Ein Chorfest, das die Herzen bewegt

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Zum neunten Mal Freundschaftssingen in Pforzheim

 

Sie­ben Chö­re folg­ten auch in die­sem Jahr der Ein­la­dung der Pforz­hei­mer und kamen zum Freund­schafts­sin­gen am 5. Mai im Bür­ger­haus Bucken­berg-Hai­dach (Baden-Würt­tem­berg). Zum neun­ten Mal in Fol­ge prä­sen­tier­ten sich die Chö­re beim gro­ßen Chor­fest zum Hören, Erle­ben und Mit­ma­chen.

Uns ver­bin­det die Lie­be zum Gesang, zum Lied. Wir freu­en uns auf neue Chor­mit­glie­der – nicht nur in unse­rem Chor, son­dern auch in den ande­ren Städ­ten“, sag­te die Grün­de­rin der Tra­di­ti­on, Irma Hart­ter vom Pforz­hei­mer Chor „Gute Lau­ne“, bei ihrer Begrü­ßung.

Schwung­voll und inter­na­tio­nal ging es zur Sache: Stimm­ge­wal­tig und aus­drucks­stark begeis­ter­ten die Hob­by­sän­ger das Publi­kum und luden zum Mit­sin­gen ein – mit Volks­wei­sen und moder­nen Lie­dern in deut­scher und rus­si­scher Spra­che. Durch das Pro­gramm führ­te Elfrie­da Luitt­le, die selbst im Chor „Gute Lau­ne“ mit­singt.

Die Lie­be zur Musik und zum Lied, die die Chor­mit­glie­der aus vie­len Orten ver­bin­det, brach­te auch Rolf Con­stan­tin, der ers­te ehren­amt­li­che Stell­ver­tre­ter des Pforz­hei­mer Ober­bür­ger­meis­ters, auf den Punkt. Er über­brach­te die Grü­ße von OB Gert Hager und unter­strich die Bedeu­tung des Chor­ge­sangs. „Musik und Lie­der fin­den den Weg zu den geheims­ten Plät­zen der See­le. Musik machen und Musik hören ist Medi­zin für die See­le. Noch schö­ner ist der gemein­sa­me Gesang, um der Iso­lie­rung zu ent­kom­men“, lob­te er die Pforz­hei­mer Tra­di­ti­on. Mit Zähig­keit schaf­fe es Irma Hart­ter immer wie­der, die Chö­re zu moti­vie­ren.

Chö­re der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land exis­tie­ren in bei­na­he allen Bun­des­län­dern. Für vie­le Mit­glie­der der Lands­mann­schaft bil­den sie das eigent­li­che Herz­stück des Ver­eins“, sag­te Karl Kromer aus Augs­burg vom Lan­des­vor­stand Bay­ern, der den Ver­an­stal­tern des Chor­fes­ti­vals die Erfolgs­wün­sche im Namen der Lan­des­grup­pe Bay­ern über­mit­tel­te. „Was wäre die Welt ohne Musik? Unser beson­de­rer Dank gilt Irma Hart­ter, die das Chor­fes­ti­val inzwi­schen zum neun­ten Male auf die Bei­ne gestellt und es zu einem fes­ten Bestand­teil der kul­tu­rel­len Ange­bo­te der Lands­mann­schaft hier in Baden-Würt­tem­berg gemacht hat“, so Kromer wei­ter.

Aner­ken­nung und Dank an Irma Hart­ter und ihre Hel­fer ent­hielt auch das schrift­li­che Gruß­wort der Vor­sit­zen­den der Lan­des­grup­pe Baden-Würt­tem­berg, Leon­ti­ne Wacker, die zur glei­chen Zeit bedau­er­li­cher­wei­se einen ande­ren Ter­min hat­te.

