Friedrichshafen / Bodensee

Wilhelm Müller – Vorsitzender

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„Miteinander statt nebeneinander!

Wege der Integration“

Miteinander statt nebeneinander! Wege der Integration“ lautete das Thema einer Diskussion am Runden Tisch, zu der die Ortsgruppe Bodenseekreis (Baden-Württemberg) im Rahmen des 200-jährigen Jubiläums der Stadt am 14. April 2011 nach Friedrichshafen eingeladen hatte.

 

Zu der Diskussion, die vom Vorstand der Ortsgruppe sorgfältig vorbereitet wurde, erschienen Landsleute verschiedenen Alters und mit unterschiedlicher Qualifikation, Schüler, Studenten, Apotheker, Lehrer, Ingenieure, Mechaniker, Ärzte – Deutsche aus Russland, die sich erfolgreich in die Gesellschaft integriert haben. Gleichfalls eingeladen waren Kommunalpolitiker, Schulleiter, Vertreter der Kirche, der Wirtschaft und von Migrantenvereinen.

Die Schirmherrschaft hatte der Bürgermeister der Stadt Friedrichshafen, Peter Hauswald, übernommen.

An der Diskussion nahm auch die stellvertretende Bundesvorsitzende und Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg der Landsmannschaft, Leontine Wacker, teil. Als Moderator fungierte mit dem ehemaligen Sozialdezernenten des Landratsamtes Bodenseekreis, Egon Stoll, ein Mann, der über Jahre mit voller Kraft und großem Engagement die Eingliederung der Deutschen aus Russland gelenkt und unterstützt hat.

Nach der musikalischen Einleitung durch die Geschwister Sabrina und Heinrich Schmidt eröffnete der Vorsitzende der Ortsgruppe, Wilhelm Müller, die Veranstaltung mit Worten zum Thema des Tages. Den Kern des Begriffes Integration fasste er mit den Worten zusammen:

„Integration ist eine erzieherische Eingliederung von Bevölkerungsgruppen in ein soziales Gebilde!“

„Das größte Problem war auch für mich die Sprache“, erklärte eine Diskussionsteilnehmerin, die als gelernte pharmazeutisch-technische Assistentin 2008 nach Deutschland kam und hier beruflich Fuß gefasst hat.

„Ich hatte einen geduldigen Chef. Dennoch waren hier weitere Prüfungen nötig“, sagte eine Apothekerin, die seit mehr als 20 Jahren in der neuen Heimat ist und damals sofort mit einem Sprachkurs begann.

Mit kritischen Worten gingen die Teilnehmer auf das Zuwanderungsgesetz der Bundesregierung ein, das ausdrücklich für Unionsbürger und Ausländer konzipiert sei, weshalb Deutsche aus Russland als Deutsche gemäß Artikel 116 des Grundgesetz keinesfalls in den Geltungskreis des Gesetzes gehörten.

Ebenso kritisch wurde die Studie „Zum Stand der Integration. Migranten in Friedrichshafen“ der Friedrichshafener Zeppelin Universität behandelt, in der sich der Satz findet: „… insbesondere Aussiedlerkinder sind in einer prekären Lage, da diese fast ausschließlich die Haupt- und Förderschulen besuchen.“

Dieser Behauptung konnten wir beispielsweise eine Statistik meiner Enkelin entgegenhalten, laut der sich am Friedrichshafener Karl-Maybach-Gymnasium allein unter ihren Bekannten und Verwandten 23 russlanddeutsche Gymnasiasten befinden.

Seinen integrativen Ansatz formulierte Bürgermeister Peter Hauswald wie folgt: „Konkurrenz bringt uns nicht weiter. Wir sollten uns alle als Teil eines Ganzen sehen.“ Integration vollziehe sich außerdem nicht nur durch Integrationspolitik, sondern hänge ganz erheblich auch vom Engagement der Zuwanderer ab,

Ehe Leontine Wacker vier Mitglieder der Ortsgruppe Bodenseekreis mit Ehrennadeln der Landsmannschaft auszeichnete, zog die folgendes Fazit: „Diese Diskussion war notwenig. Sie sollte ein Beispiel auch für andere Ortsgruppen sein.“

Die Ehrennadeln für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz gingen an Elvira Müller (Gold), Bernhard Eichwald (Gold), Johann Dickmann (Silber) und Emma Gerlach (Bronze).

Zum Abschluss einer sehr lebhaften und interessanten Diskussionsveranstaltung meinte Moderator Egon Stoll: „Wir haben Sie heute eingeladen, um über Schwierigkeiten und Erfolge der Integration zu sprechen. Das ist uns gelungen. Es darf weiterdiskutiert werden.“

            Wilhelm Müller

 

Ehrenamt

und bürgerschaftliches Engagement

sind nicht selbstverständlich

 

Am 1. Dezember 2010 wurde dem langjährigen Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Bodenseekreis (Baden-Württemberg) der Landsmannschaft und Vorsitzenden des BdV-Kreisverbandes, Nina Dickmann,  bei einer Bürgerversammlung in Friedrichshafen-Eriskirch die Ehrennadel in Silber des Landes Baden-Württemberg verliehen.

 

Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement sind nicht selbstverständlich. Für Nina Dickmann bedeutet es, freiwillig und ohne materiellen Gewinn neue Bürger der Bundesrepublik in das soziale, kulturelle und politische Leben zu begleiten.

Sozialarbeit, Beratung und nicht zuletzt Bemühungen um Familienzusammenführung haben für Nina Dickmann immer Priorität; vielleicht kommt dabei oft auch die Familie zu kurz.

„Frau Nina“ ist ein Name, der mittlerweile bei uns vielen Menschen mit Migrationshintergrund bestens bekannt ist – und wer hat schon mal all die Dankesworte von Betroffenen gezählt?

Eine Menge von Anträgen an das Bundesverwaltungsamt, Rentenversicherungen, Wohnungsbaugenossenschaften, Sozialämter und vor allem das Landratsamt wurde mithilfe von Nina Dickmann gestellt. Im Großen und Ganzen klappte die Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern und Verbänden hervorragend. Die Menschen wissen: Bei „Frau Nina“ ist die Tür immer offen.

Darüber hinaus könnte man sich ohne Nina Dickmanns kräftige Unterstützung unsere Maßnahmen wie Heimat- und Tanzabende, Nikolaus- und Weihnachtsfeiern nicht vorstellen. Und sie beteiligt sich auch an der Durchführung unseres schon traditionellen Fußballturniers.

Auf Vorschlag der Ortsgruppe Bodenseekreis der Landsmannschaft wurde Nina Dickmann zur Kreisvorsitzenden des Bundes der Vertriebenen gewählt. Diese ehrenvolle Aufgabe wird von ihr mit viel Engagement wahrgenommen.

Eingliederung wird bei der Landsmannschaft groß geschrieben. Nina Dickmann hilft auf der Grundlage bürgerschaftlicher Verantwortung, mit und für unsere Landsleute Brücken in der neuen Heimat zu bauen.

Wilhelm Müller, Vorsitzender der Ortsgruppe Bodenseekreis