Geschichte und Erinnerung

Standard

Geschichte und Erinnerung

1763 erließ die Zarin Katharina II. das Einladungsmanifest für Siedler im russischen Zarenreich. 2013 werden es 250 Jahre sein – ein bedeutendes Datum für Deutsche aus und in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Im Gnadenprivileg Pauls I. (1796-1801) vom 6.9.1800 wurden den Mennoniten noch zusätzliche Vorrechte eingeräumt (Befreiung vom Kriegs- und Zivildienst für alle Zeiten, keine Eidesleistung vor Gericht, Gewerbefreiheit etc.). Das Manifest Alexanders I. (1801 -1825) vom 20.02.1804 legte besonderen Wert auf Einwanderer, die gute Landwirte, Handwerker, Winzer oder Viehzüchter waren.

Deutsche aus Russland, die jetzt nach Deutschland kommen oder bereits seit einigen Jahrzehnten hier leben, sind fast ausschließlich Nachkommen der Auswanderer aus Hessen, Rheinhessen, Pfalz, Württemberg, Baden, Elsass und Bayern, die zur Zeit der Zarin Katharina II. (1729-1796) und ihres Enkels Alexander I. (1777-1825) nach Russland aufbrachen. In die Regentschaft der beiden Zaren fallen die drei wichtigsten Auswanderungswellen aus Deutschland nach Russland, der Zug an die Wolga überwiegend aus Rheinhessen und Pfalz (ab 1764), der Zug an den Dnjepr (ab 1789) und der Zug ans Schwarze Meer Württemberg, Baden, Elsass und Bayern (ab 1803). Die ursprüngliche Ansiedlung von Deutschen in Sibirien und Mittelasien erfolgte später. Sie wurde vor allem um die Jahrhundertwende 1900 notwendig, als das Land für die Deutschen im europäischen Russland knapp geworden war. Eine besondere Gruppe bildeten die Wolhyniendeutschen, die sich zu verschiedenen Zeiten im 19. Jahrhundert in polnisch-russischen Grenzregionen niederließen.

Die nachfolgenden Rubriken bieten umfassende Informationen über Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen, die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Forschungsinstitutionen und Vereine, Museen, Sammlungen und private Archive von Landsleuten sowie Reisen und Eindrücke aus den ehemaligen Siedlungsgebieten.