Teilnahme an der Mitgliederversammlung von „MORGEN“, dem Netzwerk Münchner Migrantenorganisationen.

Standard

Pro­jekt: „Neue Bür­ger ler­nen und erfah­ren Soli­da­ri­tät in Mün­chen

Maß­nah­me­ti­tel Az.. 312/2609000650

Ver­an­stal­tung

Teil­nahme an der Mit­glie­der­ver­samm­lung von „MORGEN“, dem Netz­werk Münch­ner Migran­ten­or­ga­ni­sa­tio­nen.
Ziele: Pro­jek­t­in­for­ma­tion, Ver­net­zung mit ande­ren Orga­ni­sa­tio­a­nen, Wahr­neh­mung des Stimm­rechts als Ver­tre­ter der LmDR und des „Neu­bür­ger­pro­jekts“
Ort: „Eine­Welt­Haus Mün­chen“, Schwantha­ler Str. 80 (Rgb.), 80336 Mün­chen

Logo-BMI

Datum: 19.4.2016, 18:00–22:00

Verlauf und Ergebnisse

2016-04-19 Morgen Vorstandswahlen_Foto Samir Sakkal (482)a4Bereits 2015 wur­den Kon­takte zu MORGEN geknüpft. Es zählt zu den wich­tigs­ten Netz­wer­ken der Inte­gra­tion in Mün­chen und ist de facto der bedeu­tendste Zusam­men­schluss von Migran­ten­or­ga­ni­sa­tio­nen in Mün­chen. Trotz der Vor­be­halte man­cher Deut­scher aus Russ­land bzw. Russ­land­deut­scher (im Fol­gen­den RD) sowie auch „Neu­bür­ger“ gegen­über dem Netz­werk haben sich über das „Neu­bür­ger­pro­jekt“ Ver­bin­dun­gen zu MORGEN wie auch zu ihren Mit­glie­dern sowie Ansprech­part­nern im Umfeld ent­wi­ckelt. So waren bei einer wich­ti­gen Mit­glie­der­ver­samm­lung zu  Sat­zungs­fra­gen am 21.5. 2015 Per­so­nen dabei, die zum „Neu­bür­ger­pro­jekt“ zäh­len und die auch mit MORGEN koope­rie­ren. Sie nut­zen seit län­ge­rem und kon­ti­nu­ier­lich die Räum­lich­kei­ten in der Son­nen­str. 12.

Stimmkarte_LmDRbei_MORGEN-MV

In die­ser zuneh­mend enge­ren Koope­ra­tion – so ist für den Herbst 2016 ein Fach­tag zum Thema „Neu­bür­ger“ geplant, für den MORGEN als Mit­ver­an­stal­ter gewon­nen wer­den soll – spie­gelt sich die Öff­nung der LmDR nach außen sowie die über die­sen Rah­men hin­aus­ge­hende Ori­en­tie­rung auf andere Orga­ni­sa­tio­nen. Die via „Neu­bür­ger­pro­jekt“ zusam­men­ge­tra­ge­nen Infor­ma­tio­nen und Erfah­run­gen, für die vor allem auf selbst­ver­ständ­li­che Weise die LmDR mit ihrer Geschichte steht, kom­men ande­ren zugute.

Dies wurde auch bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung nach einer Kurz­in­for­ma­tion über das „Neu­bür­ger­pro­jekt“ und die betei­lig­ten Per­so­nen in den Gesprä­chen mit ande­ren  Orga­ni­sa­tio­nen deut­lich. Lang­jäh­rige Erfah­run­gen in der Inte­gra­tion kom­men ande­ren heute zugute.

Da vor allem mit Hilfe des „Neu­bür­ger­pro­jekts“ die LmDR Mit­glied bei MORGEN gewor­den ist, wurde das Stimm­recht wahr­ge­nom­men. Poli­ti­sche Par­ti­zi­pa­tion ist für nicht wenige immer noch ein nicht leich­ter Lern­pro­zess. Gerade Letz­te­res ist wich­tig zu unter­strei­chen, denn bei den ein­zel­nen Wahl­gän­gen für die Vor­stands­wahl mach­ten etli­che Ver­tre­ter von Migran­ten­or­ga­ni­sa­tio­nen kon­krete Erfah­run­gen mit den Prin­zi­pien von Par­ti­zi­pa­tion. Das „Neu­bür­ger­pro­jekt“ ist im Netz­werk eta­bliert und aner­kannt. Auf die­ser Basis soll die Koope­ra­tion fort­ge­führt und inten­si­viert wer­den.

