, Iden­ti­tät, Migra­ti­on und Hei­mat zu ler­nen.

Soll­ten Sie das Pro­jekt näher ken­nen­ler­nen wol­len, emp­feh­len wir außer­dem einen Bli­ck auf unse­re Soci­al Media Kanä­le:

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Aussiedlung — Beheimatung — politische Teilhabe Deutsche aus Russland in Wechselwirkung mit russischsprachigen Gruppen in Deutschland

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Mit rund 2,4 Mil­lio­nen Men­schen stel­len die Russ­land­deut­schen, die seit 1950 als Aus­sied­ler oder Spät­aus­sied­ler aus der Sowjet­uni­on und ihren Nach­fol­ge­staa­ten nach Deutsch­land gekom­men sind, die größ­te Ein­wan­de­r­er­grup­pe, die die deut­sche Gesell­schaft seit der Zuwan­de­rung der “Gast­ar­bei­ter” auf­ge­nom­men hat. Eben­falls in engen zeit­li­chen Zusam­men­hang mit der Auf­lö­sung der Sowjet­uni­on sie­del­ten sich seit 1990 ca. 215.000 ‘Kon­tin­gent­flücht­lin­ge’ mit jüdi­schem Hin­ter­grund in Deutsch­land an. Schließ­li­ch leben gut 230.000 Men­schen in Deutsch­land, die aus­schließ­li­ch einen rus­si­schen Pass besit­zen.

Die Fach­ta­gung der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung zielt dar­auf ab, die in den letz­ten Jah­ren öffent­li­ch nur unzu­rei­chend dis­ku­tier­ten Fra­gen von Behei­ma­tung und Iden­ti­tä­ten die­ser ganz unter­schied­li­chen Grup­pen in den Mit­tel­punkt eines ergeb­nis­of­fe­nen und kon­struk­ti­ven Gesprächs zu stel­len. Sie fokus­siert auf die Deut­schen aus Russ­land als einer der größ­ten Ein­wan­de­r­er­grup­pen in der Bun­des­re­pu­blik, nimmt sich jedoch auch der Wech­sel­wir­kun­gen mit ande­ren rus­sisch­spra­chi­gen Grup­pen und Men­schen in Deutsch­land an.

