Kulturprogramm 2016 – „Museum am Sonntag“

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Kulturprogramm 2016 – „Museum am Sonntag“

Viktor Krieger

Herzliche Einladung zum Vortrag

Was bedeutet Deportation in der Geschichte der Russlanddeutschen? “

Es sind nun 75. her, dass in der Zeit von 1941 bis 1945 über 1,2 Mio Deut­sche in der Sowjet­union aus dem euro­päi­schen Teil in den Osten, hin­ter das Ural-Gebirge depor­tiert wor­den sind. Zu die­sem Thema wurde in der Sowjet­zeit wenig recher­chiert und berich­tet. Das Museum für russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schichte sieht sich ver­pflich­tet daran mit einem Vor­trag von Dr. Vik­tor Krie­ger zu geden­ken, der als ers­ter schon 1989 in der UdSSR dar­über einen ers­ten Arti­kel ver­öf­fent­lichte.

Pressemitteilung des Landesverbandes Bayern der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. 

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Russlanddeutsche Autoren präsentierten ihre Werke im Schweinfurter Rathaus

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Mit etwa drei Mil­lio­nen sind die Deut­schen aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­union der­zeit eine der größ­ten Ein­wan­de­rungs­gruppe in Deutsch­land. Die über­wie­gende Mehr­heit der Russ­land­deut­schen (ca. zwei Mil­lio­nen) ist in den 1990er bis in die 2000er Jah­ren in das Land ihrer Vor­fah­ren gekom­men und viel krea­ti­ves Poten­zial mit­ge­bracht. Für zahl­rei­che russ­land­deut­sche Auto­ren wurde Schwein­furt am ver­gan­ge­nen Wochen­ende zum Magnet: Im Schwein­fur­ter Rat­haus prä­sen­tier­ten 13 von ihnen bei einer Lesung ihre aktu­el­len Werke. Die Lesung fand im Rah­men der Kul­tur­ta­gung unter dem Motto „Feder – Kuli – Tas­ta­tur“ statt, ver­an­stal­tet vom Lan­des­ver­band Bay­ern (Vor­sit­zen­der Ewald Oster) der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land e.V. und geför­dert aus Mit­teln des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozia­les, Fami­lie und Inte­gra­tion.                   

Fachtagung für Autoren und Journalisten

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Fachtagung01

Artur Böpple, Robert Burau, Ewald Oster (Vors. LG Bay­ern), Maria Schef­ner, Wal­de­mar Weber

Fach­ta­gung des Lan­des­ver­ban­des Bay­ern –
Russ­land­deut­sche Auto­ren prä­sen­tier­ten ihre Werke im Schwein­fur­ter Rat­haus

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Mit etwa drei Mil­lio­nen sind die Deut­schen aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­union der­zeit eine der größ­ten Ein­wan­de­rungs­gruppe in Deutsch­land. Die über­wie­gende Mehr­heit der Russ­land­deut­schen (ca. zwei Mil­lio­nen) ist in den 1990er bis in die 2000er Jah­ren in das Land ihrer Vor­fah­ren gekom­men und viel krea­ti­ves Poten­zial mit­ge­bracht. Für zahl­rei­che russ­land­deut­sche Auto­ren wurde Schwein­furt am ver­gan­ge­nen Wochen­ende zum Magnet: Im Schwein­fur­ter Rat­haus prä­sen­tier­ten

Literaturkreis der Deutschen aus Russland

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Das Eigene und das Fremde ken­nen ler­nen — russ­land­deut­sche Auto­ren tre­ten aus ihrem eige­nen Schat­ten. Lite­ra­tur­kreis der Deut­schen aus Russ­land vor zehn Jah­ren gegrün­det

Durch enge Zusam­men­ar­beit in Pro­jek­ten wol­len der Lite­ra­tur­kreis der Deut­schen aus Russ­land e.V. (Vor­sit­zende Agnes Gies­brecht) und der Geest-Ver­lag (Alfred Bün­gen, Vechta-Lang­för­den) den Aus­tau­sch zwi­schen den Neu­bür­gern und den bun­des­deut­schen Bür­gern för­dern. Das soll nicht nur ein bes­se­res gegen­sei­ti­ges Ver­ste­hen erbrin­gen, son­dern auch zur Bekannt­ma­chung der Lite­ra­tur von deut­schen Auto­ren aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­union bei­tra­gen. Eben ist im Geest-Ver­lag das Buch „Kind­heit in Russ­land“ erschie­nen. Damit wol­len die russ­land­deut­schen Auto­ren vor allem in den Schulle­sun­gen die Kind­heits­wege der Russ­land­deut­schen zei­gen und für bes­se­res Ver­ständ­nis der Men­ta­li­tät der Russ­land­deut­schen und bes­sere Akzep­tanz wer­ben.

