Stellungnahme zum Artikel „Spätaussiedler in Friedland. Heimkehr in die Fremde“

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Wappen-LmDRSPIEGEL ONLINE, 05.02.2017, Hei­ke Klovert

Link:  Spie­gel Online — Arti­kel
Link:  Stel­lung­nah­me des Lands­mann­schaft (pdf, 595 kb)


Der oben genann­te Arti­kel hat bei zahl­rei­chen Deut­schen aus Russ­land zwie­späl­ti­ge Gefüh­le her­vor­ge­ru­fen. Zum einen sind sie dank­bar für die Sym­pa­thie, die man den Wor­t­en über die Spät­aus­sied­ler­fa­mi­lie Getts ent­neh­men kann. Zum ande­ren sind sie empört über sach­li­che Feh­ler und ten­den­ziö­se Kom­men­ta­re zum Spät­aus­sied­ler­zu­zug im All­ge­mei­nen.

Dazu im Ein­zel­nen:

1. Deut­sche aus Russ­land und ande­ren Nach­fol­ge­staa­ten der Sowjet­uni­on wer­den ein­ge­bür­gert und bekom­men einen deut­schen Pass, weil sie der Gesetz­ge­bung ent­spre­chend
— deut­sche Volks­zu­ge­hö­ri­ge sind,
— sich zum Deutsch­tum beken­nen
— und deut­sche Sprach­kennt­nis­se nach­wei­sen kön­nen.

Vor allem aber dür­fen sie (im Gegen­satz zu Antrag­stel­lern aus ande­ren ost- und süd­ost­eu­ro­päi­schen Län­dern) wei­ter­hin als Spät­aus­sied­ler nach Deutsch­land kom­men, weil ihnen ein „kol­lek­ti­ves Kriegs­fol­gen­schick­sal“ attes­tiert wird. Sie wur­den nach dem Über­fall Hit­ler-Deutsch­lands auf die Sowjet­uni­on 1941 aus ihren ange­stamm­ten Sied­lungs­ge­bie­ten bspw. an der Wol­ga, am Schwar­zen Meer oder im Kau­ka­sus in die kar­gen Gebie­te Kasachstans und Sibi­ri­ens depor­tiert und in Zwangs­ar­beits­la­ger gesteckt. Nach einer eher vor­sich­ti­gen Schät­zung beträgt die Gesamt­zahl der russ­land­deut­schen Todes­op­fer in der Sowjet­uni­on 480.000 Per­so­nen. Unter den Fol­gen der Ent­eig­nung, Depor­ta­ti­on und Mas­sen­ver­nich­tung sowie des Ver­bots der deut­schen Spra­che und der Dis­kri­mi­nie­rung lei­den die Fami­li­en und Nach­kom­men der Opfer bis heu­te.

Wir wen­den uns daher mit Nach­druck gegen jeden Ver­su­ch, die Berech­ti­gung unschul­dig bestraf­ter Men­schen, in ihre his­to­ri­sche Hei­mat zurück­zu­keh­ren, in Fra­ge zu stel­len oder sie mit ein­sei­ti­gen und ten­den­ziö­sen Kom­men­ta­ren zu dis­kre­di­tie­ren.

2. Die For­mu­lie­rung „Nach dem Zer­fall der Sowjet­uni­on in den Neun­zi­ger­jah­ren kehr­ten ihre Nach­fah­ren zu Hun­dert­tau­sen­den zurück.“ lässt brei­ten Raum für Fehl­in­ter­pre­ta­tio­nen. Voll­stän­dig wäre die For­mu­lie­rung mit dem Hin­weis dar­auf, dass die Deut­schen in der Sowjet­uni­on zu die­sem Zeit­punkt bereits Jahr­zehn­te eines zumeist ver­geb­li­chen und mit zahl­rei­chen Repres­sio­nen ver­bun­de­nen Kamp­fes um Aus­rei­se in die Bun­des­re­pu­blik hin­ter sich hat­ten.

3. Es wird nicht expli­zit dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Deut­schen aus Russ­land nicht aus ihren ursprüng­li­chen Sied­lungs­ge­bie­ten nach Deutsch­land kom­men, son­dern aus den Ver­trei­bungs­ge­bie­ten inner­halb der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on. Eine Rück­kehr in die ursprüng­li­chen Sied­lungs­ge­bie­te war näm­li­ch gesetz­li­ch unter­sagt.