Peter Hil­kes, Pro­jekt­lei­ter                                                                                        20.4.2016

Die Wanderausstellung „Deutsche aus Russland – Geschichte und Gegenwart“ in Forchheim

Standard

Die Wan­der­aus­stel­lung, die vom 9.1. bis 30.1.2016 in Rat­haus­hal­len im Forch­heim gezeigt wurde, war ein vol­ler Erfolg.

02Die Aus­stel­lung ist ein Teil des bun­des­wei­ten Inte­gra­ti­ons­pro­jekts, geför­dert vom Bun­des­mi­nis­te­rium des Innern, Ber­lin und vom Bun­des­amt für Migra­tion und Flücht­linge, Nürn­berg. Sie zeigt das wech­sel­volle Schick­sal der Russ­land­deut­schen, illus­triert ihre His­to­rie und die kul­tu­rel­len Wur­zeln. Sie doku­men­tiert die Rück­kehr nach Deutsch­land, die unter oft­mals schwie­ri­gen Bedin­gun­gen erfolgte, und die Inte­gra­tion der Men­schen in der Nach­kriegs­zeit. Die Wan­der­aus­stel­lung zeigt, dass die Deut­schen aus Russ­land sich inzwi­schen gut inter­giert haben und heute das Land in viel­fa­cher Weise mit­ge­stal­ten. Sowohl die Aus­stel­lung als auch die Abschluss­feier am Sonn­tag den 31.01.2016 waren sehr gut besucht. Die zahl­rei­chen Gäste wur­den vom Vor­sit­zen­den der OG, Johan­nes Moos­mann, herz­lich begrüßt. Der Lei­ter des Pro­jekts, Jakob Fischer, führte durch die ver­schie­de­nen Epo­chen der Russ­land­deut­schen. Er wurde dabei durch die Orts­gruppe Forch­heim unter­stützt, die mit einem Kul­tur­pro­gramm der Gesangs­gruppe, sowie gemein­sa­men Sin­gen, einen ange­neh­men Rah­men mit­ge­stal­tete. Auf einer Groß­lein­wand zeigte Hr. Fischer eine Prä­sen­ta­tion und eine Film­vor­füh­rung mit dem Titel „Geschichte und Kul­tur der Deut­schen in Russ­land, und ihre Inte­gra­tion in Deutsch­land“. Ein Vor­trag über die Inte­gra­tion, spe­zi­ell in Forch­heim, fand auch gro­ßes Inter­esse. Die Auf­tritte ver­schie­de­ner Musi­ker aus der Region sorg­ten für eine fröh­lich ent­spannte Atmo­sphäre. Am Ende der Aus­stel­lung zeigte sich die Orts­gruppe beein­druckt und sehr zufrie­den mit dem gro­ßen Inter­esse der ört­li­chen Bevöl­ke­rung.

Der Vor­stand
2016

Typische Neubürger zwischen Migration und Integration? Aktuelle Einblicke und Erfahrungen von Russlanddeutschen in München

Standard
Projekt: „Neue Bürger lernen und erfahren Solidarität in München“ 

Maß­nah­me­ti­tel Az.. 312/2609000650

Ver­an­stal­tung

Typi­sche Neu­bür­ger zwi­schen Migra­tion und Inte­gra­tion? Aktu­elle Ein­bli­cke und Erfah­run­gen von Russ­land­deut­schen in Mün­chen”
Ort: “Stadt­teil­kul­tur­zen­trum 2411”, Blo­dig­str. 4, 80933 Mün­chen