Kulturpreis Dr. Elena Seifert

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Russ­land­deut­scher Kul­tur­prei­ses des Lan­des Baden-Würt­tem­berg

Dr. Elena Sei­fert: „Die Lite­ra­tur der Russ­land­deut­schen sollte zu einer Fik­tion ver­küm­mern, hat sich aber in ein Phä­no­men ver­wan­delt“


Die Russ­land­deut­schen als Eth­nie sind eine para­doxe Erschei­nung, es ist eine junge Volks­gruppe, die gene­ti­sch zu einer rei­fen deut­schen Eth­nie auf­steigt“, behaup­tet Dr. Elena Sei­fert – Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin, Dich­te­rin, Pro­sai­ke­rin, Publi­zis­tin und Kin­der­buch­schrift­stel­le­rin aus Mos­kau. Die begna­dete Auto­rin und Dozen­tin für Theo­rie und Geschichte der Lite­ra­tur ist mehr­fa­che Preis­trä­ge­rin von Lite­ra­tur­wett­be­wer­ben, Her­aus­ge­be­rin von  Lite­ra­tur­sam­mel­bän­den und Alma­na­chen. Sie ist Auto­rin von mehr als 150 wis­sen­schaft­li­chen Abhand­lun­gen und Stu­dien, dar­un­ter Mono­gra­phien und Unter­richts­ma­te­ria­lien für Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten. Sie schreibt für meh­rere Peri­odika in Russ­land und im Aus­land, in den letz­ten zehn Jah­ren ver­mehrt zu The­men der russ­land­deut­schen Lite­ra­tur. Sei­fert ist Mit­glied der Inter­na­tio­na­len Asso­zia­tion zur Erfor­schung der Geschichte und Kul­tur der Russ­land­deut­schen, der Wis­sen­schaft­li­chen Ver­ei­ni­gung der Deut­schen Kasachstans sowie Vor­sit­zende und Jury­mit­glied ver­schie­de­ner Lite­ra­tur­wett­be­werbe. 2007 wurde sie von Dr. Chris­toph Ber­g­ner, Beauf­trag­ter der Bun­des­re­gie­rung für Aus­sied­ler­fra­gen und natio­nale Min­der­hei­ten, für ihren „her­aus­ra­gen­den Bei­trag zur Erhal­tung und Ent­wick­lung der deut­schen Eth­nie in Kasach­stan“ aus­ge­zeich­net.

Rede Dr. Elena Seifert

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Dr. Elena Sei­fert – Haupt­preis des Russ­land­deut­schen Kul­tur­prei­ses des Lan­des Baden-Würt­tem­bergRede bei der Preis­ver­lei­hung am 22.10.2010 im Wei­ßen Saal des Neuen Schlos­ses Stutt­gart

 

Sehr geehr­ter Herr Minis­ter Rech,

meine sehr geehr­ten Damen und Her­ren!

Es ist mir eine beson­dere Ehre, hier zu sein und zu Ihnen spre­chen zu dür­fen. Ich freue mich sehr über die Aus­zeich­nung mit dem Haupt­preis des Russ­land­deut­schen Kul­tur­prei­ses des Lan­des Baden- Würt­tem­berg für meine Mono­gra­phie zum Thema: „Genre und eth­ni­sches Bild in der Poe­sie der Russ­land­deut­schen in der zwei­ten Hälfte des 20. — Anfang des 21. Jahr­hun­derts”. Ein­gangs mein herz­li­cher Dank an den Ver­le­ger Robert Burau und Irina Leino­nen, der Ehe­gat­tin des Dich­ters Robert Leino­nen, sowie viele andere Lands­leute, die mich bei mei­ner For­schung und Arbeit selbst­los unter­stützt haben.

Einige Wis­sen­schaft­ler sind der Mei­nung, die russ­land­deut­sche Lite­ra­tur sei eine Fik­tion, doch ich nenne sie ein Phä­no­men. Denn nur ein Phä­no­men kann unter uner­träg­li­chen Bedin­gun­gen über­le­ben.