Traditioneller Neujahrsempfang: Landesgruppe NRW wählt neuen Vorstand

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LMDR NRW LV

Hattingen/Düsseldorf, 21.01.2016„Wir wür­den uns gern wün­schen, dass das Jahr 2017 nicht schlech­ter wird als sein Vor­gän­ger!“, mit die­sen Wor­t­en hat der Vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe NRW, Alex­an­der Kühl, den Neu­jahrs­emp­fang 2017 am 21. Janu­ar in Hat­tin­gen eröff­net.  Die letz­ten nicht erfreu­li­chen Ereig­nis­se in der Welt, in Euro­pa und zuletzt das Atten­tat in Ber­lin haben ihre Spu­ren hin­ter­las­sen und brach­ten vie­le zum Nach­den­ken. Nicht­des­to­trotz muss man zusam­men­hal­ten wie in guten sowie in den schlech­ten Tagen und unser all­täg­li­ches Leben wei­ter­füh­ren. Dar­in waren sich alle Teil­neh­mer des Neu­jahrs­emp­fangs einig. Auch Thors­ten Klu­te, Staats­se­kre­tär im Minis­te­ri­um für Arbeit, Inte­gra­ti­on und Sozia­les des Lan­des Nord­rhein- West­fa­len, der die Dele­gier­ten der Orts- und Kreis­grup­pen begrüß­te und auf die bevor­ste­hen­den Land­tags­wah­len in NRW hin­wies. Er unter­strich den geleis­te­ten Bei­trag in der Inte­gra­ti­ons­ar­beit und mach­te u.a. auf das mit dem Lan­des­bei­rat für Ver­trie­be­nen-, Flücht­lings- und Spät­aus­sied­ler­fra­gen erar­bei­te­te elek­tro­ni­sche Lehr­me­di­um über die Geschich­te der Deut­schen aus Russ­land auf­merk­sam. Neben der Lan­des­po­li­tik grüß­te auch Mar­gret Mel­sa, Stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­te­rin der Stadt Hat­tin­gen, alle Anwe­sen­den und beton­te die Wich­tig­keit der Zusam­men­ar­beit der Lands­mann­schaft mit den ande­ren Ver­ei­nen und Ver­bän­den. Anschlie­ßend berich­te­te Johann Thie­ßen, Stellv. Bun­des­vor­sit­zen­der der LMDR e.V., über „Auf­ga­ben und Zie­le der Lands­mann­schaft“ in sei­ner Anspra­che. Rück­bli­ckend in Bezug auf die durch­ge­führ­ten Ver­an­stal­tun­gen und Pro­jek­te der Lan­des­grup­pe im Jahr 2016 stell­te Alex­an­der Kühl in einer etwa 40-minü­ti­gen Prä­sen­ta­ti­on die Arbeits­er­geb­nis­se dar. Anwe­send waren auch ande­re pro­mi­nen­te Gäs­te wie Vale­ria Die­wald, Geschäfts­füh­re­rin des Lan­des­bei­rats für Ver­trie­be­nen-, Flücht­lings- und Spät­aus­sied­ler­fra­gen, die ein mit der Otto- Ben­ecke- Stif­tung geführ­tes Pro­jekt ange­kün­dig­te sowie Dirk Glä­ser, Bür­ger­meis­ter der Stadt Hat­tin­gen, der „es dann doch noch schaff­te“ bei der Lands­mann­schaft vor­bei­zu­schau­en und beson­ders das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment der Orts­grup­pe Hat­tin­gen zu loben. Im Anschluss fand die Lan­des­de­le­gier­ten­ver­samm­lung mit Neu­wah­len unter der Füh­rung und Mode­ra­ti­on von Johann Thie­ßen statt. Die 33 Dele­gier­ten wähl­ten einen neu­en Vor­stand der Lan­des­grup­pe NRW, der nun von Diet­mar Schul­meis­ter ange­führt wird. Unter­stützt wird er dabei durch Sil­va­na Schin­del (stellv. Vor­sit­zen­de), Laris­sa Bart­hel­mös, Roman Fried­rich und Fjo­dor Fast.

Der neue Vor­stand bedankt sich bei allen Mit­glie­dern der Lands­mann­schaft für ihr Ver­trau­en und wünscht sich eine pro­duk­ti­ve und erfolg­rei­che Zusam­men­ar­beit mit den Vor­stän­den aller Kreis- und Orts­grup­pen!

Stellenausschreibung

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MBE-LogoDie Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land e. V. sucht ab sofort für die Migra­ti­ons­be­ra­tung für erwach­se­ne Zuwan­de­re­r­In­nen (MBE) Sozi­al­päd­ago­gen bzw. Sozialarbeiter/-in an Stand­or­ten Ber­lin Mar­zahn sowie Groß-Gerau.

Wir erwar­ten:
• abge­schlos­se­ne Aus­bil­dung als Sozialpädagoge/in bzw. Sozialarbeiter/in
• Fremd­spra­chen­kennt­nis­se (Rus­si­sch, Eng­li­sch)
• Kennt­nis­se im Aus­län­der- und Sozi­al­recht
• Erfah­rung in der Bera­tung von Migran­tIn­nen
• phy­si­sche und psy­chi­sche Belast­bar­keit
• Fort­bil­dung in Fall­ma­nage­ment bzw. Bereit­schaft zur Auf­nah­me einer ent­spre­chen­den Fort­bil­dung

Wir bie­ten:
• Arbeit mit Anbin­dung an das Team der Bun­des­ge­schäfts­stel­le
• Mög­lich­kei­ten zu Fort­bil­dung und Super­vi­si­on
• Ver­gü­tung in Anleh­nung an TVöD

