Heimat ist des Herzens Echo

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Vereinigte Landsmannschaften Lahr beim Tag der Heimat: „Die Wunden sind noch nicht verheilt“ / Kreisgruppe gibt es seit 65 Jahren .
Die Gäste beim Tag der Heimat im Lahrer Aktienhof Foto: Heidi Fössel

Die Gäste beim Tag der Heimat im Lahrer Aktienhof Foto: Heidi Fössel

LAHR. Unter dem Leitwort „Identität schützen und Menschenrechte achten“ hat die Kreisgruppe Lahr im Bund der Vertriebenen/Vereinigte Landsmannschaften am Sonntag den Tag der Heimat begangen. Mit einer Sonderausstellung und einem Streifzug durch die Geschichte der alten Heimat hat die Landsmannschaft der Schlesier gleichzeitig das 65-jährige Bestehen der Kreisgruppe Lahr gefeiert.

Mit einer musikalischen Rundreise durch die alte und neue Heimat hat der Singkreis Freundschaft die Gäste im Aktienhofsaal auf den Tag der Heimat eingestimmt und der Kreisgruppenvorsitzenden Irma Barraud die Plattform für die Begrüßung bereitet. „Auch wenn inzwischen viele Jahrzehnte vergangen sind, sind die Wunden nicht alle verheilt. Wir werden die Erinnerung in unseren Herzen tragen, denn Heimat ist des Herzens Echo“, sagte Irma Barraud.

Die Vorsitzende hieß unter den Mitgliedern der Lahrer Landsmannschaften der Ost- und Westpreußen, der Schlesier, Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben, Sudetendeutschen und der Deutschen aus Russland auch einige Landsleute aus Freiburg, Offenburg und Gengenbach willkommen. Ihr besonderer Gruß galt dem Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (CDU), Bürgermeister Tilman Petters, den Vertretern der Gemeinderatsfraktionen und Pfarrer i.R. Paul Schäufele. In einem kurzen Rückblick auf die Hintergründe, die zur Bildung von Landsmannschaften führten, gratulierte Barraud der Lahrer Landsmannschaft der Schlesier, die ihren 65. Geburtstag feiert. „In der Erinnerung an eine furchtbare Zeit sind wir dankbar dafür, dass wir in den letzten sieben Jahrzehnten in Frieden leben konnten“, schloss Barraud ihre einleitenden Worte zum diesjährigen Tag der Heimat.

Bürgermeister Tilman Petters nannte als Vertreter von Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller die Landsmannschaften und auch den Tag der Heimat eine feste Größe in der Stadt. „Vertreibung ist keine Begleiterscheinung von Kriegen, sondern ein Verbrechen“, so Petters – und sprach damit den Anwesenden aus dem Herzen. Der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß würdigte das Engagement der Vertriebenen, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg mit aufgebaut hätten.

In ihrer Erinnerung an den 75. Jahrestag der Deportation der Deutschen aus Russland erinnerte Lilli Kerbs aus Erfahrungen in der eigenen Familie an ein düsteres Kapitel in der Geschichte, ehe die Singgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland den ersten Programmteil mit Liedern aus der alten und der neuen Heimat abrundete. Mit einem Potpourri schlesischer Volkslieder vom Rübezahl und seinen Bergen, über das Schneegebirge mit seinem Brünnlein bis zur Vogelhochzeit leitete das Akkordeonduo Tanja Hauge/Anja Bergmiller zum zweiten Programmabschnitt über. In dessen Mittelpunkt stand ein Vortrag des Vorsitzenden der Landsmannschaft der Schlesier, Peter Frank, der die Geschichte der alten Heimat nachzeichnete. Den zweiten Blick richtete der Referent auf die Landsmannschaft der Schlesier in der Kreisgruppe Lahr, die mit dem Tag der Heimat auch den 65. Jahrestag ihrer Gründung gefeiert hat.

Quelle: www.badische-zeitung.de