Logo-BMI

Datum: 15.2.2016, 19:00–21:30
Mode­ra­tion: Peter Hil­kes

Verlauf und Ergebnisse

DSC00083Peter Hil­kes führte in das Thema „Neu­bür­ger“ im Rah­men der Inte­gra­ti­ons­po­li­tik und –for­schung in Deutsch­land ein. Dem­nach stand nach 1945 zunächst vor allem die Inte­gra­tion von Ver­trie­be­nen und Flücht­lin­gen im Mit­tel­punkt. Mit den ers­ten „Gast­ar­bei­tern“ ent­stan­den For­schun­gen zu ihrer Inte­gra­tion, wobei vor allem päd­ago­gi­sche Fra­gen sowie Sprach­kom­pe­tenz und beruf­li­che und soziale Inte­gra­tion domi­nier­ten. Mit dem Zustrom von Spät­aus­sied­lern und ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen stieg das Inter­esse auch an der bis dato in der Öffent­lich­keit rela­tiv unbe­kann­ten Per­so­nen­gruppe der Deut­schen aus Russ­land bzw. der Russ­land­deut­schen (im Fol­gen­den: RD). For­schungs­pro­jekte unter­such­ten die Lage in den Her­kunfts­län­dern und wid­me­ten sich umfang­reich der Inte­gra­tion in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Obgleich Bil­dung, Spra­che und Kul­tur sowie soziale Inte­gra­tion von hoher Bedeu­tung waren, stan­den Arbeits­platz- und Woh­nungs­fin­dung im Mit­tel­punkt. Mit ihnen wur­den auch Grund­be­dürf­nisse abge­deckt. Seit Mitte bzw. Ende der 1990er Jahre ist mit Aus­nahme wis­sen­schaft­li­cher Unter­su­chun­gen – hierzu zäh­len vor allem auch Ver­öf­fent­li­chun­gen des BAMF — das öffent­li­che Inter­esse an den RD abge­flaut. Sie gal­ten als inte­griert.

Dis­kus­sio­nen über RD sowie deren Aktio­nen und Ver­an­stal­tun­gen seit Januar 2016 haben die Lage geän­dert. Es ist deut­lich gewor­den, dass die Inte­gra­tion schein­bar auch andere bzw. unbe­kannte Facet­ten hat. Nicht wenige RD füh­len sich oder sind de facto immer noch „Neu­bür­ger“, wobei dies enspre­chen­der Dif­fe­ren­zie­rung bedarf. Hil­kes unter­strich die Viel­falt, die die Gruppe von „Neu­bür­gern“ kenn­zeich­net.

Als Über­gang zu Gespräch und Dis­kus­sion prä­sen­tierte er ein Musik­vi­deo, das Lisa Kos zum Thema „Inte­gra­tion in Deutsch­land“ kom­po­niert hat und das Gespräch und Dis­kus­sion beflü­geln sollte.

Das Lied zur Inte­gra­tion, gespickt mit Humor, iro­ni­schen Kom­men­ta­ren und Refle­xio­nen über den Umgang mit zwei Wel­ten hatte inter­es­san­ter­weise zwei­er­lei Wir­kung, die öffent­lich und in die­ser Offen­heit sel­ten spür­bar sein dürfte: Den anwe­sen­den Nicht-RD gefiel die Auf­be­rei­tung des The­mas „Inte­gra­tion“ sehr, wohin­ge­gen man­che RD geschockt waren. Sie fühl­ten sich pein­lich berührt und pro­vo­ziert. Der Umgang mit Satire und Humor ist sehr spe­zi­fi­sch. Das war für alle Anwei­sen­den eine wich­tige Erfah­rung.

Gemäß der Frage, ob man, wie viele RD im Januar und Februar 2016, von einer „kal­ten (neuen) Hei­mat“ spre­chen könnte, berich­te­ten zwei Per­so­nen exem­pla­ri­sch über ihre Inte­gra­ti­ons­er­fah­run­gen – dies nicht zuletzt vor dem Hin­ter­grund von Situa­tion und Ent­wick­lung in den Her­kunfts­län­dern. Im Gespräch mit Dr. Anna Bom­bo­low­sky und Irina Aigner stan­den jeweils die eigene Bio­gra­phie im Vor­der­grund sowie die Frage nach der Situa­tion als „Neu­bür­ge­rin“ in Deutsch­land. Beide Fälle kön­nen als exem­pla­ri­sch für bestimmte Gene­ra­tio­nen gel­ten. War in einem Fall mit der Aus­reise Mitte der 1990er Jahre ins­be­son­dere das Über­le­ben – dies auch dank eines tief emp­fun­de­nen Glau­bens und einer reli­giö­sen Erzie­hung — sowie das Gestal­ten einer eige­nen Bil­dungs­lauf­bahn trotz Dis­kri­mi­nie­rung und sons­ti­gen behörd­li­chen Schwie­rig­kei­ten im Vor­der­grund, domi­nierte im ande­ren Fall, der Aus­reise nach 2010, der Wille, zu den zahl­rei­chen bereits in Deutsch­land leben­den Ver­wand­ten zu zie­hen und sich man­gels Per­spek­ti­ven in Russ­land in Deutsch­land ein neues Leben auf­zu­bauen.

