Altersarmut bei Spätaussiedlern – aus der politischen Tagesordnung ausgeklammert!

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Eine Stellungnahme der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland

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Wie die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland erfahren hat, steht das Thema „Altersarmut bei Spätaussiedlern“ nicht auf der Tagesordnung der Regierungskommission. Das ist nicht zu verantworten und auch deshalb nur schwer zu begreifen, weil sich bereits zahlreiche Politiker unserer Auffassung angeschlossen haben, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Konkrete Schritte fehlen bisher jedoch.

Für uns ergibt sich daher die Frage: Soll etwa gerade auch für Deutsche aus Russland der Slogan gelten: „Ruhestand war gestern – malochen bis zum Tode heißt heute das Schicksal.“

Ganz allgemein ist es in einem reichen Land wie der Bundesrepublik ein Skandal, dass die Altersgruppe der 65-Jährigen und darüber mittlerweile den größten Anteil der geringfügig Beschäftigten stellt. 2016 mussten rund 8,6 Millionen Rentner mit weniger als 800 Euro im Monat auskommen und galten damit gemäß EU-Definition als in erheblichem Maße armutsgefährdet.

Bei den Deutschen aus Russland liegt der Anteil der im Alter Armutsgefährdeten noch weit über dem Bundesdurchschnitt. Betroffen sind alle Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion, unabhängig davon, ob sie mit dem Status Heimkehrer, Spätheimkehrer, Aussiedler oder Spätaussiedler geführt werden.

Keine Stigmatisierung der Deutschen aus Russland!

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Die Deutschen aus Russland, die gut drei Millionen der Bundesbürger ausmachen, haben  einen eigeninitiativen, mühevollen und entbehrungsreichen Weg der Integration in die deutsche Gesellschaft in den allermeisten Fällen hinter sich. Sie haben sich zu mündigen Bürgern der Bundesrepublik Deutschland entwickelt und befassen sich nun zunehmend mit politischen oder politiknahen Themen.


Die politischen Präferenzen der Deutschen aus Russland unterscheiden sich kaum von denen der einheimischen Bevölkerung, was wissenschaftliche Untersuchungen belegen. Daher ist jeder, vor allem massenmediale Versuch, die Deutschen aus Russland einer bestimmten Partei oder Gesinnung zuzuordnen, nicht nur unbegründet und realitätsverzerrend, sondern im hohen Maße diffamierend und verletzend. Vorgänge dieser Art betrachtet unser Verband als eine Rufschädigung der Deutschen aus Russland mit unkalkulierbaren Folgen. Jede Instanz, die die Loyalität und die Selbstbestimmung der Deutschen aus Russland öffentlich anzweifelt, trägt dazu bei, diese große Personengruppe zu stigmatisieren.

Wir fordern die Medien und die verantwortlichen Politiker auf, jede Art von
Stigmatisierung der Deutschen aus Russland zu unterlassen!

Unser Verband ist davon überzeugt, dass nur ein intensiver Dialog mit den Betroffenen zur Beseitigung von Vorurteilen und Stereotypen beitragen kann. Wir bedauern es sehr, dass die zahlreichen Erfolgsgeschichten und die vielen Errungenschaften unserer Landsleute keine mediale Aufmerksamkeit finden.
Gerne sind wir bei der Vermittlung von vielseitigem Informationsmaterial und Kontakten mit bemerkenswerten Persönlichkeiten aus den Reihen der Deutschen aus Russland behilflich und bieten uns auch als Gesprächs- und Diskussionspartner an.

Bundesvorstand


Wichtiger Hinweis:

Die Deutschen aus Russland, gebräuchlich aber ungenau ist auch die Bezeichnung Russlanddeutsche, sind primär die Nachkommen der deutschen Auswanderer des 18. und 19. Jahrhunderts, die vornehmlich aus den damaligen deutschen Kleinstaaten im Zuge der russischen Kolonisationspolitik angeworben und in verschiedenen Gegenden des Zarenreiches angesiedelt wurden.

Besonders prägend für sie sind die leidvollen, traumatischen Erfahrungen im Stalinismus und die diskriminierende Behandlung durch das Sowjetregime der Nachkriegszeit aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Die Deutschen in der Sowjetunion waren nicht nur an ihren deutschen Nachnamen, sondern v.a. am Eintrag in der Pass-Rubrik „Nationalität“ als Deutsche/r erkennbar.

