Stellungnahme der LmDR zur „Essener Tafel“

Standard

Unser Verband, die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, ist empört über die Vorgehensweise der Essener Tafel in Bezug auf Hilfsbedürftige und darüber, wie die Deutschen aus Russland in diesem Zusammenhang stigmatisiert werden.

(hier pdf-Datei)

Spiegel ONLINE zitiert den Leiter der Essener Tafel, Jörg Sartor, mit den Worten: „Die deutsche Oma oder die allein erziehende deutsche Mutter haben sich bei uns zuletzt nicht mehr wohlgefühlt…“ Unter den Syrern und Russlanddeutschen gebe es „ein Nehmer-Gen“, so Sartor.

Die Annahme, unter den 60 Personen mit einem ausländischen Pass gäbe es viele Russlanddeutsche, kann so nicht stimmen. Alle Deutschen aus Russland (das ist die zutreffende Bezeichnung!) erwerben auf Grundlage des §116 des Grundgesetzes die deutsche Staatsangehörigkeit nach der Rückkehr in ihre historische Heimat. Zuvor musste jeder einzelne (Spät)Aussiedler ein langwieriges und staatlich organisiertes Aufnahmeverfahren mit einem Nachweis der Deutschkennnisse durchlaufen. Die rechtliche Grundlage hierzu bildet das Kriegsfolgenbereinigungsgesetz.

Insofern sind unter „Die deutsche Oma oder die allein erziehende deutsche Mutter“ per Definition auch die Deutschen aus Russland gemeint.

Als legitimer Interessenvertreter der Deutschen aus Russland und den anderen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion warnen wir eindringlich vor der Stigmatisierung einer großen Bevölkerungsgruppe, der über drei Millionen Personen zugerechnet werden und die nachweislich als gut integriert und gesetzestreu gilt.

An dieser Stelle verweisen wir auf unsere Stellungnahmen “Keine Stigmatisierung der Deutschen aus Russland!“ vom 18. September 2017:

http://lmdr.de/keine-stigmatisierung-der-deutschen-aus-russland/

Aus aktuellem Anlass machen wir die Politik und die Gesellschaft erneut darauf aufmerksam, dass besonders die ältere Generation der Deutschen aus Russland im Bereich der Rentenbezüge massiv benachteiligt ist, was unvermeidlich zur Altersarmut führt. Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf seitens der Gesetzgebung!

Waldemar Eisenbraun
Bundesvorsitzender