4. Vor dem Hin­ter­grund des bis­her Aus­ge­führ­ten dürf­te die mas­si­ve Ver­är­ge­rung vie­ler unse­rer Lands­leu­te über ihre For­mu­lie­rung „sie (die Fami­lie Getts) wür­den wohl als Wirt­schafts­flücht­lin­ge gel­ten“ nach­voll­zieh­bar sein, zumal dem Arti­kel auch zu ent­neh­men ist, dass der Fami­li­en­va­ter Getts noch Jahr­zehn­te nach dem Zwei­ten Welt­krieg als Deut­scher unter­drückt wur­de.

5. Wenig Ver­ständ­nis haben wir für den Ver­gleich der Rechts­an­sprü­che auf Auf­nah­me von Asyl­be­wer­bern und Spät­aus­sied­lern. Hier wird erneut eine Mau­er zwi­schen Men­schen auf­ge­baut, die, jeweils vor dem Hin­ter­grund ihres eige­nen Schick­sals, Zuflucht bzw. Hei­mat in Deutsch­land suchen.

Bun­des­vor­stand

Ohne Gedenken keine Zukunft – 75 Jahre Deportation der Russlanddeutschen

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tagung_75jahre_deportationDie wis­sen­schaft­li­che Tagung “Ohne Geden­ken kei­ne Zukunft – 75 Jah­re Depor­ta­ti­on der Russ­land­deut­schen” fin­det am 24. Novem­ber 2016 von 9–17 Uhr in der Ver­tre­tung des Lan­des Sach­sen-Anhalt beim Bund (Lui­sen­stras­se 18  , 10117 Ber­lin) statt.
Ein­tritt frei.  Um Anmel­dun­gen wird gebe­ten.


Link zum voll­stän­di­gen Pro­gramm

Pro­gramm (Kurz­fas­sung)

09.00 – 09.30 Anmel­dung und Regis­trie­rung
09.30 – 10.30 Gruß­wor­te
10.30 – 11.00 Pau­se
10.30 – 11.00 The­men­blo­ck 1:
75 Jah­re Depor­ta­ti­on der Deut­schen aus der  ehe­ma­li­gen UdSSR – His­to­ri­sche Ein­ord­nung und  poli­ti­sche Fol­gen
13.00 – 14.00 Mit­tags­pau­se
14.00 – 17.30 The­men­blo­ck 2:
Gesell­schaft­li­che und poli­ti­sche Teil­ha­be der Deut­schen  aus der ehe­ma­li­gen UdSSR in Deutsch­land und in den  Nach­fol­ge­staa­ten der UdSSR

Anmel­dung und Infor­ma­tio­nen:
Jan Roes­sel
Refe­rent EU & Euro­pa
Tel.: 030 88412 251
E-Mail: jan.roessel@deutsche-gesellschaft-ev.de

Lin zu Infor­ma­tio­nen auf der Inter­net­sei­te der Deut­schen Gesell­schaft e.V.

För­de­rer & Part­ner:
Die Beauf­trag­te des Bun­des für Kul­tur und Medi­en
Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land e. V.
Jugend der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land


Die Tagung befasst sich mit zwei Schwer­punk­ten: Zunächst wer­den eine his­to­ri­sche Ein­ord­nung sowie eine Ana­ly­se der poli­ti­schen und sozia­len Fol­gen des Ereig­nis­ses der Depor­ta­ti­on vor­ge­nom­men. Im Anschluss beleuch­ten wir inter­na­tio­na­le Aspek­te und aktu­el­le Fra­gen der poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Teil­ha­be in Deutsch­land. Zu ers­te­ren gehö­ren die Arbeit der Regie­rungs­kom­mis­sio­nen sowie die Rech­te der Volks­grup­pe bzw. der Min­der­heit in den Nach­fol­ge­staa­ten der UdSSR. Der zwei­te Teil beschäf­tigt sich mit dem Ver­eins- und Fami­li­en­le­ben der Deut­schen aus der ehe­ma­li­gen UdSSR und der Teil­nah­me an den Wahlen sowie gene­rell am öffent­li­chen Leben. Par­ti­zi­pa­ti­ve Aspek­te sowie Zukunfts­vi­sio­nen ste­hen hier im Fokus der Betrach­tung.

Die wis­sen­schaft­li­che Tagung ist eine Ver­an­stal­tung der Deut­schen Gesell­schaft e. V. in Koope­ra­ti­on mit der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land und der Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land. Sie wird geför­dert von der Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medi­en, wofür wir uns bedan­ken.

