Ansprache des Bundesvorsitzenden, März 2016

Standard
Waldemar Eisenbraun Bundesvorsitzender

Wal­de­mar Eisen­braun
Bun­des­vor­sit­zen­der

Der Bun­des­vor­stand der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land appel­liert an alle Wahl­be­rech­tig­ten, von ihrem Staats­bür­ger­li­chen Recht, ihrem Wahl­recht, Gebrauch zu machen und damit zu einer über­zeu­gen­den Wahl­be­tei­li­gung aktiv bei­zu­tra­gen.

Link zum Bei­trag in “Volk auf dem Weg”, Aus­ga­be März 2016 (pdf)

Zusam­men­hal­ten –  Zukunft gestal­ten!


Lie­be Lands­leu­te,
lie­be Freun­de und Unter­stüt­zer der Deut­schen aus Russ­land,

die Ereig­nis­se der letz­ten Wochen haben erneut gezeigt, dass es auch unter unse­ren Lands­leu­ten Men­schen gibt, die um jeden Preis das Ram­pen­licht suchen. Das sprich­wört­li­che „kein Licht ohne Schat­ten“ hat sich bedau­er­li­cher­wei­se in den zahl­rei­chen, oft ein­sei­ti­gen Medi­en­be­rich­ten bestä­tigt. Selbst­sucht und Gel­tungs­be­dürf­nis von weni­gen Per­so­nen haben einen rie­si­gen Schat­ten auf uns alle gewor­fen.

Wir – die rechtstreu­en Bür­ger, wir – die enga­gier­ten Lands­leu­te, wir – die posi­ti­ven Bei­spie­le gelun­ge­ner Inte­gra­ti­on, sind heu­te mit Vor­wür­fen und Unter­stel­lun­gen kon­fron­tiert, die Deut­schen aus Russ­land sei­en rechts­las­tig und fremd­ge­steu­ert. Das ist ein schwer­wie­gen­der Rück­schlag für unse­re Bemü­hun­gen der letz­ten Jah­re.

Auch wenn unser Ver­band heu­te unter einem zusätz­li­chen Druck steht, dür­fen wir uns nicht ent­mu­ti­gen las­sen. Mit Selbst­be­wusst­sein, Kom­pe­tenz und noch mehr Ein­satz müs­sen wir den Dia­log mit der Öffent­lich­keit ver­stär­ken und zur Auf­klä­rung über die Deut­schen aus Russ­land bei­tra­gen.

Der Schat­ten, d. h. ins­be­son­de­re die Infor­ma­ti­ons­de­fi­zi­te, von denen wir uns schnellst­mög­li­ch befrei­en müs­sen, machen deut­li­ch, dass die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land gera­de heu­te gebraucht wird. Dabei muss unser Augen­merk dar­auf lie­gen, Unsi­cher­heit und Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit unter unse­ren Lands­leu­ten abzu­bau­en, sie auf­zu­klä­ren und in unse­re Arbeit ein­zu­bin­den.

Deutsch­land braucht anstän­di­ge, ver­nünf­ti­ge, weit­sich­ti­ge und loya­le Bür­ger. Gen­au die­ser Per­so­nen­kreis ist in unse­rem Ver­band, der seit 65 Jah­ren besteht, orga­ni­siert. Unse­ren Akti­ven, Mit­glie­dern und Unter­stüt­zern dan­ken wir herz­li­ch für das bis­he­ri­ge Enga­ge­ment. Unser Ein­satz ist enorm wich­tig im Inter­es­se der Volks­grup­pe und der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land.

ANGEMESSENE REAKTION

Die Ereig­nis­se in Ver­bin­dung mit den Demons­tra­tio­nen und das dar­auf basie­ren­de media­le Inter­es­se an unse­rer Volks­grup­pe haben sehr unter­schied­li­che Reak­tio­nen inner­halb wie außer­halb unse­res Ver­ban­des aus­ge­löst. Der Bun­des­vor­stand hat recht­zei­tig und deut­li­ch auf die wich­tigs­ten Vor­gän­ge mit­tels Stel­lung­nah­men, Mit­tei­lun­gen, Inter­views und einem Pres­se­ge­spräch, zu dem die Medi­en­ver­tre­ter über einen gro­ßen Ver­tei­ler ein­ge­la­den wur­den, reagiert.

