Aussiedlung — Beheimatung — politische Teilhabe Deutsche aus Russland in Wechselwirkung mit russischsprachigen Gruppen in Deutschland

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Mit rund 2,4 Mil­lio­nen Men­schen stel­len die Russ­land­deut­schen, die seit 1950 als Aus­sied­ler oder Spät­aus­sied­ler aus der Sowjet­uni­on und ihren Nach­fol­ge­staa­ten nach Deutsch­land gekom­men sind, die größ­te Ein­wan­de­r­er­grup­pe, die die deut­sche Gesell­schaft seit der Zuwan­de­rung der “Gast­ar­bei­ter” auf­ge­nom­men hat. Eben­falls in engen zeit­li­chen Zusam­men­hang mit der Auf­lö­sung der Sowjet­uni­on sie­del­ten sich seit 1990 ca. 215.000 ‘Kon­tin­gent­flücht­lin­ge’ mit jüdi­schem Hin­ter­grund in Deutsch­land an. Schließ­li­ch leben gut 230.000 Men­schen in Deutsch­land, die aus­schließ­li­ch einen rus­si­schen Pass besit­zen.

Die Fach­ta­gung der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung zielt dar­auf ab, die in den letz­ten Jah­ren öffent­li­ch nur unzu­rei­chend dis­ku­tier­ten Fra­gen von Behei­ma­tung und Iden­ti­tä­ten die­ser ganz unter­schied­li­chen Grup­pen in den Mit­tel­punkt eines ergeb­nis­of­fe­nen und kon­struk­ti­ven Gesprächs zu stel­len. Sie fokus­siert auf die Deut­schen aus Russ­land als einer der größ­ten Ein­wan­de­r­er­grup­pen in der Bun­des­re­pu­blik, nimmt sich jedoch auch der Wech­sel­wir­kun­gen mit ande­ren rus­sisch­spra­chi­gen Grup­pen und Men­schen in Deutsch­land an.

Ohne Gedenken keine Zukunft – 75 Jahre Deportation der Russlanddeutschen

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tagung_75jahre_deportationDie wis­sen­schaft­li­che Tagung “Ohne Geden­ken kei­ne Zukunft – 75 Jah­re Depor­ta­ti­on der Russ­land­deut­schen” fin­det am 24. Novem­ber 2016 von 9–17 Uhr in der Ver­tre­tung des Lan­des Sach­sen-Anhalt beim Bund (Lui­sen­stras­se 18  , 10117 Ber­lin) statt.
Ein­tritt frei.  Um Anmel­dun­gen wird gebe­ten.


Link zum voll­stän­di­gen Pro­gramm

Pro­gramm (Kurz­fas­sung)

09.00 – 09.30 Anmel­dung und Regis­trie­rung
09.30 – 10.30 Gruß­wor­te
10.30 – 11.00 Pau­se
10.30 – 11.00 The­men­blo­ck 1:
75 Jah­re Depor­ta­ti­on der Deut­schen aus der  ehe­ma­li­gen UdSSR – His­to­ri­sche Ein­ord­nung und  poli­ti­sche Fol­gen
13.00 – 14.00 Mit­tags­pau­se
14.00 – 17.30 The­men­blo­ck 2:
Gesell­schaft­li­che und poli­ti­sche Teil­ha­be der Deut­schen  aus der ehe­ma­li­gen UdSSR in Deutsch­land und in den  Nach­fol­ge­staa­ten der UdSSR

Anmel­dung und Infor­ma­tio­nen:
Jan Roes­sel
Refe­rent EU & Euro­pa
Tel.: 030 88412 251
E-Mail: jan.roessel@deutsche-gesellschaft-ev.de

Lin zu Infor­ma­tio­nen auf der Inter­net­sei­te der Deut­schen Gesell­schaft e.V.

