Bild

Ein interessanter Studiengang an der Hochschule Heilbronn:

Internationale Betriebswirtschaft − Osteuropa
Bachelor of Arts (B.A.)

Ihre Chancen:

  • Gestalten Sie die Unternehmenszukunft in den Wachstumsmärkten Osteuropas aktiv mit.
  • Verbinden Sie internationale, entscheidungsorientierte Betriebswirtschaft mit der Fähigkeit, interkulturell agieren und kommunizieren zu können.
  • Diese Kombination eröffnet Ihnen ausgezeichnete Berufsperspektiven.

www.hs-heilbronn.de/ibo

 

stgb_internationale_betriebswirtschaft_osteuropa

Altersarmut unter den Deutschen aus Russland

Standard

Wappen-LmDRStellungnahme der Landsmannschaft

Altersarmut unter den Deutschen aus Russland  und den anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion 

Aus Sorge um die Zukunft unserer Volksgruppe fordern wir die Politik Deutschlands auf, wirksame Maßnahmen gegen die Altersarmut der Deutschen aus Russland zu ergreifen.


Als armutsgefährdet gelten gemäß EU-Definition Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Einkommens der Bevölkerung in Privathaushalten auskommen müssen. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus galten im Jahr 2013 beispielsweise Einpersonenhaushalte mit einem monatlichen Netto-Einkommen von weniger als 892 Euro als armutsgefährdet. Das ist bei weitem mehr, als die meisten Rentner der Deutschen aus Russland bekommen.

Unter den Deutschen aus Russland nimmt der Anteil der über 65-Jährigen, die im Alter armutsgefährdet sind, sehr schnell zu. Während 2013 jeder siebte Ruheständler in Deutschland von Altersarmut bedroht war, war dieser Anteil unter unseren Landsleuten erheblich höher. Betroffen sind alle Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion, unabhängig davon ob sie mit dem Status Heimkehrer, Spätheimkehrer, Aussiedler oder Spätaussiedler geführt werden.

Ursachen sind die restriktiven Änderungen des Fremdrentengesetzes in den 90er Jahren. Seit 1996 gibt es Bestimmungen nach dem Wachstums- und Beschäftigungsförderungsgesetz mit einer Deckelung der im Ausland erworbenen anrechenbaren Entgeltpunkte, die eine Berechnungsgrundlage für die Rentenhöhe bilden.

Mit dem Argument, dass die Deutschen aus Russland nicht bessergestellt werden dürfen als die Ostdeutschen, wurde für sie ein niedriger Bewertungsfaktor für Entgeltpunkte von 0,6 eingeführt. Wir begrüßen das Vorhaben, die Ost-Rente an das Westniveau anzugleichen. Gleichzeitig kritisieren wir aber, dass die Deutschen aus Russland in dieser Betrachtung nicht vorkommen. Der Bewertungsfaktor von 0,6 ist unverändert geblieben. Damit verschärft sich das Risiko der Altersarmut unter unseren Landsleuten zunehmend.

Besonders dramatisch ist die Situation für Frauen und Männer, die nach 1993 in Deutschland mit dem Status Spätaussiedler eingereist sind. Ein hoher Anteil dieser eingereisten Personen wurde nach § 7 BVFG und deren Ehegatten nach § 8 BVFG eingestuft, wodurch sie keinen Anspruch auf Anerkennung ihrer Beschäftigungszeiten in den Herkunftsländern haben.

Auch in den nächsten Jahren werden die Deutschen aus Russland deutlich häufiger von Altersarmut bedroht sein. Unsere Volksgruppe ist überdurchschnittlich häufig von unterbrochenen Erwerbsbiographien, hohen Teilzeitarbeitsquoten und niedrigen Löhnen betroffen, was die Wahrscheinlichkeit für niedrige Renten und Altersarmut erhöht. Der Integrationswille und die hohe Bereitschaft, eine beliebige niederqualifizierte Arbeit zu übernehmen, nur um nicht von den Sozialkassen abhängig zu sein, bringen somit negative Folgen mit sich.

Die überproportional hohe Zunahme der Altersarmut unter den Deutschen aus Russland soll als große Herausforderung für Politik und Gesellschaft auf allen Ebenen betrachtet werden. Der „Generationenvertrag“ soll auch für die Deutschen aus Russland gelten. Die Deutschen aus Russland bilden eine junge Volksgruppe und zahlen mehr in die Rentenkasse ein, als ihre Rentner in Anspruch nehmen können.

