Finger weg von Haustürgeschäften und Kaffeefahrten

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Praktische Tipps beim Seminar für ehrenamtliche Multiplikatoren in Dresden

Am 26.09.2012 fand im Johannstädter Kulturtreff e. V. in Dresden ein Seminar für ehrenamtliche Multiplikatoren in der Integrationsarbeit statt.

Mit insgesamt 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Rudolstadt in Thüringen, Leipzig, Chemnitz und Dresden war es eine gut besuchte und gelungene Veranstaltung. Anwesend war auch der Vorsitzende der Landesgruppe Sachsen der Landsmannschaft, Florian Braun, dem ein Dankeschön für sein engagiertes Mitwirken gebührt.

Die beiden Referentinnen am Vormittag – von der AOK-Pflegeversicherung und von der Informations- und Beratungsstelle Anerkennung Sachsen – vermittelten mit einer anschaulichen Powerpoint-Präsentation viele Informationen, u. a. über die Beantragung einer Pflegestufe und die damit verbundenen Pflegeleistungen sowie über den Unterschied zwischen reglementierten und nicht reglementierten sowie landes- und bundesrechtlich geregelten Berufen.

Nach der Mittagspause mit einer deftigen sächsischen Kartoffelsuppe und einem regen Erfahrungsaustausch untereinander ging es gestärkt in die zweite Runde.

Die Referentin von der Verbraucherzentrale Sachsen gab wichtige Tipps zum Vertragsrecht. Erläutert wurden Begriffe wie Rücktritt, Widerruf, Kündigung, Gewährleistungsrecht und Garantieanspruch. Gewarnt wurde vor Haustürgeschäften, Kaffeefahrten und Internetfallen, die nicht selten mit einem Inkassoverfahren enden.

Der bevorstehenden kalten Jahreszeit angepasst informierte die Referentin noch zum richtigen Heiz- und Lüftungsverfahren in Wohnungen im Hinblick auf die Betriebskosten.

Die für diesen Tag letzte Referentin kam von der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland. Sie erklärte das Rentenantragsverfahren und informierte zum Fremdrentenrecht sowie zur Anrechnung russischer Renten.

Ziel der Multiplikatorenschulung war es, den anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die ehrenamtlich Spätaussiedlern und Migranten bei auftretenden Problemen helfen und sie im Alltag unterstützen, aktuelle Informationen zu vermitteln, damit sie bei der Beratung darauf zurückgreifen können. Dieses Ziel wurde erreicht, denn die vier ausgewählten Themenkomplexe waren sehr interessant und boten ausreichend Diskussionsstoff. Die Teilnehmer(innen) konnten Fragen an die Referentinnen stellen, die kompetent beantwortet wurden. Außerdem brachten die Referentinnen verschiedenes Informationsmaterial – Flyer und Broschüren – mit.

Nach reichlich sechs Stunden traten die ehrenamtlichen Betreuer(innen) die Heimreise an. Im Gepäck hatten sie eine Menge neuer Informationen für ihre Tätigkeit vor Ort und die Gewissheit, dass es viele Gleichgesinnte gibt, die sich für nach Deutschland kommende Spätaussiedler und ausländische Migranten im Rahmen des Ehrenamtes einsetzen. Ein „Dankeschön für Alles“ kam aus fast jedem Mund, und dieser Dank gibt Kraft für weitere derartige Veranstaltungen.

 

Birgit Matthes

Migrationsberatung für Erwachsene

LM der Deutschen aus Russland e. V. – Ortsgruppe Dresden