Ansprache des Bundesvorsitzenden Eisenbraun anlässlich des 75. Jahrestages der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion

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Eisenbraun Waldemar 6177

Wal­de­mar Eisen­braun (Bun­des­vor­sit­zen­der)

Ver­ehr­te Ehren­gäs­te,
geschätz­te Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen,
lie­be Lands­leu­te,
sehr geehr­te Damen und Her­ren,

im Namen des Bun­des­vor­stan­des der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land dan­ke ich Ihnen, dass Sie unse­rer Ein­la­dung gefolgt sind, gemein­sam der tra­gi­schen Ereig­nis­se zu geden­ken, deren Opfer mei­ne Lands­leu­te in der Sowjet­uni­on wur­den.

Sinn­bild die­ses Lei­dens ist der Erlass des Prä­si­di­ums des Obers­ten Sowjets der Sowjet­uni­on „Über die Über­sied­lung der Deut­schen, die in den Wol­ga­rayons woh­nen“ vom 28. August 1941. Die Wol­ga­deut­schen – und in der Fol­ge auch die ande­ren Deut­schen des Lan­des – wur­den dar­in ohne jeden Grund der Kol­la­bo­ra­ti­on mit Hit­ler-Deutsch­land bezich­tigt.

Schließ­li­ch wur­den alle Russ­land­deut­schen aus dem euro­päi­schen Teil der Sowjet­uni­on hin­ter den Ural, nach Sibi­ri­en und Kasach­stan depor­tiert, wo Zwangs­ar­beit und unmensch­li­che Lebens­be­din­gun­gen auf sie war­te­ten.

Der russ­land­deut­sche His­to­ri­ker Dr. Vik­tor Krie­ger kommt – selbst bei einer vor­sich­ti­gen Schät­zung — auf eine Gesamt­zahl der russ­land­deut­schen Opfer des sta­li­nis­ti­schen Ter­rors von 480.000 Per­so­nen. Eine unge­heu­er­li­che Anzahl — zumal die Eth­nie zu Beginn der 1950er Jah­re ledig­li­ch 1,35 Mil­lio­nen Men­schen zähl­te.

Als Rechts­nach­fol­ge­rin der Sowjet­uni­on steht die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on nach unse­rer Ansicht in der Pflicht, die Fol­gen des Depor­ta­ti­ons­er­las­ses fak­ti­sch und voll­stän­dig zu besei­ti­gen. Die Reha­bi­li­ta­ti­on unse­rer Volks­grup­pe, die ohne jede Schuld zum Opfer zwei­er Unrechts­re­gime wur­den, ist längst über­fäl­lig!

Die tra­gi­schen Ereig­nis­se haben sich in das Gedächt­nis russ­land­deut­scher Fami­li­en ein­ge­brannt. Kaum eine von ihnen wur­de von den Repres­sio­nen und Mas­sen­mor­den des Sta­lin-Regimes ver­schont.

Den­no­ch — und das sage ich mit gro­ßem Bedau­ern! — ist die Geschich­te der Deut­schen aus Russ­land nach wie vor nicht Bestand­teil des kol­lek­ti­ven Bewusst­seins der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Die­se Geschich­te scheint nicht zu exis­tie­ren. Sie wird im Schul­un­ter­richt nicht behan­delt, die Medi­en berich­ten dar­über bes­ten­falls spo­ra­di­sch und unaus­ge­wo­gen. Daher ist mei­ne ein­dring­li­che Bit­te, der Geschich­te und dem Schick­sal der Deut­schen aus Russ­land mehr Auf­merk­sam­keit zu wid­men – auch und gera­de um ihre vor­bild­li­chen Inte­gra­ti­ons­leis­tun­gen in ange­mes­se­ner Wei­se wür­di­gen zu kön­nen.

Ich bin sehr besorgt wegen der nega­ti­ven Pau­scha­li­sie­rung in den bun­des­deut­schen Medi­en in Bezug auf die Deut­schen aus Russ­land. So wur­den aus ver­ein­zel­ten auf­fäl­li­gen Vor­komm­nis­sen wie im Fall „Lisa“ Vor­wür­fe gegen die Gesamt­heit der Volks­grup­pe kon­stru­iert. Oft wur­de der Ein­druck ver­mit­telt, die Deut­schen aus Russ­land wür­den sich von der Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne­rie Mos­kaus miss­brau­chen las­sen. Ohne jede Ver­harm­lo­sung beto­ne ich erneut: Es han­del­te sich um nicht reprä­sen­ta­ti­ve Ein­zel­fäl­le.

Kaum eine ande­re Volks­grup­pe in der Bun­des­re­pu­blik ist immu­n­er gegen jede Form von poli­ti­scher Radi­ka­li­sie­rung als die Deut­schen aus Russ­land. Sie bzw. ihre Eltern und Groß­el­tern haben haut­na­he Erfah­run­gen mit tota­li­tä­ren Sys­te­men gemacht und wer­den sich daher in ihrer gro­ßen Mehr­heit nie­mals Popu­lis­ten und poli­ti­schen Pro­vo­ka­teu­ren anschlie­ßen. Und wir sind uns doch sicher dar­in einig, dass die mehr­heit­li­ch kon­ser­va­ti­ven Ein­stel­lun­gen der Russ­land­deut­schen nichts mit Radi­ka­li­tät zu tun haben.