Beide prä­sen­tier­ten ihre Ein­schät­zun­gen, wobei die Dis­kus­sion mit dem Publi­kum fort­ge­setzt wurde. Ins­be­son­dere den Nicht-RD waren neben man­chen Fak­ten vor allem spe­zi­fi­sche Ein­stel­lun­gen zur Frage der „Mut­ter­spra­che“ und zur Lage in den Her­kunfts­län­dern, aber auch die Situa­tion kon­kret in Mün­chen nicht bekannt. Ihnen erschloss sich mit der Ver­an­stal­tung ein von Viel­falt gepräg­tes Bild, wonach sie es mit Deut­schen, aber teil­weise auch noch mit „Neu­bür­gern“ zu tun hat­ten, wobei sie Let­ze­res vor allem mit den (noch zu ver­bes­sern­den) Deutsch­kennt­nis­sen ver­knüpf­ten.

Bemer­kens­wer­ter­weise stell­ten auch die anwe­sen­den RD öffent­lich ein dif­fe­ren­zier­tes Bild hin­sicht­lich der gesam­ten Gruppe der RD fest. Nach anfangs sehr emo­tio­na­len Wort­bei­trä­gen ver­sach­lichte sich die Dis­kus­sion. Des Wei­te­ren wurde an die­sem Abend das Inter­esse aller Anwe­sen­den deut­lich, aus­führ­lich zu debat­tie­ren und sich um eine sach­li­che Debat­ten­kul­tur zu bemü­hen. Dies gelingt erfah­rungs­ge­mäß nicht immer, und daher kann diese Ver­an­stal­tung als eine beson­dere gel­ten. Ihre Dauer unter­streicht dies zusätz­lich.

Es wur­den unter ande­rem auch Fak­ten ange­spro­chen, die nicht immer im Fokus vor allem öffent­li­cher Bei­träge von RD selbst ste­hen, z. B. neben der sehr kon­tro­vers dis­ku­tier­ten Ver­wen­dung von Spra­chen (Rus­si­sch – Deut­sch) der unter­schied­li­che Sta­tus von Spät­aus­sied­lern bei der Aner­ken­nung nach dem BVFG (z. B. § 4 oder § 7), die aktu­el­len Demons­tra­tio­nen von RD, Rus­sisch­spra­chi­gen und ande­ren sowie die Begriff­lich­keit („Deut­sche aus Russ­land“, „Russ­land­deut­sche“ etc.). Die leb­hafte und inten­siv geführte Dis­kus­sion legte einige Fra­gen offen. Es bestand letzt­lich Kon­sens darin, dass die Viel­falt der Russ­land­deut­schen eine Tat­sa­che dar­stellte, die zu akzep­tie­ren sei. Hier­durch würde Tole­ranz geför­dert.

Es wurde der drin­gende Wunsch geäu­ßert, der­ar­tige Dis­kus­sio­nen fort­zu­set­zen und dies ins­be­son­dere auch in der LmDR selbst zu tun. Indem man sich mit aktu­el­len Fra­gen aus­ein­an­der­setze, so die ein­hel­lige Mei­nung der RD unter den Teil­neh­mern, könne man auch in der Öffent­lich­keit Infor­ma­tio­nen über­mit­teln, die zum Abbau von Vor­ur­tei­len und Des­in­for­ma­tio­nen bei­trü­gen. Dass ein Jour­na­list vom Baye­ri­schen Rund­funk anwe­send war und Gespräch und Dis­kus­sion auf­zeich­nete, wurde sehr posi­tiv bewer­tet. Es ist eine Sen­dung zum Thema geplant.