Trotz die­ser Maß­nah­men ist es oft erfor­der­li­ch, auf dif­fa­mie­ren­de Berich­te in den Medi­en gezielt und dezen­tral zu reagie­ren. Wenn Kri­tik ange­bracht ist, so soll­te die­se sach­li­ch und ver­ständ­li­ch arti­ku­liert und an die Bericht­erstat­ter und Ansprech­part­ner in den Medi­en her­an­ge­tra­gen wer­den. Zahl­rei­che Schei­ben, Leser­brie­fe und Rich­tig­stel­lun­gen soll­ten die ent­spre­chen­den Redak­tio­nen und Jour­na­lis­ten errei­chen. Wir dür­fen uns nicht alles kom­men­tar­los gefal­len las­sen.

KEINE PAUSCHALISIERUNGEN

Als Ver­band haben wir die pau­scha­li­sier­ten Vor­wür­fe unse­ren Lands­leu­ten gegen­über deut­li­ch kri­ti­siert. Wir dür­fen es uns aber auch nicht erlau­ben, undif­fe­ren­zier­te Äuße­run­gen gegen­über ande­ren Per­so­nen­grup­pen zu machen. Dies gilt für die Amts- und Ver­ant­wor­tungs­trä­ger der Lands­mann­schaft im beson­de­ren Maße.

REHABILITIERUNG DER RUSSLANDDEUTSCHEN

Der Bun­des­vor­stand ist momen­tan damit befasst, die Ent­wick­lung und mög­li­che Fol­gen im Zusam­men­hang mit dem Erlass des rus­si­schen Prä­si­den­ten Putin vom 31.01.2016 zu ana­ly­sie­ren und unter Ein­be­zie­hung von kom­pe­ten­ten Stel­len zu bewer­ten. In der aktu­el­len Fas­sung wur­den eini­ge der zen­tra­len Bestim­mun­gen geän­dert oder ersatz­los gestri­chen. Eine offi­zi­el­le Stel­lung­nah­me der Lands­mann­schaft ist in Vor­be­rei­tung. Beach­ten Sie bit­te den Arti­kel „Halb­her­zi­ge Reha­bi­li­tie­rungs ver­su­che der Russ­land­deut­schen“ auf Sei­te 16.

NICHT ZU WÄHLENIST DIE FALSCHE WAHL!

In den Bun­des­län­dern Baden-Würt­tem­berg, Rhein­land-Pfalz und Sach­sen-Anhalt wer­den am 13. März 2016 die Land­ta­ge gewählt. Am 6. März fin­den Kom­mu­nal­wah­len in Hes­sen statt.
Es ist von gro­ßer Bedeu­tung, dass unse­re Lands­leu­te sich mög­lichst zahl­reich an den Wahlen betei­li­gen. Bit­te moti­vie­ren Sie die Ver­wand­ten und Bekann­ten, ihr Wahl­recht aus­zu­üben.
Wahl­be­rech­tig­te kön­nen auf Antrag Brief­wahl­un­ter­la­gen von ihrer zustän­di­gen Wohn­ort­ge­mein­de erhal­ten.

Wal­de­mar Eisen­braun
(Bun­des­vor­sit­zen­der)

Be­ra­tung mit der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land

Standard
v.l.n.r.: Dr. Manfred Michl (BMI), Stv. LmDR-Bundesvorsitzender Ernst Strohmaier, LmDR-Geschäftsführer Jürgen Arnhold, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB, LmDR-Bundesvorsitzender Waldemar Eisenbraun, Dr. Alexander Schumacher (BMI)

v.l.n.r.: Dr. Man­fred Michl (BMI), Stv. LmDR-Bun­des­vor­sit­zen­der Ern­st Stroh­mai­er, LmDR-Geschäfts­füh­rer Jür­gen Arn­hold, Bun­des­be­auf­trag­ter Hart­mut Kos­chyk MdB, LmDR-Bun­des­vor­sit­zen­der Wal­de­mar Eisen­braun, Dr. Alex­an­der Schu­ma­cher (BMI)

Ausführlicher Gedankenaustausch

am 18.02.2016 im Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern.

