Kulturprogramm 2016 – „Museum am Sonntag“

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Link zum Ver­an­stal­tungs­ka­len­der

Kulturprogramm 2016 – „Museum am Sonntag“

Viktor Krieger

Herzliche Einladung zum Vortrag

Was bedeutet Deportation in der Geschichte der Russlanddeutschen? “

Es sind nun 75. her, dass in der Zeit von 1941 bis 1945 über 1,2 Mio Deut­sche in der Sowjet­uni­on aus dem euro­päi­schen Teil in den Osten, hin­ter das Ural-Gebir­ge depor­tiert wor­den sind. Zu die­sem The­ma wur­de in der Sowjet­zeit wenig recher­chiert und berich­tet. Das Muse­um für russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te sieht sich ver­pflich­tet dar­an mit einem Vor­trag von Dr. Vik­tor Krie­ger zu geden­ken, der als ers­ter schon 1989 in der UdSSR dar­über einen ers­ten Arti­kel ver­öf­fent­lich­te.

Zentrale Gedenkveranstaltung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland

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FriedlandbildFried­land, 12. Sep­tem­ber 2015,
14 Uhr:

Die zen­tra­le Gedenk­ver­an­stal­tung der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land fin­det wie schon in den letz­ten Jah­ren auf dem Gelän­de des Grenz­durch­gangs­la­gers Fried­land statt.

Die Schirm­herr­schaft hat der Minis­ter­prä­si­dent des Lan­des Nie­der­sach­sen, Ste­phan Weil (SPD), über­nom­men. Die Orga­ni­sa­ti­on liegt erneut in den Hän­den der Lan­des­grup­pe Nie­der­sach­sen mit ihrer Vor­sit­zen­den Lil­li Bisch­off. Als Schwer­punkt für die Ver­an­stal­tung wur­de das The­ma

Erin­ne­rung bewah­ren – neue Hei­mat
mit­ge­stal­ten: 250 Jah­re
russ­land­deut­scher
Geschich­te“

gewählt.

Gelungene Integration: Erfolgs-Story Russlanddeutsche

Video
Die Familie Schaufler aus Netphen in den 80er Jahren (Bildrechte: wdr)

Die Fami­lie Schauf­ler aus Net­phen in den 80er Jah­ren (Bild­rech­te: WDR)

In Deutsch­land reden wir oft über miss­lun­ge­ne Inte­gra­ti­on, über Par­al­lel­wel­ten, die ent­stan­den sind. Es scheint oft schwie­rig zu sein, die Men­schen, die zu uns nach Deutsch­land kom­men, in unse­re Gesell­schaft auf­zu­neh­men. Heim­li­ch, still und lei­se hat aller­dings in den ver­gan­ge­nen Jah­ren eine Inte­gra­ti­on statt­ge­fun­den, die kei­ner mehr im Bli­ck hat­te – näm­li­ch die der rund 4,5 Mil­lio­nen Russ­land­deut­schen, die als Aus­sied­ler oder Spät­aus­sied­ler nach dem Krieg bis in die 90er Jah­re nach Deutsch­land gekom­men sind.

Link zum WDR-Arti­kel und Vide­obei­trag

Trotz vie­ler anfäng­li­cher Vor­ur­tei­le sei die Inte­gra­ti­on der Russ­land­deut­schen eine Erfolgs­ge­schich­te gewor­den – das sagt eine aktu­el­le Stu­die des Bun­des­am­tes für Migra­ti­on. Die Fami­lie Schauf­ler aus Net­phen ist eine sol­che Fami­lie. Ende der 80er Jah­re kamen sie nach Deutsch­land und die Schauf­lers sagen: Sie sind ange­kom­men.

Link zur BAMF-Stu­die

Auto­rin: Anke Bösen­berg
Stand: 05.03.2015

WDR — West­deut­scher Rund­funk


Rudolf Schauf­ler ist Vor­sit­zen­der der Kreis- und Orts­grup­pe Sie­gen-Witt­gen­stein der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land e.V

 

SONDERSIEDLER IN DER KOMI ASSR — СПЕЦПОСЕЛЕНЦЫ В КОМИ АССР

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Liebe Landsleute!

Eini­ge von Ihnen wer­den es wis­sen, dass die Stif­tung „Pokaja­nie“ („Reue“) in Syktyv­kar ein Mar­ty­ro­lo­gi­um der Opfer der poli­ti­schen Repres­sio­nen in der Repu­blik Komi erstellt und 9 Bän­de (13 Bücher) ver­öf­fent­licht hat. Dar­in sind die Insas­sen der ver­schie­de­nen Zwangs­ar­beits­la­ger, die auf dem Gebiet der Repu­blik exis­tier­ten, mit Kurz­bio­gra­phien auf­ge­führt. In jedem Band ist auch eine Rei­he von Doku­men­ten ent­hal­ten, die das Lager­le­ben betref­fen.

Geschichte und Erinnerung

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Geschich­te und Erin­ne­rung

1763 erließ die Zarin Katha­ri­na II. das Ein­la­dungs­ma­ni­fest für Sied­ler im rus­si­schen Zaren­reich. 2013 wer­den es 250 Jah­re sein – ein bedeu­ten­des Datum für Deut­sche aus und in den Nach­fol­ge­staa­ten der Sowjet­uni­on. Im Gna­den­pri­vi­leg Pauls I. (1796–1801) vom 6.9.1800 wur­den den Men­no­ni­ten noch zusätz­li­che Vor­rech­te ein­ge­räumt (Befrei­ung vom Kriegs- und Zivil­dienst für alle Zei­ten, kei­ne Eides­leis­tung vor Gericht, Gewer­be­frei­heit etc.). Das Mani­fest Alex­an­ders I. (1801 –1825) vom 20.02.1804 leg­te beson­de­ren Wert auf Ein­wan­de­rer, die gute Land­wir­te, Hand­wer­ker, Win­zer oder Vieh­züch­ter waren.

