Russlanddeutscher Kulturpreis

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Bereits zum ach­ten Mal wur­de am 22. Okto­ber im Wei­ßen Saal des Neu­en Schlos­ses in Stutt­gart der Russ­land­deut­sche Kul­tur­preis des Paten­lan­des der Lands­mann­schaft, Baden-Würt­tem­berg, ver­lie­hen. Mit dem Haupt­preis wur­de die Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin Dr. Elena Sei­fert aus­ge­zeich­net, der För­der­preis ging an die Jour­na­lis­tin Mer­le Hilbk, die Ehren­ga­be an die Auto­rin Agnes Gos­sen-Gies­brecht.

Kulturpreis Dr. Elena Seifert

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Russlanddeutscher Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg

Dr. Elena Seifert: „Die Literatur der Russlanddeutschen sollte zu einer Fiktion verkümmern, hat sich aber in ein Phänomen verwandelt“


„Die Russlanddeutschen als Ethnie sind eine paradoxe Erscheinung, es ist eine junge Volksgruppe, die genetisch zu einer reifen deutschen Ethnie aufsteigt“, behauptet Dr. Elena Seifert – Literaturwissenschaftlerin, Dichterin, Prosaikerin, Publizistin und Kinderbuchschriftstellerin aus Moskau. Die begnadete Autorin und Dozentin für Theorie und Geschichte der Literatur ist mehrfache Preisträgerin von Literaturwettbewerben, Herausgeberin von  Literatursammelbänden und Almanachen. Sie ist Autorin von mehr als 150 wissenschaftlichen Abhandlungen und Studien, darunter Monographien und Unterrichtsmaterialien für Schulen und Universitäten. Sie schreibt für mehrere Periodika in Russland und im Ausland, in den letzten zehn Jahren vermehrt zu Themen der russlanddeutschen Literatur. Seifert ist Mitglied der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen, der Wissenschaftlichen Vereinigung der Deutschen Kasachstans sowie Vorsitzende und Jurymitglied verschiedener Literaturwettbewerbe. 2007 wurde sie von Dr. Christoph Bergner, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, für ihren „herausragenden Beitrag zur Erhaltung und Entwicklung der deutschen Ethnie in Kasachstan“ ausgezeichnet.

Rede Dr. Elena Seifert

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Dr. Elena Sei­fert – Haupt­preis des Russ­land­deut­schen Kul­tur­prei­ses des Lan­des Baden-Würt­tem­bergRede bei der Preis­ver­lei­hung am 22.10.2010 im Wei­ßen Saal des Neu­en Schlos­ses Stutt­gart

 

Sehr geehr­ter Herr Minis­ter Rech,

mei­ne sehr geehr­ten Damen und Her­ren!

Es ist mir eine beson­de­re Ehre, hier zu sein und zu Ihnen spre­chen zu dür­fen. Ich freue mich sehr über die Aus­zeich­nung mit dem Haupt­preis des Russ­land­deut­schen Kul­tur­prei­ses des Lan­des Baden- Würt­tem­berg für mei­ne Mono­gra­phie zum The­ma: „Gen­re und eth­ni­sches Bild in der Poe­sie der Russ­land­deut­schen in der zwei­ten Hälf­te des 20. — Anfang des 21. Jahr­hun­derts”. Ein­gangs mein herz­li­cher Dank an den Ver­le­ger Robert Bur­au und Iri­na Leino­nen, der Ehe­gat­tin des Dich­ters Robert Leino­nen, sowie vie­le ande­re Lands­leu­te, die mich bei mei­ner For­schung und Arbeit selbst­los unter­stützt haben.

Eini­ge Wis­sen­schaft­ler sind der Mei­nung, die russ­land­deut­sche Lite­ra­tur sei eine Fik­ti­on, doch ich nen­ne sie ein Phä­no­men. Denn nur ein Phä­no­men kann unter uner­träg­li­chen Bedin­gun­gen über­le­ben.