 

Link zum Bei­trag auf der Inter­net­sei­te des Aus­sied­ler­be­auf­tra­gen:
Be­ra­tung mit der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land


Der Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für Aus­sied­ler­fra­gen und natio­na­le Min­der­hei­ten, Hart­mut Kos­chyk MdB, ist in Ber­lin mit dem Bun­des­vor­sit­zen­den der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land (LmDR), Wal­de­mar Eisen­braun, des­sen Stell­ver­tre­ter Ern­st Stroh­mai­er und LmDR-Bun­des­ge­schäfts­füh­rer Jür­gen Arn­hold zu einem aus­führ­li­chen Infor­ma­ti­ons- und Gedan­ken­aus­tau­sch zusam­men­ge­trof­fen. Aus dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern (BMI) nah­men die bei­den zustän­di­gen Refe­rats­lei­ter Dr. Man­fred Michl und Dr. Alex­an­der Schu­ma­cher teil.

Bericht zum Pressegespräch am 04.02.2016 in Berlin

Standard

Web2Deut­sche aus Russ­land — auf­fäl­lig unauf­fäl­lig?“ war das The­ma, zu dem die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land am 04.02.16 in Ber­lin zu einem Pres­se­ge­spräch gela­den hat. Hin­ter­grund war das Bedürf­nis um öffent­li­che Auf­klä­rung und Stel­lung­nah­me der Lands­mann­schaft zu den aktu­el­len bun­des­wei­ten Pro­tes­ten, die von der rus­sisch­spra­chi­gen Bevöl­ke­rung aus­ge­gan­gen sind. In dem ein­stün­di­gen Gespräch haben die Mit­glie­der des Bun­des­vor­stands der Lands­mann­schaft, Wal­de­mar Eisen­braun, Ern­st Stroh­mai­er und Wal­ter Gauks, sich zu Fra­gen von Ver­tre­tern deut­scher und rus­si­scher Medi­en geäu­ßert. Anwe­send waren unter ande­rem das Focus Maga­zin, Funk­haus Euro­pa, RBB, und RIA Novos­ti. Klä­rungs­be­darf gab es im Ein­zel­nen auch hin­sicht­li­ch der Mög­lich­kei­ten zur Stär­kung der Ver­bands­ar­beit hin zu mehr Attrak­ti­vi­tät, vor allem für die Jugend. Vor dem Hin­ter­grund der ver­mehr­ten Demons­tra­tio­nen wur­de auch der Erfolg der Inte­gra­ti­ons­ge­schich­te von Deut­schen aus Russ­land dis­ku­tiert.

Koschyk ver­neint, dass rech­tes Ver­hal­ten bei Russ­land­deut­schen über­pro­por­tio­nal zur deut­schen Be­völ­ke­rung zu be­ob­ach­ten ist

Standard

Hartmut_Koschyk

Arti­kel in der Welt am Sonn­tag 31.1.2016

Nach Berich­ten über eine angeb­li­che Ver­ge­wal­ti­gung einer 13-jäh­ri­gen Russ­land­deut­schen in Ber­lin sind Aus­sied­ler auf die Stra­ße gegan­gen. Gegen­über der Zei­tung Die Welt, die in ihrer heu­ti­gen Aus­ga­be “Welt am Sonn­tag” das The­ma auf­greift  ver­neint der Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für Aus­sied­ler­fra­gen und natio­na­le Min­der­hei­ten, Hart­mut Kos­chyk MdB, “dass rech­tes Ver­hal­ten bei Russ­land­deut­schen über­pro­por­tio­nal zur deut­schen Bevöl­ke­rung zu beob­ach­ten ist”. Auch Russ­land­deut­sche enga­gier­ten sich für Flücht­lin­ge. Die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land fürch­tet, die jüngs­ten Vor­fäl­le lie­ßen “ein ver­zerr­tes Bild unse­rer Lands­leu­te ent­ste­hen” und spricht von Aktio­nen “nicht reprä­sen­ta­ti­ver Grup­pen”.

Zum Arti­kel “Russ­land­deut­sche: Wie Mos­kau Spät­aus­sied­ler auf­wie­gelt” gelan­gen Sie hier

Zum Art­kel: “Im Namen des Kremls” gelan­gen Sie hier

Quel­le: Aussiedlerbeauftragter.de

Einladung zum Pressegespräch: Deutsche aus Russland — auffällig unauffällig?

