Wanderausstellung Projektbeschreibung

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Projektbeschreibung

Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“

Die Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“ wird seit 1995 durch das Bundesministerium des Innern (Berlin) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF, Nürnberg) gefördert und von Projektleitern der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V., Jakob Fischer und Josef Schleicher, bundesweit präsentiert. Mit insgesamt sieben parallel laufenden und inhaltlich gleichen Ausstellungen informiert das Projekt die bundesdeutsche Öffentlichkeit über die Geschichte und Kultur der Deutschen in/aus Russland bzw. der ehemaligen UdSSR sowie über die Integration der russlanddeutschen Spätaussiedler in Deutschland.

Ziele:

Sie trägt zur Verbesserung der Akzeptanz der Spätaussiedler in der deutschen Gesellschaft bei und hilft, Vorurteile gegenüber den Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion zu entkräften und abzubauen. Die großen Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung bewegen die Menschen dazu, aufeinander zuzugehen, miteinander zu reden und einander besser zu verstehen. Im Einzelnen werden dabei unter anderem folgende Ziele verfolgt: Aufbau von Kontakten zwischen Einheimischen und Spätaussiedlern; Eingliederung von Spätaussiedlern in bestehende Gruppierungen; Förderung der Akzeptanz der Deutschen aus Russland in der Öffentlichkeit und der Presse; Aufklärung der einheimischen Bevölkerung über die positiven Aspekte des Aussiedlerzuzugs.

Themen:

Mit insgesamt sieben parallel laufenden und inhaltlich gleichen Wanderausstellungen informiert die Landsmannschaft die bundesdeutsche Öffentlichkeit über die Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland bzw. der ehemaligen UdSSR sowie über die Integration der Spätaussiedler in Deutschland. Die Geschichte und Gegenwart der Volksgruppe wird nach einer Aktualisierung zu Beginn des Jahres 2007 auf den folgenden Tafeln behandelt:

  • Schicksalsweg der Russlanddeutschen
  • Deutsche wandern nach Russland aus: 1763 – 1862
  • Familie Alexander Schwindt aus Morgentau/ Wolgagebiet
  • Familie Jakob Wedel, russlanddeutsche Mennoniten
  • Familie Wilhelm Biedlingmaier aus Katharinenfeld/ Kaukasus
  • Familie Meta Pflugfelder-Baun aus Ludwigsthal/ Saporoshje/ Ukraine
  • Leistungen der Deutschen in Russland
  • Wirtschaftliche Blüte
  • 100 Jahre kulturelle Entwicklung
  • Existenzprobe 1. Weltkrieg
  • Die Oktoberrevolution 1917 und ihre Folgen
  • Verschärfung der Repressionen 1928-1939
  • Der Weg in die Katastrophe 1941 und der 2. Weltkrieg
  • Verbannung auf „ewige Zeiten“ 1941-1956
  • Zögerliche Teilrehabilitierung 1955-1964
  • Gescheiterte Autonomiebestrebungen 1965
  • Kulturelle Wiederbelebung 1974 – 1992
  • Verantwortung für die Schicksalsgemeinschaft der Russlanddeutschen
  • Hilfen der Bundesregierung für Russlanddeutsche in den Herkunftsländern
  • Aufnahme in Deutschland
  • Bemühungen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland
  • Projekte für Integration und Akzeptanz
  • Gewinn für Deutschland
  • Daten und Fakten

Zusätzliche Informationen enthält der Katalog zur Wanderausstellung.

Schulprojekttage als besonderer Schwerpunkt der Ausstellung:

Ein besonderer Schwerpunkt des langjährigen Großprojektes ist die Aufklärungsarbeit über Aussiedler unter den Jugendlichen und die Präsentation der Ausstellung in den Schulen als Schulprojekttage zum Thema „Integration in Deutschland“. Allein 2010 unterrichteten die Projektleiter als Gastlehrer in weit über 1.100 Schulklassen mit mehr als 30.000 Schülerinnen und Schüler und stellten die Geschichte der Deutschen aus Russland und ihre Integration in Deutschland in den Mittelpunkt des Unterrichts. Auch 2011 wird die Ausstellung erneut an etwa 200 Schulen in verschiedenen Städten bundesweit gezeigt. Führungen durch die Wanderausstellung und Vorträge an der großen Weltkarte Eurasiens werden rund um das Jahr für Schüler und Schülerinnen der Klassen 7. bis 13. der Haupt-, Realschulen, Gymnasien und Berufsschulen aus der gesamten Umgebung jedes Ausstellungsortes angeboten. In die Organisation und Gestaltung der Führungen werden ehrenamtliche Lehrkräfte vor Ort sowie freiwillige Helfer eingebunden. Außerdem werden im Unterricht aktuelle Kurzfilme auszugsweise und mit Kommentar vorgeführt: „Russlanddeutsche zwischen Zuversicht und Vorurteil“, „Deutsche in Russland – Vorbild und Sündenbock“, „Aller Anfang ist schwer – Integration der Spätaussiedler in Deutschland“, „Geboren in der UdSSR – junge Aussiedler in Deutschland“, „Abschied von Alma-Ata“, „Versöhnung über Grenzen“ (Auszüge aus der Filmtrilogie) u.a. Die Schüler werden zur aktiven Mitarbeit motiviert, sie füllen Fragekataloge zum Thema der Ausstellung aus und beteiligten sich an Diskussionen. Zur Auswirkung der Führungen gehören schriftliche Hausarbeiten der Schüler zum Thema der Ausstellung mit Besprechung in der Klasse. Tausende dankbare Eintragungen der Schüler und Lehrer in das Gästebuch der Wanderausstellung in all den Jahren sind ein deutlicher Beweis dafür, dass die Inhalte und Rahmenveranstaltungen dem Abbau der immer noch bestehenden Informationsdefizite und Vorurteile über Deutsche aus Russland dienen.