Viel­mehr zeich­nen sich gera­de mei­ne Lands­leu­te durch eine aus­ge­spro­chen gro­ße Loya­li­tät der Bun­des­re­pu­blik und ihrem demo­kra­ti­schen Wer­te­sys­tem gegen­über aus. Sie haben sich in Jahr­zehn­ten der Unfrei­heit und Ent­rech­tung nach Respekt und Gleich­heit gesehnt. Nach ihrer Rück­kehr in die Hei­mat ihrer Vor­fah­ren haben auch sie in Deutsch­land eine Hei­mat gefun­den.

Nach mei­ner Auf­fas­sung ist für eine aus­ge­präg­te Loya­li­tät nicht das Vor­han­den­s­ein von nur einer Staats­an­ge­hö­rig­keit ent­schei­dend, son­dern eine gefes­tig­te Iden­ti­tät, Rechtstreue und ein gemein­sa­mes Wer­te­sys­tem.

Unser Ver­band wird sich wei­ter­hin dafür ein­set­zen, dass unse­re Lands­leu­te in die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ein­rei­sen dür­fen. Ich begrü­ße es aus­drück­li­ch, dass die Bun­des­re­gie­rung ihrer his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung für die Deut­schen aus Russ­land wei­ter­hin gerecht wird und nach wie vor an der Aner­ken­nung ihres kol­lek­ti­ven Kriegs­fol­gen­schick­sals fest­hält.

Aus Anlass des 75. Jah­res­ta­ges der Depor­ta­ti­on der Deut­schen in der Sowjet­uni­on hat die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land eine umfang­rei­che Gedenk­schrift her­aus­ge­ge­ben, die sich unter dem Titel „Ent­rech­tet – Ent­wür­digt – Ent­wur­zelt“ mit ver­schie­de­nen Aspek­ten der Ver­fol­gung der Russ­land­deut­schen befasst.

Die Schau­pro­zes­se in der Sowjet­uni­on Sta­l­ins der Jah­re 1937 und 1938 gehö­ren eben­so dazu wie die Depor­ta­tio­nen, die mit dem Erlass vom 28. August 1941 ihren Höhe­punkt erreich­ten, die Ver­brin­gung in die Zwangs­ar­beits­la­ger der so genann­ten „Tru­dar­mee“ oder die Recht­lo­sig­keit in den Son­der­sied­lun­gen, die erst Ende 1955 auf­ge­löst wur­den.

Abschlie­ßend möch­te ich Fol­gen­des fest­stel­len:

Die par­tei­po­li­ti­sche Land­schaft hat sich in den letz­ten Jah­ren euro­pa­weit merk­li­ch ver­än­dert. Die bewaff­ne­ten Aus­ein­an­der­set­zun­gen, die andau­ern­de Flücht­lings­kri­se und die dro­hen­de Alters­ar­mut füh­ren dazu, dass Men­schen zuneh­mend ver­un­si­chert sind und nach schnel­len Pro­blem­lö­sun­gen suchen. Dabei ist das kein rein deut­sches Phä­no­men, wie ein Bli­ck auf die Ent­wick­lun­gen in den benach­bar­ten Län­dern zeigt.

Von den eta­blier­ten Par­tei­en erwar­te ich durch­dach­te und ver­ständ­li­ch kom­mu­ni­zier­te Pro­blem­lö­sun­gen. Das Ver­trau­en in den Staat, sei­ne Orga­ne und Behör­den muss wie­der her­ge­stellt wer­den.

Mei­nen Lands­leu­ten wün­sche ich mehr Mün­dig­keit, Resis­tenz gegen Paro­len und Mani­pu­la­ti­ons­ver­su­che und poli­ti­schen Weit­bli­ck. Ich bit­te auch dar­um, mehr Geduld für die Auf­klä­rung von ein­zel­nen Vor­gän­gen auf­zu­brin­gen, da vor­schnel­le Urtei­le und Hand­lun­gen nicht sel­ten fal­sch sein kön­nen. Im Hin­bli­ck auf die anste­hen­den Wahlen rufe ich zu einer regen Wahl­be­tei­li­gung auf.

