Literaturkreis der Deutschen aus Russland

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Das Eigene und das Fremde kennen lernen – russlanddeutsche Autoren treten aus ihrem eigenen Schatten. Literaturkreis der Deutschen aus Russland vor zehn Jahren gegründet

Durch enge Zusammenarbeit in Projekten wollen der Literaturkreis der Deutschen aus Russland e.V. (Vorsitzende Agnes Giesbrecht) und der Geest-Verlag (Alfred Büngen, Vechta-Langförden) den Austausch zwischen den Neubürgern und den bundesdeutschen Bürgern fördern. Das soll nicht nur ein besseres gegenseitiges Verstehen erbringen, sondern auch zur Bekanntmachung der Literatur von deutschen Autoren aus der ehemaligen Sowjetunion beitragen. Eben ist im Geest-Verlag das Buch „Kindheit in Russland“ erschienen. Damit wollen die russlanddeutschen Autoren vor allem in den Schullesungen die Kindheitswege der Russlanddeutschen zeigen und für besseres Verständnis der Mentalität der Russlanddeutschen und bessere Akzeptanz werben.

Kulturpreis Dr. Elena Seifert

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Russlanddeutscher Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg

Dr. Elena Seifert: „Die Literatur der Russlanddeutschen sollte zu einer Fiktion verkümmern, hat sich aber in ein Phänomen verwandelt“


„Die Russlanddeutschen als Ethnie sind eine paradoxe Erscheinung, es ist eine junge Volksgruppe, die genetisch zu einer reifen deutschen Ethnie aufsteigt“, behauptet Dr. Elena Seifert – Literaturwissenschaftlerin, Dichterin, Prosaikerin, Publizistin und Kinderbuchschriftstellerin aus Moskau. Die begnadete Autorin und Dozentin für Theorie und Geschichte der Literatur ist mehrfache Preisträgerin von Literaturwettbewerben, Herausgeberin von  Literatursammelbänden und Almanachen. Sie ist Autorin von mehr als 150 wissenschaftlichen Abhandlungen und Studien, darunter Monographien und Unterrichtsmaterialien für Schulen und Universitäten. Sie schreibt für mehrere Periodika in Russland und im Ausland, in den letzten zehn Jahren vermehrt zu Themen der russlanddeutschen Literatur. Seifert ist Mitglied der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen, der Wissenschaftlichen Vereinigung der Deutschen Kasachstans sowie Vorsitzende und Jurymitglied verschiedener Literaturwettbewerbe. 2007 wurde sie von Dr. Christoph Bergner, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, für ihren „herausragenden Beitrag zur Erhaltung und Entwicklung der deutschen Ethnie in Kasachstan“ ausgezeichnet.

Rede Dr. Elena Seifert

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Dr. Elena Seifert – Hauptpreis des Russlanddeutschen Kulturpreises des Landes Baden-WürttembergRede bei der Preisverleihung am 22.10.2010 im Weißen Saal des Neuen Schlosses Stuttgart

 

Sehr geehrter Herr Minister Rech,

meine sehr geehrten Damen und Herren!

Es ist mir eine besondere Ehre, hier zu sein und zu Ihnen sprechen zu dürfen. Ich freue mich sehr über die Auszeichnung mit dem Hauptpreis des Russlanddeutschen Kulturpreises des Landes Baden- Württemberg für meine Monographie zum Thema: „Genre und ethnisches Bild in der Poesie der Russlanddeutschen in der zweiten Hälfte des 20. – Anfang des 21. Jahrhunderts”. Eingangs mein herzlicher Dank an den Verleger Robert Burau und Irina Leinonen, der Ehegattin des Dichters Robert Leinonen, sowie viele andere Landsleute, die mich bei meiner Forschung und Arbeit selbstlos unterstützt haben.

Einige Wissenschaftler sind der Meinung, die russlanddeutsche Literatur sei eine Fiktion, doch ich nenne sie ein Phänomen. Denn nur ein Phänomen kann unter unerträglichen Bedingungen überleben.

Interview mit Dr. Elena Seifert

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„Die Literatur der Russlanddeutschen sollte zu einer Fiktion verkümmern, hat sich aber in ein Phänomen verwandelt“

Dr. Elena Seifert: Literatur und ihre Gattungen widerspiegeln das ethnische Weltbild einer Volksgruppe

„Die Russlanddeutschen als Ethnie sind eine paradoxe Erscheinung, es ist eine junge Volksgruppe, die genetisch zu einer reifen deutschen Ethnie aufsteigt“, sagt Dr. Elena Seifert  – Literaturwissenschaftlerin, Kritikerin, Prosaikerin, Dichterin und Kinderbuchschriftstellerin aus Moskau. Die begnadete Autorin und Dozentin ist außerdem Preisträgerin einer Reihe von Literaturwettbewerben und Literaturpreisen, Verfasserin einiger Monographien, mehrerer Sammelbände und Literaturalmanache. Ihre Doktordissertation zur Poesie der Russlanddeutschen der Nachkriegszeit liegt der Monographie „Genre und das ethnische Bild in der Poesie der Russlanddeutschen der zweiten Hälfte des 20. – Anfang des 21. Jh.“ Zugrunde, die 2009 im BMV Verlag Robert Burau erschienen ist. Damit beweist sie unter anderem, dass „die Literatur insgesamt kann das ethnische Weltbild widerspiegeln, und die Gattung ein bestimmtes Fragment des Daseinsgeschichte einer Ethnie darstellen“.