Auf­ga­ben:
• Bera­tung von Neuzuwanderer/-innen und Ausländer/-innen mit einem dau­er­haf­ten Auf­ent­halts­sta­tus
• Fall­ma­nage­ment mit dem Ziel der Inte­gra­ti­on in Arbeits­markt und Gesell­schaft
• Koope­ra­ti­on mit Regel­diens­ten, Arbeits­agen­tur und Trä­gern von Sprach­kur­sen
• akti­ve Mit­ar­beit in kom­mu­na­len Netz­wer­ken
• Mit­wir­kung bei der inter­kul­tu­rel­len Öff­nung der Regel­diens­te und Ver­wal­tungs­be­hör­den
• Öffent­lich­keits­ar­beit

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie unter:
http://mbe.lmdr.de

LmDR e. V.
Abtei­lung Per­so­nal­we­sen
Rai­tels­berg­str. 49
70188 Stutt­gart

Altersarmut bei Spätaussiedlern und klare Aussagen zur Verständigungspolitik

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BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius MdB

BdV-Prä­si­dent Dr. Bernd Fabri­ti­us MdB

Bundesversammlung fasst einstimmige Entschließungen

BdV-Prä­si­dent Dr. Bernd Fabri­ti­us MdB erklärt:

Die ver­sam­mel­ten Ver­tre­ter der Lands­mann­schaf­ten und Lan­des­ver­bän­de haben am 2. Dezem­ber 2016 ein­mü­tig gefor­dert, das Risi­ko der Alters­ar­mut bei Spät­aus­sied­lern abzu­mil­dern. Dies begrü­ße ich aus­drück­li­ch.

Ich freue mich außer­dem, dass die BdV-Bun­des­ver­samm­lung sich klar zur Fort­set­zung der grenz­über­schrei­ten­den ver­stän­di­gungs­po­li­ti­schen Arbeit des Ver­ban­des bekannt hat.

Die fol­gen­den Ent­schlie­ßun­gen wur­den ein­stim­mig von den Dele­gier­ten ver­ab­schie­det. Auch dies wer­den Schwer­punk­te unse­rer Arbeit in der nun­mehr begon­ne­nen Wahl­pe­ri­ode sein.

Ent­schlie­ßun­gen der BdV-Bun­des­ver­samm­lung vom 2. Dezem­ber 2016

Alters­ar­mut bekämp­fen – auch bei Spät­aus­sied­lern

Die Bun­des­ver­samm­lung des BdV blickt mit Besorg­nis auf das gesamt­ge­sell­schaft­li­ch anstei­gen­de Risi­ko der Alters­ar­mut.

Die zu uns gekom­me­nen Spät­aus­sied­ler sind von die­ser Ent­wick­lung beson­ders betrof­fen. Ursa­che hier­für sind die Ände­run­gen des Fremd­ren­ten­ge­set­zes (FRG) der 1990er-Jah­re sowie die Bestim­mun­gen nach dem Wachs­tums- und Beschäf­ti­gungs­för­de­rungs­ge­setz von 1996 mit der Decke­lung der im Aus­land erwor­be­nen anre­chen­ba­ren Ent­gelt­punk­te und der Ein­füh­rung eines nied­ri­ge­ren Bewer­tungs­fak­tors von 0,6.

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Ein inter­es­san­ter Stu­di­en­gang an der Hoch­schu­le Heil­bronn:

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Ortsgruppe Kassel: Seit 60 Jahren im Dienste der Deutschen aus Russland

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Auszeichnungen für verdiente Mitglieder der Ortsgruppe Kassel

Aus­zeich­nun­gen für ver­dien­te Mit­glie­der der Orts­grup­pe Kas­sel

Im Rah­men der Kul­tur­ta­ge der Deut­schen aus Russ­land und der Inter­kul­tu­rel­len Woche fei­er­te die Orts­grup­pe Kas­sel der Lands­mann­schaft am 30. Sep­tem­ber 2016 den 60. Jah­res­tag ihres Bestehens. Auf dem Pro­gramm der Jubi­lä­ums­fei­er stan­den Gruß­wor­te, Ehrun­gen lang­jäh­ri­ger Mit­glie­der, Prä­sen­ta­ti­on der lands­mann­schaft­li­chen Wan­der­aus­stel­lung, Auf­trit­te von Chö­ren, Tanz- und Thea­ter­grup­pen sowie eine Mul­ti­pli­ka­to­ren­schu­lung am 1. Okto­ber mit anschlie­ßen­der Stadt­rund­fahrt.