Ich bedan­ke mich herz­li­ch bei allen Betei­lig­ten für die Vor­be­rei­tung und Mit­ge­stal­tung von Gedenk­ver­an­stal­tun­gen, die bun­des­weit statt­ge­fun­den haben.

Nun schlie­ße ich ger­ne mit dem Mot­to der Lands­mann­schaft
„Zusam­men­hal­ten – Zukunft gestal­ten“

Wal­de­mar Eisen­braun
Bun­des­vor­sit­zen­der

Mitteilung der Landsmannschaft zur Gedenkveranstaltung in Berlin

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75JahreDeportation

H. Kos­chyk, W. Eisen­braun, Dr. T. de Mai­ziè­re, H. Zer­tik


Im Mit­tel­punkt der Gedenk­ver­an­stal­tung am 28.08.2016 in der Aka­de­mie der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung stand die Erin­ne­rung an die russ­land­deut­schen Opfer des sta­li­nis­ti­schen Regimes, die nach dem Erlass des Prä­si­di­ums des Obers­ten Sowjets der Sowjet­uni­on vom 28. August 1941 „Über die Über­sied­lung der Deut­schen, die in den Wol­ga­rayons woh­nen“ aus ihren Sied­lungs­ge­bie­ten im euro­päi­schen Teil der Sowjet­uni­on nach Sibi­ri­en und Zen­tral­asi­en depor­tiert wur­den.

Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Dr. Tho­mas de Mai­ziè­re führ­te in sei­ner Anspra­che aus: „Heu­te vor gen­au 75 Jah­ren wur­den die Wol­ga­deut­schen der Kol­la­bo­ra­ti­on mit dem Deut­schen Reich bezich­tigt und in den fol­gen­den Tagen ent­eig­net, ent­rech­tet und kol­lek­tiv nach Sibi­ri­en und Zen­tral­asi­en ver­trie­ben. Wir rufen uns heu­te die Fami­li­en ins Gedächt­nis, die ihre Hei­mat ver­lo­ren haben, wir den­ken heu­te an die vie­len Opfer, die die Stra­pa­zen der Ver­ban­nung nicht über­leb­ten.“ „Die sozia­le Unter­stüt­zung und Sprach­för­de­rung der Russ­land­deut­schen gehö­ren heu­te zur gesell­schaft­li­chen und his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung der Bun­des­re­gie­rung“, so der Minis­ter wei­ter.

Der Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für Aus­sied­ler­fra­gen und natio­na­le Min­der­hei­ten, Hart­mut Kos­chyk, wies in sei­ner Rede dar­auf hin, dass die beson­de­re Wert­schät­zung der Deut­schen aus Russ­land sei­tens der Bun­des­re­gie­rung bei­spiels­wei­se in der Wei­ter­ent­wick­lung der Kon­zep­ti­on zur Bewah­rung der Kul­tur und Geschich­te der Deut­schen im öst­li­chen Euro­pa nach § 96 Bun­des­ver­trie­be­nen­ge­setz (BVFG) zum Aus­druck kom­me.

Auf die Fra­ge, was die Russ­land­deut­schen heu­te in Deutsch­land am meis­ten ver­mis­sen, wür­de ich ant­wor­ten: die gesell­schaft­li­che Wert­schät­zung, eine dif­fe­ren­zier­te Auf­merk­sam­keit und die Prä­senz in poli­ti­schen Gre­mi­en. Mit gro­ßem Bedau­ern muss ich fest­stel­len, dass die Geschich­te der Deut­schen aus Russ­land nach wie vor nicht Bestand­teil des kol­lek­ti­ven Bewusst­seins der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ist“, sag­te in sei­nem Gruß­wort Wal­de­mar Eisen­braun, Bun­des­vor­sit­zen­der der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land.

Bei der Kranz­nie­der­le­gung auf dem Park­fried­hof Ber­lin-Mar­zahn am Denk­mal für die russ­land­deut­schen Opfer des Sta­li­nis­mus dank­te der Bür­ger­meis­ter und Sena­tor für Inne­res und Sport des Lan­des Ber­lin, Frank Hen­kel, der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land für die Orga­ni­sa­ti­on sol­cher Gedenk­ver­an­stal­tun­gen, die dazu bei­trü­gen, die Erin­ne­rung an das schwe­re Schick­sal der Russ­land­deut­schen wach­zu­ru­fen.

Die Schirm­herr­schaft über die Gedenk­ver­an­stal­tung hat­te der russ­land­deut­sche Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Hein­rich Zer­tik über­nom­men.

Für die Unter­stüt­zung bei der Durch­füh­rung der Gedenk­ver­an­stal­tung bedankt sich die Lands­mann­schaft bei ihren Koope­ra­ti­ons­part­nern, der „Deut­schen Gesell­schaft e.V.“, der „Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung“ und dem „Muse­um für russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te“ in Det­mold.

Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land

 


Link zur Mit­tei­lung der Lands­mann­schaft zur Gedenk­ver­an­stal­tung in Ber­lin (pdf)

Trauer um Josef Schleicher

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Josef SchleicherDie Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land trau­ert um den schmerz­vol­len Ver­lust ihres ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­ters Josef Schlei­cher, der sich als enga­gier­ter Pro­jekt­lei­ter der Wan­der­aus­stel­lung, lang­jäh­ri­ger Ide­en­spen­der und Mit­ge­stal­ter des Ver­ban­des vor Ort und bun­des­weit her­vor­ge­tan hat.


Josef Schlei­cher wur­de 14.04.1960 in Eli­sa­wet­grad der Altairegion/Russland in einer russ­land­deut­schen Fami­lie gebo­ren. Er stu­dier­te Geschich­te, Päd­ago­gik und Jour­na­lis­tik an der Staats­uni­ver­si­tät Barnaul/Altai. 1986–1991 war er rüh­ri­ger Kor­re­spon­dent der deutsch­spra­chi­gen Regio­nal­zei­tung „Rote Fahne“/„Zeitung für Dich“, 1992–1998 enga­gier­ter Chef­re­dak­teur der „Zei­tung für Dich“.

Auch unter den schwie­rigs­ten wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Ver­hält­nis­sen der 1990er Jah­re in Russ­land konn­te er das Redak­ti­ons­team lei­den­schaft­li­ch für sei­ne Ide­en und Vor­ha­ben mit­rei­ßen – so sind vie­le Publi­ka­tio­nen und Koope­ra­tio­nen ent­stan­den. Mit ihm fei­er­te die deutsch­spra­chi­ge „Zei­tung für Dich“ 40 Jah­re (1997) ihres Bestehens mit viel­fäl­ti­gen grenz­über­schrei­ten­den Fes­ti­vi­tä­ten und Gäs­ten aus ganz Russ­land und dem Aus­land.

Auch sei­ne akti­ve Teil­nah­me an der Auto­no­mie­be­we­gung und der Wie­der­her­stel­lung des Deut­schen Natio­na­len Rayons Halb­stadt darf nicht ver­ges­sen sein.

Seit 1998 leb­te er mit Ehe­frau und zwei Töch­tern in Deutsch­land. Nach einer Wei­ter­bil­dung als Mul­ti­me­di­a­f­ach­kraft arbei­te­te er als Redak­teur der rus­sisch­spra­chi­gen Zei­tung „Ost-Express“ und war seit Novem­ber 2001 bis Mit­te 2002 Mit­her­aus­ge­ber und Redak­teur der deutsch­spra­chi­gen Zei­tung „DIA­LOGp­lus“.

Seit Sep­tem­ber 2004 bis Ende 2015 war er enga­gier­ter und krea­ti­ver Pro­jekt­lei­ter der Wan­der­aus­stel­lung „Volk auf dem Weg. Geschich­te und Gegen­wart der Deut­schen in/aus Russ­land“ tätig. Mit sei­nem umfang­rei­chen Wis­sen zur Geschich­te und Kul­tur der Russ­land­deut­schen und sei­ner ein­zig­ar­ti­ger Art, die­ses Wis­sen zu ver­mit­teln – vor allem bei Vor­trä­gen und Füh­run­gen im Rah­men des Schul­pro­jek­tes an Schul­ein­rich­tun­gen, hat er das Pro­jekt und sei­ne bun­des­wei­te Prä­sen­ta­ti­on auf eine unnach­ahm­li­che authen­ti­sche Art berei­chert. Als Pro­jekt­lei­ter, His­to­ri­ker und Men­sch gelang es ihm jeder­zeit und vor jedem Publi­kum, die Geschich­te und Kul­tur der Russ­land­deut­schen sach­kun­dig, inhalts­reich, span­nend und zugäng­li­ch zu erläu­tern und zu ver­mit­teln.

Als frei­er Jour­na­list ver­fass­te und publi­zier­te er Skiz­zen, Por­träts, popu­lär­wis­sen­schaft­li­che und wis­sen­schaft­li­che Abhand­lun­gen zu ver­schie­dens­ten Aspek­ten der russ­land­deut­schen Kul­tur­ge­schich­te unter ande­rem für die „Mos­kau­er Deut­sche Zei­tung“, „Zei­tung für Dich“ (Russ­land), „Volk auf dem Weg“ und die Hei­mat­bü­cher der Lands­mann­schaft (Stutt­gart), Kalen­der des HFDR e.V. (Nürn­berg), „Kontakt“(Köln) u.a.