Interview mit Dr. Elena Seifert

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Die Lite­ra­tur der Russ­land­deut­schen soll­te zu einer Fik­ti­on ver­küm­mern, hat sich aber in ein Phä­no­men ver­wan­delt“

Dr. Elena Sei­fert: Lite­ra­tur und ihre Gat­tun­gen wider­spie­geln das eth­ni­sche Welt­bild einer Volks­grup­pe

Die Russ­land­deut­schen als Eth­nie sind eine para­do­xe Erschei­nung, es ist eine jun­ge Volks­grup­pe, die gene­ti­sch zu einer rei­fen deut­schen Eth­nie auf­steigt“, sagt Dr. Elena Sei­fert  – Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin, Kri­ti­ke­rin, Pro­sai­ke­rin, Dich­te­rin und Kin­der­buch­schrift­stel­le­rin aus Mos­kau. Die begna­de­te Auto­rin und Dozen­tin ist außer­dem Preis­trä­ge­rin einer Rei­he von Lite­ra­tur­wett­be­wer­ben und Lite­ra­tur­prei­sen, Ver­fas­se­rin eini­ger Mono­gra­phien, meh­re­rer Sam­mel­bän­de und Lite­ra­tu­ral­ma­na­che. Ihre Dok­tor­dis­ser­ta­ti­on zur Poe­sie der Russ­land­deut­schen der Nach­kriegs­zeit liegt der Mono­gra­phie „Gen­re und das eth­ni­sche Bild in der Poe­sie der Russ­land­deut­schen der zwei­ten Hälf­te des 20. — Anfang des 21. Jh.“ Zugrun­de, die 2009 im BMV Ver­lag Robert Bur­au erschie­nen ist. Damit beweist sie unter ande­rem, dass „die Lite­ra­tur ins­ge­samt kann das eth­ni­sche Welt­bild wider­spie­geln, und die Gat­tung ein bestimm­tes Frag­ment des Daseins­ge­schich­te einer Eth­nie dar­stel­len“.

Förderpreis – Merle Hilbk

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För­der­preis des Russ­land­deut­schen Kul­tur­prei­ses des Lan­des Baden-Würt­tem­berg

Mer­le Hilbk: „Als Russ­land­in­ter­es­sier­te hat es mich gefreut, zu erfah­ren, dass ein Teil mei­ner Fami­lie selbst aus Russ­land stammt“