Die Orts­grup­pen­vor­sit­zen­de Svet­la­na Paschen­ko eröff­ne­te die Jubi­lä­ums­fei­er unter dem Mot­to „Von Hil­fe­su­chen­den zu Leis­tungs­trä­gern“ und begrüß­te die Gäs­te.

Zu den Ehren­gäs­ten gehör­ten

  • Eva Küh­ne-Hör­mann, Hes­si­sche Jus­tiz­mi­nis­te­rin;
  • Mar­ga­re­te Zieg­ler-Rasch­dorf, Lan­des­be­auf­trag­te der hes­si­schen Lan­des­re­gie­rung für Hei­mat­ver­trie­be­ne und Spät­aus­sied­ler;
  • Regie­rungs­prä­si­dent Dr. Wal­ter Lüb­cke;
  • Nor­bert Wett, Vor­sit­zen­der der CDU-Frak­ti­on im Kas­se­ler Stadt­rat;
  • Domi­ni­que Kalb, Geschäfts­füh­rer der CDU-Frak­ti­on im Kas­se­ler Stadt­rat;
  • Jan Bene­dix, Aus­sied­ler­be­auf­trag­ter der Stadt Kas­sel;
  • Ain­u­ra Tur­sum­bae­va, Bot­schafts­rä­tin Kir­gi­sis­tans in Deutsch­land;
  • Dami­ra Ibrae­va, Ehe­frau des Bot­schaf­ters der Kir­gi­si­schen Repu­blik, Eri­nes Otor­baev;
  • Johann Thie­ßen, Lan­des­vor­sit­zen­der und stellv. Bun­des­vor­sit­zen­der der Lands­mann­schaft;
  • Otto Kot­ke, Vor­sit­zen­der der Lands­mann­schaft der Wol­ga­deut­schen;
  • Herr Wei­nert, stellv. Vor­sit­zen­der der Sude­ten­deut­schen Lands­mann­schaft;
  • Alex­an­der Mart­jan, Mit­glied des Bun­des­vor­stan­des der Lands­mann­schaft;
  • Ewald Oster, Vor­sit­zen­der der Lan­des­grup­pe Bay­ern;
  • Jür­gen Arn­hold, Bun­des­ge­schäfts­füh­rer der Lands­mann­schaft;
  • Jakob Fischer, Pro­jekt­lei­ter der Wan­derau­stel­lung „Deut­sche aus Russ­land. Geschich­te und Gegen­wart“;
  • Lena Arent, Redak­teu­rin der Zei­tung „Volk auf dem Weg“;
  • Pau­li­ne Wie­de­mann, stellv. Vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe Sach­sen-Anhalt;
  • Valen­ti­na Wudt­ke, stellv. Vor­sit­zen­de der Ort­grup­pe Regens­burg;
  • Lil­li Son­nen­feld, Vor­sit­zen­de der Orts­grup­pe Lud­wigs­ha­fen;
  • Orts­grup­pen­vor­sit­zen­de des Lan­des­ver­ban­des Hes­sen.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jubiläumsfeier in Kassel.

Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Jubi­lä­ums­fei­er in Kas­sel.

