Kulturreferent/in gesucht

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Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland hat sich seit Jahren mit Nachdruck für den Einsatz von hauptamtlichen Kulturreferenten für die Vermittlung der Kultur und  Geschichte  der Deutschen aus Russland engagiert. Wir freuen uns, dass nun eine entsprechende Stelle ausgeschrieben wird.


Im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold ist zum 01.10.2017 die Stelle
einer Kulturreferentin / eines Kulturreferenten zu besetzen.

Aufgabe der Kulturreferentin/des Kulturreferenten ist die breitenwirksame Vermittlung der Kultur und  Geschichte  der  Deutschen  aus  Russland  sowie  historischer,  volks-  und  landeskundlicher Informationen an die Öffentlichkeit im In- und Ausland. Die Arbeit erfolgt auf der Grundlage des § 96 Bundesvertriebenengesetz (BVFG).

Inhaltliche Schwerpunkte sind u. a.:
1.  Organisation und Durchführung öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen
2.  Kulturelle Bildungs- und Jugendarbeit (z. B. durch Kooperationen mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen)
3.  Förderung von Projekten sowie Beratung von Antragstellern
4.  Pflege und Ausbau eines entsprechenden Netzwerks
5.  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Anforderungen:
– Geistes- oder kulturwissenschaftlicher Hochschulabschluss, möglichst mit einer Fächerkombination aus den Bereichen Geschichte / Osteuropäische Geschichte / Volkskunde / Kulturmanagement / Pädagogik; Promotion ist von Vorteil
–  Erfahrung im internationalen Kultur- und Veranstaltungsmanagement
– Kreativität im Umgang mit digitalen Kommunikationsformen und Medienvermittlung
– Kenntnisse der russlanddeutschen Kunst- und Kulturgeschichte sowie Sensibilität für den Kulturraum der Russlanddeutschen
– verhandlungssichere Beherrschung der russischen Sprache in Wort und Schrift
– Gute Englischkenntnisse sind wünschenswert
– Kontaktfreude, Organisationstalent, Teamfähigkeit, überdurchschnittliches Engagement, Flexibilität, selbstständiges Arbeiten
– Bereitschaft zu häufigen Dienstreisen
– PKW-Führerschein
– sehr gute IT-Kenntnisse (Sicherheit im Umgang mit Office-Anwendungen, Bildbearbeitung).

Wir  bieten  eine  Vollzeitstelle  (z.Z.  39  Stunden  pro  Woche)  in  einem  auf  zunächst  zwei  Jahre befristeten  Arbeitsverhältnis.  Die  Bezahlung  erfolgt  nach  dem  Tarifvertrag  für  den  öffentlichen Dienst, Entgeltgruppe E 13. Dienstort ist  Detmold. Die Stelle ist grundsätzlich zur Besetzung mit Teilzeitkräften geeignet.

Die  berufliche  Gleichstellung  von  Frauen  und  Männern  wird  gefördert.  Bei  gleicher  Eignung, Befähigung  und  fachlicher  Leistung  werden  Frauen  nach  dem  Bundesgleichstellungsgesetz, schwerbehinderte Menschen nach Maßgabe des Sozialgesetzbuchs IX besonders berücksichtigt.

Die Bewerbungsfrist endet am 31.07.2017 (Datum des Eingangs).

Ihre Bewerbung mit tabellarischem Lebenslauf, beruflichem Werdegang, Kopien von Zeugnissen / Beurteilungen, Angabe von Referenzen richten Sie bitte an folgende Anschrift:

Museum für russlanddeutsche Kultur und Volkskunde e.V.
Georgstraße 24
32756 Detmold

Hinweis:
Unvollständige oder später eingehende Unterlagen können nicht berücksichtigt werden, Bewerbungs-kosten nicht erstattet werden.

Nähere Informationen zu unserem Haus finden Sie unter www.russlanddeutsche.de.
Für  evtl.  Nachfragen  steht  Ihnen  Herr  Kornelius  Ens  telefonisch  unter  05231-921691  oder k.ens@russlanddeutsche.de gerne zur Verfügung.

Link zur Ausschreibung (pdf)

 

 

Bundeskanzlerin Merkel im Gespräch mit den Deutschen aus Russland

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Am 17. Mai 2017 fand auf Einladung von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ein Gespräch mit Vertretern der Deutschen aus Russland im Bundeskanzleramt statt.

v.l.n.r. 1. Reihe: Walter Gauks, Irene Neh, Eleonora Heinze, Waldemar Eisenbraun, Heinrich Zertik MdB, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel MdB, Olesja Rudi, Albina Nazarenus-Vetter, Dr. Heinrich Derksen, Beauftragter der Bundesregierung Hartmut Koschyk MdB, Dr. Helene Friesen v.l.n.r. 2. Reihe: Jakob Petker, Adolf Braun, Arthur Steinhauer, Paul Derabin, Alexandra Dornhof, Luise Rempel (Foto: Bundesregierung / Sandra Steins)


Das Einladungsschreiben beginnt mit den Sätzen: „Die Bedürfnisse und Interessen der Deutschen aus Russland liegen Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sehr am Herzen. Es ist ihr daher ein besonderes Anliegen, Vertreter der Deutschen aus Russland im Bundeskanzleramt zu einem Gespräch zu empfangen.“

Der Bundestagsabgeordnete und berufener Referent unseres Verbandes für die politische Integration der Volksgruppe, Heinrich Zertik, begleitete die Vorbereitungen zu dem einstündigen Treffen intensiv und brachte Vorschläge für den Teilnehmerkreis ein. Im Vorfeld wurden unter seiner Federführung die thematischen Beiträge unter den eingeladenen Repräsentanten abgestimmt.