Die Jour­na­lis­tin und Publi­zis­tin Mer­le Hilbk aus Ber­lin wur­de 1969 in Düs­sel­dorf gebo­ren. Nach dem Abitur in Müns­ter stu­dier­te sie Jura in Hei­del­berg. Nach dem Zei­tungs­vo­lon­ta­ri­at bei der „Badi­schen Zei­tung“ in Frei­burg arbei­te­te sie als Redak­teu­rin beim Spie­gel (Deutsch­land-Res­sort) und bei der Zeit (Res­sort Dos­sier). Seit 2001 ist sie freie Jour­na­lis­tin in Russ­land und Ost­eu­ro­pa tätig. Neben­bei ist sie als Jour­na­lis­mus­do­zen­tin an der Ham­burg Media School tätig. Als freie Jour­na­lis­tin und im Auf­trag ver­schie­de­ner Auf­trag­ge­ber wie  Geo, Brand eins, Die Zeit oder taz bereis­te sie Kasach­stan, Chi­na, Nord­ko­rea  und ver­schie­de­ne Regio­nen Russ­lands. Bekannt gewor­den ist sie vor allem durch ihr Erfolgs­buch „Sibirs­ki Punk“ – eine fak­ten­rei­che und span­nen­de Rei­se­r­e­por­ta­ge, in der sie sich auf den Weg von Ham­burg über Nowo­si­birsk bis hin­ter den Bai­kal­see begibt, die geheim­nis­vol­le „rus­si­sche See­le“ auf­zu­spü­ren. Auf deut­sch-rus­si­sche See­len­wan­der­schaft geht die Auto­rin in ihrem zwei­ten Buch „Die Chaus­see der Enthu­si­as­ten. Eine Rei­se durch das rus­si­sche Deutsch­land“ (2008).  Eine Rei­se, die auch mit ihrer eige­nen Fami­li­en­ge­schich­te ver­bun­den ist. Auf einem Fami­li­en­fest erfährt sie uner­war­tet, dass sie russ­land­deut­sche Ver­wandt­schaft hat. Als sie dana­ch beginnt, sich näher mit der Fami­li­en­ge­schich­te zu befas­sen, stellt sie fest, dass sie ein „rus­si­sches“ Kapi­tel hat. Ihr Urgroß­va­ter – ein Wol­ga­deut­scher — kam am Anfang des 2. Welt­krie­ges nach Deutsch­land. Sei­ne Geschwis­ter wur­den nach Kasach­stan depor­tiert und kamen dann in den 90er Jah­ren als Spät­aus­sied­ler mit Kin­dern und Enkeln nach Deutsch­land. Kon­fron­tiert mit der eige­nen Fami­li­en­ge­schich­te und der Debat­te über das Zuwan­de­rungs­ge­setz in Deutsch­land, woll­te Mer­le Hilbk sich inten­si­ver mit der rus­sisch­spra­chi­gen Kul­tur in Deutsch­land befas­sen. Her­aus­ge­kom­men ist eine Rei­se­r­e­por­ta­ge, die eben­so span­nend wie erkennt­nis­reich ist. Das Buch beschäf­tigt sich mit dem Innen­le­ben und den Lebens­um­stän­den von Men­schen aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on und zeigt vie­le Facet­ten des neu­en deut­sch-rus­si­schen Lebens. Auf vie­len Sta­tio­nen quer durch Deutsch­land por­trä­tiert die Auto­rin zahl­rei­che Deut­sche aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on und rus­si­sche Juden in ihrem neu­en All­tag. Dabei erzählt Hilbk nicht nur von zer­rüt­te­ten Fami­li­en oder geplatz­ten Träu­men. In ihrem Buch fin­den sich auch zahl­rei­che Bei­spie­le für eine erfolg­rei­che Inte­gra­ti­on, für eine erfolg­ver­spre­chen­de Annä­he­rung zwi­schen Ein­hei­mi­schen und Zuwan­de­rern.

Ehrengabe – Agnes Gossen-Giesbrecht

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Ehren­ga­be des Russ­land­deut­schen Kul­tur­prei­ses des Lan­des Baden-Würt­tem­berg

Agnes Gos­sen-Gies­brecht: „Die deut­schen Auto­ren aus Russ­land sind das Sprach­rohr der Russ­land­deut­schen“