Deut­sche aus Russ­land, die jetzt nach Deutsch­land kom­men oder bereits seit eini­gen Jahr­zehn­ten hier leben, sind fast aus­schließ­li­ch Nach­kom­men der Aus­wan­de­rer aus Hes­sen, Rhein­hes­sen, Pfalz, Würt­tem­berg, Baden, Elsass und Bay­ern, die zur Zeit der Zarin Katha­ri­na II. (1729–1796) und ihres Enkels Alex­an­der I. (1777–1825) nach Russ­land auf­bra­chen. In die Regent­schaft der bei­den Zaren fal­len die drei wich­tigs­ten Aus­wan­de­rungs­wel­len aus Deutsch­land nach Russ­land, der Zug an die Wol­ga über­wie­gend aus Rhein­hes­sen und Pfalz (ab 1764), der Zug an den Dnjepr (ab 1789) und der Zug ans Schwar­ze Meer Würt­tem­berg, Baden, Elsass und Bay­ern (ab 1803). Die ursprüng­li­che Ansied­lung von Deut­schen in Sibi­ri­en und Mit­tel­asi­en erfolg­te spä­ter. Sie wur­de vor allem um die Jahr­hun­dert­wen­de 1900 not­wen­dig, als das Land für die Deut­schen im euro­päi­schen Russ­land knapp gewor­den war. Eine beson­de­re Grup­pe bil­de­ten die Wol­hy­ni­en­deut­schen, die sich zu ver­schie­de­nen Zei­ten im 19. Jahr­hun­dert in pol­ni­sch-rus­si­schen Grenz­re­gio­nen nie­der­lie­ßen.

Die nach­fol­gen­den Rubri­ken bie­ten umfas­sen­de Infor­ma­tio­nen über Geschich­te und Kul­tur der Russ­land­deut­schen, die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land, For­schungs­in­sti­tu­tio­nen und Ver­ei­ne, Muse­en, Samm­lun­gen und pri­va­te Archi­ve von Lands­leu­ten sowie Rei­sen und Ein­drü­cke aus den ehe­ma­li­gen Sied­lungs­ge­bie­ten.

Russlanddeutsche

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Zeit­ta­fel von der Aus­wan­de­rung nach Russ­land bis zur Grün­dung der Lands­mann­schaft

1756–1763

Sie­ben­jäh­ri­ger Krieg, u. a. Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Preu­ßen und Ruß­land.

5.1.1762

Tod der Zarin Eli­sa­be­th I., Nach­fol­ger Zar Peter III., Enkel Peters des Gro­ßen. Mit ihm setzt sich die Roma­now-Dynas­tie in der rein deut­schen Linie Roma­now-Hol­stein-Got­torp (Schles­wig) fort. Er hei­ra­tet 1745 als Her­zog Karl Peter Ulrich von Hol­stein-Got­torp (Haus Olden­burg) die Prin­zes­sin Sophie Frie­de­ri­ke Augus­te von Anhalt-Zerbst.

19.6.1762

Frie­dens­schluß zwi­schen Preu­ßen und Ruß­land.

17.7.1762

Ermor­dung von Peter III. Sei­ne Gat­tin steigt als Katha­ri­na II. auf den rus­si­schen Thron.

22.7.1763

Mani­fest von Katha­ri­na II. der Gro­ßen mit dem Auf­ruf an Aus­län­der zur Ein­wan­de­rung nach Ruß­land.

19.3.1764

Kolo­ni­al­ko­dex: Fest­le­gung der Agrar­ord­nung in den Kolo­ni­al­ge­bie­ten.

1764–1768

Mas­sen­an­sied­lung im Wol­ga­ge­biet; die Ein­wan­de­rer stam­men über­wie­gend aus Hes­sen.

29.6.1764

Nish­na­ja Dobrin­ka wird als ältes­te wol­ga­deut­sche Kolo­nie gegrün­det, 1765 Bal­zer.

1765

Anhän­ger der Herrn­hu­ter Brü­der­ge­mein­de, 1727 ent­stan­den in der säch­si­schen Ober­lau­sitz, las­sen sich in Sarep­ta, nahe Zary­zin, mit der Auf­ga­be der Kal­mü­cken­mis­si­on nie­der.

1765–1767

Anla­ge der “Nörd­li­chen Kolo­ni­en” im Umkreis von St. Peters­burg durch Hes­sen, Preu­ßen, Würt­tem­ber­ger (Schwa­ben) und Bade­ner.

1765–1766

Grün­dung von Rie­ben­dorf bei Woro­nesh durch Schwa­ben und der Belo­wesh-Kolo­ni­en bei Tscher­ni­gow durch Hes­sen und Rhein­län­der.

1782–1783

Deut­sche Kolo­nis­ten aus der Dan­zi­ger Gegend sie­deln im Schwarz­meer­ge­biet, 1782 bei Cher­son, 1783 bei Jeka­te­ri­noslaw (Dnjepro­pe­trow­sk).