In ihrem Gruß­wort bedank­te sich Eva Küh­ne-Hör­mann bei Svet­la­na Paschen­ko für ihren uner­müd­li­chen Ein­satz zum Woh­le der Spät­aus­sied­ler. „Ich weiß, wie schwer das ist, eine sol­che Grup­pe zu füh­ren, und wie schwer es ist, ein sol­ches Jubi­lä­um vor­zu­be­rei­ten“, sag­te die Minis­te­rin. Svet­la­na Paschen­ko sei eine sehr gute Netz­wer­ke­rin, und es sei ihr gelun­gen, durch ihre Ver­net­zun­gen wich­ti­ge The­men bei ver­schie­de­nen Stel­len anzu­spre­chen.

Dr. Wal­ter Lüb­cke sprach der Orts­grup­pe eben­falls sei­ne Wert­schät­zung aus: „Sie haben sich mit ihrer Lands­mann­schaft für ihre Lands­leu­te ein­ge­setzt und sind zu einem Bezugs­punkt gewor­den. Ich konn­te mit­er­le­ben, wie Sie hier in Hes­sen eine neue Hei­mat gefun­den haben, ohne Ihre Bräu­che zu ver­ges­sen.“

Ain­u­ra Tur­sum­bae­va bestell­te Grü­ße des kir­gi­si­schen Bot­schaf­ters und äußer­te ihren Dank für die Ein­la­dung der kir­gi­si­schen Dele­ga­ti­on zu der Ver­an­stal­tung: „Es ist eine gro­ße Freu­de für uns, hier mit Ihnen zusam­men zu sein, weil wir hier in Deutsch­land sehr oft mit ‚unse­ren‘ Deut­schen, die wir ‚deutsch­stäm­mi­ge Kir­gi­sen‘ nen­nen, kom­mu­ni­zie­ren und die­se Deut­schen ein Teil unse­rer Geschich­te gewor­den sind“, sag­te die Rätin der Kir­gi­si­schen Bot­schaft und äußer­te den Wunsch, die Aus­stel­lung „Die Deut­schen in Kir­gi­si­en“ in Kas­sel zu prä­sen­tie­ren.


Zur Geschich­te und Gegen­wart der Orts­grup­pe
Kas­sel Die Orts­grup­pe Kas­sel wur­de vor 60 Jah­ren als Mit­glied des Arbeits­aus­schus­ses der Deut­schen aus Russ­land für die Stadt und den Regie­rungs­be­zirk Kas­sel gegrün­det. Der ers­te Vor­sit­zen­de, Pfar­rer Hein­rich Roem­mi­ch, gehör­te zu den wich­tigs­ten Per­sön­lich­kei­ten der Lands­mann­schaft in den ers­ten Jahr­zehn­ten ihrer Geschich­te. In den letz­ten Jah­ren lei­te­ten Jakob Gebel (1994–1996), Ida Schä­fer (1996–2003) und Wal­de­mar Maus (2003–2006) die Geschi­cke der Lands­mann­schaft in Kas­sel. Seit 2006 ist Svet­la­na Paschen­ko die enga­gier­te Vor­sit­zen­de der Orts­grup­pe Kas­sel. Im Mit­tel­punkt der lands­mann­schaft­li­chen Arbeit in Kas­sel ste­hen Bera­tung und Betreu­ung, unter ande­rem mit Bera­tungs­sprech­stun­den im Kas­se­ler Rat­haus. Wei­te­re Schwer­punk­te lie­gen auf der Öffent­lich­keits- und Jugend­ar­beit, aber auch in den Berei­chen Kul­tur, Sport und Senio­ren­ar­beit.


Mar­ga­re­te Zieg­ler-Rasch­dorf über­brach­te die Glück­wün­sche der Hes­si­schen Lan­des­re­gie­rung und sprach Svet­la­na Paschen­ko Dank und Wert­schät­zung für die in den ver­gan­ge­nen 60 Jah­ren geleis­te­te Arbeit der Orts­grup­pe aus. In all die­sen Jah­ren sei die Orts­grup­pe ein ver­läss­li­cher Ansprech­part­ner für ihre Lands­leu­te in vie­len Fra­gen gewe­sen und sei es bis heu­te.