Wir  fordern wirksame  Schritte zur Beseitigung  der  bestehenden  und  der  drohenden  Altersarmut  bei Deutschen aus Russland auch im Sinne des sozialen Friedens in den Reihen der Spätaussiedler. Unsere Landsleute haben die Solidarität der Gesellschaft verdient.

(Einstimmiger Beschluss der Bundesdelegiertenversammlung der LmDR e.V. am 30.10.2016 in Fulda)

Stellungnahme der LmDR zur Altersarmut (pdf)

Trauer um Josef Schleicher

Standard

 

Josef SchleicherDie Landsmannschaft der Deutschen aus Russland trauert um den schmerzvollen Verlust ihres ehemaligen Mitarbeiters Josef Schleicher, der sich als engagierter Projektleiter der Wanderausstellung, langjähriger Ideenspender und Mitgestalter des Verbandes vor Ort und bundesweit hervorgetan hat.


Josef Schleicher wurde 14.04.1960 in Elisawetgrad der Altairegion/Russland in einer russlanddeutschen Familie geboren. Er studierte Geschichte, Pädagogik und Journalistik an der Staatsuniversität Barnaul/Altai. 1986-1991 war er rühriger Korrespondent der deutschsprachigen Regionalzeitung „Rote Fahne“/„Zeitung für Dich“, 1992-1998 engagierter Chefredakteur der „Zeitung für Dich“.

Auch unter den schwierigsten wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen der 1990er Jahre in Russland konnte er das Redaktionsteam leidenschaftlich für seine Ideen und Vorhaben mitreißen – so sind viele Publikationen und Kooperationen entstanden. Mit ihm feierte die deutschsprachige „Zeitung für Dich“ 40 Jahre (1997) ihres Bestehens mit vielfältigen grenzüberschreitenden Festivitäten und Gästen aus ganz Russland und dem Ausland.

Auch seine aktive Teilnahme an der Autonomiebewegung und der Wiederherstellung des Deutschen Nationalen Rayons Halbstadt darf nicht vergessen sein.

Seit 1998 lebte er mit Ehefrau und zwei Töchtern in Deutschland. Nach einer Weiterbildung als Multimediafachkraft arbeitete er als Redakteur der russischsprachigen Zeitung „Ost-Express“ und war seit November 2001 bis Mitte 2002 Mitherausgeber und Redakteur der deutschsprachigen Zeitung „DIALOGplus“.

Seit September 2004 bis Ende 2015 war er engagierter und kreativer Projektleiter der Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen in/aus Russland“ tätig. Mit seinem umfangreichen Wissen zur Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen und seiner einzigartiger Art, dieses Wissen zu vermitteln – vor allem bei Vorträgen und Führungen im Rahmen des Schulprojektes an Schuleinrichtungen, hat er das Projekt und seine bundesweite Präsentation auf eine unnachahmliche authentische Art bereichert. Als Projektleiter, Historiker und Mensch gelang es ihm jederzeit und vor jedem Publikum, die Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen sachkundig, inhaltsreich, spannend und zugänglich zu erläutern und zu vermitteln.

Als freier Journalist verfasste und publizierte er Skizzen, Porträts, populärwissenschaftliche und wissenschaftliche Abhandlungen zu verschiedensten Aspekten der russlanddeutschen Kulturgeschichte unter anderem für die „Moskauer Deutsche Zeitung“, „Zeitung für Dich“ (Russland), „Volk auf dem Weg“ und die Heimatbücher der Landsmannschaft (Stuttgart), Kalender des HFDR e.V. (Nürnberg), „Kontakt“(Köln) u.a.

Als Historiker veröffentlichte er die Diplomarbeit „Volksbildung der deutschen Kolonisten in Russland vor 1917“ (rus., 1985), die Monographie „Deutsche in der UdSSR: Geschichte und Gegenwart“ (rus., 1992), das Lehrbuch „Geschichte der Russlanddeutschen“ (rus., 1992), die Monographie „Autonomiebewegung: provinzielle Träume“ (deutsch, 1996) sowie über 20 Aufsätze in wissenschaftlichen Sammelbänden und Zeitschriften (in Russland, Deutschland und Kasachstan) und über 150 Aufsätze in russischen und russlanddeutschen Wochenschriften (1988-2005).

Im Namen der Landesvorstände und Ortsgruppenvorstände der Landsmannschaft bundesweit spricht der Bundesvorstand der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland der Ehefrau und den Töchtern des Verstorbenen sein tiefempfundenes Beileid aus. Josef Schleicher bleibt in unserer dankbarer Erinnerung.

Bundesvorstand