Sympathiewerbung für die Volksgruppe und Aufklärung gegen Wissensdefizite:

Gleichzeitig werden von Jahr zu Jahr weit über 150 Begegnungstage mit Tausenden Teilnehmern (2010 mehr als 26.000) als Begleitprogramm der Wanderausstellung in öffentlichen Räumen wie Rathaus, Landratsamt, Kirche, Sparkasse, Bürgerhaus, Stadthalle, Jugendzentrum u. a. durchgeführt. Die beiden Projektleiter halten Einführungsvorträge, führen auf Großleinwänden Filme über die Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland sowie Integration in Deutschland vor. Es gibt regelmäßig Führungen durch die Ausstellung und anschließende Gespräche. Das gegenseitige Kennenlernen der Russlanddeutschen und Einheimischen bei den Ausstellungen findet in Aktion statt. Durch die vielfältige Aufklärung der einheimischen Bevölkerung, aber auch der eigenen Landsleute, über die positiven Aspekte des Aussiedlerzuzugs wird die Akzeptanz der Spätaussiedler in der deutschen Gesellschaft verbessert und Vorurteile gegenüber den „Fremden“ aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion werden entkräftet. Durch die zahlreichen Rahmenveranstaltungen sowie die Präsenz der Deutschen aus Russland in der Öffentlichkeit und der Presse werden die Kontakte zwischen Einheimischen und Spätaussiedlern gefördert und die Wissensdefizite auf beiden Seiten verringert. Eine nachhaltige positive Resonanz haben Eröffnungsveranstaltungen mit Grußworten von offiziellen Vertretern der Landkreise, Städte und Gemeinden, Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie der Landtage, Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Vereine oder Schulen. Die Begleitmaßnahmen im Rahmen der Wanderausstellungen wie etwa gemeinsame Veranstaltungen mit dem Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung, Pressegespräche, Filmabende über die Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland, Podiumsdiskussionen mit Politikern über die Aussiedlerintegration, gemeinsame Gottesdienste, Jugendbegegnungsabende sowie Seniorennachmittage werden in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Netzwerken für Integration durchgeführt. In diese Arbeit werden Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Caritas, Diakonie, AWO, Vertriebenenverbände und Landsmannschaften sowie Schulen, Stadt- und Kreisverwaltungen, Vereine und viele engagierte einheimische Bürger mit einbezogen. Als Mitwirkende für Begegnungen zwischen Deutschen aus Russland und den Einheimischen mit einem Informations- und Kulturprogramm werden russlanddeutsche und einheimische Kultur- und Kunstgruppen, Chöre, Kulturvereine, Solisten, Kinder- und Jugendgruppen gewonnen.

Teilnehmer und Kooperationen:

Die Präsentation der Ausstellung wird mit Veranstaltungen von Begegnungen zwischen Deutschen aus Russland und den Einheimischen mit einem Informations- und Kulturprogramm verbunden. Die insgesamt sechs parallel laufenden Wanderausstellungen der Landsmannschaft informieren die breite Öffentlichkeit in Städten und Gemeinden über die russlanddeutsche Volksgruppe. Als Mitwirkende werden russlanddeutsche und einheimische Kultur- und Kunstgruppen gewonnen. In Verbindung mit Aktivitäten im Bereich der Integration von Spätaussiedlern seitens der Stadt- und Kreisverwaltungen werden zusätzlich zahlreiche Begleitveranstaltungen durchgeführt: gemeinsame Veranstaltungen mit dem Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung, Pressegespräche, Filmabende über die Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland, Podiumsdiskussionen etc. Die Veranstaltungen im Rahmen der Wanderausstellungen werden in guter Zusammenarbeit mit örtlichen Netzwerken für Integration durchgeführt. In diese Arbeit werden Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Caritas, Diakonie, AWO, Vertriebenenverbände und Landsmannschaften sowie Schulen, Verwaltungen, Vereine und viele engagierte einheimische Bürger einbezogen.

Nachfrage:

Die Nachfrage und die lebendige Resonanz der Ausstellung zeigen, dass auch nach rund 15 Jahren der Bedarf an Informationen und Aufklärung über die Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland nicht nachgelassen hat: Auch für die nächsten Jahre liegen der Landsmannschaft zahlreiche Anmeldungen für Ausstellungspräsentationen seitens der Landkreise, Städte, Gemeinden und Schulen aus allen 16 Bundesländern vor.