1786–1789

Grün­dung von Alt-Dan­zig (1786), Fischer­dorf und Josef­stal bei Jeka­te­ri­noslaw durch Preu­ßen und Schwa­ben.

1787–1791

West­preu­ßi­sche Men­no­ni­ten grün­den sechs Nie­der­las­sun­gen in Wol­hy­ni­en.

Juni 1789

Men­no­ni­ten wan­dern nach “Neu­ruß­land” ein und grün­den Chor­titza (“Iltis­bau”) am Dnjep­ru­fer. In St. Peters­burg leben rund 17.000 Deut­sche.

1794

Grün­dung der Hafen­stadt Odes­sa.

6.9.1800

Gna­den­pri­vi­leg Pauls I. zuguns­ten der Men­no­ni­ten; dana­ch grün­den sie die Halb­städ­ter Kolo­ni­en und Gna­den­feld.

1802–1859

Fast 110.000 Deut­sche wan­dern in den Süd­en Ruß­lands (Schwarz­meer­ge­biet) ein, dar­un­ter ein hoher Anteil von Schwa­ben (Würt­tem­ber­ger) und Ale­man­nen (Elsäs­ser und Bade­ner).

1803

Ansied­lung von Deut­schen (meist Schwa­ben) in Odes­sa. Grün­dung einer evan­ge­li­schen Gemein­de. Groß­lie­ben­ta­ler Kolo­nie und Neu­satz auf der Krim von Schwa­ben aus Calw gegrün­det.

20.2.1804

Mani­fest Alex­an­ders I. Ein­la­dung zur Ansied­lung Deut­scher im Schwarz­meer­ge­biet; Frei­stel­lung vom Mili­tär.

1804

Pri­schi­ber Kolo­ni­en in Tau­ri­en bei Halb­stadt und Lie­ben­ta­ler Kolo­ni­en bei Odes­sa durch Bade­ner, Elsäs­ser, Pfäl­zer und Schwa­ben gegrün­det.

1804–1810

Schwa­ben, Bade­ner, Elsäs­ser und Schwei­zer sie­deln auf der Krim.

1808–1809

Kut­schur­ga­ner und Glücks­ta­ler Kolo­ni­en im Odes­sa­ge­biet von Bade­nern, Elsäs­sern und Pfäl­zern gegrün­det.

1809–1817

Beresa­ner Kolo­nie; unter den Sied­lern sind auch Bay­ern.

1812–1813

Vater­län­di­scher Krieg. Tür­kei muß Bes­sa­ra­bi­en an Ruß­land abtre­ten. Napo­leon zieht in Mos­kau ein und wird anschlie­ßend geschla­gen.

1814–1815

Wie­ner Kon­greß (“Neu­ord­nung Euro­pas”); Zar Alex­an­der I. erhält als König von Polen das Gebiet War­schau (“Kon­greß-Polen”).

1814–1824

Deut­sche Ansied­lung in Bes­sa­ra­bi­en. Die Ein­wan­de­rer bestehen haupt­säch­li­ch aus Schwa­ben, Pfäl­zern, Bay­ern, Meck­len­bur­gern, Pom­mern, Schle­si­ern, Bran­den­bur­gern, Deut­schen aus dem War­schau­er Raum sowie eini­gen Sach­sen. Grün­dung von Wit­ten­berg (1814) und Leip­zig (1815).

1816–1861

West­preu­ßen, Rhein­län­der, Pfäl­zer und Schwa­ben wan­dern in Wol­hy­ni­en ein.

1816–1818

Land­nah­me von schwä­bi­schen Sepa­ra­tis­ten im Süd­kau­ka­sus.

1822–1831

Schwa­ben grün­den Kolo­ni­en bei Berdjansk.

1823–1832

Katho­li­ken und Luthe­ra­ner, vor­wie­gend aus Schwa­ben, grün­den die Pla­ner, Gru­nau­er und Mari­u­po­ler Kolo­ni­en am Nord­rand des Asow­schen Mee­res.

1831

Grün­dung von Neu-Stutt­gart im Kau­ka­sus.

9.11.1838

Zar Niko­laus I. bestä­tigt die Pri­vi­le­gi­en der Kolo­nis­ten.

1842

Kodi­fi­zie­rung aller Frei­hei­ten, Pflich­ten und Rech­te der Kolo­nis­ten; Ver­lei­hung der Bür­ger­rech­te im gan­zen Zaren­reich.

1853–1856

Krim­krieg. Ruß­land erlei­det emp­find­li­che Ein­bu­ßen. 1855 Fall von Sewas­to­pol.

1854–1861

Men­no­ni­ten aus West­preu­ßen grün­den Kolo­ni­en bei Sama­ra.

1861

Auf­he­bung der Leib­ei­gen­schaft über die rus­si­schen Bau­ern.

1863

Ein­wan­de­rung von Schle­si­ern und War­schau-Deut­schen nach Wol­hy­ni­en. Hier­mit endet 100 Jah­re nach dem Mani­fest von Katha­ri­na II. im gro­ßen und gan­zen die deut­sche Ein­wan­de­rung nach Ruß­land.

1867

2. Sla­wen­kon­greß in Mos­kau; Erstar­ken des Pan­sla­wis­mus (1826 von J. Her­kel gepräg­ter Begriff) unter rus­si­scher Füh­rung.

1869–1873

Kro­nau-Orloff, Toch­ter­ko­lo­ni­en von Pri­schi­ber und Halb­städ­ter Men­no­ni­ten, gegrün­det.