Standard

BT15_Pressekonferenz2

Pressegespräch der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland:

Deutsche aus Russland — auffällig unauffällig?


Sehr geehr­te Damen und Her­ren,

die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land wur­de 1950 gegrün­det und ist der aner­kann­te Ver­tre­ter der Inter­es­sen der Deut­schen aus Russ­land und den Nach­fol­ge­staa­ten der Sowjet­uni­on.

Unser direk­ter Ansprech­part­ner ist der Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für Aus­sied­ler­fra­gen und natio­na­le Min­der­hei­ten, Herr Hart­mut Kos­chyk, MdB.  

Bezug­neh­mend auf die aktu­el­len Ereig­nis­se unter Betei­li­gung der Deut­schen aus Russ­land laden wir Medi­en­ver­tre­ter herz­li­ch zu einem Pres­se­ge­spräch ein.

Das Pres­se­ge­spräch fin­det am 04.02.2016 um 13:00 Uhr in Ber­lin statt.

Zuge­las­sen sind nur Medi­en­ver­tre­ter mit Vor­an­mel­dung.

Bit­te rich­ten Sie Ihre Anmel­dung an Kontakt@LmDR.de.

Anschlie­ßend las­sen wir Ihnen ger­ne die Adres­se die­ser Ver­an­stal­tung zukom­men.

Ger­ne emp­feh­len wir Ihnen die inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit dem For­schungs­be­richt des Bun­des­am­tes für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge „(Spät-)Aussiedler in Deutsch­land“:
http://lmdr.de/spat-aussiedler-in-deutschland-forschungsbericht-des-bamf/

Vie­len Dank für Ihr Inter­es­se an Deut­schen aus Russ­land.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

Bun­des­vor­stand

Pauschalisierungen vermeiden — Deutsche aus Russland sind weder rechtsradikal noch fremdgesteuert

Standard

Aehre_Vektor.jpg31. Janu­ar 2016, Stutt­gart

Mit­tei­lung der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land

Pau­scha­li­sie­run­gen ver­mei­den
Deut­sche aus Russ­land sind weder rechts­ra­di­kal noch fremd­ge­steu­ert

Link zur Mit­tei­lung “Pau­scha­li­sie­run­gen ver­mei­den” (pdf)


Pau­scha­li­sie­run­gen ver­mei­den
Deut­sche aus Russ­land sind weder rechts­ra­di­kal noch fremd­ge­steu­ert

In der media­len Land­schaft sind Berich­te über die Deut­schen aus Russ­land seit Jah­ren kaum zu fin­den. Dabei gibt es zahl­rei­che The­men und inter­es­san­te Per­sön­lich­kei­ten, die eine öffent­li­che Wür­di­gung ver­dient hät­ten.
In den letz­ten Tagen war das Inter­es­se der deut­schen Medi­en an Deut­schen aus Russ­land enorm groß. Die­ses wur­de durch die vie­len Kund­ge­bun­gen unter Betei­li­gung unse­rer Lands­leu­te aus­ge­löst.

Wir sind sehr dar­über besorgt, dass unzäh­li­ge Berich­te und Kom­men­ta­re Andeu­tun­gen oder gar Unter­stel­lun­gen beinhal­ten, die Deut­schen aus Russ­land wür­den rechts­ra­di­ka­le Ten­den­zen auf­wei­sen und sich fremd­steu­ern las­sen. Die­ses ein­sei­ti­ge Bild wird in die deut­sche Gesell­schaft trans­por­tiert und kann dem Anse­hen unse­rer Lands­leu­te nach­hal­tig scha­den.

Unse­re Posi­ti­on ist ein­deu­tig — die Deut­schen aus Russ­land sind weder rechts­ra­di­kal noch fremd­ge­steu­ert.

