Landsmannschaft der Deutschen aus Russland gedenkt der Opfer des Sowjetregimes

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Im Rahmen ihrer Jubiläumsfeier am 26. August 2017 zum 200-jährigen Auswanderungsjubiläum von Deutschen in den Kaukasus im Kursaal von Stuttgart-Bad Cannstatt gedachte die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland vor dem dortigen Vertriebenendenkmal der Opfer des Sowjetregimes.

Symbol und tragischer Höhepunkt der Verfolgung der Deutschen in der Sowjetunion ist der Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der Sowjetunion vom 28. August 1941, „Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons wohnen.“

Ohne jeden Grund wurden darin die Deutschen des Landes zwei Monate nach dem Überfall von Hitler-Deutschland auf die Sowjetunion Stalins der Kollaboration mit dem Aggressor beschuldigt und binnen weniger Wochen in die unwirtlichsten Regionen der Sowjetunion deportiert, wo Kälte, Hunger, unmenschliche Zwangsarbeit in den Lagern der so genannten Arbeitsarmee und Tod auf sie warteten.

In dem Erlass waren zwar nur die Deutschen im Wolgagebiet genannt, von den Vertreibungsmaßnahmen waren letztendlich aber alle Deutschen in die Sowjetunion betroffen, ganz gleich, ob sie an der Wolga, in der Ukraine, im Kaukasus oder anderen Siedlungsgebieten lebten.

Wie die Redner in ihren Ansprachen bei der Jubiläumsfeier betonten, hatten die Unterdrückung und Verfolgung bereits vor dem Erlass von 1941 begonnen und waren auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch nicht zu Ende. Nimmt man alle gegen sie gerichteten Maßnahmen des Sowjetregimes zusammen, so kamen nach einer eher vorsichtigen Schätzung im Zeitraum von 1917 bis 1948 etwa 480.000 deutsche Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer vorzeitig ums Leben. Sie wurden erschossen, sie erfroren, verhungerten, starben an Entkräftigung und Krankheiten aller Art.

Allein in den Jahren 1937 und 1938 des „Roten Terrors“ wurden gegen völlig unschuldige Deutsche in der Sowjetunion 55.000 Todesurteile verhängt. Im Kaukasus beispielsweise wurden zehn Prozent der dortigen Bevölkerung hingerichtet.

Bis zum heutigen Tage, auch darauf wiesen die Redner hin, steht eine faktische Rehabilitierung der russlanddeutschen Volksgruppe durch Russland als Rechtsnachfolger der Sowjetunion aus.

Hinweise: Die zentrale Gedenkfeier der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland findet am 9. September 2017 ab 14 Uhr im Grenzdurchgangslager Friedland statt.

Bundestagswahl 2017, Wahlprüfsteine der Landsmannschaft

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Im Vorfeld der Bundestagswahl am 24. September 2017 übermittelte die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland den für einen Einzug in den Bundestag in Frage kommenden Parteien (CDU/ CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP, AfD) Prüfsteine in Sachen Spätaussiedlerpolitik.

Dadurch sollten die Positionen der jeweiligen Parteien zu den für Deutsche aus Russland besonders relevanten Themen in Erfahrung gebracht werden, um diese innerhalb des Verbandes und unter unseren Landsleuten (von denen rund 3 Millionen im Bundesgebiet leben) zu kommunizieren. Die Fragen und Forderungen sollten gleichzeitig auch als Anregungen für das Wahlprogramm der Parteien betrachtet werden.


Liebe Landsleute,
liebe Freunde und Unterstützer der Deutschen aus Russland,

wie angekündigt, veröffentlichen wir rechtzeitig vor der Bundestagswahl am 24. September 2017 die schriftlichen Positionen der von uns angefragten Parteien zu thematischen Fragen der Landsmannschaft. Dieser wichtigen Thematik ist die achtseitige Beilage in der Mitte dieser Ausgabe („Volk auf dem Weg„) gewidmet.

Da wir uns strikt an die Überparteilichkeit des Verbandes halten, werden wir die Stellungnahmen einzelner Parteien nicht kommentieren. Doch bitten wir Sie eindringlich darum, sich intensiv und kritisch mit den Inhalten der übermittelten Positionen zu befassen. Wir empfehlen auch, sich mit den Wahlprogrammen der einzelnen Parteien, die beispielsweise im Internet zu finden sind, detailliert auseinander zu setzen.