Förderpreis – Merle Hilbk

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Förderpreis des Russlanddeutschen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg

Merle Hilbk: „Als Russlandinteressierte hat es mich gefreut, zu erfahren, dass ein Teil meiner Familie selbst aus Russland stammt“

Die Journalistin und Publizistin Merle Hilbk aus Berlin wurde 1969 in Düsseldorf geboren. Nach dem Abitur in Münster studierte sie Jura in Heidelberg. Nach dem Zeitungsvolontariat bei der „Badischen Zeitung“ in Freiburg arbeitete sie als Redakteurin beim Spiegel (Deutschland-Ressort) und bei der Zeit (Ressort Dossier). Seit 2001 ist sie freie Journalistin in Russland und Osteuropa tätig. Nebenbei ist sie als Journalismusdozentin an der Hamburg Media School tätig. Als freie Journalistin und im Auftrag verschiedener Auftraggeber wie  Geo, Brand eins, Die Zeit oder taz bereiste sie Kasachstan, China, Nordkorea  und verschiedene Regionen Russlands. Bekannt geworden ist sie vor allem durch ihr Erfolgsbuch „Sibirski Punk“ – eine faktenreiche und spannende Reisereportage, in der sie sich auf den Weg von Hamburg über Nowosibirsk bis hinter den Baikalsee begibt, die geheimnisvolle „russische Seele“ aufzuspüren. Auf deutsch-russische Seelenwanderschaft geht die Autorin in ihrem zweiten Buch „Die Chaussee der Enthusiasten. Eine Reise durch das russische Deutschland“ (2008).  Eine Reise, die auch mit ihrer eigenen Familiengeschichte verbunden ist. Auf einem Familienfest erfährt sie unerwartet, dass sie russlanddeutsche Verwandtschaft hat. Als sie danach beginnt, sich näher mit der Familiengeschichte zu befassen, stellt sie fest, dass sie ein „russisches“ Kapitel hat. Ihr Urgroßvater – ein Wolgadeutscher – kam am Anfang des 2. Weltkrieges nach Deutschland. Seine Geschwister wurden nach Kasachstan deportiert und kamen dann in den 90er Jahren als Spätaussiedler mit Kindern und Enkeln nach Deutschland. Konfrontiert mit der eigenen Familiengeschichte und der Debatte über das Zuwanderungsgesetz in Deutschland, wollte Merle Hilbk sich intensiver mit der russischsprachigen Kultur in Deutschland befassen. Herausgekommen ist eine Reisereportage, die ebenso spannend wie erkenntnisreich ist. Das Buch beschäftigt sich mit dem Innenleben und den Lebensumständen von Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion und zeigt viele Facetten des neuen deutsch-russischen Lebens. Auf vielen Stationen quer durch Deutschland porträtiert die Autorin zahlreiche Deutsche aus der ehemaligen Sowjetunion und russische Juden in ihrem neuen Alltag. Dabei erzählt Hilbk nicht nur von zerrütteten Familien oder geplatzten Träumen. In ihrem Buch finden sich auch zahlreiche Beispiele für eine erfolgreiche Integration, für eine erfolgversprechende Annäherung zwischen Einheimischen und Zuwanderern.

Ehrengabe – Agnes Gossen-Giesbrecht

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Ehrengabe des Russlanddeutschen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg

Agnes Gossen-Giesbrecht: „Die deutschen Autoren aus Russland sind das Sprachrohr der Russlanddeutschen“

Die Lyrikerin und Essayistin Agnes Giesbrecht (geb. Gossen) wurde 1953 im russlanddeutschen Dorf Podolsk, Gebiet Orenburg, geboren. Schon in ihrer frühen Kindheit entwickelte sie eine Liebe zum Buch und zum geschriebenen Wort, verfasste seit der Schulzeit Gedichte, hauptsächlich in russischer Sprache. Zu Hause sprach man Plattdeutsch. Agnes studierte Slawistik an der Pädagogischen Hochschule Orenburg und Bibliothekswesen im Nordkaukasus, unterrichtete anschließend die russische Sprache und Literatur im Gebiet Orenburg unad im Nordkaukasus, war als Bibliothekarin und gleichzeitig als freischaffende Journalistin tätig, leitete einen Literaturzirkel. Seit 1989 lebt Agnes Gossen-Giesbrecht in Deutschland und arbeitet als Bibliothekarin an der Universität in Bonn. Neben dem Hauptberuf unterrichtet sie Russisch an der Volkshochschule, engagiert sich bei der Bonner Plattdeutschen Initiative, der Bonner Werkstatt Kreatives Schreiben und in der Gesellschaft Prussia, „bastelt“ am Projekt „Literaturbrücke Bonn-Kaliningrad“. 1995 gründete sie mit anderen Gleichgesinnten den Literaturkries der Deutschen aus Russland e.V. und leitete ihn rund 12 Jahre. In dieser Zeit entwickelte sich der Freundeskreis von ursprünglich 14 Autoren zu einem Bundesverband mit über 90 Mitgliedern. Als Vorsitzende hat sie zahlreiche Veranstaltungen organisiert und „Geburtshelferin“ bei vielen Publikationen gewesen. „Es war für mich nie so wichtig, eine Vorsitzende zu sein. Wichtig war immer, dass sich etwas bewegt, dass die russlanddeutsche Literatur in Deutschland präsent wird. Es war mehr Verantwortung als Ehre und außerdem eine riesige Aufgabe, die nur dank immer neuen Kontakten und der Unterstützung vieler Autoren machbar war“, sagt sie rückblickend.

Tage der Russlanddeutschen Kultur in Berlin

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„Kultur bildet und stärkt die Integration“

Tage der Russlanddeutschen Kultur in Berlin
Unter dem anspruchsvollen Motto „Kultur bildet und stärkt die Integration“ fanden vom 9. bis 23. Oktober zum 14. Mal die traditionellen Tage der russlanddeutschen Kultur in Berlin statt, durchgeführt von der Landesgruppe Berlin-Brandenburg der Landsmannschaft.