18.1.1871

Grün­dung des Deut­schen Rei­ches durch Bis­marck.

4.6.1871

Auf­he­bung des Kolo­ni­al­sta­tuts durch die Zaren­re­gie­rung Alex­an­ders II. Abschaf­fung der Selbst­ver­wal­tung der deut­schen Gebie­te. Beginn der Aus­wan­de­rung nach Nord­ame­ri­ka.

1872–1873

Rund 13.000 Men­no­ni­ten wan­dern nach Nord­ame­ri­ka aus.

13.1.1874

All­ge­mei­ne Wehr­pflicht ein­ge­führt. Den Men­no­ni­ten bie­tet man als Ersatz den Dienst im Forst­we­sen an.

1874

Ver­mehr­te Aus­wan­de­rung nach Nord- und Süd­ame­ri­ka.

1877–1878

Rus­si­sch-tür­ki­scher Krieg. Ers­ter poli­ti­scher Erfolg des Pan­sla­wis­mus. Deut­sch-rus­si­sche Ent­frem­dung.

1879

Lage der Deut­schen in Ruß­land durch Bünd­nis Deutsch­lands mit öster­reich ver­schlech­tert.

13.3.1881

Thron­be­stei­gung Alex­an­ders III. Nach der Ermor­dung Alex­an­ders II. begin­nen­de Rus­si­fi­zie­rung durch einen offen gegen Deutsch­land gerich­te­ten “Pan­rus­sis­mus”.

1882

Deut­sche Sied­lun­gen (Toch­ter­ko­lo­ni­en) bei Pisch­pek (Frun­se) und Aulie-Ata (Dsham­bul) in Rus­si­sch-Tur­kestan.

1884

Deut­sche Sied­lun­gen bei Chi­wa süd­li­ch des Aral­sees.

1885

Grün­dung der evan­ge­li­sch-luthe­ri­schen Kir­che in Tasch­kent.

1887

Mani­fest Alex­an­ders III.: “Ruß­land muß den Rus­sen gehö­ren.”

1891

Obli­ga­to­ri­sche Ein­füh­rung des Rus­si­schen als Unter­richts­spra­che an den Schu­len.

1893

Eine Wel­le des “Rus­sis­mus” setzt ein. Die Namen der deut­schen Sied­lungs­ge­bie­te wer­den teil­wei­se rus­si­fi­ziert.

1894

Der letz­te rus­si­sche Zar Niko­laus II. aus dem Hau­se Roma­now-Hol­stein-Got­torp gelangt auf den Thron. Deut­sche Sied­lun­gen (Toch­ter­ko­lo­ni­en) bei Oren­burg.

1895

Deut­sche Sied­lun­gen bei Akmo­linsk (Zeli­no­grad) in der kasa­chi­schen Step­pe.

1897

Nach einer Volks­zäh­lung leben 390.000 Deut­sche an der Wol­ga, 342.000 im Süd­en Ruß­lands, 237.000 im Wes­ten Ruß­lands und 18.000 in Mos­kau.

1901–1911

Rund 105.000 deut­sche Sied­ler wan­dern aus Ruß­land nach Ame­ri­ka aus.

1903

Ver­bot der deut­schen Ansied­lung in Tur­kestan. Juden­po­gro­me in Bes­sa­ra­bi­en (Kischin­jow).

1904–1905

Rus­si­sch-japa­ni­scher Krieg. Nie­der­la­ge Ruß­lands führt zu teil­wei­ser Libe­ra­li­sie­rung. Sied­lungs­strom nach Sibi­ri­en in die Gebie­te Omsk und Tomsk.

1906–1910

Agrar­re­form durch Minis­ter­prä­si­dent Sto­lyp­in (ermor­det am 18.9.1911 in Kiew).

1906–1907

Deut­sche Sied­lun­gen bei Ufa im Westu­ral (1906) und bei Akt­ju­binsk im Süd­u­ral (1907).

1908

Geschlos­se­nes deut­sches Sied­lungs­ge­biet bei Slaw­go­rod in der Kul­un­da-Step­pe.

1909

Gemäß dem Stolypin’schen Gesetz wan­dern mas­sen­wei­se neue Sied­ler nach West­si­bi­ri­en und Nord­tur­kestan und grün­den neue Toch­ter­ko­lo­ni­en (Paw­lo­dar, Kara­gan­da, Nowo­si­birsk, Kras­no­jarsk, Irkutsk u.a.).

1914

Nach einer Volks­zäh­lung leben in Ruß­land ins­ge­samt 2.416.290 Deut­sche. Ohne das Bal­ti­kum, Ost­po­len und Wol­hy­ni­en sind es allein in Zen­tral­ruß­land über 1.700.000 Deut­sche.

1.8.1914

Beginn des I. Welt­krie­ges. Das Deut­sche Reich wird zum Feind des Zaren­rei­ches erklärt. Etwa 300.000 Deut­sche die­nen trotz­dem in der rus­si­schen Armee. Obwohl sie rus­si­sche Staats­bür­ger sind, wird ihr Grund­be­sitz beschlag­nahmt. Die deut­schen Orts­na­men wer­den 1914 durch rus­si­sche ersetzt.

2.2.1915

Liqui­da­ti­ons­ge­setz: Die im Grenz­strei­fen bis 150 Kilo­me­ter leben­den Deut­schen sol­len nach Sibi­ri­en umge­sie­delt wer­den. Über 50.000 Wol­hy­ni­en­deut­sche wer­den nach Sibi­ri­en ver­schleppt.

