Gedenkschrift zum 75. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion

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Gedenkschrift 75 Jahre Deportation

Aus Anlass des 75. Jahrestages der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion hat die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland eine umfangreiche Gedenkschrift herausgegeben, die sich unter dem Titel „Entrechtet – Entwürdigt – Entwurzelt“ mit verschiedenen Aspekten der Verfolgung der Russlanddeutschen befasst.

(Link zur Gedenkschrift, pdf, 12 MB)

Die Schauprozesse in der Sowjetunion Stalins der Jahre 1937 und 1938 gehören ebenso dazu wie die Deportationen, die mit dem Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der Sowjetunion vom 28. August 1941 „Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons wohnen“ ihren Anfang nahmen, die Verbringung in die Zwangsarbeitslager der so genannten „Trudarmee“ oder die Rechtlosigkeit in den Sondersiedlungen, die erst Ende 1955 aufgelöst wurden.

Zusammen mit den Toten der Hungerkatastrophen in der 1920er und 1930er Jahren, die durch kommunistische Misswirtschaft über das Land kamen, beträgt die Anzahl der russlanddeutschen Opfer in diesen Jahrzehnten – selbst bei vorsichtiger Schätzung – nicht weniger als 480.000.


Vorwort des Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland

Nicht zufällig hatte die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland ihr 32. Bundestreffen am 4. Juli 2015 in Stuttgart unter das Motto „Von Hilfesuchenden zu Leistungsträgern“ gestellt. Wir brachten damit zum Ausdruck, dass sich die Deutschen aus Russland nach einem langen Leidensweg in der ehemaligen Sowjetunion und Schwierigkeiten der ersten Jahre nach der Wiederansiedlung in Deutschland zu einem Gewinn für unser Land entwickelt haben, wie durch sämtliche Untersuchungen bestätigt wird.

Dennoch verhindern die nach wie vor bestehenden Benachteiligungen, dass viele meiner Landsleute sich als gleichberechtigt und beheimatet fühlen können. Erhebliche Rentenkürzungen aufgrund der Fremdrentengesetzgebung gehören ebenso dazu wie die mangelhafte bzw. völlig fehlende Anerkennung von in der ehemaligen Sowjetunion zurückgelegten Ausbildungsgängen bzw. mitgebrachten beruflichen Qualifikationen. Dagegen werden allzu leicht aus Verfehlungen Einzelner haltlose Vorwürfe gegen die Gesamtheit der Deutschen aus Russland konstruiert.

Mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln ist die Landsmannschaft seit Jahrzehnten bemüht, gegen Missstände dieser Art vorzugehen – in ihren Publikationen, durch Stellungnahmen und bei Gesprächen mit Entscheidungsträgern.

Ebenso ist zu bedauern, dass die Geschichte und Kultur der Deutschen aus Russland nach wie vor nicht Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses der Bundesrepublik Deutschland sind. Ihre Geschichte und Kultur „finden nicht statt“ – weder im Schulunterricht, noch in den Medien, noch in der Gesellschaft.

Publikationen wie diese Gedenkschrift sollen daher dazu beitragen, diese Wissens- und Aufmerksamkeitslücken zu verringern. Unter Verzicht auf allzu trockene Analysen schildert sie die tragische Geschichte der Volksgruppe in den 30er, 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vor allem anhand von Zeitzeugenberichten sowie von künstlerischen und literarischen Darstellungen.

Aus Anlass des 75. Jahrestages der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion weisen wir erneut auf die Notwendigkeit einer vollständigen Rehabilitierung der russlanddeutschen Volksgruppe hin. Eine Rehabilitierung, die längst überfällig ist! Eine Rehabilitierung von Menschen, die ohne jede Schuld zu Opfern zweier Unrechtsregime wurden!

Waldemar Eisenbraun
Bundesvorsitzender

Presseerklärung: 75. Jahrestag des Stalin-Erlasses zur Deportation der Wolgadeutschen

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EKD

Presseerklärung

75. Jahrestag des Stalin-Erlasses zur Deportation der Wolgadeutschen
Trauerarbeit mit Russlanddeutschen

Speyer, den 4. August 2016

Wir haben geschwiegen … aus Angst

Am 28. August 1941 erließ der Oberste Sowjet unter Josif Stalin einen Erlass über die Zwangsumsiedlung der Wolgadeutschen. Fast 500 Tausend Menschen – Männer, Frauen und Kinder – wurden in den darauffolgenden Monaten in Güterwaggons aus den westlichen Teilen der Sowjetunion, aus Georgien und Aserbaidschan nach Sibirien und Mittelasien deportiert. Als sogenannte Volksfeinde und vollkommen rechtlos wurden Männer und Frauen zur Zwangsarbeit eingezogen, die Kinder blieben sich selbst überlassen, Viele starben an Krankheiten, Unterernährung und Erschöpfung. „Wir haben geschwiegen wie die Fische“ sagt ein heute 79 jähriger Russlanddeutscher. „Die Angst vor Übergriffen war unser ständiger Begleiter.“

Zentrale Gedenkfeier in Friedland, 3. September 2016

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Einladung

Zentrale Gedenkfeier
der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.
„Zukunft braucht Vergangenheit: 75 Jahre Deportation der Deutschen in der Sowjetunion“

im Grenzdurchgangslager Friedland
am 03.09.2016 um 14:00 Uhr

FriedlandbildLiebe Landsleute,
liebe Freunde und Unterstützer der Deutschen aus Russland,

die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland lädt Sie herzlich ein zu ihrer zentralen bundesweiten Gedenkfeier am 3. September 2016 um 14:00 Uhr auf dem Gelände des Grenzdurchgangslagers Friedland (Heimkehrerstraße 18, 37133 Friedland).
Der Schwerpunkt unserer diesjährigen Veranstaltung ist das Thema „Zukunft braucht Vergangenheit.75 Jahre Deportation der Deutschen in der Sowjetunion“
Mit dieser Feier möchten wir an die Opfer der Vertreibung der Deutschen gedenken und laden Sie, Ihre Verwandte, Freunde und Bekannte ein zur zahlreichen Teilnahme!


Das Programm der Gedenkveranstaltung:

  • ab 13:00 Uhr – kurze Führung durch das Museum Friedland
  • die Schirmherrschaft übernimmt der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Stephan Weil
  • die Hauptrede hält Landtagspräsident des Landes Niedersachsen Bernd Busemann
  • Bundesvorsitzender Waldemar Eisenbraun hält eine Ansprache
  • Totenehrung erfolgt durch Visitator Msgr. Dr. Alexander Hoffmann
  • Andachten und Kranzniederlegungen vor der Friedlandglocke und dem Mahnmal
  • Kulturprogramm und Gespräche bei Kaffee und Kuchen 
    Musikalische Umrahmung durch russlanddeutsche Chöre, Kulturgruppen und Solisten aus ganz Niedersachsen

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Bei Fragen melden Sie sich bitte unter: Tel. 0511-1694094