Peter Hil­kes, Pro­jekt­lei­ter                                                                                        7.3.2016

Zeitzeugenserie „Russlanddeutsche in München…”

Standard
Projekt: „Neue Bürger lernen und erfahren Solidarität in München“ 

Maß­nah­me­ti­tel Az.. 312/2609000650

Ver­an­stal­tung

Zeit­zeu­gen­se­rie „Russ­land­deut­sche in Mün­chen: Bio­gra­fien – Hin­ter­gründe – Per­spek­ti­ven. Ein­bli­cke aus Geschichte, Kul­tur, Poli­tik und Gesell­schaft“
Ort: Kul­tur­zen­trum „Gie­sin­ger Bahn­hof“, Gie­sin­ger Bahn­hof­platz 1, 81539 Mün­chen

Logo-BMI

Datum: 21.11.2016, 18:30–21:00
Zeit­zeuge: Eugen Hör­ner
Gesprächs- und Dis­kus­si­ons­lei­tung: Peter Hil­kes

Verlauf und Ergebnisse

20160121_203803

Der in der Nähe von Nowo­si­birsk gebo­rene Zeit­zeuge reiht sich mit sei­ner beson­de­ren und teil­weise unge­wöhn­li­chen, dadurch jedoch beson­ders inter­es­san­ten Bio­gra­phie in die Reihe der bedeu­ten­den Zeit­zeu­gen­ge­sprä­che ein. Ins­be­son­dere durch seine Groß­mut­ter erfuhr Eugen Hör­ner bereits im Kin­des­al­ter vom „beson­de­ren Sta­tus“, der die Deut­schen aus Russ­land bzw. Russ­land­deut­schen (im Fol­gen­den: RD) beson­ders kenn­zeich­nete. Dies gilt für das Schick­sal von depor­tier­ten und gestor­be­nen Ver­wand­ten. Als „Natio­na­li­tät ohne Rechts­sta­tus“ erfuhr auch Hör­ner Dis­kri­mi­nie­rung in der Schule, jedoch wehrte er sich vehe­ment dage­gen. Die durch die Fami­lie über­mit­telte Ori­en­tie­rung auf die deut­sche Spra­che und Kul­tur sowie auf Deutsch­land war prä­gend und bestimmte Hör­ners Leben in der UdSSR.

20160121_184951

Für die Nicht-RD unter den Anwe­sen­den beschrieb der Zeit­zeuge sei­nen prag­ma­ti­schen Umgang mit den Lebens­um­stän­den. Er schloss trotz wid­ri­ger Umstände eine Aus­bil­dung zum Geo­de­sis­ten ab, galt als kom­pe­ten­ter Fach­mann und wurde vom öffent­li­chen Arbeit­ge­ber zu zahl­rei­chen Pro­jek­ten ent­sandt. Dies führte ihn in ent­le­gene Regio­nen Sibi­ri­ens, aber auch nach Usbe­kis­tan und Kasach­stan. Gleich­zei­tig blieb das Bestre­ben der Fami­lie, nach Deutsch­land aus­zu­rei­sen.

Mit der Aus­reise von Ver­wand­ten in den 1970er Jah­ren nach Deutsch­land setzte die Fami­lie auf Besuchs­rei­sen in die Bun­des­re­pu­blik, um sich zu infor­mie­ren und ori­en­tie­ren. Damit war auch Eugen Hör­ner auf das Leben in Deutsch­land gut vor­be­rei­tet. Ver­su­che, wegen des Aus­rei­se­an­trags Mitte der 1970er Jahre Hör­ner zu benach­tei­li­gen schei­ter­ten, da seine Fach­kom­pe­tenz gefragt war und er es geschickt ver­stand, dem zu ent­ge­hen.

20160121_185533

Der­ar­tig auf die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land vor­be­rei­tet, fand er nach der Aus­reise Ende der 1970er Jahre recht bald eine Arbeit, die Hör­ner bis zum Ende des nor­ma­len Erwerbs­le­bens inne hatte. Sei­nen beruf­li­chen Erfolg ist mit den vorab vor­han­de­nen Kennt­nis­sen, den Erfah­run­gen in der UdSSR und dem ziel­ge­rich­te­ten Gestal­ten der beruf­li­chen Lauf­bahn ver­bun­den.