För­de­rer & Part­ner:
Die Beauf­trag­te des Bun­des für Kul­tur und Medi­en
Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land e. V.
Jugend der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land


Die Tagung befasst sich mit zwei Schwer­punk­ten: Zunächst wer­den eine his­to­ri­sche Ein­ord­nung sowie eine Ana­ly­se der poli­ti­schen und sozia­len Fol­gen des Ereig­nis­ses der Depor­ta­ti­on vor­ge­nom­men. Im Anschluss beleuch­ten wir inter­na­tio­na­le Aspek­te und aktu­el­le Fra­gen der poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Teil­ha­be in Deutsch­land. Zu ers­te­ren gehö­ren die Arbeit der Regie­rungs­kom­mis­sio­nen sowie die Rech­te der Volks­grup­pe bzw. der Min­der­heit in den Nach­fol­ge­staa­ten der UdSSR. Der zwei­te Teil beschäf­tigt sich mit dem Ver­eins- und Fami­li­en­le­ben der Deut­schen aus der ehe­ma­li­gen UdSSR und der Teil­nah­me an den Wahlen sowie gene­rell am öffent­li­chen Leben. Par­ti­zi­pa­ti­ve Aspek­te sowie Zukunfts­vi­sio­nen ste­hen hier im Fokus der Betrach­tung.

Die wis­sen­schaft­li­che Tagung ist eine Ver­an­stal­tung der Deut­schen Gesell­schaft e. V. in Koope­ra­ti­on mit der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land und der Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land. Sie wird geför­dert von der Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medi­en, wofür wir uns bedan­ken.

Altersarmut unter den Deutschen aus Russland

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Wappen-LmDRStel­lung­nah­me der Lands­mann­schaft

Alters­ar­mut unter den Deut­schen aus Russ­land  und den ande­ren Nach­fol­ge­staa­ten der Sowjet­uni­on 

Aus Sor­ge um die Zukunft unse­rer Volks­grup­pe for­dern wir die Poli­tik Deutsch­lands auf, wirk­sa­me Maß­nah­men gegen die Alters­ar­mut der Deut­schen aus Russ­land zu ergrei­fen.


Als armuts­ge­fähr­det gel­ten gemäß EU-Defi­ni­ti­on Men­schen, die mit weni­ger als 60 Pro­zent des mitt­le­ren bedarfs­ge­wich­te­ten Ein­kom­mens der Bevöl­ke­rung in Pri­vat­haus­hal­ten aus­kom­men müs­sen. Nach den Ergeb­nis­sen des Mikro­zen­sus gal­ten im Jahr 2013 bei­spiels­wei­se Ein­per­so­nen­haus­hal­te mit einem monat­li­chen Net­to-Ein­kom­men von weni­ger als 892 Euro als armuts­ge­fähr­det. Das ist bei wei­tem mehr, als die meis­ten Rent­ner der Deut­schen aus Russ­land bekom­men.

Unter den Deut­schen aus Russ­land nimmt der Anteil der über 65-Jäh­ri­gen, die im Alter armuts­ge­fähr­det sind, sehr schnell zu. Wäh­rend 2013 jeder sieb­te Ruhe­ständ­ler in Deutsch­land von Alters­ar­mut bedroht war, war die­ser Anteil unter unse­ren Lands­leu­ten erheb­li­ch höher. Betrof­fen sind alle Deut­schen aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on, unab­hän­gig davon ob sie mit dem Sta­tus Heim­keh­rer, Spät­heim­keh­rer, Aus­sied­ler oder Spät­aus­sied­ler geführt wer­den.

Ursa­chen sind die restrik­ti­ven Ände­run­gen des Fremd­ren­ten­ge­set­zes in den 90er Jah­ren. Seit 1996 gibt es Bestim­mun­gen nach dem Wachs­tums- und Beschäf­ti­gungs­för­de­rungs­ge­setz mit einer Decke­lung der im Aus­land erwor­be­nen anre­chen­ba­ren Ent­gelt­punk­te, die eine Berech­nungs­grund­la­ge für die Ren­ten­hö­he bil­den.

Mit dem Argu­ment, dass die Deut­schen aus Russ­land nicht bes­ser­ge­stellt wer­den dür­fen als die Ost­deut­schen, wur­de für sie ein nied­ri­ger Bewer­tungs­fak­tor für Ent­gelt­punk­te von 0,6 ein­ge­führt. Wir begrü­ßen das Vor­ha­ben, die Ost-Ren­te an das West­ni­veau anzu­glei­chen. Gleich­zei­tig kri­ti­sie­ren wir aber, dass die Deut­schen aus Russ­land in die­ser Betrach­tung nicht vor­kom­men. Der Bewer­tungs­fak­tor von 0,6 ist unver­än­dert geblie­ben. Damit ver­schärft sich das Risi­ko der Alters­ar­mut unter unse­ren Lands­leu­ten zuneh­mend.