Interview mit Dr. Elena Seifert

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Die Lite­ra­tur der Russ­land­deut­schen sollte zu einer Fik­tion ver­küm­mern, hat sich aber in ein Phä­no­men ver­wan­delt“

Dr. Elena Sei­fert: Lite­ra­tur und ihre Gat­tun­gen wider­spie­geln das eth­ni­sche Welt­bild einer Volks­gruppe

Die Russ­land­deut­schen als Eth­nie sind eine para­doxe Erschei­nung, es ist eine junge Volks­gruppe, die gene­ti­sch zu einer rei­fen deut­schen Eth­nie auf­steigt“, sagt Dr. Elena Sei­fert  – Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin, Kri­ti­ke­rin, Pro­sai­ke­rin, Dich­te­rin und Kin­der­buch­schrift­stel­le­rin aus Mos­kau. Die begna­dete Auto­rin und Dozen­tin ist außer­dem Preis­trä­ge­rin einer Reihe von Lite­ra­tur­wett­be­wer­ben und Lite­ra­tur­prei­sen, Ver­fas­se­rin eini­ger Mono­gra­phien, meh­re­rer Sam­mel­bände und Lite­ra­tu­ral­ma­na­che. Ihre Dok­tor­dis­ser­ta­tion zur Poe­sie der Russ­land­deut­schen der Nach­kriegs­zeit liegt der Mono­gra­phie „Genre und das eth­ni­sche Bild in der Poe­sie der Russ­land­deut­schen der zwei­ten Hälfte des 20. — Anfang des 21. Jh.“ Zugrunde, die 2009 im BMV Ver­lag Robert Burau erschie­nen ist. Damit beweist sie unter ande­rem, dass „die Lite­ra­tur ins­ge­samt kann das eth­ni­sche Welt­bild wider­spie­geln, und die Gat­tung ein bestimm­tes Frag­ment des Daseins­ge­schichte einer Eth­nie dar­stel­len“.

Förderpreis – Merle Hilbk

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För­der­preis des Russ­land­deut­schen Kul­tur­prei­ses des Lan­des Baden-Würt­tem­berg

Merle Hilbk: „Als Russ­land­in­ter­es­sierte hat es mich gefreut, zu erfah­ren, dass ein Teil mei­ner Fami­lie selbst aus Russ­land stammt“

Die Jour­na­lis­tin und Publi­zis­tin Merle Hilbk aus Ber­lin wurde 1969 in Düs­sel­dorf gebo­ren. Nach dem Abitur in Müns­ter stu­dierte sie Jura in Hei­del­berg. Nach dem Zei­tungs­vo­lon­ta­riat bei der „Badi­schen Zei­tung“ in Frei­burg arbei­tete sie als Redak­teu­rin beim Spie­gel (Deutsch­land-Res­sort) und bei der Zeit (Res­sort Dos­sier). Seit 2001 ist sie freie Jour­na­lis­tin in Russ­land und Ost­eu­ropa tätig. Neben­bei ist sie als Jour­na­lis­mus­do­zen­tin an der Ham­burg Media School tätig. Als freie Jour­na­lis­tin und im Auf­trag ver­schie­de­ner Auf­trag­ge­ber wie  Geo, Brand eins, Die Zeit oder taz bereiste sie Kasach­stan, China, Nord­ko­rea  und ver­schie­dene Regio­nen Russ­lands. Bekannt gewor­den ist sie vor allem durch ihr Erfolgs­buch „Sibirski Punk“ – eine fak­ten­rei­che und span­nende Rei­se­r­e­por­tage, in der sie sich auf den Weg von Ham­burg über Nowo­si­birsk bis hin­ter den Bai­kal­see begibt, die geheim­nis­volle „rus­si­sche Seele“ auf­zu­spü­ren. Auf deut­sch-rus­si­sche See­len­wan­der­schaft geht die Auto­rin in ihrem zwei­ten Buch „Die Chaus­see der Enthu­si­as­ten. Eine Reise durch das rus­si­sche Deutsch­land“ (2008).  Eine Reise, die auch mit ihrer eige­nen Fami­li­en­ge­schichte ver­bun­den ist. Auf einem Fami­li­en­fest erfährt sie uner­war­tet, dass sie russ­land­deut­sche Ver­wandt­schaft hat. Als sie danach beginnt, sich näher mit der Fami­li­en­ge­schichte zu befas­sen, stellt sie fest, dass sie ein „rus­si­sches“ Kapi­tel hat. Ihr Urgroß­va­ter – ein Wol­ga­deut­scher — kam am Anfang des 2. Welt­krie­ges nach Deutsch­land. Seine Geschwis­ter wur­den nach Kasach­stan depor­tiert und kamen dann in den 90er Jah­ren als Spät­aus­sied­ler mit Kin­dern und Enkeln nach Deutsch­land. Kon­fron­tiert mit der eige­nen Fami­li­en­ge­schichte und der Debatte über das Zuwan­de­rungs­ge­setz in Deutsch­land, wollte Merle Hilbk sich inten­si­ver mit der rus­sisch­spra­chi­gen Kul­tur in Deutsch­land befas­sen. Her­aus­ge­kom­men ist eine Rei­se­r­e­por­tage, die ebenso span­nend wie erkennt­nis­reich ist. Das Buch beschäf­tigt sich mit dem Innen­le­ben und den Lebens­um­stän­den von Men­schen aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­union und zeigt viele Facet­ten des neuen deut­sch-rus­si­schen Lebens. Auf vie­len Sta­tio­nen quer durch Deutsch­land por­trä­tiert die Auto­rin zahl­rei­che Deut­sche aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­union und rus­si­sche Juden in ihrem neuen All­tag. Dabei erzählt Hilbk nicht nur von zer­rüt­te­ten Fami­lien oder geplatz­ten Träu­men. In ihrem Buch fin­den sich auch zahl­rei­che Bei­spiele für eine erfolg­rei­che Inte­gra­tion, für eine erfolg­ver­spre­chende Annä­he­rung zwi­schen Ein­hei­mi­schen und Zuwan­de­rern.