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland wurde durch den Bundesvorsitzenden Waldemar Eisenbraun und Adolf Braun, Bundesvorstandsmitglied und Leiter des Sozialausschusses, vertreten. Für die Jugendorganisation unseres Verbandes sprach ihr Bundesvorsitzender Walter Gauks. Als berufene Referentin der Landsmannschaft für Bildung und Familie nahm Albina Nazarenus-Vetter am Gespräch im Bundeskanzleramt teil. Der Unternehmerverband der Landsmannschaft wurde durch Olesja Rudi und Arthur Steinhauer repräsentiert.

In ihrer Ansprache betonte die Bundeskanzlerin, es sei ihr wichtig, die Interessen und Bedürfnisse der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion von den Betroffenen selbst zu erfahren. Im Gesprächsverlauf wurde darauf geachtet, dass alle Teilnehmer ihre Anliegen vorbringen konnten.

Schwerpunktmäßig ging es um die Problematik der drohenden Altersarmut unter Aussiedlern, den Bedarf an nachholender Integration und politischer Bildung, die Förderung von Ehrenamt und Kulturarbeit, die Bedeutung des christlichen Glaubens, die Unterstützung von identitätsstiftenden Maßnahmen und die Ausweitung der gesellschaftlichen und politischen Partizipation. Thematisiert wurden auch die Nachfrage nach russischsprachigen Medien und die zivilgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen mit den Herkunftsländern.


Stellungnahme zum Artikel „Spätaussiedler in Friedland. Heimkehr in die Fremde“

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Wappen-LmDRSPIEGEL ONLINE, 05.02.2017, Heike Klovert

Link:  Spiegel Online – Artikel
Link:  Stellungnahme des Landsmannschaft (pdf, 595 kb)


Der oben genannte Artikel hat bei zahlreichen Deutschen aus Russland zwiespältige Gefühle hervorgerufen. Zum einen sind sie dankbar für die Sympathie, die man den Worten über die Spätaussiedlerfamilie Getts entnehmen kann. Zum anderen sind sie empört über sachliche Fehler und tendenziöse Kommentare zum Spätaussiedlerzuzug im Allgemeinen.

Dazu im Einzelnen:

1. Deutsche aus Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion werden eingebürgert und bekommen einen deutschen Pass, weil sie der Gesetzgebung entsprechend
– deutsche Volkszugehörige sind,
– sich zum Deutschtum bekennen
– und deutsche Sprachkenntnisse nachweisen können.

Vor allem aber dürfen sie (im Gegensatz zu Antragstellern aus anderen ost- und südosteuropäischen Ländern) weiterhin als Spätaussiedler nach Deutschland kommen, weil ihnen ein „kollektives Kriegsfolgenschicksal“ attestiert wird. Sie wurden nach dem Überfall Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion 1941 aus ihren angestammten Siedlungsgebieten bspw. an der Wolga, am Schwarzen Meer oder im Kaukasus in die kargen Gebiete Kasachstans und Sibiriens deportiert und in Zwangsarbeitslager gesteckt. Nach einer eher vorsichtigen Schätzung beträgt die Gesamtzahl der russlanddeutschen Todesopfer in der Sowjetunion 480.000 Personen. Unter den Folgen der Enteignung, Deportation und Massenvernichtung sowie des Verbots der deutschen Sprache und der Diskriminierung leiden die Familien und Nachkommen der Opfer bis heute.

Wir wenden uns daher mit Nachdruck gegen jeden Versuch, die Berechtigung unschuldig bestrafter Menschen, in ihre historische Heimat zurückzukehren, in Frage zu stellen oder sie mit einseitigen und tendenziösen Kommentaren zu diskreditieren.

2. Die Formulierung „Nach dem Zerfall der Sowjetunion in den Neunzigerjahren kehrten ihre Nachfahren zu Hunderttausenden zurück.“ lässt breiten Raum für Fehlinterpretationen. Vollständig wäre die Formulierung mit dem Hinweis darauf, dass die Deutschen in der Sowjetunion zu diesem Zeitpunkt bereits Jahrzehnte eines zumeist vergeblichen und mit zahlreichen Repressionen verbundenen Kampfes um Ausreise in die Bundesrepublik hinter sich hatten.

3. Es wird nicht explizit darauf hingewiesen, dass die Deutschen aus Russland nicht aus ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten nach Deutschland kommen, sondern aus den Vertreibungsgebieten innerhalb der ehemaligen Sowjetunion. Eine Rückkehr in die ursprünglichen Siedlungsgebiete war nämlich gesetzlich untersagt.

4. Vor dem Hintergrund des bisher Ausgeführten dürfte die massive Verärgerung vieler unserer Landsleute über ihre Formulierung „sie (die Familie Getts) würden wohl als Wirtschaftsflüchtlinge gelten“ nachvollziehbar sein, zumal dem Artikel auch zu entnehmen ist, dass der Familienvater Getts noch Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg als Deutscher unterdrückt wurde.

5. Wenig Verständnis haben wir für den Vergleich der Rechtsansprüche auf Aufnahme von Asylbewerbern und Spätaussiedlern. Hier wird erneut eine Mauer zwischen Menschen aufgebaut, die, jeweils vor dem Hintergrund ihres eigenen Schicksals, Zuflucht bzw. Heimat in Deutschland suchen.

Bundesvorstand