Ortsgruppe Kassel: Seit 60 Jahren im Dienste der Deutschen aus Russland

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Auszeichnungen für verdiente Mitglieder der Ortsgruppe Kassel

Auszeichnungen für verdiente Mitglieder der Ortsgruppe Kassel

Im Rahmen der Kulturtage der Deutschen aus Russland und der Interkulturellen Woche feierte die Ortsgruppe Kassel der Landsmannschaft am 30. September 2016 den 60. Jahrestag ihres Bestehens. Auf dem Programm der Jubiläumsfeier standen Grußworte, Ehrungen langjähriger Mitglieder, Präsentation der landsmannschaftlichen Wanderausstellung, Auftritte von Chören, Tanz- und Theatergruppen sowie eine Multiplikatorenschulung am 1. Oktober mit anschließender Stadtrundfahrt.

Die Ortsgruppenvorsitzende Svetlana Paschenko eröffnete die Jubiläumsfeier unter dem Motto „Von Hilfesuchenden zu Leistungsträgern“ und begrüßte die Gäste.

Zu den Ehrengästen gehörten

  • Eva Kühne-Hörmann, Hessische Justizministerin;
  • Margarete Ziegler-Raschdorf, Landesbeauftragte der hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler;
  • Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke;
  • Norbert Wett, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kasseler Stadtrat;
  • Dominique Kalb, Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Kasseler Stadtrat;
  • Jan Benedix, Aussiedlerbeauftragter der Stadt Kassel;
  • Ainura Tursumbaeva, Botschaftsrätin Kirgisistans in Deutschland;
  • Damira Ibraeva, Ehefrau des Botschafters der Kirgisischen Republik, Erines Otorbaev;
  • Johann Thießen, Landesvorsitzender und stellv. Bundesvorsitzender der Landsmannschaft;
  • Otto Kotke, Vorsitzender der Landsmannschaft der Wolgadeutschen;
  • Herr Weinert, stellv. Vorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft;
  • Alexander Martjan, Mitglied des Bundesvorstandes der Landsmannschaft;
  • Ewald Oster, Vorsitzender der Landesgruppe Bayern;
  • Jürgen Arnhold, Bundesgeschäftsführer der Landsmannschaft;
  • Jakob Fischer, Projektleiter der Wanderaustellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“;
  • Lena Arent, Redakteurin der Zeitung „Volk auf dem Weg“;
  • Pauline Wiedemann, stellv. Vorsitzende der Landesgruppe Sachsen-Anhalt;
  • Valentina Wudtke, stellv. Vorsitzende der Ortgruppe Regensburg;
  • Lilli Sonnenfeld, Vorsitzende der Ortsgruppe Ludwigshafen;
  • Ortsgruppenvorsitzende des Landesverbandes Hessen.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jubiläumsfeier in Kassel.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jubiläumsfeier in Kassel.

In ihrem Grußwort bedankte sich Eva Kühne-Hörmann bei Svetlana Paschenko für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Spätaussiedler. „Ich weiß, wie schwer das ist, eine solche Gruppe zu führen, und wie schwer es ist, ein solches Jubiläum vorzubereiten“, sagte die Ministerin. Svetlana Paschenko sei eine sehr gute Netzwerkerin, und es sei ihr gelungen, durch ihre Vernetzungen wichtige Themen bei verschiedenen Stellen anzusprechen.

Dr. Walter Lübcke sprach der Ortsgruppe ebenfalls seine Wertschätzung aus: „Sie haben sich mit ihrer Landsmannschaft für ihre Landsleute eingesetzt und sind zu einem Bezugspunkt geworden. Ich konnte miterleben, wie Sie hier in Hessen eine neue Heimat gefunden haben, ohne Ihre Bräuche zu vergessen.“

Ainura Tursumbaeva bestellte Grüße des kirgisischen Botschafters und äußerte ihren Dank für die Einladung der kirgisischen Delegation zu der Veranstaltung: „Es ist eine große Freude für uns, hier mit Ihnen zusammen zu sein, weil wir hier in Deutschland sehr oft mit ‚unseren‘ Deutschen, die wir ‚deutschstämmige Kirgisen‘ nennen, kommunizieren und diese Deutschen ein Teil unserer Geschichte geworden sind“, sagte die Rätin der Kirgisischen Botschaft und äußerte den Wunsch, die Ausstellung „Die Deutschen in Kirgisien“ in Kassel zu präsentieren.


Zur Geschichte und Gegenwart der Ortsgruppe
Kassel Die Ortsgruppe Kassel wurde vor 60 Jahren als Mitglied des Arbeitsausschusses der Deutschen aus Russland für die Stadt und den Regierungsbezirk Kassel gegründet. Der erste Vorsitzende, Pfarrer Heinrich Roemmich, gehörte zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Landsmannschaft in den ersten Jahrzehnten ihrer Geschichte. In den letzten Jahren leiteten Jakob Gebel (1994-1996), Ida Schäfer (1996-2003) und Waldemar Maus (2003-2006) die Geschicke der Landsmannschaft in Kassel. Seit 2006 ist Svetlana Paschenko die engagierte Vorsitzende der Ortsgruppe Kassel. Im Mittelpunkt der landsmannschaftlichen Arbeit in Kassel stehen Beratung und Betreuung, unter anderem mit Beratungssprechstunden im Kasseler Rathaus. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Öffentlichkeits- und Jugendarbeit, aber auch in den Bereichen Kultur, Sport und Seniorenarbeit.