Die Zuge­hö­rig­keit zu einer Groß­fa­mi­lie sicherte auch die Über­win­dung von Pro­ble­men, etwa durch die neue „Unüber­sicht­lich­keit“ in Deutsch­land. Das „Leben in einer Schach­tel“ in der Sowjet­union wurde vom „Leben in Ord­nern“ in Deutsch­land ersetzt. Teile der Groß­fa­mi­lie gelang­ten früh zur LmDR und waren in füh­ren­der Funk­tion tätig. Vor dem Hin­ter­grund der nach Deutsch­land gelan­gen­den Flücht­lings­ströme kam es Hör­ner in dem Gespräch dar­auf an, einen gere­gel­ten Zuzug zu eta­blie­ren und ins­be­son­dere auf das Ein­hal­ten von Regeln der Zuwan­de­rer in einem freien Land zu set­zen.

In der Dis­kus­sion bekräf­tig­ten die Nicht-RD die unge­wöhn­li­che, da unbe­kannte, aber sehr inter­es­sante Bio­gra­phie des Zeit­zeu­gen. Ins­be­son­dere der Grad der Infor­miert­heit über Deutsch­land und die klare Ori­en­tie­rung dar­auf im Her­kunfts­land hat ent­spre­chend über­rascht. Es hat sich im Laufe der Zeit diese „andere“ Sicht auf die Dinge ent­wi­ckelt, die für Russ­land­deut­sche eher unty­pi­sch ist. Auch die Rolle der eige­nen Iden­ti­tät, in die­sem Fall der deut­schen, war ein grund­sätz­li­ches Thema, über das im Ver­hält­nis zu ande­ren Iden­ti­tä­ten (z. B. rus­si­sch, „baye­ri­sch“) leb­haft debat­tiert wurde. Die dabei über­mit­telte Offen­heit ist nicht selbst­ver­ständ­lich, da eher die Aus­nahme.

Auf beein­dru­ckende Weise gab Hör­ner Ein­bli­cke in die sowje­ti­sche Arbeits­welt – einen Bereich, den viele heute schon „ver­ges­sen“ haben. Auch dar­auf ging man in der Dis­kus­sion ein.

Dass ein Jour­na­list des Baye­ri­schen Rund­funks anwe­send war, der im Rah­men der Ver­an­stal­tung Auf­nah­men für eine geplante Radio­sen­dung machte, unter­streicht das öffent­li­che Inter­esse an der Zeit­zeu­gen­se­rie.

Peter Hil­kes, Pro­jekt­lei­ter                                                                                        25.1.2016

Potenziale junger Migranten fördern. Orientierung – Vernetzung – Integration in Bayern

Standard

Poten­ziale jun­ger Migran­ten för­dern. Ori­en­tie­rung – Ver­net­zung – Inte­gra­tion in Bay­ern”
Pro­jekt­lei­tung Nord: Olga Knaub; Rhön­weg 5, 97647 Roth/Rhön
Tel.: 09779 – 850272; Fax: 09779 – 850273; O.Knaub@LmDR.de; www.LmDR.de
Pro­jekt­lei­tung Süd: Peter Hil­kes, LMDR, Schwantha­ler Str. 80, 80336 Mün­chen
Tel.: 089 –44141907; P.Hilkes@LmDR.de; www.LmDR.de

Kurz­in­for­ma­tion
Junge Migran­ten wer­den an aus­ge­wähl­ten Stand­or­ten in Bay­ern mit geziel­ten und auf sie zuge­schnit­te­nen Maß­nah­men unter­stützt. Hier­bei steht im Mit­tel­punkt, unter Berück­sich­ti­gung der vor­han­de­nen Erfah­run­gen die Inter­es­sen und Poten­ziale zu för­dern. Dies kann in Grup­pen oder auch indi­vi­du­ell erfol­gen.