27.5.1915

Pogro­me gegen Deut­sche in Mos­kau. Vie­le Geschäf­te wer­den geplün­dert, 40 Deut­sche ver­wun­det, drei ermor­det.

15.3.1917

Abdan­kung Niko­laus II. durch die Febru­ar-Revo­lu­ti­on. Auf­he­bung der Liqui­da­ti­ons­ge­set­ze durch die Pro­vi­so­ri­sche Regie­rung unter Minis­ter­prä­si­dent Lwow.

20.-23.4.1917

Ers­ter gesamt­deut­scher Kon­greß in der Geschich­te der Deut­schen aus Ruß­land in Odes­sa. Grün­dung eines Zen­tral­ko­mi­tees aller Ruß­land­deut­schen (86 Ver­tre­ter der deut­schen Sied­lungs­ge­bie­te aus 15 Gou­ver­ne­ments). 1. Kon­greß der Wol­ga­deut­schen in Sara­tow; 2. Kon­greß der Wol­ga­deut­schen in Schil­ling.

7.11.1917

Bol­sche­wis­ti­sche Okto­ber­re­vo­lu­ti­on in Petro­grad. Beginn der Sowjet­dik­ta­tur Len­ins. Sturz der Pro­vi­so­ri­schen Regie­rung unter Kerens­ki.

3.3.1918

Frie­den von Brest-Litow­sk zwi­schen Deutsch­land und Ruß­land. Repa­tri­ie­rungs­klau­sel zuguns­ten der Ruß­land­deut­schen. Auf Wunsch wer­den von deut­scher Sei­te Schutz­brie­fe an Volks­deut­sche aus­ge­stellt. Davon wis­sen aber nur sehr weni­ge, und es gelingt nur ein­zel­nen Per­so­nen, in den Wes­ten zu kom­men. Ver­zicht Ruß­lands auf das Bal­ti­kum und Polen. Bes­sa­ra­bi­en kommt zu Rumä­ni­en.

April 1918

Schaf­fung eines “Kom­mis­sa­ri­ats für deut­sche Ange­le­gen­hei­ten an der Wol­ga” unter Lei­tung von Ern­st Reu­ter.

1918

Laut einer Volks­zäh­lung leben in Ruß­land 1.621.000 Deut­sche.

16.7.1918

Ermor­dung der Zaren­fa­mi­lie in Jeka­te­r­in­burg.

9.11.1918

Novem­ber­re­vo­lu­ti­on in Deutsch­land. Abschaf­fung der Mon­ar­chie, Abdan­kung von Kai­ser Wil­helm II. Trotz­kis kom­mu­nis­ti­sche “Per­ma­nen­te Welt­re­vo­lu­ti­on” schei­tert in Deutsch­land.

1919

Requi­rie­rung der gesam­ten Ern­te durch die Bol­sche­wi­ken. Auf­stän­de im Odes­sa­er Gebiet gegen die Armee der neu­en Macht­ha­ber. Soge­nann­tes “Rotes Mas­sa­ker” gegen die Bau­ern. Vie­le Män­ner wer­den stand­recht­li­ch erschos­sen.

1920

Schlie­ßung des katho­li­schen Pries­ter­se­mi­nars.

1921–1923

Größ­te Mißern­te und Hun­gers­not, bedingt durch Revo­lu­ti­on, Bür­ger­krieg und Ent­eig­nung. Star­ke Aus­wan­de­rung aus den Sied­lungs­ge­bie­ten. Die Bevöl­ke­rungs­zahl der Deut­schen ver­rin­gert sich um 26,5 Pro­zent.

1921–1927

Neue öko­no­mi­sche Poli­tik (NöP). Vor­über­ge­hen­de Erho­lung in den deut­schen Gebie­ten.

16.4.1922

Rapal­lo-Ver­trag zwi­schen dem Deut­schen Reich und der Rus­si­schen Sozia­lis­ti­schen Föde­ra­ti­ven Sowjet­re­pu­blik (RSFSR) durch Rathen­au und Tschit­sche­rin. Gegen­sei­ti­ger Ver­zicht auf finan­zi­el­le For­de­run­gen und Auf­nah­me von diplo­ma­ti­schen Bezie­hun­gen.

30.12.1922

1. Sowjet­kon­greß ver­kün­det die Bil­dung der “Uni­on der Sozia­lis­ti­schen Sowjet­re­pu­bli­ken”.

16.5.1923

Grün­dung des All­rus­si­schen Men­no­ni­ti­schen Land­wirt­schaft­li­chen Ver­ban­des.

9.11.1923

Erneu­ter Ver­su­ch von Sino­wjew und Radek, in Deutsch­land die “Welt­re­vo­lu­ti­on” fort­zu­set­zen, schei­tert.

16.1.1924

Grün­dung der Auto­no­men Sozia­lis­ti­schen Sowjet­re­pu­blik der Wol­ga­deut­schen (ASS­RdWD) mit der Haupt­stadt Engels (Pokrow­sk).

1926

Laut Volks­zäh­lung leben in der Sowjet­uni­on 1.238.539 Deut­sche. Letz­te Ver­su­che, über Sibi­ri­en und Chi­na nach Ame­ri­ka aus­zu­wan­dern. Die USA stel­len in Wla­di­wos­tok Schif­fe zur Ver­fü­gung. Ein Teil der Flücht­lin­ge wird unter­wegs gestoppt und bei Omsk und Tomsk ange­sie­delt.