Margarete Ziegler-Raschdorf überbrachte die Glückwünsche der Hessischen Landesregierung und sprach Svetlana Paschenko Dank und Wertschätzung für die in den vergangenen 60 Jahren geleistete Arbeit der Ortsgruppe aus. In all diesen Jahren sei die Ortsgruppe ein verlässlicher Ansprechpartner für ihre Landsleute in vielen Fragen gewesen und sei es bis heute.

„Bei allen auftretenden Problemen, wie zum Beispiel bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche, bei Sprachproblemen oder der Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen, hat sich die Ortsgruppe als Ratgeber und Unterstützer bewährt, hat Kontakte zu Behörden geknüpft und in zahllosen Fällen praktischen Beistand geleistet“, sagte die Landesbeauftragte.

Johann Thießen erinnerte in seiner Rede an ein bitteres Datum, welches alle Russlanddeutschen in diesem Jahr begehen mussten: 75 Jahre Deportation der Deutschen in der Sowjetunion. Er bedankte sich bei allen Völkern, die Russlanddeutschen in den Verbannungsorten Hilfe leisteten, und berichtete über die Geschichte der Deportation. Er ging außerdem darauf ein, dass die Landsmannschaft in diesem Jahre zahlreiche Gedenkveranstaltungen durchgeführt habe, unter anderem auch von der Landesgruppe Hessen.

Nach den feierlichen Reden wurden Eva Kühne-Hörmann und Dr. Walter Lübcke mit goldenen sowie Galina Bienemann, Maria Borisenko, Maria Jeske und Irina Sirkis mit bronzenen Ehrennadeln der Landsmannschaft ausgezeichnet.

Für die musikalische Einstimmung bei der Veranstaltung hatten Nathan Kloisner (Geige), Julia Reingardt (Klavier), die Ballettgruppe „Attitude“ unter der Leitung der ehrenamtlichen Multiplikatorin Irina Katovich und die Gesangsgruppen „Gute Laune“ und „Liederkranz“ gesorgt.

Zum Abschluss des Tages präsentierte Jakob Fischer die Wanderausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ mit Liedern der Deutschen aus Russland, die er gemeinsam mit dem begeisterten Publikum sang.

Multiplikatorenschulung

Am nächsten Tag führte die Ortsgruppe eine Multiplikatorenschulung mit aufschlussreichen Vorträgen durch. Der Rechtsanwalt Thomas Puhe berichtete über aktuelle Entwicklungen bei der Aufnahme und Integration von Spätaussiedlern und klärte über Änderungen im Bundesvertriebenengesetz auf.

Svetlana Paschenko erläuterte den Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages über die Entschädigung für ehemalige deutsche Zwangsarbeiter.

Jürgen Arnhold referierte zum Thema „Landsmannschaft der Deutschen aus Russland heute und morgen“. Dabei wies er explizit darauf hin, dass es keinen einzigen Deutschen aus Russland in der Bundesrepublik gebe, der von der Landsmannschaft nicht profitiert habe, da sich der Verein seit seiner Gründung vor 66 Jahren in allen Belangen für die Angehörigen der Volksgruppe stark gemacht habe.

Nach der Multiplikatorenschulung ging es mit dem Bus durch Kassel, um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie zum Beispiel den Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe, kennen zu lernen.

Lena Arent

Die Wanderausstellung „Deutsche aus Russland – Geschichte und Gegenwart“ in Forchheim

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Die Wanderausstellung, die vom 9.1. bis 30.1.2016 in Rathaushallen im Forchheim gezeigt wurde, war ein voller Erfolg.

02Die Ausstellung ist ein Teil des bundesweiten Integrationsprojekts, gefördert vom Bundesministerium des Innern, Berlin und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg. Sie zeigt das wechselvolle Schicksal der Russlanddeutschen, illustriert ihre Historie und die kulturellen Wurzeln. Sie dokumentiert die Rückkehr nach Deutschland, die unter oftmals schwierigen Bedingungen erfolgte, und die Integration der Menschen in der Nachkriegszeit. Die Wanderausstellung zeigt, dass die Deutschen aus Russland sich inzwischen gut intergiert haben und heute das Land in vielfacher Weise mitgestalten. Sowohl die Ausstellung als auch die Abschlussfeier am Sonntag den 31.01.2016 waren sehr gut besucht. Die zahlreichen Gäste wurden vom Vorsitzenden der OG, Johannes Moosmann, herzlich begrüßt. Der Leiter des Projekts, Jakob Fischer, führte durch die verschiedenen Epochen der Russlanddeutschen. Er wurde dabei durch die Ortsgruppe Forchheim unterstützt, die mit einem Kulturprogramm der Gesangsgruppe, sowie gemeinsamen Singen, einen angenehmen Rahmen mitgestaltete. Auf einer Großleinwand zeigte Hr. Fischer eine Präsentation und eine Filmvorführung mit dem Titel „Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland, und ihre Integration in Deutschland“. Ein Vortrag über die Integration, speziell in Forchheim, fand auch großes Interesse. Die Auftritte verschiedener Musiker aus der Region sorgten für eine fröhlich entspannte Atmosphäre. Am Ende der Ausstellung zeigte sich die Ortsgruppe beeindruckt und sehr zufrieden mit dem großen Interesse der örtlichen Bevölkerung.

Der Vorstand
2016