An aus­ge­wähl­ten Pro­jekt­schwer­punk­ten in den Bezir­ken Ober­fran­ken, Ober­pfalz und Nie­der­bay­ern wer­den Ver­an­stal­tun­gen und Maß­nah­men ange­bo­ten, die auf die jun­gen Men­schen zuge­schnit­ten sind und sich vor allem im Zusam­men­hang von Bildung/Schule und Jugend­ar­beit bewe­gen. Hier gilt es, junge Migran­ten für Schule und viel­fäl­tige Bil­dungs­an­ge­bote zu gewin­nen, um sie bei der Schaf­fung einer Lebens­grund­lage zu unter­stüt­zen. In Ver­bin­dung mit Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und der Jugend­ar­beit sol­len die Jugend­li­chen ihre Lebens­welt ent­de­cken und eigen­stän­dig gestal­ten. Sie erfah­ren dabei, wel­chen Stel­len­wert Bil­dung und Kul­tur haben, wel­che Grund­la­gen Arbeits­welt und Arbeits­markt kenn­zeich­nen und wel­che Fak­to­ren für
die eigene Ori­en­tie­rung bestim­mend sind. Das Pro­jekt und seine Betei­lig­ten neh­men hier Auf­ga­ben von klas­si­schen Inte­gra­ti­ons­lot­sen wahr.

Diese „Lot­sen“ wer­den auf ihre Auf­ga­ben vor­be­rei­tet, tau­schen sich bei den regel­mä­ßi­gen Tref­fen aus und geben Rück­mel­dung über die Situa­tion an Ort und Stelle. Dadurch wer­den bei Bedarf Vor­ge­hen und Maß­nah­men wei­ter ent­wi­ckelt bzw. modi­fi­ziert. Die Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land (LMDR) bringt hier ihre beson­dere Erfah­rung und Ver­net­zung ein. Der seit 1950 bestehende Ver­band hat viele und viel­fäl­tige Erfah­run­gen mit der Inte­gra­tion in Deutsch­land gesam­melt, ist an zahl­rei­chen Wohn­schwer­punk­ten der Zuwan­de­rung in Bay­ern aktiv und bringt seine Erfah­run­gen und Kom­pe­ten­zen in der Arbeit mit jun­gen Migran­ten ein. Die LMDR ist in Bay­ern auch in zahl­rei­chen Netz­wer­ken der
Inte­gra­tion ver­tre­ten.

Bei den Pro­jekt­lei­tun­gen Nord und Süd sind Infor­ma­tio­nen über das Pro­jekt und die lau­fen­den Akti­vi­tä­ten abruf­bar.

Zukunftsministerium Kurzinformation

Die­ses Pro­jekt wird aus Mit­teln des
Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums
für Arbeit und Sozia­les,
Fami­lie und Inte­gra­tion geför­dert

Deutsche aus Russland sind integriert

Standard
MZ_26062015

Jakob Fischer, Wal­de­mar Eisen­braun, Dr. Nelli Magel, Land­rat Franz Löff­ler (v. l.) eröff­ne­ten die Aus­stel­lung. Foto: fsh

Land­rat Löff­ler hebt anläss­lich der Aus­stel­lungs­er­öff­nung im Land­rats­amt Cham (Bay­ern) die gelun­gene Ein­glie­de­rung her­vor.
(Mit­tel­baye­ri­sche Zei­tung, 26.06.2015)

1763 ver­öf­fent­lichte die rus­si­sche Zarin einen epo­che­ma­chen­den Erlass. Sie wollte deut­sche Kolo­nis­ten ins Land holen. Aus zahl­rei­chen Län­dern kamen damals Aus­wan­de­rer um ihr Glück in Russ­land zu suchen, in den Sied­lungs­ge­bie­ten an der Wolga, im Schwarz­meer­raum und in ande­ren Gebie­ten Russ­lands. Für die Deut­schen aus Russ­land und ihr Selbst­ver­ständ­nis als Volks­gruppe ist das Mani­fest Katha­ri­nas II. noch heute — 250 Jahre spä­ter — von zen­tra­ler Bedeu­tung. Es ist das Grün­dungs­do­ku­ment ihrer Schick­sals­ge­mein­schaft“, schreibt Minis­te­rin Emi­lia Mül­ler in ihrem Gruß­wort. Zu die­sem Thema zeigt jetzt eine Aus­stel­lung im Foyer des Land­rats­am­tes in Cham täg­lich von 8 bis 18 Uhr wich­tige Doku­mente und den his­to­ri­schen Hin­ter­grund auf. Die Aus­stel­lung geht noch bis zum 31. Juli.

