Oberschwaben-Allgäu

Ida Jobe — Vor­sit­zen­de

Stern­gas­se 6, 88250 Wein­gar­ten

Tel.: 0751 — 552840

E — Mail: ida-jobe@web.de

 

28 Jahre ehrenamtliches Engagement

Baden-würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­eh­ren­na­del für Ida Jobe

 

Im Rah­men einer Mut­ter­tags­fei­er der Orts­grup­pe Ober­schwa­ben-All­gäu (Baden-Würt­tem­berg) am 5. Mai 2012 im Gemein­de­raum der katho­li­schen Kir­che St. Maria in Wein­gar­ten wur­de die Vor­sit­zen­de der Orts­grup­pe, Ida Jobe, mit der Ehren­na­del des Lan­des Baden-Würt­tem­berg aus­ge­zeich­net.

 

Die Orga­ni­sa­ti­on der Ver­an­stal­tung und die Ehrung selbst ver­lie­fen in enger Zusam­men­ar­beit des Vor­stan­des der Orts­grup­pe mit der Wein­gar­ten­er Stadt­ver­wal­tung. Bei der Zusam­men­stel­lung des umfang­rei­chen Rah­men­pro­gramms mit Tanz­dar­bie­tun­gen, Musik, Gedich­ten und Geschich­ten konn­ten die Ver­ant­wort­li­chen auf die Unter­stüt­zung der Tanz­schul­leh­re­rin Swet­la­na Kopp und der Kul­tur­re­fe­ren­tin Nel­ly Mack bau­en.

Als Ver­tre­ter des Wein­gar­ten­er Ober­bür­ger­meis­ters über­reich­te Stadt­rat Alfred Schick die Ehren­na­del — die höchs­te Aus­zeich­nung, die das Land Baden-Würt­tem­berg für ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment zu ver­ge­ben hat! Damit wur­de ver­dien­ter­ma­ßen der Ein­satz einer Frau aner­kannt, die sich seit nun­mehr 28 Jah­ren für ihre Lands­leu­te aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on ein­setzt.

Frau­en­quo­te ver­wirk­licht

Dem ehren­vol­len Anlass ange­mes­sen, waren nicht nur knapp 100 Gäs­te in den Gemein­de­raum gekom­men, son­dern auch die Mit­glie­der des Orts­grup­pen­vor­stan­des, die Vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe Baden-Würt­tem­berg der Lands­mann­schaft, Leon­ti­ne Wacker, ihre Stell­ver­tre­te­rin Lud­mil­la Holz­war­th und der Bun­des­vor­sit­zen­de Adolf Fet­sch.

Ida Jobe war die Freu­de und Rüh­rung anzu­mer­ken, als Stadt­rat Alfred Schick und Leon­ti­ne Wacker in ihren Gruß­wor­ten ihre Ver­diens­te wür­dig­ten. Dabei wur­de immer wie­der dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Ida Jobe ihren Weg sowohl vor als auch nach der Aus­sied­lung nach Deutsch­land gemacht hat.

Adolf Fet­sch lob­te in sei­ner Fest­an­spra­che das Wir­ken Ida Jobes. Sie gehö­re zu den Mit­glie­dern der Lands­mann­schaft, die sich neben ihrem eigent­li­chen Beruf mit ehren­amt­li­chem Enga­ge­ment für ihre Lands­leu­te ein­setz­ten. Nicht ein­mal sie selbst kön­ne wohl sagen, wie vie­len von ihnen sie bei der Woh­nungs- und Arbeits­su­che, beim Gang zu Behör­den, beim Aus­fül­len von For­mu­la­ren, beim Erwerb von deut­schen Sprach­kennt­nis­sen, bei der Ver­mitt­lung in Aus­bil­dungs­gän­ge und bei vielem mehr gehol­fen habe.

Ida Jobe gehö­re in vor­ders­ter Linie zum Heer der lands­mann­schaft­li­chen Sozi­al­be­ra­te­rin­nen und -bera­ter, die allein in den ver­gan­ge­nen bei­den Jahr­zehn­ten mehr als eine Mil­lion offi­zi­ell ver­buch­ter Bera­tungs- und Betreu­ungs­stun­den geleis­tet hät­ten – eine Zahl, die man nicht oft genug nen­nen kön­ne, wenn es dar­um gehe, über die Arbeit der Lands­mann­schaft zu berich­ten.

Ida Jobe sei eine der Vor­zei­ge­frau­en des Ver­eins, die dazu bei­ge­tra­gen hät­ten, dass die in den letz­ten Wochen und Mona­ten immer wie­der dis­ku­tier­te Frau­en­quo­te in ver­schie­de­nen Berei­chen des gesell­schaft­li­chen Lebens in der Lands­mann­schaft längst ver­wirk­licht ist.

Ins­be­son­de­re gel­te das für die Lan­des­grup­pe Baden-Würt­tem­berg mit Leon­ti­ne Wacker an der Spit­ze und einem Vor­stand, der sich zur Hälf­te aus Frau­en zusam­men­setzt. Hin­zu kom­me, dass nicht weni­ger als 14 der ins­ge­samt 23 baden-würt­tem­ber­gi­schen Orts- und Kreis­grup­pen der Lands­mann­schaft von Frau­en gelei­tet wür­den, und an Sozi­al- und Kul­tur­ta­gun­gen betei­lig­ten sich oft so weni­ge Män­ner, dass man bei­na­he eine Män­ner­quo­te for­dern müss­te.