1927

Grün­dung des Deut­schen Rayons im Altai­ge­biet. Deut­sche Sied­lun­gen am Amur; das sind zugleich die letz­ten Sied­lungs­neu­grün­dun­gen.

1928

Beginn der Kol­lek­ti­vie­rung, Depor­ta­ti­on der ent­eig­ne­ten Mit­tel­bau­ern in den hohen Nor­den und nach Sibi­ri­en. Schlie­ßung der Kir­chen.

Ende 1929

Rund 14.000 Deut­sche aus allen Tei­len des Lan­des kom­men nach Mos­kau in der Hoff­nung, eine Aus­rei­se­ge­neh­mi­gung zu erhal­ten. Nach lan­gen Ver­hand­lun­gen wer­den 5.671 in Deutsch­land — nur zur Durch­rei­se! — auf­ge­nom­men und nach Nord- und Süd­ame­ri­ka wei­ter­ge­lei­tet. Die ande­ren wer­den gewalt­sam zurück­trans­por­tiert.

1930

50.000 Deut­sche von der ers­ten Mas­sen­de­por­ta­ti­on betrof­fen.

1932–1933

Zwei­te sowje­ti­sche Mißern­te als Fol­ge von Zwangs­kol­lek­ti­vie­rung und Ent­eig­nung. Unge­zähl­te Deut­sche an der Wol­ga und in der Ukrai­ne ster­ben den Hun­ger­tod.

1933–1939

Ter­ror­wel­le sichert Sta­l­ins Allein­herr­schaft. Das Mos­kau­er Hotel “Lux” wird Exil­ort deut­scher Kom­mu­nis­ten aus dem Mut­ter­land.

1935

600 Deut­sche wer­den aus Aser­bai­dschan nach Kare­li­en depor­tiert.

1936

Ver­band der Deut­schen aus Ruß­land e.V. in Deutsch­land gegrün­det.

1937

Sämt­li­che deut­sche Kir­chen ent­weiht; kein deut­scher Pfar­rer mehr im Amt.

1937–1938

Dun­kels­tes Kapi­tel für die Ruß­land­deut­schen in der Vor­kriegs­zeit. Zahl­rei­che Todes­op­fer unter der deut­schen Bevöl­ke­rung wäh­rend der sta­li­nis­ti­schen “Säu­be­run­gen”.

1938

In allen deut­schen Schu­len außer­halb der Wol­ga­deut­schen Repu­blik wird Rus­si­sch bzw. Ukrai­ni­sch als Unter­richts­spra­che ein­ge­führt.

1938–1939

Auf­lö­sung aller deut­schen Rayons außer­halb der ASS­RdWD.

23.8.1939

Unter­zeich­nung des deut­sch-sowje­ti­schen Nicht­an­griffs­pak­tes durch die Außen­mi­nis­ter von Rib­ben­trop und Molo­tow.

1.9.1939

Beginn des II. Welt­krie­ges. Nach einer Volks­zäh­lung leben in der Sowjet­uni­on 1.424.000 Deut­sche in über­wie­gend geschlos­se­nen Sied­lun­gen (95 Pro­zent Deut­sch als Mut­ter­spra­che).

1940

80.000 Deut­sche ver­las­sen Bes­sa­ra­bi­en und sie­deln sich im Wart­he­l­and (Wart­he­gau) an. Bes­sa­ra­bi­en und die Bal­ti­schen Staa­ten wer­den der UdSSR ein­ver­leibt.

22.6.1941

Beginn des deut­sch-sowje­ti­schen Krie­ges. Odes­sa wird im Som­mer von deut­schen und rumä­ni­schen Trup­pen bela­gert und von der Roten Armee nach 69 Tagen auf­ge­ge­ben. Deut­sche von der Krim, aus dem Kau­ka­sus und den Tei­len des Schwarz­meer­ge­bie­tes öst­li­ch des Dnjeprs wer­den nach Sibi­ri­en und Mit­tel­asi­en depor­tiert.

19.7.1941

Sta­lin über­nimmt den Pos­ten des Volks­kom­mis­sars für Ver­tei­di­gung und somit auch das Ober­kom­man­do über die Rote Armee.

8.8.1941

Ein­mar­sch rumä­ni­scher Trup­pen im west­li­chen Schwarz­meer­ge­biet; die Kir­chen wer­den wie­der geöff­net.

25.8.1941

Die Deut­sche Wehr­macht besetzt Dnjepro­pe­trow­sk. Die Deut­schen west­li­ch des Dnjeprs ent­ge­hen weit­ge­hend der Ver­ban­nung.

28.8.1941

Der berühmt-berüch­tig­te Erlaß des Obers­ten Sowjets der Sowjet­uni­on führt zur Auf­lö­sung der Repu­blik der Wol­ga­deut­schen und zur tota­len Depor­ta­ti­on der Bevöl­ke­rung nach Sibi­ri­en und Mit­tel­asi­en in die Lager der Tru­dar­mee. Inner­halb von zehn Tagen wer­den rund 350.000 Wol­ga­deut­sche in die Ost­re­gio­nen der UdSSR ver­schleppt.

1941–1946

Knapp eine Mil­lion Ruß­land­deut­sche sind vom Schick­sal der Depor­ta­ti­on betrof­fen. Eine Unzahl von Men­schen fällt die­sem Wahn­sinn zum Opfer. Die Fami­li­en wer­den getrennt.