Liebe Landsleute, es ist ein Irrtum, dass unsere Stimmen bei den Wahlen nichts ausrichten können. Ganz im Gegenteil!
Die Erfahrungen zeigen, dass die Wahlergebnisse zunehmend knapper ausfallen. Daher können es gerade unsere Stimmen
sein, die im Endergebnis den Ausschlag für bestimmte parteipolitischen Konstellationen geben.
Gehen Sie wählen und motivieren Sie bitte Menschen in Ihrem Umfeld zum Urnengang.

Waldemar Eisenbraun
Bundesvorsitzender


Link:  Wahlprüfsteine der LmDR (pdf, 7 MB)

 

LmDR BTW2017

Kulturreferent/in gesucht

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Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland hat sich seit Jahren mit Nachdruck für den Einsatz von hauptamtlichen Kulturreferenten für die Vermittlung der Kultur und  Geschichte  der Deutschen aus Russland engagiert. Wir freuen uns, dass nun eine entsprechende Stelle ausgeschrieben wird.


Im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold ist zum 01.10.2017 die Stelle
einer Kulturreferentin / eines Kulturreferenten zu besetzen.

Aufgabe der Kulturreferentin/des Kulturreferenten ist die breitenwirksame Vermittlung der Kultur und  Geschichte  der  Deutschen  aus  Russland  sowie  historischer,  volks-  und  landeskundlicher Informationen an die Öffentlichkeit im In- und Ausland. Die Arbeit erfolgt auf der Grundlage des § 96 Bundesvertriebenengesetz (BVFG).

Inhaltliche Schwerpunkte sind u. a.:
1.  Organisation und Durchführung öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen
2.  Kulturelle Bildungs- und Jugendarbeit (z. B. durch Kooperationen mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen)
3.  Förderung von Projekten sowie Beratung von Antragstellern
4.  Pflege und Ausbau eines entsprechenden Netzwerks
5.  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Anforderungen:
– Geistes- oder kulturwissenschaftlicher Hochschulabschluss, möglichst mit einer Fächerkombination aus den Bereichen Geschichte / Osteuropäische Geschichte / Volkskunde / Kulturmanagement / Pädagogik; Promotion ist von Vorteil
–  Erfahrung im internationalen Kultur- und Veranstaltungsmanagement
– Kreativität im Umgang mit digitalen Kommunikationsformen und Medienvermittlung
– Kenntnisse der russlanddeutschen Kunst- und Kulturgeschichte sowie Sensibilität für den Kulturraum der Russlanddeutschen
– verhandlungssichere Beherrschung der russischen Sprache in Wort und Schrift
– Gute Englischkenntnisse sind wünschenswert
– Kontaktfreude, Organisationstalent, Teamfähigkeit, überdurchschnittliches Engagement, Flexibilität, selbstständiges Arbeiten
– Bereitschaft zu häufigen Dienstreisen
– PKW-Führerschein
– sehr gute IT-Kenntnisse (Sicherheit im Umgang mit Office-Anwendungen, Bildbearbeitung).

Wir  bieten  eine  Vollzeitstelle  (z.Z.  39  Stunden  pro  Woche)  in  einem  auf  zunächst  zwei  Jahre befristeten  Arbeitsverhältnis.  Die  Bezahlung  erfolgt  nach  dem  Tarifvertrag  für  den  öffentlichen Dienst, Entgeltgruppe E 13. Dienstort ist  Detmold. Die Stelle ist grundsätzlich zur Besetzung mit Teilzeitkräften geeignet.

Die  berufliche  Gleichstellung  von  Frauen  und  Männern  wird  gefördert.  Bei  gleicher  Eignung, Befähigung  und  fachlicher  Leistung  werden  Frauen  nach  dem  Bundesgleichstellungsgesetz, schwerbehinderte Menschen nach Maßgabe des Sozialgesetzbuchs IX besonders berücksichtigt.

Die Bewerbungsfrist endet am 31.07.2017 (Datum des Eingangs).

Ihre Bewerbung mit tabellarischem Lebenslauf, beruflichem Werdegang, Kopien von Zeugnissen / Beurteilungen, Angabe von Referenzen richten Sie bitte an folgende Anschrift:

Museum für russlanddeutsche Kultur und Volkskunde e.V.
Georgstraße 24
32756 Detmold

Hinweis:
Unvollständige oder später eingehende Unterlagen können nicht berücksichtigt werden, Bewerbungs-kosten nicht erstattet werden.

Nähere Informationen zu unserem Haus finden Sie unter www.russlanddeutsche.de.
Für  evtl.  Nachfragen  steht  Ihnen  Herr  Kornelius  Ens  telefonisch  unter  05231-921691  oder k.ens@russlanddeutsche.de gerne zur Verfügung.

Link zur Ausschreibung (pdf)