Friedrichshafen / Bodensee

Wil­helm Mül­ler — Vor­sit­zen­der

Stern­berg­weg 6, 88048 Fried­richs­ha­fen

Tel.: 07541 — 43667

E — Mail: ew.mueller.fn@online.de

 

Miteinander statt nebeneinander!

Wege der Integration”

Mit­ein­an­der statt neben­ein­an­der! Wege der Inte­gra­ti­on” lau­te­te das The­ma einer Dis­kus­si­on am Run­den Tisch, zu der die Orts­grup­pe Boden­see­kreis (Baden-Würt­tem­berg) im Rah­men des 200-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums der Stadt am 14. April 2011 nach Fried­richs­ha­fen ein­ge­la­den hat­te.

 

Zu der Dis­kus­si­on, die vom Vor­stand der Orts­grup­pe sorg­fäl­tig vor­be­rei­tet wur­de, erschie­nen Lands­leu­te ver­schie­de­nen Alters und mit unter­schied­li­cher Qua­li­fi­ka­ti­on, Schü­ler, Stu­den­ten, Apo­the­ker, Leh­rer, Inge­nieu­re, Mecha­ni­ker, Ärz­te — Deut­sche aus Russ­land, die sich erfolg­reich in die Gesell­schaft inte­griert haben. Gleich­falls ein­ge­la­den waren Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, Schul­lei­ter, Ver­tre­ter der Kir­che, der Wirt­schaft und von Migran­ten­ver­ei­nen.

Die Schirm­herr­schaft hat­te der Bür­ger­meis­ter der Stadt Fried­richs­ha­fen, Peter Haus­wald, über­nom­men.

An der Dis­kus­si­on nahm auch die stell­ver­tre­ten­de Bun­des­vor­sit­zen­de und Vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe Baden-Würt­tem­berg der Lands­mann­schaft, Leon­ti­ne Wacker, teil. Als Mode­ra­tor fun­gier­te mit dem ehe­ma­li­gen Sozi­al­de­zer­nen­ten des Land­rats­am­tes Boden­see­kreis, Egon Stoll, ein Mann, der über Jah­re mit vol­ler Kraft und gro­ßem Enga­ge­ment die Ein­glie­de­rung der Deut­schen aus Russ­land gelenkt und unter­stützt hat.

Nach der musi­ka­li­schen Ein­lei­tung durch die Geschwis­ter Sab­ri­na und Hein­rich Schmidt eröff­ne­te der Vor­sit­zen­de der Orts­grup­pe, Wil­helm Mül­ler, die Ver­an­stal­tung mit Wor­t­en zum The­ma des Tages. Den Kern des Begrif­fes Inte­gra­ti­on fass­te er mit den Wor­t­en zusam­men:

Inte­gra­ti­on ist eine erzie­he­ri­sche Ein­glie­de­rung von Bevöl­ke­rungs­grup­pen in ein sozia­les Gebil­de!”

Das größ­te Pro­blem war auch für mich die Spra­che”, erklär­te eine Dis­kus­si­ons­teil­neh­me­rin, die als gelern­te phar­ma­zeu­ti­sch-tech­ni­sche Assis­ten­tin 2008 nach Deutsch­land kam und hier beruf­li­ch Fuß gefasst hat.

Ich hat­te einen gedul­di­gen Chef. Den­no­ch waren hier wei­te­re Prü­fun­gen nötig”, sag­te eine Apo­the­ke­rin, die seit mehr als 20 Jah­ren in der neu­en Hei­mat ist und damals sofort mit einem Sprach­kurs begann.

Mit kri­ti­schen Wor­t­en gin­gen die Teil­neh­mer auf das Zuwan­de­rungs­ge­setz der Bun­des­re­gie­rung ein, das aus­drück­li­ch für Uni­ons­bür­ger und Aus­län­der kon­zi­piert sei, wes­halb Deut­sche aus Russ­land als Deut­sche gemäß Arti­kel 116 des Grund­ge­setz kei­nes­falls in den Gel­tungs­kreis des Geset­zes gehör­ten.

Eben­so kri­ti­sch wur­de die Stu­die “Zum Stand der Inte­gra­ti­on. Migran­ten in Fried­richs­ha­fen” der Fried­richs­ha­fe­ner Zep­pe­lin Uni­ver­si­tät behan­delt, in der sich der Satz fin­det: “… ins­be­son­de­re Aus­sied­ler­kin­der sind in einer pre­kä­ren Lage, da die­se fast aus­schließ­li­ch die Haupt- und För­der­schu­len besu­chen.”

Die­ser Behaup­tung konn­ten wir bei­spiels­wei­se eine Sta­tis­tik mei­ner Enke­lin ent­ge­gen­hal­ten, laut der sich am Fried­richs­ha­fe­ner Karl-May­bach-Gym­na­si­um allein unter ihren Bekann­ten und Ver­wand­ten 23 russ­land­deut­sche Gym­na­si­as­ten befin­den.