Beson­ders dra­ma­ti­sch ist die Situa­ti­on für Frau­en und Män­ner, die nach 1993 in Deutsch­land mit dem Sta­tus Spät­aus­sied­ler ein­ge­reist sind. Ein hoher Anteil die­ser ein­ge­reis­ten Per­so­nen wur­de nach § 7 BVFG und deren Ehe­gat­ten nach § 8 BVFG ein­ge­stuft, wodurch sie kei­nen Anspruch auf Aner­ken­nung ihrer Beschäf­ti­gungs­zei­ten in den Her­kunfts­län­dern haben.

Auch in den nächs­ten Jah­ren wer­den die Deut­schen aus Russ­land deut­li­ch häu­fi­ger von Alters­ar­mut bedroht sein. Unse­re Volks­grup­pe ist über­durch­schnitt­li­ch häu­fig von unter­bro­che­nen Erwerbs­bio­gra­phien, hohen Teil­zeit­ar­beits­quo­ten und nied­ri­gen Löh­nen betrof­fen, was die Wahr­schein­lich­keit für nied­ri­ge Ren­ten und Alters­ar­mut erhöht. Der Inte­gra­ti­ons­wil­le und die hohe Bereit­schaft, eine belie­bi­ge nie­der­qua­li­fi­zier­te Arbeit zu über­neh­men, nur um nicht von den Sozi­al­kas­sen abhän­gig zu sein, brin­gen somit nega­ti­ve Fol­gen mit sich.

Die über­pro­por­tio­nal hohe Zunah­me der Alters­ar­mut unter den Deut­schen aus Russ­land soll als gro­ße Her­aus­for­de­rung für Poli­tik und Gesell­schaft auf allen Ebe­nen betrach­tet wer­den. Der „Gene­ra­tio­nen­ver­trag“ soll auch für die Deut­schen aus Russ­land gel­ten. Die Deut­schen aus Russ­land bil­den eine jun­ge Volks­grup­pe und zah­len mehr in die Ren­ten­kas­se ein, als ihre Rent­ner in Anspruch neh­men kön­nen.

Wir  for­dern wirk­sa­me  Schrit­te zur Besei­ti­gung  der  bestehen­den  und  der  dro­hen­den  Alters­ar­mut  bei Deut­schen aus Russ­land auch im Sin­ne des sozia­len Frie­dens in den Rei­hen der Spät­aus­sied­ler. Unse­re Lands­leu­te haben die Soli­da­ri­tät der Gesell­schaft ver­dient.

(Ein­stim­mi­ger Beschluss der Bun­des­de­le­gier­ten­ver­samm­lung der LmDR e.V. am 30.10.2016 in Ful­da)

Stel­lung­nah­me der LmDR zur Alters­ar­mut (pdf)

Heimat ist des Herzens Echo

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Vereinigte Landsmannschaften Lahr beim Tag der Heimat: “Die Wunden sind noch nicht verheilt” / Kreisgruppe gibt es seit 65 Jahren .
Die Gäste beim Tag der Heimat im Lahrer Aktienhof Foto: Heidi Fössel

Die Gäs­te beim Tag der Hei­mat im Lah­rer Akti­en­hof Foto: Hei­di Fös­sel

LAHR. Unter dem Leit­wort “Iden­ti­tät schüt­zen und Men­schen­rech­te ach­ten” hat die Kreis­grup­pe Lahr im Bund der Vertriebenen/Vereinigte Lands­mann­schaf­ten am Sonn­tag den Tag der Hei­mat began­gen. Mit einer Son­der­aus­stel­lung und einem Streif­zug durch die Geschich­te der alten Hei­mat hat die Lands­mann­schaft der Schle­si­er gleich­zei­tig das 65-jäh­ri­ge Bestehen der Kreis­grup­pe Lahr gefei­ert.