Das auf­fäl­li­ge Ver­hal­ten von mar­gi­na­len Grup­pen liegt in deren Ver­ant­wor­tung und darf nicht auf die gesam­te Per­so­nen­grup­pe, die nach­weis­li­ch als rechtstreu und gut inte­griert gilt, über­tra­gen wer­den. Ein sen­si­bler und dif­fe­ren­zier­ter Umgang mit der Bevöl­ke­rungs­grup­pe der Deut­schen aus Russ­land ist unab­ding­bar, um kei­nen Gene­ral­ver­dacht durch Pau­scha­li­sie­run­gen ent­ste­hen zu las­sen.

Nach Medi­en­be­rich­ten haben in Baden-Würt­tem­berg ins­ge­samt etwa vier bis fünf Tau­send Per­so­nen an den Kund­ge­bun­gen teil­ge­nom­men. Dabei leben in die­sem Bun­des­land etwa eine Mil­lion der Deut­schen aus Russ­land. Der oft gebräuch­li­che Begriff „rus­sisch­spra­chig“ umfasst neben unse­ren Lands­leu­ten eth­ni­sche Rus­sen und jüdi­sche Zuwan­de­rer aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on. In die­sem Zusam­men­hang ist die Dif­fe­ren­zie­rung eben­so erfor­der­li­ch.

Unse­re Lands­leu­te rufen wir ein­dring­li­ch dazu auf, mehr Resis­tenz gegen unbe­stä­tig­te Vor­wür­fe, het­ze­ri­sche Auf­ru­fe und poli­ti­sch moti­vier­te Spe­ku­la­tio­nen zu ent­wi­ckeln. Auch hier müs­sen Pau­scha­li­sie­run­gen jeg­li­cher Art ver­mie­den wer­den.

Bun­des­vor­stand

Stellungnahme der Landsmannschaft zu bundesweiten Kundgebungen mit Beteiligung von Deutschen aus Russland

Standard

Aehre_Vektor.jpgStel­lung­nah­me zu bun­des­wei­ten Kund­ge­bun­gen

mit Betei­li­gung von Deut­schen aus Russ­land

Link zur Stel­lung­nah­me (pdf)


Mit­wir­kung der Lands­mann­schaft

Die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land hat die zahl­rei­chen Kund­ge­bun­gen am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de weder orga­ni­siert noch zur Teil­nah­me dar­an auf­ge­ru­fen. Die Ver­ant­wor­tung für den Ver­lauf und die Inhal­te liegt allein bei den Ver­an­stal­tern.

Vor weni­gen Tagen tauch­te in den sozia­len Medi­en ein Auf­ruf zu flä­chen­de­cken­den Demons­tra­tio­nen auf. Die­ser wur­de in rus­si­scher Spra­che ver­fasst und begann mit dem Satz „Ach­tung! Es ist ein Krieg!“. Die­se het­ze­ri­sche und pro­vo­ka­ti­ve For­mu­lie­rung ver­ur­tei­len wir aufs schärfs­te.

 

Media­le Reso­nanz

Wir sind sehr dar­über in Sor­ge, dass die jüngs­ten Ereig­nis­se in den Medi­en und der Gesell­schaft ein ver­zerr­tes Bild unse­rer Lands­leu­te ent­ste­hen las­sen. Wir war­nen ein­dring­li­ch davor, das Ver­hal­ten nicht reprä­sen­ta­ti­ver Grup­pen auf die gesam­te Per­so­nen­grup­pe der Deut­schen aus Russ­land zu über­tra­gen.

In der Bun­des­re­pu­blik leben ca. vier Mil­lio­nen Men­schen, die als deutsch­stäm­mi­ge Heim­keh­rer, Ver­trie­be­ne, Aus­sied­ler und Spät­aus­sied­ler auf Grund­la­ge des Bun­des­ver­trie­be­nen­ge­set­zes (BVFG) nach Deutsch­land gekom­men sind.

Wir bedau­ern sehr, dass die deut­schen Medi­en bei der posi­ti­ven Bericht­erstat­tung über die Deut­schen aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on sehr zurück­hal­tend sind. Die Lands­mann­schaft ist ger­ne bereit, Infor­ma­tio­nen über zahl­rei­che The­men und inter­es­san­te Per­sön­lich­kei­ten zu ver­mit­teln.