Als His­to­ri­ker ver­öf­fent­lich­te er die Diplom­ar­beit „Volks­bil­dung der deut­schen Kolo­nis­ten in Russ­land vor 1917“ (rus., 1985), die Mono­gra­phie „Deut­sche in der UdSSR: Geschich­te und Gegen­wart“ (rus., 1992), das Lehr­buch „Geschich­te der Russ­land­deut­schen“ (rus., 1992), die Mono­gra­phie „Auto­no­mie­be­we­gung: pro­vin­zi­el­le Träu­me“ (deut­sch, 1996) sowie über 20 Auf­sät­ze in wis­sen­schaft­li­chen Sam­mel­bän­den und Zeit­schrif­ten (in Russ­land, Deutsch­land und Kasach­stan) und über 150 Auf­sät­ze in rus­si­schen und russ­land­deut­schen Wochen­schrif­ten (1988–2005).

Im Namen der Lan­des­vor­stän­de und Orts­grup­pen­vor­stän­de der Lands­mann­schaft bun­des­weit spricht der Bun­des­vor­stand der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land der Ehe­frau und den Töch­tern des Ver­stor­be­nen sein tief­emp­fun­de­nes Bei­leid aus. Josef Schlei­cher bleibt in unse­rer dank­ba­rer Erin­ne­rung.

Bun­des­vor­stand

Gedenkschrift zum 75. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion

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Gedenkschrift 75 Jahre Deportation

Aus Anlass des 75. Jah­res­ta­ges der Depor­ta­ti­on der Deut­schen in der Sowjet­uni­on hat die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land eine umfang­rei­che Gedenk­schrift her­aus­ge­ge­ben, die sich unter dem Titel „Ent­rech­tet – Ent­wür­digt – Ent­wur­zelt“ mit ver­schie­de­nen Aspek­ten der Ver­fol­gung der Russ­land­deut­schen befasst.

(Link zur Gedenk­schrift, pdf, 12 MB)

Die Schau­pro­zes­se in der Sowjet­uni­on Sta­l­ins der Jah­re 1937 und 1938 gehö­ren eben­so dazu wie die Depor­ta­tio­nen, die mit dem Erlass des Prä­si­di­ums des Obers­ten Sowjets der Sowjet­uni­on vom 28. August 1941 „Über die Über­sied­lung der Deut­schen, die in den Wol­ga­rayons woh­nen“ ihren Anfang nah­men, die Ver­brin­gung in die Zwangs­ar­beits­la­ger der so genann­ten „Tru­dar­mee“ oder die Recht­lo­sig­keit in den Son­der­sied­lun­gen, die erst Ende 1955 auf­ge­löst wur­den.

Zusam­men mit den Toten der Hun­ger­ka­ta­stro­phen in der 1920er und 1930er Jah­ren, die durch kom­mu­nis­ti­sche Miss­wirt­schaft über das Land kamen, beträgt die Anzahl der russ­land­deut­schen Opfer in die­sen Jahr­zehn­ten – selbst bei vor­sich­ti­ger Schät­zung – nicht weni­ger als 480.000.


Vor­wort des Bun­des­vor­sit­zen­den der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land

Nicht zufäl­lig hat­te die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land ihr 32. Bun­des­tref­fen am 4. Juli 2015 in Stutt­gart unter das Mot­to „Von Hil­fe­su­chen­den zu Leis­tungs­trä­gern“ gestellt. Wir brach­ten damit zum Aus­druck, dass sich die Deut­schen aus Russ­land nach einem lan­gen Lei­dens­weg in der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on und Schwie­rig­kei­ten der ers­ten Jah­re nach der Wie­der­an­sied­lung in Deutsch­land zu einem Gewinn für unser Land ent­wi­ckelt haben, wie durch sämt­li­che Unter­su­chun­gen bestä­tigt wird.

Den­no­ch ver­hin­dern die nach wie vor bestehen­den Benach­tei­li­gun­gen, dass vie­le mei­ner Lands­leu­te sich als gleich­be­rech­tigt und behei­ma­tet füh­len kön­nen. Erheb­li­che Ren­ten­kür­zun­gen auf­grund der Fremd­ren­ten­ge­setz­ge­bung gehö­ren eben­so dazu wie die man­gel­haf­te bzw. völ­lig feh­len­de Aner­ken­nung von in der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on zurück­ge­leg­ten Aus­bil­dungs­gän­gen bzw. mit­ge­brach­ten beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen. Dage­gen wer­den all­zu leicht aus Ver­feh­lun­gen Ein­zel­ner halt­lo­se Vor­wür­fe gegen die Gesamt­heit der Deut­schen aus Russ­land kon­stru­iert.