Mit einer musi­ka­li­schen Rund­rei­se durch die alte und neue Hei­mat hat der Sing­kreis Freund­schaft die Gäs­te im Akti­en­hof­saal auf den Tag der Hei­mat ein­ge­stimmt und der Kreis­grup­pen­vor­sit­zen­den Irma Barraud die Platt­form für die Begrü­ßung berei­tet. “Auch wenn inzwi­schen vie­le Jahr­zehn­te ver­gan­gen sind, sind die Wun­den nicht alle ver­heilt. Wir wer­den die Erin­ne­rung in unse­ren Her­zen tra­gen, denn Hei­mat ist des Her­zens Echo”, sag­te Irma Barraud.

Identität ist das unsichtbare Fluchtgepäck”

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Chris­ti­ne Boh­nert-Sei­del, 27.09.2016 02:00 Uhr
Die Singgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sang anlässlich des Tags der Heimat. Foto: Bohnert-Seidel

Die Sing­grup­pe der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land sang anläss­li­ch des Tags der Hei­mat.
Foto: Boh­nert-Sei­del

Lahr. “Das jähr­li­che Tref­fen am Tag der Hei­mat ist eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit und dient dem Erin­nern an unver­gess­li­che Spu­ren. Hei­mat ist des Her­zens Echo”, erklär­te Irma Barraud, Kreis­vor­sit­zen­de des Bun­des der Vertriebenen/Vereinigte Lands­mann­schaf­ten. Der Gedenk­tag unter dem Mot­to “Iden­ti­tät schüt­zen – Men­schen­recht ach­ten” stand im Zei­chen des 75. Jah­res­tags der Depor­ta­ti­on der Deut­schen aus Russ­land. Zudem fei­ert die Lands­mann­schaft Schle­si­en, Kreis­grup­pe Lahr, 65-jäh­ri­ges Bestehen.

Ge­denk­ver­an­stal­tung “75 Jah­re De­por­ta­ti­on der Russ­land­deut­schen”

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ErlassDatum: 28.08.2016

Ort: Aka­de­mie Ber­lin der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung, Ber­lin

Red­ner: Hart­mut Kos­chyk, MdB, Beauf­trag­ter der Bun­des­re­gie­rung für Aus­sied­ler­fra­gen und natio­na­le Min­der­hei­ten

Am 28. August 2016 jährt sich der Erlass des Prä­si­di­ums des Obers­ten Sowjets der UdSSR „Über die Über­sied­lung der Deut­schen, die in den Wol­ga-Rayons woh­nen” vom 28. August 1941 zum 75. Mal, der letzt­end­li­ch eine mas­sen­haf­te Depor­ta­ti­on der Deut­schen aus dem euro­päi­schen Teil der Sowjet­uni­on in die Tie­fen Sibi­ri­ens und nach Kasach­stan oder Mit­tel­asi­en ein­lei­te­te. Die Fol­gen der Depor­ta­tio­nen wir­ken bis heu­te nach.

Die Ver­an­stal­tung fin­det ab 11:00 Uhr in den Räum­lich­kei­ten der Aka­de­mie Ber­lin der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung (Tier­gar­ten­str. 35, 10785 Ber­lin) statt. Neben den Gruß­wor­ten sind musi­ka­li­sche Dar­bie­tun­gen, ein Zeit­zeu­gen­ge­spräch und eine Kranz­nie­der­le­gung auf dem Park­fried­hof Ber­lin-Mar­zahn vor­ge­se­hen.

Gedenkschrift zum 75. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion

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Gedenkschrift 75 Jahre Deportation

Aus Anlass des 75. Jah­res­ta­ges der Depor­ta­ti­on der Deut­schen in der Sowjet­uni­on hat die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land eine umfang­rei­che Gedenk­schrift her­aus­ge­ge­ben, die sich unter dem Titel „Ent­rech­tet – Ent­wür­digt – Ent­wur­zelt“ mit ver­schie­de­nen Aspek­ten der Ver­fol­gung der Russ­land­deut­schen befasst.