Bei allen auf­tre­ten­den Pro­ble­men, wie zum Bei­spiel bei der Woh­nungs- und Arbeits­platz­su­che, bei Sprach­pro­ble­men oder der Aner­ken­nung von Bil­dungs- und Berufs­ab­schlüs­sen, hat sich die Orts­grup­pe als Rat­ge­ber und Unter­stüt­zer bewährt, hat Kon­tak­te zu Behör­den geknüpft und in zahl­lo­sen Fäl­len prak­ti­schen Bei­stand geleis­tet“, sag­te die Lan­des­be­auf­trag­te.

Johann Thie­ßen erin­ner­te in sei­ner Rede an ein bit­te­res Datum, wel­ches alle Russ­land­deut­schen in die­sem Jahr bege­hen muss­ten: 75 Jah­re Depor­ta­ti­on der Deut­schen in der Sowjet­uni­on. Er bedank­te sich bei allen Völ­kern, die Russ­land­deut­schen in den Ver­ban­nungs­or­ten Hil­fe leis­te­ten, und berich­te­te über die Geschich­te der Depor­ta­ti­on. Er ging außer­dem dar­auf ein, dass die Lands­mann­schaft in die­sem Jah­re zahl­rei­che Gedenk­ver­an­stal­tun­gen durch­ge­führt habe, unter ande­rem auch von der Lan­des­grup­pe Hes­sen.

Nach den fei­er­li­chen Reden wur­den Eva Küh­ne-Hör­mann und Dr. Wal­ter Lüb­cke mit gol­de­nen sowie Gali­na Bie­ne­mann, Maria Bori­sen­ko, Maria Jes­ke und Iri­na Sir­kis mit bron­ze­nen Ehren­na­deln der Lands­mann­schaft aus­ge­zeich­net.

Für die musi­ka­li­sche Ein­stim­mung bei der Ver­an­stal­tung hat­ten Nathan Kloi­s­ner (Gei­ge), Julia Rein­gardt (Kla­vier), die Bal­lett­grup­pe „Atti­tu­de“ unter der Lei­tung der ehren­amt­li­chen Mul­ti­pli­ka­to­rin Iri­na Kato­vich und die Gesangs­grup­pen „Gute Lau­ne“ und „Lie­der­kranz“ gesorgt.

Zum Abschluss des Tages prä­sen­tier­te Jakob Fischer die Wan­der­aus­stel­lung „Deut­sche aus Russ­land. Geschich­te und Gegen­wart“ mit Lie­dern der Deut­schen aus Russ­land, die er gemein­sam mit dem begeis­ter­ten Publi­kum sang.

Multiplikatorenschulung

Am nächs­ten Tag führ­te die Orts­grup­pe eine Mul­ti­pli­ka­to­ren­schu­lung mit auf­schluss­rei­chen Vor­trä­gen durch. Der Rechts­an­walt Tho­mas Puhe berich­te­te über aktu­el­le Ent­wick­lun­gen bei der Auf­nah­me und Inte­gra­ti­on von Spät­aus­sied­lern und klär­te über Ände­run­gen im Bun­des­ver­trie­be­nen­ge­setz auf.

Svet­la­na Paschen­ko erläu­ter­te den Beschluss des Haus­halts­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges über die Ent­schä­di­gung für ehe­ma­li­ge deut­sche Zwangs­ar­bei­ter.

Jür­gen Arn­hold refe­rier­te zum The­ma „Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land heu­te und mor­gen“. Dabei wies er expli­zit dar­auf hin, dass es kei­nen ein­zi­gen Deut­schen aus Russ­land in der Bun­des­re­pu­blik gebe, der von der Lands­mann­schaft nicht pro­fi­tiert habe, da sich der Ver­ein seit sei­ner Grün­dung vor 66 Jah­ren in allen Belan­gen für die Ange­hö­ri­gen der Volks­grup­pe stark gemacht habe.

Nach der Mul­ti­pli­ka­to­ren­schu­lung ging es mit dem Bus durch Kas­sel, um die zahl­rei­chen Sehens­wür­dig­kei­ten der Stadt, wie zum Bei­spiel den Her­ku­les im Berg­park Wil­helms­hö­he, ken­nen zu ler­nen.