Sei­nen inte­gra­ti­ven Ansatz for­mu­lier­te Bür­ger­meis­ter Peter Haus­wald wie folgt: “Kon­kur­renz bringt uns nicht wei­ter. Wir soll­ten uns alle als Teil eines Gan­zen sehen.” Inte­gra­ti­on voll­zie­he sich außer­dem nicht nur durch Inte­gra­ti­ons­po­li­tik, son­dern hän­ge ganz erheb­li­ch auch vom Enga­ge­ment der Zuwan­de­rer ab,

Ehe Leon­ti­ne Wacker vier Mit­glie­der der Orts­grup­pe Boden­see­kreis mit Ehren­na­deln der Lands­mann­schaft aus­zeich­ne­te, zog die fol­gen­des Fazit: “Die­se Dis­kus­si­on war not­we­nig. Sie soll­te ein Bei­spiel auch für ande­re Orts­grup­pen sein.”

Die Ehren­na­deln für ihren lang­jäh­ri­gen ehren­amt­li­chen Ein­satz gin­gen an Elvi­ra Mül­ler (Gold), Bern­hard Eich­wald (Gold), Johann Dick­mann (Sil­ber) und Emma Ger­lach (Bron­ze).

Zum Abschluss einer sehr leb­haf­ten und inter­es­san­ten Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung mein­te Mode­ra­tor Egon Stoll: “Wir haben Sie heu­te ein­ge­la­den, um über Schwie­rig­kei­ten und Erfol­ge der Inte­gra­ti­on zu spre­chen. Das ist uns gelun­gen. Es darf wei­ter­dis­ku­tiert wer­den.”

            Wil­helm Mül­ler

 

Ehrenamt

und bürgerschaftliches Engagement

sind nicht selbstverständlich

 

Am 1. Dezem­ber 2010 wur­de dem lang­jäh­ri­gen Vor­stands­mit­glied der Orts­grup­pe Boden­see­kreis (Baden-Würt­tem­berg) der Lands­mann­schaft und Vor­sit­zen­den des BdV-Kreis­ver­ban­des, Nina Dick­mann,  bei einer Bür­ger­ver­samm­lung in Fried­richs­ha­fen-Eris­kir­ch die Ehren­na­del in Sil­ber des Lan­des Baden-Würt­tem­berg ver­lie­hen.

 

Ehren­amt und bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment sind nicht selbst­ver­ständ­li­ch. Für Nina Dick­mann bedeu­tet es, frei­wil­lig und ohne mate­ri­el­len Gewinn neue Bür­ger der Bun­des­re­pu­blik in das sozia­le, kul­tu­rel­le und poli­ti­sche Leben zu beglei­ten.

Sozi­al­ar­beit, Bera­tung und nicht zuletzt Bemü­hun­gen um Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung haben für Nina Dick­mann immer Prio­ri­tät; viel­leicht kommt dabei oft auch die Fami­lie zu kurz.

Frau Nina” ist ein Name, der mitt­ler­wei­le bei uns vie­len Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund bes­tens bekannt ist — und wer hat schon mal all die Dan­kes­wor­te von Betrof­fe­nen gezählt?

Eine Men­ge von Anträ­gen an das Bun­des­ver­wal­tungs­amt, Ren­ten­ver­si­che­run­gen, Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten, Sozi­al­äm­ter und vor allem das Land­rats­amt wur­de mit­hil­fe von Nina Dick­mann gestellt. Im Gro­ßen und Gan­zen klapp­te die Zusam­men­ar­beit mit den zustän­di­gen Ämtern und Ver­bän­den her­vor­ra­gend. Die Men­schen wis­sen: Bei “Frau Nina” ist die Tür immer offen.

Dar­über hin­aus könn­te man sich ohne Nina Dick­manns kräf­ti­ge Unter­stüt­zung unse­re Maß­nah­men wie Hei­mat- und Tanz­aben­de, Niko­laus- und Weih­nachts­fei­ern nicht vor­stel­len. Und sie betei­ligt sich auch an der Durch­füh­rung unse­res schon tra­di­tio­nel­len Fuß­ball­tur­niers.

Auf Vor­schlag der Orts­grup­pe Boden­see­kreis der Lands­mann­schaft wur­de Nina Dick­mann zur Kreis­vor­sit­zen­den des Bun­des der Ver­trie­be­nen gewählt. Die­se ehren­vol­le Auf­ga­be wird von ihr mit viel Enga­ge­ment wahr­ge­nom­men.

Ein­glie­de­rung wird bei der Lands­mann­schaft groß geschrie­ben. Nina Dick­mann hilft auf der Grund­la­ge bür­ger­schaft­li­cher Ver­ant­wor­tung, mit und für unse­re Lands­leu­te Brü­cken in der neu­en Hei­mat zu bau­en.

Wil­helm Mül­ler, Vor­sit­zen­der der Orts­grup­pe Boden­see­kreis