(Link zur Gedenk­schrift, pdf, 12 MB)

Die Schau­pro­zes­se in der Sowjet­uni­on Sta­l­ins der Jah­re 1937 und 1938 gehö­ren eben­so dazu wie die Depor­ta­tio­nen, die mit dem Erlass des Prä­si­di­ums des Obers­ten Sowjets der Sowjet­uni­on vom 28. August 1941 „Über die Über­sied­lung der Deut­schen, die in den Wol­ga­rayons woh­nen“ ihren Anfang nah­men, die Ver­brin­gung in die Zwangs­ar­beits­la­ger der so genann­ten „Tru­dar­mee“ oder die Recht­lo­sig­keit in den Son­der­sied­lun­gen, die erst Ende 1955 auf­ge­löst wur­den.

Zusam­men mit den Toten der Hun­ger­ka­ta­stro­phen in der 1920er und 1930er Jah­ren, die durch kom­mu­nis­ti­sche Miss­wirt­schaft über das Land kamen, beträgt die Anzahl der russ­land­deut­schen Opfer in die­sen Jahr­zehn­ten – selbst bei vor­sich­ti­ger Schät­zung – nicht weni­ger als 480.000.


Vor­wort des Bun­des­vor­sit­zen­den der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land

Nicht zufäl­lig hat­te die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land ihr 32. Bun­des­tref­fen am 4. Juli 2015 in Stutt­gart unter das Mot­to „Von Hil­fe­su­chen­den zu Leis­tungs­trä­gern“ gestellt. Wir brach­ten damit zum Aus­druck, dass sich die Deut­schen aus Russ­land nach einem lan­gen Lei­dens­weg in der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on und Schwie­rig­kei­ten der ers­ten Jah­re nach der Wie­der­an­sied­lung in Deutsch­land zu einem Gewinn für unser Land ent­wi­ckelt haben, wie durch sämt­li­che Unter­su­chun­gen bestä­tigt wird.

Den­no­ch ver­hin­dern die nach wie vor bestehen­den Benach­tei­li­gun­gen, dass vie­le mei­ner Lands­leu­te sich als gleich­be­rech­tigt und behei­ma­tet füh­len kön­nen. Erheb­li­che Ren­ten­kür­zun­gen auf­grund der Fremd­ren­ten­ge­setz­ge­bung gehö­ren eben­so dazu wie die man­gel­haf­te bzw. völ­lig feh­len­de Aner­ken­nung von in der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on zurück­ge­leg­ten Aus­bil­dungs­gän­gen bzw. mit­ge­brach­ten beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen. Dage­gen wer­den all­zu leicht aus Ver­feh­lun­gen Ein­zel­ner halt­lo­se Vor­wür­fe gegen die Gesamt­heit der Deut­schen aus Russ­land kon­stru­iert.

Mit den ihr zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln ist die Lands­mann­schaft seit Jahr­zehn­ten bemüht, gegen Miss­stän­de die­ser Art vor­zu­ge­hen – in ihren Publi­ka­tio­nen, durch Stel­lung­nah­men und bei Gesprä­chen mit Ent­schei­dungs­trä­gern.

Eben­so ist zu bedau­ern, dass die Geschich­te und Kul­tur der Deut­schen aus Russ­land nach wie vor nicht Bestand­teil des kol­lek­ti­ven Gedächt­nis­ses der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sind. Ihre Geschich­te und Kul­tur „fin­den nicht statt“ – weder im Schul­un­ter­richt, noch in den Medi­en, noch in der Gesell­schaft.

Publi­ka­tio­nen wie die­se Gedenk­schrift sol­len daher dazu bei­tra­gen, die­se Wis­sens- und Auf­merk­sam­keits­lü­cken zu ver­rin­gern. Unter Ver­zicht auf all­zu tro­cke­ne Ana­ly­sen schil­dert sie die tra­gi­sche Geschich­te der Volks­grup­pe in den 30er, 40er und 50er Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts vor allem anhand von Zeit­zeu­gen­be­rich­ten sowie von künst­le­ri­schen und lite­ra­ri­schen Dar­stel­lun­gen.

Aus Anlass des 75. Jah­res­ta­ges der Depor­ta­ti­on der Deut­schen in der Sowjet­uni­on wei­sen wir erneut auf die Not­wen­dig­keit einer voll­stän­di­gen Reha­bi­li­tie­rung der russ­land­deut­schen Volks­grup­pe hin. Eine Reha­bi­li­tie­rung, die längst über­fäl­lig ist! Eine Reha­bi­li­tie­rung von Men­schen, die ohne jede Schuld zu Opfern zwei­er Unrechts­re­gime wur­den!