(Wei­ter­le­sen)

Stadtführung durch München am 25.11.2014 für Ehrenamtliche, Spätaussiedler und Bewohner des Übergangswohnheimes

Standard

20141125_105134Am Diens­tag, den 25. Novem­ber hat die Orts- und Kreis­gruppe Mün­chen der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land (LMDR e.V.) für unsere Ehren­amt­li­che, Spät­aus­sied­ler, Bewoh­ner des Über­gangs­wohn­hei­mes eine Stadt­füh­rung in Mün­chen ange­bo­ten.

Sehr umfang­rei­ches Pro­gramm hat uns Irina Unruh, pro­fes­sio­nelle Stadt­füh­rungs­lei­te­rin vor­be­rei­tet und inner­halb fast 4 Stun­den sehr inter­es­sant prä­sen­tiert. Zum Schluss wurde ent­schie­den — für die Ziel­gruppe auf Grup­pen­in­ter­esse ori­en­tier­ten Zyklus der Füh­run­gen im Jahr 2015 unbe­dingt wei­ter zu pla­nen.

Die Maß­nahme wurde im Rah­men des Pro­jek­tes “Neue Bür­ger ler­nen und erfah­ren Soli­da­ri­tät in Mün­chen” (Pro­jekt­lei­te­rin Frau Olga Gusch) durch­ge­führt.

Olga von der Wolga — 250 Jahre Ansiedlung der Deutschen an der Wolga

Standard

Olga von der WolgaÜber­re­gio­nale Ver­an­stal­tung der Kreis- und Orts­gruppe Regens­burg (Bay­ern) …

- Link zu wei­te­ren Fotos
Link zum Zei­tungs­ar­ti­kel / pdf

Kul­tur ist Spie­gel und Iden­ti­tät der Volks­gruppe, sie gibt Halt und Ori­en­tie­rung“ — mit die­sen Wor­ten sprach Dr. Wolf­gang Frey­tag, Refe­rats­lei­ter für Ver­trie­be­nen­po­li­tik des Baye­ri­schen Sozi­al­mi­nis­te­ri­ums, den Ver­an­stal­tern und zahl­reich erschie­ne­nen Gäs­ten des Kul­tur­ver­an­stal­tung „Olga von der Wolga. 250 Jahre Ansied­lung der Deut­schen an der Wolga“, dar­un­ter viele Ver­tre­ter der Poli­tik und Öffent­lich­keit, im Fest­saal des Kol­ping­hau­ses aus dem Her­zen. Zum drit­ten Mal in Folge 

Erinnern und Gedenken“ — Landesgruppe Hamburg in Aktion

Standard
???????????????????

Jakob Fischer mit Ina Men­zer (17-fache Ex-Box­welt­meis­te­rin)

Es ist schon eine gute Tra­di­tion, wenn die Lan­des­gruppe Ham­burg (Vor­sit­zen­der: Dr. Otto Horst) und der Chor „Abend­klang“ (Lei­te­rin: Lilia Ber­schin) ein­la­den — dann kom­men zahl­rei­che Aus­sied­ler und Alt-Han­sea­ten in das Begeg­nungs­zen­trum Wes­ti­bül Net­teln­burg. So auch am Sams­tag, den 25. Okto­ber 2014, erschie­nen zahl­rei­che Gäste zur Gedenk­feier „Erin­nern und Geden­ken“. Der Chor­ge­sang erin­nerte durch Wort und Ton an die Zeit der Depor­ta­tion und Zwangs­ar­beits­la­ger, die Stell­wän­den der lands­mann­schaft­li­chen Wan­der­aus­stel­lung „Deut­sche aus Russ­land. Geschichte und Gegen­wart“ bekräf­tig­ten die Span­nung der Fei­er­stunde mit Bild und Text. Und als nach einem Aus­zug aus der Video­do­ku­men­ta­tion „Gegen das Ver­ges­sen“ die Schwei­ge­mi­nute