Außer­dem emp­feh­len wir die inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit dem For­schungs­be­richt des Bun­des­am­tes für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge „(Spät-)Aussiedler in Deutsch­land“.
http://lmdr.de/spat-aussiedler-in-deutschland-forschungsbericht-des-bamf/

 

Enga­ge­ment der Lands­mann­schaft

Unser Ver­band besteht seit 65 Jah­ren und ist der aner­kann­te Ansprech­part­ner für die Bun­des­re­gie­rung in allen Ange­le­gen­hei­ten der Deut­schen aus den Nach­fol­ge­staa­ten der Sowjet­uni­on. Im Auf­trag des BAMF (Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge) betreibt die Lands­mann­schaft bun­des­weit meh­re­re Migra­ti­ons­be­ra­tungs­stel­len für erwach­se­ne Zuwan­de­rer. Wir füh­ren offe­ne Inte­gra­ti­ons­pro­jek­te durch, die u.a. jun­ge Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund als Ziel­grup­pe haben.

In den etwa 130 regio­na­len Glie­de­run­gen der Lands­mann­schaft arbei­ten wir mit ver­schie­de­nen Akteu­ren des öffent­li­chen Lebens zusam­men. Unse­re Mit­glie­der brin­gen sich in Inte­gra­ti­ons­bei­rä­ten und ähn­li­chen Gre­mi­en ein. Unser Ver­band und sei­ne Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on betrach­ten die Ver­tre­tung der Inter­es­sen unse­rer Lands­leu­te, inte­gra­ti­ve und iden­ti­täts­stif­ten­de Maß­nah­men, poli­ti­sche und inter­kul­tu­rel­le Bil­dung, Kul­tur­pfle­ge und Auf­klä­rung über die Geschich­te der Deut­schen in und aus Russ­land als Schwer­punk­te ihrer Arbeit.

 

Posi­ti­on der Lands­mann­schaft

Durch die Ereig­nis­se in Köln und ande­ren deut­schen Städ­ten sind die Poli­zei und die Poli­tik viel­fach in die Kri­tik gera­ten. Die pau­scha­len Vor­wür­fe der man­gel­haf­ten Auf­merk­sam­keit und Untä­tig­keit legi­ti­mier­ter Orga­ne hal­ten wir jedoch für Panik­ma­che.

In Zei­ten von Ver­un­si­che­rung und Unzu­frie­den­heit sind Zivil­cou­ra­ge und bür­ger­li­ches Enga­ge­ment geeig­ne­te Mit­tel, die poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­ger auf Fehl­ent­wick­lun­gen hin­zu­wei­sen und schnel­le und nach­hal­ti­ge Lösun­gen ein­zu­for­dern. Aller­dings dür­fen dabei weder die Prin­zi­pi­en der Rechts­staat­lich­keit noch die Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der Mit­tel außer Acht gelas­sen wer­den.

Die Deut­schen aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on sind flei­ßig und ord­nungs­lie­bend, sie ach­ten die Geset­ze und ste­hen loyal zur Bun­des­re­pu­blik. Fami­liä­rer Zusam­men­halt und Gerech­tig­keits­sinn gehö­ren eben­falls zu ihren mar­kan­ten Eigen­schaf­ten. Uns ist es nicht gleich­gül­tig, wenn Ver­bre­chen in Deutsch­land pas­sie­ren. Daher erwar­ten wir die best­mög­li­che Auf­klä­rung der Vor­fäl­le und ein kon­se­quen­tes Durch­grei­fen der zustän­di­gen Behör­den. Dabei dür­fen weder Her­kunft noch Reli­gi­on, Auf­ent­halts­sta­tus, Ein­kom­mens­si­tua­ti­on oder Berufs­stand straf­mil­dernd aus­ge­legt wer­den.

Offen­sicht­li­ch gibt es Kräf­te, die ein Inter­es­se an der gesell­schaft­li­chen Desta­bi­li­sie­rung Deutsch­lands haben. Wir dür­fen und wer­den uns auf Pro­vo­ka­tio­nen und Het­ze nicht ein­las­sen. Instru­men­ta­li­sie­rung und Radi­ka­li­sie­rung gilt es zu ver­hin­dern. Unser Ver­band wird sich mit aller Kraft für ein gesell­schaft­li­ch sta­bi­les und frei­heit­li­ch-demo­kra­ti­sches Deutsch­land ein­set­zen.

 

Bun­des­vor­stand