Dieser Personenkreis bildet den überwiegenden Teil von Menschen, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs als (Spät)Aussiedler aus der UdSSR und ihren Nachfolgestaaten in ihre historische Heimat Deutschland zurückgekehrt sind.

Medien-Info im pdf-Format: Keine Stigmatisierung

Festakt zum 200-jährigen Jubiläum der Auswanderung von Deutschen in den Kaukasus

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Blick auf Katharinenfeld, Südkaukasus.

am 26. August 2017 im Kursaal von Stuttgart-Bad Cannstatt
Königsplatz 1, Stuttgart

Programm

10:00 Einlass, Gesprächsrunden, Gedanken- und Erinnerungsaustausch
13:00 Offizieller Teil

Franz Schubert, „Der Lindenbaum“ (Mark Johnston, Violine; Viaceslav Kiselev, Violoncello;
Alexander Reitenbach, Klavier)

  • Begrüßung: Adolf Fetsch, Ehrenvorsitzender der Landsmannschaft
    der Deutschen aus Russland e. V.
  • Begrüßung: Frank Krohmer, Vertreter der Kaukasusdeutschen
    Grußwort: Otto Hauser, Honorarkonsul der Republik Aserbaidschan

„Melodien des Kaukasus“, nach Werken von Vazha Azaraschvili, Arno Babadjanian und
Üzeyir Hacibeyov (Mark Johnston, Violine; Viaceslav Kiselev, Violoncello; Alexander Reitenbach, Klavier)

  • Grußwort: Herbert Hellstern, Ministerialdirigent, Innenministerium Baden-Württemberg
  • Vortrag zur Geschichte und Gegenwart der Kaukasusdeutschen: Nina Paulsen, Redakteurin „Volk auf dem Weg“

Franz Schubert, aus dem Klaviertrio c-Moll, Andante con moto
(Mark Johnston, Violine; Viaceslav Kiselev, Violoncello; Alexander Reitenbach, Klavier)

  • Festrede: Waldemar Eisenbraun, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft
    der Deutschen aus Russland e. V.

Sergej Rachmaninow, Vocalise:
(Mark Johnston, Violine; Viaceslav Kiselev, Violoncello; Alexander Reitenbach, Klavier)

  • Totenehrung

Johannes Brahms, aus dem Klaviertrio op. 8, Finale, Allegro vivace (Mark Johnston, Violine; Viaceslav Kiselev, Violoncello; Alexander Reitenbach, Klavier

15:30 Kranzniederlegung am Denkmal der Heimatvertriebenen
16:00 Geselliges Beisammensein mit Jakob Fischer

Rahmenprogramm:
Ausstellung zur Geschichte der Kaukasusdeutschen

Änderungen vorbehalten.

Aussiedlung – Beheimatung – politische Teilhabe Deutsche aus Russland in Wechselwirkung mit russischsprachigen Gruppen in Deutschland

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Mit rund 2,4 Millionen Menschen stellen die Russlanddeutschen, die seit 1950 als Aussiedler oder Spätaussiedler aus der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten nach Deutschland gekommen sind, die größte Einwanderergruppe, die die deutsche Gesellschaft seit der Zuwanderung der „Gastarbeiter“ aufgenommen hat. Ebenfalls in engen zeitlichen Zusammenhang mit der Auflösung der Sowjetunion siedelten sich seit 1990 ca. 215.000 ‚Kontingentflüchtlinge‘ mit jüdischem Hintergrund in Deutschland an. Schließlich leben gut 230.000 Menschen in Deutschland, die ausschließlich einen russischen Pass besitzen.

Die Fachtagung der Bundeszentrale für politische Bildung zielt darauf ab, die in den letzten Jahren öffentlich nur unzureichend diskutierten Fragen von Beheimatung und Identitäten dieser ganz unterschiedlichen Gruppen in den Mittelpunkt eines ergebnisoffenen und konstruktiven Gesprächs zu stellen. Sie fokussiert auf die Deutschen aus Russland als einer der größten Einwanderergruppen in der Bundesrepublik, nimmt sich jedoch auch der Wechselwirkungen mit anderen russischsprachigen Gruppen und Menschen in Deutschland an.