Ehrenamt: “Motivieren – Medien – moderne Technik”

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Vertreter von etwa 15 Orts- und Kreisgruppen der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft aus allen Teilen des Freistaates waren zu der Multiplikatorenschulung erschienen, die sich am 12. und 13. Mai in Straubing mit den Themen ehrenamtlicher Arbeit “Motivieren – Medien – moderne Technik” befasste. Die Veranstaltung wurde aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen gefördert.

Die Teilnehmer der Multiplikatorenschulung in Straubing.     Mehr Fotos

 Begrüßt wurden die Teilnehmer vom Mitglied des bayerischen Landesvorstandes der Landsmannschaft, Karl Kromer, der die Bedeutung des ehrenamtlichen Einsatzes würdigte, der in den meisten Fällen zusätzlich zu einem harten Arbeitstag im Hauptberuf geleistet werde. Als Belohnung der Arbeit nannte Kromer Veranstaltungen wie die Feier zum 55-jährigen Bestehen der Orts- und Kreisgruppe Augsburg im April d.J., bei der einfach alles gestimmt habe.

Der Vorsitzende der Landesgruppe Bayern, Waldemar Eisenbraun, bedankte sich bei den Organisatoren der Schulung, der Orts- und Kreisgruppe Straubing-Bogen und den beiden Leiterinnen des Projektes “Angekommen und integriert in Bayern”, Olga Gusch und Olga Knaub. Voller Selbstbewusstsein bezeichnete er die Deutschen aus Russland als Stützen der Gesellschaft, die den Status von Bittstellern längst hinter sich gelassen hätten.

Eduard Neuberger, Mitglied des Landesvorstandes und seit 20 Jahren Vorsitzender der Orts- und Kreisgruppe Straubing-Bogen, stellte die umfangreiche Sozial-, Kultur-, Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit der Landsmannschaft in Straubing vor, die vor allem in den letzten Jahren zu einem nicht unerheblichen Mitgliederzuwachs der Gliederung geführt habe.

 

“Für dich! Für mich! Für alle.”

Mit dem Thema “Motivieren für Ehrenamt und politische Vertretung” befasste sich der bayerische Landtagsabgeordnete Josef Zellmeier (CSU), der auch innerhalb der Landesgruppen Bayern des Bundes der Vertriebenen und der Karpatendeutschen Landsmannschaft als stellvertretender Vorsitzender tätig ist.

Deutsche aus Russland seien, so Zellmeier, in politischen Ämtern und den meisten bürgerlichen Vereinen bedauerlicherweise deutlich unterrepräsentiert. Ausnahmen bestünden lediglich hinsichtlich Sportvereinen und der Freiwilligen Feuerwehr.

Gerade in Zeiten rückläufiger Mitgliederzahlen in Vereinen und anderen Einrichtungen betrachte er es als seine Aufgabe, Menschen unabhängig von ihrer Herkunft unter dem Motto “Für dich! Für mich! Für alle!” für das Ehrenamt zu begeistern, zumal gelte: “Man lernt dabei für sich genauso viel, wie man anderen behilflich sein kann.”

Darüber hinaus sei es für das politische System der Bundesrepublik notwendig, dass sich möglichst viele ehrenamtlich betätigen. Wie etwa in Bayern, wo Jahr für Jahr nicht weniger als 75 Millionen Stunden ehrenamtlicher Arbeit registriert werden könnten.

Die Arbeitsgruppe der PC-Erfahrenen

Presse und Internet

Erfahrungsberichte und Tipps für die Praxis hatten die Leiterin der Lokalredaktion des “Straubinger Tagblatts”, Monika Schneider-Stranninger, und Petra Rettberg von der Volkshochschule Straubing-Bogen mitgebracht.

“Nichts ist hartnäckiger als Klischees und Vorurteile!” Mit diesen Worten beschrieb die Redakteurin die grundsätzliche Schwierigkeit, die Öffentlichkeit mit objektiven Informationen über Themen zu versorgen, die nicht im Mittelpunkt des medialen Interesses stehen. Das Thema “Deutsche aus Russland” gehöre sicher dazu. Angesichts zahlloser Berichte, die Zeitungsredaktionen zugeschickt werden – allein in der Lokalredaktion des “Straubinger Tagblatts” treffen täglich an die 200 E-Mails ein! -, empfahl sie, mit der jeweiligen Redaktion direkten Kontakt aufzunehmen. “Und benennen sie dem Redakteur diejenige oder denjenigen, der bei Ihnen für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist!”

Petra Rettberg informierte über Fragen, Inhalte, Möglichkeiten und Probleme des Internets und leitete am zweiten Tag der Schulung die Arbeitsgruppe für Anfänger, während sich Sergej Gerbersdorf, der seit Jahren ehrenamtlich die Homepage der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft betreut, den schon Fortgeschrittneren widmete.

Eine Führung durch Straubing mit Ursula Seitz am Abend des ersten Tages rundete die gelungene Veranstaltung ab, und mit kleinen Geschenken wurde allen Teilnehmerinnen gedankt, die sich am Muttertag Zeit für die Landsmannschaft genommen hatten.

VadW                                     Mehr Fotos