Die Lyri­ke­rin und Essay­is­tin Agnes Gies­brecht (geb. Gos­sen) wur­de 1953 im russ­land­deut­schen Dorf Podolsk, Gebiet Oren­burg, gebo­ren. Schon in ihrer frü­hen Kind­heit ent­wi­ckel­te sie eine Lie­be zum Buch und zum geschrie­be­nen Wort, ver­fass­te seit der Schul­zeit Gedich­te, haupt­säch­li­ch in rus­si­scher Spra­che. Zu Hau­se sprach man Platt­deut­sch. Agnes stu­dier­te Sla­wis­tik an der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le Oren­burg und Biblio­theks­we­sen im Nord­kau­ka­sus, unter­rich­te­te anschlie­ßend die rus­si­sche Spra­che und Lite­ra­tur im Gebiet Oren­burg unad im Nord­kau­ka­sus, war als Biblio­the­ka­rin und gleich­zei­tig als frei­schaf­fen­de Jour­na­lis­tin tätig, lei­te­te einen Lite­ra­turzir­kel. Seit 1989 lebt Agnes Gos­sen-Gies­brecht in Deutsch­land und arbei­tet als Biblio­the­ka­rin an der Uni­ver­si­tät in Bonn. Neben dem Haupt­be­ruf unter­rich­tet sie Rus­si­sch an der Volks­hoch­schu­le, enga­giert sich bei der Bon­ner Platt­deut­schen Initia­ti­ve, der Bon­ner Werk­statt Krea­ti­ves Schrei­ben und in der Gesell­schaft Prus­sia, „bas­telt“ am Pro­jekt „Lite­ra­tur­brü­cke Bonn-Kali­nin­grad“. 1995 grün­de­te sie mit ande­ren Gleich­ge­sinn­ten den Lite­ra­tur­k­ries der Deut­schen aus Russ­land e.V. und lei­te­te ihn rund 12 Jah­re. In die­ser Zeit ent­wi­ckel­te sich der Freun­des­kreis von ursprüng­li­ch 14 Auto­ren zu einem Bun­des­ver­band mit über 90 Mit­glie­dern. Als Vor­sit­zen­de hat sie zahl­rei­che Ver­an­stal­tun­gen orga­ni­siert und „Geburts­hel­fe­rin“ bei vie­len Publi­ka­tio­nen gewe­sen. „Es war für mich nie so wich­tig, eine Vor­sit­zen­de zu sein. Wich­tig war immer, dass sich etwas bewegt, dass die russ­land­deut­sche Lite­ra­tur in Deutsch­land prä­sent wird. Es war mehr Ver­ant­wor­tung als Ehre und außer­dem eine rie­si­ge Auf­ga­be, die nur dank immer neu­en Kon­tak­ten und der Unter­stüt­zung vie­ler Auto­ren mach­bar war“, sagt sie rück­bli­ckend.

Interview Reimer — Gossen

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Die russ­land­deut­sche Lite­ra­tur liegt ihr am Her­zen


Inter­view mit Agnes Gies­brecht anläss­li­ch ihres 50. Geburts­ta­ges

 Agnes Gies­brecht, die Vor­sit­zen­de des Lite­ra­tur­krei­ses der Deut­schen aus Russ­land e. V. mit Sitz in Bonn, wird Anfang Febru­ar 50! Anläss­li­ch die­ses Datums hat ihre Schrift­stel­ler­kol­le­gin Lore Rei­mer die Jubi­la­rin inter­viewt. /Erste Ver­öf­fent­li­chung in VadW 2/2003, S. 28–29/

Lore Rei­mer: Agnes, im kom­men­den Som­mer sind es rund zehn Jah­re seit jener denk­wür­di­gen Auto­ren­ta­gung am Boden­see, als du zum ers­ten Mal bei einer der­ar­ti­gen Ver­an­stal­tung russ­land­deut­scher Auto­ren zuge­gen warst und wir uns ken­nen lern­ten. Damals teil­test du uns dei­ne ers­ten schöp­fe­ri­schen Ver­su­che in deut­scher Spra­che mit. Als rus­sisch­spra­chi­ge Lyri­ke­rin warst du natür­li­ch bereits eine erfah­re­ne Auto­rin. Erzäh­le bit­te ein wenig von dei­nem Schaf­fens­weg in deut­scher Spra­che.

Rede Eisfeld

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Russ­land­deut­scher Kul­tur­preis 2010 des Lan­des Baden-Würt­tem­berg

Lau­da­tio des Jury-Vor­sit­zen­den Dr. Alfred Eis­feld,stell­ver­tre­ten­der Bun­des­vor­sit­zen­der der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land

Sehr geehr­ter Herr Minis­ter Rech,

mei­ne Damen und Her­ren,

die Lite­ra­tur der Deut­schen in der Sowjet­uni­on wur­de von den Macht­ha­bern nie als wert­neu­tral, als Pri­vat­sa­che betrach­tet. Das hat­te sicher damit zu tun, dass alle Berei­che des Lebens im Lan­de dem Macht­an­spruch der kom­mu­nis­ti­schen Par­tei unter­ge­ord­net wur­den. Jeg­li­che mensch­li­che Betä­ti­gung wur­de dana­ch bewer­tet, ob sie dem Auf­bau der neu­en kom­mu­nis­ti­schen Gesell­schafts­ord­nung dien­te oder nicht. So wur­de das Schaf­fen der bür­ger­li­chen Schrift­stel­ler als „pfäf­fi­sche Lite­ra­tur“ abqua­li­fi­ziert. An deren Stel­le soll­te eine völ­lig neue, eine „sowjet­deut­sche Lite­ra­tur“ tre­ten, für die vor allem Emi­gran­ten stan­den, die aus Deutsch­land und Öster­reich in die Sowjet­uni­on ins Exil gegan­gen waren.