1999 grün­de­te Irma Hart­ter den Chor „Gute Lau­ne“ der Orts­grup­pe Pforz­heim der Lands­mann­schaft, der inzwi­schen ein ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein ist, und rief weni­ge Jah­re spä­ter das Freund­schafts­sin­gen ins Leben. Die drei­fa­che Mut­ter lebt seit 1980 in Deutsch­land, seit 1982 enga­giert sie sich in der Orts­grup­pe Pforz­heim, vor allem in der Kul­tur- und Kin­der­ar­beit. Für ihren lang­jäh­ri­gen Ein­satz inner­halb der Lands­mann­schaft wur­de sie mit der gol­de­nen Ehren­na­del des Ver­eins aus­ge­zeich­net.

Gute Lau­ne”

Das Pro­gramm eröff­ne­te der Gast­ge­ber­chor „Gute Lau­ne“ mit dem Lied „Unse­re gute Lau­ne ist die Musik“, beglei­tet au dem Kla­vier von Ser­gej Leh­mann, und ern­te­te viel Bei­fall mit wei­te­ren Lie­dern in deut­scher Spra­che. Seit nun­mehr 13 Jah­ren ist der Chor bei Ver­an­stal­tun­gen in Pforz­heim und Umge­bung zu sehen und zu hören. „Wir wol­len nicht die Welt bewe­gen, son­dern die Her­zen – denn, wo man singt, da lass dich nie­der, böse Men­schen haben kei­ne Lie­der“, so sei­ne Bot­schaft.

Sou­ve­nir”

Den Chor „Sou­ve­nir“ der Orts­grup­pe Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen stell­te der Ort­grup­pen­vor­sit­zen­de und Musi­ker Alex­an­der Hess vor. Seit Mai 2010 tritt der Chor mit der Lei­te­rin Valen­ti­na Her­mann erfolg­reich auf, und auch in Pforz­heim zeig­te er sich auf beacht­li­chem Niveau mit Dar­bie­tun­gen rus­si­scher Klas­si­ker und popu­lä­rer Lie­der wie etwa dem ein­fühl­sa­men „Ach du Schick­sal“.

Jung­brun­nen”

Der Chor „Jung­brun­nen“ aus Offenburg/Ortenaukreis unter der Lei­tung von Anton Bit­tel auf dem Akkor­de­on sorg­te mit sei­nem aus­ge­spro­chen tem­pe­ra­ment­vol­len Pro­gramm in deut­scher und rus­si­scher Spra­che („Tum-Bala­lai­ka“ und ande­re Lie­der) für Stim­mung und reg­te zum Mit­sin­gen an. Der Chor, der 2003 von Georg Stö­ßel im Rah­men eines lands­mann­schaft­li­chen Pro­jek­tes ins Leben geru­fen wur­de, fand mit sei­nem brei­ten Reper­toire an deut­schen Volks­lie­dern, in das auch eini­ge popu­lä­re rus­si­sche Volks­lie­der inte­griert sind, schnell einen fes­ten Platz in der Kul­tur­land­schaft der Stadt.

Melo­die”

Tem­pe­ra­ment­voll, aber auch gefühl­voll und vor allem inter­na­tio­nal ging es wei­ter mit dem Chor „Melo­die“ aus Gien­gen an der Brenz (musi­ka­li­sche Lei­tung Fried­rich Krau­se, Orga­ni­sa­ti­on Rosa Bar­th). Die Band­brei­te der Vor­trä­ge reich­te von dem russ­land­deut­schen Lied „Auf der Kali­nen­brück“ über das nost­al­gi­sche „Wol­ga-Fluss“ in rus­si­scher Spra­che bis hin zu dem ukrai­ni­schen Volks­lied „Nahm ein Mädel einen Eimer“. Erst vor über zwei Jah­ren ent­stan­den, hat das Ensem­ble deut­sche, rus­si­sche und ukrai­ni­sche Lie­der im Reper­toire.