30.8.1941

Gebiet zwi­schen Dnjes­tr und Bug ein­schließ­li­ch Odes­sa unter rumä­ni­scher Ver­wal­tung laut Ver­ein­ba­rung mit dem Deut­schen Reich. Das Gebiet nennt sich Trans­nis­tri­en. Dar­in ein­ge­bun­den sind die alten deut­schen Mut­ter­ko­lo­ni­en der Groß­lie­ben­ta­ler, Kut­schur­ga­ner, Glücks­ta­ler und Beresa­ner. Aus­stel­lung von Volks­tums­aus­wei­sen an die deut­sche Bevöl­ke­rung.

5.10.1941

Die Rote Armee ver­läßt das lin­ke Dnjep­ru­fer. Die Ukrai­ne steht unter deut­scher Ver­wal­tung. Bil­dung des Reichs­kom­mis­sa­ri­ats Ukrai­ne unter Lei­tung von A. Rosen­berg.

Febru­ar 1943 

Schlacht bei Sta­lin­grad, Wen­de an der Ost­front.

1943–1944

Ein­be­ru­fung von ruß­land­deut­schen Wehr­fä­hi­gen in die Deut­sche Wehr­macht.

März — April 1944 

Mit dem Rück­zug der Deut­schen Wehr­macht wer­den rund 350.000 Deut­sche aus der Ukrai­ne und Trans­nis­tri­en im Wart­he­gau ange­sie­delt, eini­ge von ihnen auch im Sude­ten­gau. Erwerb der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit.

10.4.1944

Rück­erobe­rung Odes­sas durch die Rote Armee.

Sep­tem­ber 1944 

Sämt­li­che ein­ge­bür­ger­ten wehr­pflich­ti­gen Män­ner wer­den ein­ge­zo­gen.

12.1.1945

Beginn der sowje­ti­schen Win­ter­of­fen­si­ve. Flucht nach Wes­ten. Ankunft in Dör­fern in Sach­sen, Thü­rin­gen und Bran­den­burg.

April 1945

Die Ame­ri­ka­ner beset­zen ganz Thü­rin­gen und einen gro­ßen Teil Sach­sens. Spä­ter, gegen Ende Juni 1945, zie­hen sie sich zurück und über­las­sen Sach­sen und Thü­rin­gen den Sowjets.

9.5.1945

Bedin­gungs­lo­se Kapi­tu­la­ti­on der Deut­schen Wehr­macht in Ber­lin-Karls­hor­st.

5.6.1945

Ber­li­ner Erklä­rung” der vier Sie­ger­mäch­te: Ein­tei­lung Deutsch­lands in vier Besat­zungs­zo­nen.

Juni — Juli 1945 

Mas­sen­wei­se Zurück­ver­schlep­pung der Ruß­land­deut­schen aus allen Besat­zungs­zo­nen nach Sibi­ri­en und Mit­tel­asi­en.

2.8.1945

Unter­zeich­nung des “Pots­da­mer Abkom­mens”. Ver­ein­ba­rung, daß jede Besat­zungs­macht “ihre” Bür­ger ins eige­ne Land zurück­brin­gen darf. Für jeden ehe­ma­li­gen Sowjet­bür­ger deut­scher Natio­na­li­tät, der aus Deutsch­land depor­tiert wird, wer­den 200 US-Dol­lar Kopf­geld als Kriegs­schuld für Deutsch­land ange­rech­net.

1947

Durch eine Wirt­schafts­kri­se und die Mißern­te von 1946 bricht in der UdSSR eine kata­stro­pha­le Hun­gers­not aus. Gewal­ti­ge Zahl von Todes­op­fern unter den Ruß­land­deut­schen in den Lagern der Tru­dar­mee.

26.11.1948

Dekret des Obers­ten Sowjets: Ver­ban­nung der Ruß­land­deut­schen auf “ewi­ge Zei­ten” fest­ge­schrie­ben; Ver­las­sen der Ansied­lungs­or­te ohne Son­der­ge­neh­mi­gung mit Zwangs­ar­beit bis zu 20 Jah­ren bedroht.

23.5.1949

Ver­kün­di­gung des Grund­ge­set­zes der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land.

21.9.1949

Grün­dung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land; einen Tag zuvor Bil­dung der ers­ten Bun­des­re­gie­rung unter Kanz­ler Ade­nau­er.

7.10.1949

Grün­dung der Deut­schen Demo­kra­ti­schen Repu­blik.

22.4.1950

Beschluß zur Grün­dung der “Arbeits­ge­mein­schaft der Ostum­sied­ler e.V.” in Stutt­gart, Archiv­stra­ße 18.

5.8.1950

Char­ta der deut­schen Hei­mat­ver­trie­be­nen” der Lands­mann­schaf­ten der Ver­trie­be­nen in Stutt­gart; Mit­un­ter­zeich­ner: Dr. Gott­lieb Leib­brandt, Spre­cher der Arbeits­ge­mein­schaft der Ostum­sied­ler (ab August 1955 Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Ruß­land e.V.).

15.10.1950

Ers­te Bun­des­de­le­gier­ten-Ver­samm­lung mit Kon­sti­tu­ti­on in Kas­sel. Ers­ter Bun­des­vor­sit­zen­der: Dr. Gott­lieb Leib­brandt. Zu den Per­sön­lich­kei­ten der ers­ten Stun­de gehö­ren außer­dem: Super­in­ten­dent Johan­nes Schleu­ning, Pfar­rer Hein­rich Röm­mi­ch, Stu­di­en­rat Dr. Karl Stumpp, Ger­trud Braun, Prof. Dr. Ben­ja­min Unruh und Prof. Wil­fried Schlau.