Interview Paulsen — Gossen

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Mit Lie­be zur Dicht­kunst

Agnes Gies­brecht über ihr Enga­ge­ment im Lite­ra­tur­kreis und Ent­wick­lun­gen in der russ­land­deut­schen Lite­ra­tur­sze­ne

Die Lyri­ke­rin und Essay­is­tin Agnes Gies­brecht (geb. Gos­sen) wur­de am 2. Febru­ar 1953 im russ­land­deut­schen Dorf Podolsk, Gebiet Oren­burg, gebo­ren. Schon in ihrer frü­hen Kind­heit  ent­wi­ckel­te sie eine Lie­be zum Buch und das geschrie­be­ne Wort, ver­fass­te seit der Schul­zeit Gedich­te, haupt­säch­li­ch in rus­si­scher Spra­che. Zu Hau­se sprach man Platt­deut­sch. Sie stu­dier­te Sla­wis­tik an der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le Oren­burg und Biblio­theks­we­sen im Nord­kau­ka­sus, unter­rich­te­te anschlie­ßend die rus­si­sche Spra­che und Lite­ra­tur im Gebiet Oren­burg und im Nord­kau­ka­sus, war als Biblio­the­ka­rin und gleich­zei­tig als frei­schaf­fen­de Jour­na­lis­tin tätig, lei­te­te einen Lite­ra­turzir­kel. Seit 1989 lebt Agnes Gies­brecht in Deutsch­land und arbei­tet als Biblio­the­ka­rin an der Uni­ver­si­tät in Bonn. In Russ­land begeis­ter­te sich die Lyri­ke­rin ins­be­son­de­re für die Klas­si­ker der rus­si­schen Lite­ra­tur, aber auch für die Frei­geis­ter wie Anna Ach­ma­to­wa, Mari­na Zweta­je­wa oder Josef Brods­kij. In der neu­en Hei­mat ent­deck­te sie die poe­ti­sche Spra­che bekann­ter deut­scher Auto­ren und wag­te 1991 den Ver­su­ch in deut­scher Spra­che zu schrei­ben, unter ande­rem im Rah­men einer Lite­ra­tur­werk­statt in Bonn. Inzwi­schen hat sie sich zu einer Auto­rin ent­wi­ckelt, die mit bei­den Spra­chen sou­ve­r­än und krea­tiv umgeht. Von 1995 bis 2007 lei­te­te Agnes Gies­brecht den Lite­ra­tur­kreis der Deut­schen aus Russ­land e.V., der sich aus einem Freun­des­kreis von 14 Auto­ren zu einem Bun­des­ver­band mit 94 Mit­glie­dern ent­wi­ckelt hat. Sie ist Auto­rin von  sechs eige­nen Büchern in Deut­sch und Rus­si­sch sowie Her­aus­ge­be­rin eini­ger Publi­ka­tio­nen des Lite­ra­tur­krei­ses der Deut­schen aus Russ­land. Neben dem Beruf als Biblio­the­ka­rin unter­rich­tet sie Rus­si­sch an der Volks­hoch­schu­le, enga­giert sich bei der Bon­ner Platt­deut­schen Initia­ti­ve, der Bon­ner Werk­statt Krea­ti­ves Schrei­ben und in der Gesell­schaft Prus­sia, „bas­telt“ am Pro­jekt „Lite­ra­tur­brü­cke Bonn-Kali­nin­grad“.