Mit den ihr zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln ist die Lands­mann­schaft seit Jahr­zehn­ten bemüht, gegen Miss­stän­de die­ser Art vor­zu­ge­hen – in ihren Publi­ka­tio­nen, durch Stel­lung­nah­men und bei Gesprä­chen mit Ent­schei­dungs­trä­gern.

Eben­so ist zu bedau­ern, dass die Geschich­te und Kul­tur der Deut­schen aus Russ­land nach wie vor nicht Bestand­teil des kol­lek­ti­ven Gedächt­nis­ses der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sind. Ihre Geschich­te und Kul­tur „fin­den nicht statt“ – weder im Schul­un­ter­richt, noch in den Medi­en, noch in der Gesell­schaft.

Publi­ka­tio­nen wie die­se Gedenk­schrift sol­len daher dazu bei­tra­gen, die­se Wis­sens- und Auf­merk­sam­keits­lü­cken zu ver­rin­gern. Unter Ver­zicht auf all­zu tro­cke­ne Ana­ly­sen schil­dert sie die tra­gi­sche Geschich­te der Volks­grup­pe in den 30er, 40er und 50er Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts vor allem anhand von Zeit­zeu­gen­be­rich­ten sowie von künst­le­ri­schen und lite­ra­ri­schen Dar­stel­lun­gen.

Aus Anlass des 75. Jah­res­ta­ges der Depor­ta­ti­on der Deut­schen in der Sowjet­uni­on wei­sen wir erneut auf die Not­wen­dig­keit einer voll­stän­di­gen Reha­bi­li­tie­rung der russ­land­deut­schen Volks­grup­pe hin. Eine Reha­bi­li­tie­rung, die längst über­fäl­lig ist! Eine Reha­bi­li­tie­rung von Men­schen, die ohne jede Schuld zu Opfern zwei­er Unrechts­re­gime wur­den!

Wal­de­mar Eisen­braun
Bun­des­vor­sit­zen­der

Hilfe bei der Antragstellung für Entschädigung ziviler deutscher Zwangsarbeiter

Standard

BVA__logoAuf An­trag kön­nen ehe­ma­li­ge deut­sche Zwangs­ar­bei­ter, die als Zi­vil­per­so­nen auf­grund ih­rer deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit oder Volks­zu­ge­hö­rig­keit kriegs- oder kriegs­fol­gen­be­dingt zur Zwangs­ar­beit her­an­ge­zo­gen wur­den, ei­nen ein­ma­li­gen An­er­ken­nungs­be­trag in Hö­he von 2.500 Eu­ro er­hal­ten.
Die Durch­füh­rung der Richt­li­nie der Bun­des­re­gie­rung über ei­ne

Halbherzige Rehabilitierungsversuche der Russlanddeutschen

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Wol­ga­deut­sche Repu­blik

Am 31. Janu­ar 2016 unter­zeich­ne­te Prä­si­dent Wla­di­mir Putin den Erlass „Über erst­ran­gi­ge Maß­nah­men zur Reha­bi­li­ta­ti­on der Russ­land­deut­schen“, der die frü­her ver­an­ker­te Wie­der­her­stel­lung der russ­land­deut­schen Staat­lich­keit“ (wie im Ukas des Prä­si­den­ten Boris Jel­zin vom 21.02.1992) nicht mehr ent­hält. Zwar blieb der Erlass von 1992 de fac­to auch eine lee­re Ver­spre­chung. Den­no­ch erschien er den Betrof­fe­nen immer noch als gewis­se Garan­tie dafür, dass die rus­si­sche Füh­rung sich irgend­wann doch dazu durch­ringt, die gesetz­wid­rig auf­ge­lös­te Staat­lich­keit der Russ­land­deut­schen (in wel­cher Form auch immer, und damit auch die his­to­ri­sche Gerech­tig­keit) wie­der­her­zu­stel­len und die deut­sche Min­der­heit recht­li­ch, gesell­schaft­li­ch und poli­ti­sch voll­stän­dig zu reha­bi­li­tie­ren, zumal der Erlass von Putin im Jahr 2014 die­se Hoff­nun­gen erneut auf­flam­men ließ. (Arti­kel als pdf)


Die fol­gen­schwe­re Vor­ge­schich­te ist bekannt. Der Erlass vom 28.08.1941 lei­te­te die Auf­lö­sung der 1924 gegrün­de­ten ASSR der Wol­ga­deut­schen und die mas­sen­haf­te