Ende 1950

12,2 Mil­lio­nen Ver­trie­be­ne in Deutsch­land, davon 8,1 Mil­lio­nen in der Bun­des­re­pu­blik, dar­un­ter nur 70.000 Ruß­land­deut­sche, also weni­ger als ein Pro­zent; in der DDR befin­den sich 4,1 Mil­lio­nen Ver­trie­be­ne, dar­un­ter ledig­li­ch 5.000 Ruß­land­deut­sche.

Dezem­ber 1950 

Erschei­nen der ers­ten Aus­ga­be von “Volk auf dem Weg”, der Monats­schrift der Lands­mann­schaft, damals noch als “Mit­tei­lun­gen der Arbeits­ge­mein­schaft der Ostum­sied­ler” mit Sitz in Stutt­gart.

12.5.1951

Ers­tes Bun­des­tref­fen der Ruß­land­deut­schen (Ostum­sied­ler) in Stutt­gart.

Historischer Forschungsverein der Deutschen aus Russland e.V.

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His­to­ri­scher For­schungs­ver­ein der Deut­schen aus Russ­land e.V.

Vor­läu­fe­rin des His­to­ri­schen For­schungs­ver­eins der Deut­schen aus Russ­land e.V. (HFDR) war die „His­to­ri­sche Kom­mis­si­on zur Erfor­schung der Geschich­te und Gegen­wart der Deut­schen in Russland/UdSSR”, die in den 80er und 90er Jah­ren eini­ges zustan­de brach­te.

1999 wur­de unter dem Mot­to „Hei­mat ist Geschich­te und Geschich­te ist unser Auf­trag!“ der His­to­ri­sche For­schungs­ver­ein der Deut­schen aus Russ­land e.V. als der „his­to­ri­sche Arm“  der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land gegrün­det. Mehr als 20 For­scher und geschichts­in­ter­es­sier­te Lands­leu­te bun­des­weit enga­gie­ren sich im Ver­ein und ver­öf­fent­li­chen ihre For­schungs­er­geb­nis­se in den Publi­ka­tio­nen des HFDR.


Scheunenmuseum

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Das „Scheu­nen­mu­se­um“ von Rein­hold Ziel­ke:
Russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te zum Anfas­sen und Erle­ben



Das „Scheu­nen­mu­se­um“, wie Rein­hold Ziel­ke (geb. 1934) die Unter­kunft sei­ner Expo­na­ten­samm­lung nennt, liegt mit­ten im his­to­ri­schen Nid­da – vor über zwei Jahr­hun­der­ten waren deut­sche Aus­wan­de­rer von hier an die Wol­ga auf­ge­bro­chen. Die Scheu­ne ist ein ehe­ma­li­ger Getrei­de­spei­cher, den der Nid­da­er Karl-Heinz Rein­hardt dem pas­sio­nier­ten Samm­ler Rein­hold Ziel­ke für sei­ne Samm­lung zur Ver­fü­gung stell­te. „Hier bin ich in war­men Jah­res­zei­ten am liebs­ten. Es ist immer was zu tun, schließ­li­ch muss es wie in einem rich­ti­gen Muse­um aus­se­hen“, sagt er. Im Win­ter wird die Scheu­ne nicht beheizt.


Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold

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Sam­meln, bewah­ren, prä­sen­tie­ren“ — Muse­um für russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te in Det­mold

Der Geschich­te eine Hei­mat geben – Inte­gra­ti­on über Iden­ti­tät gestal­ten“ unter die­sem Mot­to bemüht sich das „Muse­um für russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te“ Det­mold, die kul­tu­rel­len und geschicht­li­chen Erfah­run­gen der russ­land­deut­schen Zuwan­de­rer in Deutsch­land zu doku­men­tie­ren und wei­ter zu ver­mit­teln. Es ist es nicht nur in NRW, son­dern auch bun­des­weit das ein­zi­ge russ­land­deut­sche Muse­um. Seit 2002 wird das Pro­jekt vom „Muse­ums­ver­ein für russ­land­deut­sche Kul­tur und Volks­kun­de e.V.“ getra­gen. Aber auch der Christ­li­che Schul­för­der­ver­ein Lip­pe e.V., der bis­he­ri­ge För­de­rer, unter­stützt nach wie vor die Muse­ums­ak­ti­vi­tä­ten.

Die Russ­land­deut­schen haben sehr wohl ein eige­nes Muse­um ver­dient. In der Sowjet­uni­on konn­ten wir nichts über unse­re Geschich­te erfah­ren. Vie­le haben erst in Deutsch­land begon­nen, sich mit der eige­nen Fami­li­en­ge­schich­te oder die der Volks­grup­pe aus­ein­an­der­zu­set­zen. Die­ser wie­der­ge­won­ne­ne Erin­ne­rungs­schatz soll nicht nur vor dem Ver­ges­sen bewahrt wer­den, son­dern sich auch ins kol­lek­ti­ve Bewusst­sein der jün­ge­ren Gene­ra­tio­nen der Russ­land­deut­schen und der ein­hei­mi­schen Nach­barn ein­prä­gen, um so Teil der heu­ti­gen Gesamt­kul­tur in Deutsch­land zu wer­den“, beschreibt die Muse­ums­lei­te­rin Dr. Katha­ri­na Neu­feld den Sinn der Muse­ums­in­itia­ti­ve.