Hei­mat­me­lo­die”

Im zwei­ten Teil des Chor­fes­ti­vals zeig­te der Chor „Hei­mat­me­lo­die“ aus Augs­burg (Lei­tung Alena Hei­ser) mit Lie­dern wie „Schließ mich in dein Herz, du lie­be Hei­mat“, „Mein Hei­mat­dorf“ oder „Ich ken­ne ja dei­ne Natur“ gro­ße gesang­li­che Klas­se. Zum Reper­toire des Cho­res, der im vori­gen Jahr sein 25-jäh­ri­ges Bestehen fei­er­te, gehö­ren nicht nur Volks­lie­der in Deut­sch, Rus­si­sch und Ukrai­ni­sch, son­dern auch anspruchs­vol­le Chor­wer­ke zur Gestal­tung von Got­tes­diens­ten, moder­ne Songs sowie Lie­der, die Alena Hei­ser auf Tex­te von Deut­schen aus Russ­land kom­po­niert hat.

Lieb Hei­mat­land”

Der Chor „Lieb Hei­mat­land“ aus Karls­ru­he gehört eben­falls zu den ältes­ten Gesangs­ver­ei­nen der Deut­schen aus Russ­land; er wur­de bereits 1976 gegrün­det. Heu­te wird er von Kor­ne­lia Vöh­rin­ger gelei­tet. Mit Lie­dern aus Russ­land, Euro­pa und den deut­schen Sied­lungs­räu­men prä­sen­tie­ren sich die Chor­mit­glie­der in Karls­ru­he und Umge­bung. In Pforz­heim unter­hiel­ten die Sän­ger das Publi­kum mit vier­stim­mi­gem A-cap­pel­la-Gesang in deut­scher und rus­si­scher Spra­che (Diri­gen­tin Maria Ben­der) und wur­den mit viel Bei­fall bedacht.

Aus­sied­ler­chor”

Der Aus­sied­ler­chor aus Lud­wigs­burg (Lei­tung Elfrie­de Imrich) erfreu­te die Zuschau­er mit Volks­lie­dern. Der klei­ne, sehr stimm­si­che­re Chor besteht aus Sän­gern unter­schied­li­cher Her­kunft – Sie­ben­bür­ger Sach­sen und Deut­sche aus Russ­land gehö­ren zu ihm eben­so wie Ein­hei­mi­sche.

Für den krö­nen­den Abschluss des Kon­zerts sorg­te der Chor “Gute Lau­ne” mit einem wei­te­ren Auf­tritt, bei dem er von den ande­ren Teil­neh­mern und den Zuschau­ern kräf­tig unter­stützt wur­de.

In der Pau­se zwi­schen den bei­den Tei­len wur­de das musi­ka­li­sche Gesche­hen im Foy­er fort­ge­setzt. Dort spiel­ten eini­ge Musi­ker spon­tan zum Tanz auf und zau­ber­ten die Atmo­sphä­re einer „wol­ga­deut­schen Hoch­zeit“.  Alex­an­der Hess (Har­mo­ni­ka), Fried­rich Krau­se (Akkor­de­on) sowie Arthur Har­war­th (Löf­fel) und Arka­dy Rusa­kovs­kyy (Schel­len­trom­mel), bei­de vom Augs­bur­ger Chor, hat­ten sich spon­tan zu einem Orches­ter zusam­men­ge­schlos­sen.

Der Pforz­hei­mer Chor­ver­ein sorg­te mit kal­ten Geträn­ken, Kaf­fee und selbst geba­cke­nen Kuchen, Pel­me­ni und ande­ren Lecke­rei­en auch für das leib­li­che Wohl der Gäs­te. Ein beson­de­rer Dank für den vor­bild­li­chen Ein­satz geht an The­resa Schulz, Valen­ti­na Schie­le, Lydia Böhm, Elli Tau­bert, Niko­laus Mohr und ande­re Lands­leu­te. Eine Tom­bo­la run­de­te die Ver­an­stal­tung ab.

VadW