Ehrengabe – Agnes Gossen-Giesbrecht

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Ehren­gabe des Russ­land­deut­schen Kul­tur­prei­ses des Lan­des Baden-Würt­tem­berg

Agnes Gos­sen-Gies­brecht: „Die deut­schen Auto­ren aus Russ­land sind das Sprach­rohr der Russ­land­deut­schen“

Die Lyri­ke­rin und Essay­is­tin Agnes Gies­brecht (geb. Gos­sen) wurde 1953 im russ­land­deut­schen Dorf Podolsk, Gebiet Oren­burg, gebo­ren. Schon in ihrer frü­hen Kind­heit ent­wi­ckelte sie eine Liebe zum Buch und zum geschrie­be­nen Wort, ver­fasste seit der Schul­zeit Gedichte, haupt­säch­lich in rus­si­scher Spra­che. Zu Hause sprach man Platt­deut­sch. Agnes stu­dierte Sla­wis­tik an der Päd­ago­gi­schen Hoch­schule Oren­burg und Biblio­theks­we­sen im Nord­kau­ka­sus, unter­rich­tete anschlie­ßend die rus­si­sche Spra­che und Lite­ra­tur im Gebiet Oren­burg unad im Nord­kau­ka­sus, war als Biblio­the­ka­rin und gleich­zei­tig als frei­schaf­fende Jour­na­lis­tin tätig, lei­tete einen Lite­ra­turzir­kel. Seit 1989 lebt Agnes Gos­sen-Gies­brecht in Deutsch­land und arbei­tet als Biblio­the­ka­rin an der Uni­ver­si­tät in Bonn. Neben dem Haupt­be­ruf unter­rich­tet sie Rus­si­sch an der Volks­hoch­schule, enga­giert sich bei der Bon­ner Platt­deut­schen Initia­tive, der Bon­ner Werk­statt Krea­ti­ves Schrei­ben und in der Gesell­schaft Prus­sia, „bas­telt“ am Pro­jekt „Lite­ra­tur­brü­cke Bonn-Kali­nin­grad“. 1995 grün­dete sie mit ande­ren Gleich­ge­sinn­ten den Lite­ra­tur­k­ries der Deut­schen aus Russ­land e.V. und lei­tete ihn rund 12 Jahre. In die­ser Zeit ent­wi­ckelte sich der Freun­des­kreis von ursprüng­lich 14 Auto­ren zu einem Bun­des­ver­band mit über 90 Mit­glie­dern. Als Vor­sit­zende hat sie zahl­rei­che Ver­an­stal­tun­gen orga­ni­siert und „Geburts­hel­fe­rin“ bei vie­len Publi­ka­tio­nen gewe­sen. „Es war für mich nie so wich­tig, eine Vor­sit­zende zu sein. Wich­tig war immer, dass sich etwas bewegt, dass die russ­land­deut­sche Lite­ra­tur in Deutsch­land prä­sent wird. Es war mehr Ver­ant­wor­tung als Ehre und außer­dem eine rie­sige Auf­gabe, die nur dank immer neuen Kon­tak­ten und der Unter­stüt­zung vie­ler Auto­ren mach­bar war“, sagt sie rück­bli­ckend.