Wal­de­mar Eisen­braun
Bun­des­vor­sit­zen­der

Presseerklärung: 75. Jahrestag des Stalin-Erlasses zur Deportation der Wolgadeutschen

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EKD

Presseerklärung

75. Jahrestag des Stalin-Erlasses zur Deportation der Wolgadeutschen
Trauerarbeit mit Russlanddeutschen

Spey­er, den 4. August 2016

Wir haben geschwie­gen … aus Angst

Am 28. August 1941 erließ der Ober­s­te Sowjet unter Josif Sta­lin einen Erlass über die Zwangs­um­sied­lung der Wol­ga­deut­schen. Fast 500 Tau­send Men­schen – Män­ner, Frau­en und Kin­der — wur­den in den dar­auf­fol­gen­den Mona­ten in Güter­wag­gons aus den west­li­chen Tei­len der Sowjet­uni­on, aus Geor­gi­en und Aser­bai­dschan nach Sibi­ri­en und Mit­tel­asi­en depor­tiert. Als soge­nann­te Volks­fein­de und voll­kom­men recht­los wur­den Män­ner und Frau­en zur Zwangs­ar­beit ein­ge­zo­gen, die Kin­der blie­ben sich selbst über­las­sen, Vie­le star­ben an Krank­hei­ten, Unter­ernäh­rung und Erschöp­fung. „Wir haben geschwie­gen wie die Fische“ sagt ein heu­te 79 jäh­ri­ger Russ­land­deut­scher. „Die Angst vor Über­grif­fen war unser stän­di­ger Beglei­ter.“

Zentrale Gedenkfeier in Friedland, 3. September 2016

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Einladung

Zentrale Gedenkfeier
der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.
„Zukunft braucht Vergangenheit: 75 Jahre Deportation der Deutschen in der Sowjetunion“

im Grenzdurchgangslager Friedland
am 03.09.2016 um 14:00 Uhr

FriedlandbildLie­be Lands­leu­te,
lie­be Freun­de und Unter­stüt­zer der Deut­schen aus Russ­land,

die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land lädt Sie herz­li­ch ein zu ihrer zen­tra­len bun­des­wei­ten Gedenk­fei­er am 3. Sep­tem­ber 2016 um 14:00 Uhr auf dem Gelän­de des Grenz­durch­gangs­la­gers Fried­land (Heim­keh­rer­stra­ße 18, 37133 Fried­land).
Der Schwer­punkt unse­rer dies­jäh­ri­gen Ver­an­stal­tung ist das The­ma „Zukunft braucht Vergangenheit.75 Jah­re Depor­ta­ti­on der Deut­schen in der Sowjet­uni­on“
Mit die­ser Fei­er möch­ten wir an die Opfer der Ver­trei­bung der Deut­schen geden­ken und laden Sie, Ihre Ver­wand­te, Freun­de und Bekann­te ein zur zahl­rei­chen Teil­nah­me!


Das Pro­gramm der Gedenk­ver­an­stal­tung:

  • ab 13:00 Uhr – kur­ze Füh­rung durch das Muse­um Fried­land
  • die Schirm­herr­schaft über­nimmt der Minis­ter­prä­si­dent des Lan­des Nie­der­sach­sen, Ste­phan Weil
  • die Haupt­re­de hält Land­tags­prä­si­dent des Lan­des Nie­der­sach­sen Bernd Buse­mann
  • Bun­des­vor­sit­zen­der Wal­de­mar Eisen­braun hält eine Anspra­che
  • Toten­eh­rung erfolgt durch Visi­ta­tor Msgr. Dr. Alex­an­der Hoff­mann
  • Andach­ten und Kranz­nie­der­le­gun­gen vor der Fried­land­glo­cke und dem Mahn­mal
  • Kul­tur­pro­gramm und Gesprä­che bei Kaf­fee und Kuchen 
    Musi­ka­li­sche Umrah­mung durch russ­land­deut­sche Chö­re, Kul­tur­grup­pen und Solis­ten aus ganz Nie­der­sach­sen

Wir freu­en uns auf Ihr Kom­men!
Bei Fra­gen mel­den Sie sich bit­te unter: Tel. 0511–1694094