Lena Arent

Altersarmut unter den Deutschen aus Russland

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Wappen-LmDRStel­lung­nah­me der Lands­mann­schaft

Alters­ar­mut unter den Deut­schen aus Russ­land  und den ande­ren Nach­fol­ge­staa­ten der Sowjet­uni­on 

Aus Sor­ge um die Zukunft unse­rer Volks­grup­pe for­dern wir die Poli­tik Deutsch­lands auf, wirk­sa­me Maß­nah­men gegen die Alters­ar­mut der Deut­schen aus Russ­land zu ergrei­fen.


Als armuts­ge­fähr­det gel­ten gemäß EU-Defi­ni­ti­on Men­schen, die mit weni­ger als 60 Pro­zent des mitt­le­ren bedarfs­ge­wich­te­ten Ein­kom­mens der Bevöl­ke­rung in Pri­vat­haus­hal­ten aus­kom­men müs­sen. Nach den Ergeb­nis­sen des Mikro­zen­sus gal­ten im Jahr 2013 bei­spiels­wei­se Ein­per­so­nen­haus­hal­te mit einem monat­li­chen Net­to-Ein­kom­men von weni­ger als 892 Euro als armuts­ge­fähr­det. Das ist bei wei­tem mehr, als die meis­ten Rent­ner der Deut­schen aus Russ­land bekom­men.

Unter den Deut­schen aus Russ­land nimmt der Anteil der über 65-Jäh­ri­gen, die im Alter armuts­ge­fähr­det sind, sehr schnell zu. Wäh­rend 2013 jeder sieb­te Ruhe­ständ­ler in Deutsch­land von Alters­ar­mut bedroht war, war die­ser Anteil unter unse­ren Lands­leu­ten erheb­li­ch höher. Betrof­fen sind alle Deut­schen aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on, unab­hän­gig davon ob sie mit dem Sta­tus Heim­keh­rer, Spät­heim­keh­rer, Aus­sied­ler oder Spät­aus­sied­ler geführt wer­den.

Ursa­chen sind die restrik­ti­ven Ände­run­gen des Fremd­ren­ten­ge­set­zes in den 90er Jah­ren. Seit 1996 gibt es Bestim­mun­gen nach dem Wachs­tums- und Beschäf­ti­gungs­för­de­rungs­ge­setz mit einer Decke­lung der im Aus­land erwor­be­nen anre­chen­ba­ren Ent­gelt­punk­te, die eine Berech­nungs­grund­la­ge für die Ren­ten­hö­he bil­den.

Mit dem Argu­ment, dass die Deut­schen aus Russ­land nicht bes­ser­ge­stellt wer­den dür­fen als die Ost­deut­schen, wur­de für sie ein nied­ri­ger Bewer­tungs­fak­tor für Ent­gelt­punk­te von 0,6 ein­ge­führt. Wir begrü­ßen das Vor­ha­ben, die Ost-Ren­te an das West­ni­veau anzu­glei­chen. Gleich­zei­tig kri­ti­sie­ren wir aber, dass die Deut­schen aus Russ­land in die­ser Betrach­tung nicht vor­kom­men. Der Bewer­tungs­fak­tor von 0,6 ist unver­än­dert geblie­ben. Damit ver­schärft sich das Risi­ko der Alters­ar­mut unter unse­ren Lands­leu­ten zuneh­mend.

Beson­ders dra­ma­ti­sch ist die Situa­ti­on für Frau­en und Män­ner, die nach 1993 in Deutsch­land mit dem Sta­tus Spät­aus­sied­ler ein­ge­reist sind. Ein hoher Anteil die­ser ein­ge­reis­ten Per­so­nen wur­de nach § 7 BVFG und deren Ehe­gat­ten nach § 8 BVFG ein­ge­stuft, wodurch sie kei­nen Anspruch auf Aner­ken­nung ihrer Beschäf­ti­gungs­zei­ten in den Her­kunfts­län­dern haben.

Auch in den nächs­ten Jah­ren wer­den die Deut­schen aus Russ­land deut­li­ch häu­fi­ger von Alters­ar­mut bedroht sein. Unse­re Volks­grup­pe ist über­durch­schnitt­li­ch häu­fig von unter­bro­che­nen Erwerbs­bio­gra­phien, hohen Teil­zeit­ar­beits­quo­ten und nied­ri­gen Löh­nen betrof­fen, was die Wahr­schein­lich­keit für nied­ri­ge Ren­ten und Alters­ar­mut erhöht. Der Inte­gra­ti­ons­wil­le und die hohe Bereit­schaft, eine belie­bi­ge nie­der­qua­li­fi­zier­te Arbeit zu über­neh­men, nur um nicht von den Sozi­al­kas­sen abhän­gig zu sein, brin­gen somit nega­ti­ve Fol­gen mit sich.

Die über­pro­por­tio­nal hohe Zunah­me der Alters­ar­mut unter den Deut­schen aus Russ­land soll als gro­ße Her­aus­for­de­rung für Poli­tik und Gesell­schaft auf allen Ebe­nen betrach­tet wer­den. Der „Gene­ra­tio­nen­ver­trag“ soll auch für die Deut­schen aus Russ­land gel­ten. Die Deut­schen aus Russ­land bil­den eine jun­ge Volks­grup­pe und zah­len mehr in die Ren­ten­kas­se ein, als ihre Rent­ner in Anspruch neh­men kön­nen.

Wir  for­dern wirk­sa­me  Schrit­te zur Besei­ti­gung  der  bestehen­den  und  der  dro­hen­den  Alters­ar­mut  bei Deut­schen aus Russ­land auch im Sin­ne des sozia­len Frie­dens in den Rei­hen der Spät­aus­sied­ler. Unse­re Lands­leu­te haben die Soli­da­ri­tät der Gesell­schaft ver­dient.

(Ein­stim­mi­ger Beschluss der Bun­des­de­le­gier­ten­ver­samm­lung der LmDR e.V. am 30.10.2016 in Ful­da)

Stel­lung­nah­me der LmDR zur Alters­ar­mut (pdf)

Heimat ist des Herzens Echo

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Vereinigte Landsmannschaften Lahr beim Tag der Heimat: “Die Wunden sind noch nicht verheilt” / Kreisgruppe gibt es seit 65 Jahren .
Die Gäste beim Tag der Heimat im Lahrer Aktienhof Foto: Heidi Fössel

Die Gäs­te beim Tag der Hei­mat im Lah­rer Akti­en­hof Foto: Hei­di Fös­sel

LAHR. Unter dem Leit­wort “Iden­ti­tät schüt­zen und Men­schen­rech­te ach­ten” hat die Kreis­grup­pe Lahr im Bund der Vertriebenen/Vereinigte Lands­mann­schaf­ten am Sonn­tag den Tag der Hei­mat began­gen. Mit einer Son­der­aus­stel­lung und einem Streif­zug durch die Geschich­te der alten Hei­mat hat die Lands­mann­schaft der Schle­si­er gleich­zei­tig das 65-jäh­ri­ge Bestehen der Kreis­grup­pe Lahr gefei­ert.

Mit einer musi­ka­li­schen Rund­rei­se durch die alte und neue Hei­mat hat der Sing­kreis Freund­schaft die Gäs­te im Akti­en­hof­saal auf den Tag der Hei­mat ein­ge­stimmt und der Kreis­grup­pen­vor­sit­zen­den Irma Barraud die Platt­form für die Begrü­ßung berei­tet. “Auch wenn inzwi­schen vie­le Jahr­zehn­te ver­gan­gen sind, sind die Wun­den nicht alle ver­heilt. Wir wer­den die Erin­ne­rung in unse­ren Her­zen tra­gen, denn Hei­mat ist des Her­zens Echo”, sag­te Irma Barraud.