28 Jah­re Ehren­amt

Ida Jobe wur­de am 26. Juli 1950 in Bal­chasch, Kasach­stan, in einer deut­schen Arbei­ter­fa­mi­lie gebo­ren, die dort­hin nach dem Zwei­ten Welt­krieg aus der Ukrai­ne ver­trie­ben wor­den war. Nach Erlan­gung der Mitt­le­ren Rei­fe in Kara­gan­da war sie zwei Jah­re als Che­mie­la­bo­ran­tin beschäf­tigt und stu­dier­te gleich­zei­tig an der Uni­ver­si­tät Kara­gan­da. Nach erfolg­rei­chem Abschluss 1972 arbei­te­te sie als Mathe­ma­tik­leh­re­rin.

Um die Chan­cen auf eine Aus­rei­se­ge­neh­mi­gung nach Deutsch­land zu erhö­hen, zog die Fami­lie Jobe 1978 nach Dnjep­ropetrowsk, Ukrai­ne. Es dau­er­te fünf Jah­re, bis die Aus­rei­se am 9. Sep­tem­ber 1983 tat­säch­li­ch geneh­migt wur­de und die Fami­lie am 27. Okto­ber des­sel­ben Jah­ren über Fried­land nach Wein­gar­ten kam.

Ida Jobe absol­vier­te einen Deutsch­kurs und schrieb sich dann an der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le in Wein­gar­ten ein. Nach erfolg­rei­chem Stu­di­um und der Refe­ren­dar­zeit arbei­te­te sie ab 1992 als Mathe­ma­tik­leh­re­rin in ver­schie­de­nen Ein­rich­tun­gen. Seit 2010 ist sie Pen­sio­nä­rin.

Bereits ein Jahr nach ihrer Aus­sied­lung nach Deutsch­land im Jahr 1983 wur­de sie Vor­sit­zen­de der Orts- und Kreis­grup­pe Ober­schwa­ben-All­gäu und Mit­glied des Vor­stan­des der Lan­des­grup­pe Baden-Würt­tem­berg. Seit 1990 ist sie außer­dem Mit­glied der Revi­si­ons­kom­mis­si­on des Bun­des­vor­stan­des der Lands­mann­schaft. Die gol­de­ne Ehren­na­del, die ihr 2004 ver­lie­hen wur­den, war der ver­dien­te Lohn ihres Enga­ge­ments.

Alle genann­ten Auf­ga­ben nimmt Ida Jobe nach wie vor wahr, und sie hat dafür gesorgt, dass ihre Orts- und Kreis­grup­pe eine der größ­ten und aktivs­ten Glie­de­run­gen der Lands­mann­schaft in Baden-Würt­tem­berg geblie­ben ist — in dem Bun­des­land also, in dem rund 800.000 der ins­ge­samt 2,8 Mil­lio­nen im Bun­des­ge­biet leben­den Deut­schen aus Russ­land eine neue Hei­mat gefun­den haben und in dem die Lands­mann­schaft tra­di­tio­nell am stärks­ten ver­tre­ten ist.

            VadW

 

Der Vor­stand der Orts­grup­pe Ober­schwa­ben-All­gäu hat­te am 3. April 2011 zu einem Vor­trag in das Fami­li­en­haus in Wein­gar­ten ein­ge­la­den, der sich mit dem The­ma “Ent­wick­lung und aktu­el­le Situa­ti­on der Jugend­kri­mi­na­li­tät in Wein­gar­ten und Umge­bung. Erzie­he­ri­sche und prä­ven­ti­ve Maß­nah­men im Bereich des Jugend­straf­rechts” befass­te. Als Refe­rent hat­te sich freund­li­cher­wei­se der Beauf­trag­te der Jugend­ge­richts­hil­fe des Jugend­am­tes, Johan­nes Kraft, zur Ver­fü­gung gestellt, der zügig und tem­pe­ra­ment­voll vor­trug.

Das Refe­rat hat­te ganz offen­sicht­li­ch das Inter­es­se unse­rer Lands­leu­te geweckt, so dass an die 30 Per­so­nen im Fami­li­en­haus zusam­men­ka­men. Sie muss­ten ihr Kom­men nicht bereu­en, konn­ten sie doch eine gan­ze Rei­he aktu­el­ler und die Erzie­hungs­ar­beit unter­stüt­zen­der Erkennt­nis­se mit­neh­men. Erfreu­li­ch die Aus­sa­ge des Refe­ren­ten, dass laut offi­zi­el­len Sta­tis­ti­ken ein Rück­gang der Jugend­kri­mi­na­li­tät fest­zu­stel­len ist.

Pius Lutz

 

Ida Jobe ist die gute Seele

der Deutschen aus Russland

 

Als Ida Jobe 1983 als 33-Jäh­ri­ge ins Über­gangs­wohn­heim Wein­gar­ten kam, ist sie in ein tie­fes Loch gefal­len. Obwohl die Spät­aus­sied­le­rin aus Kasach­stan end­li­ch im Land ihrer Vor­fah­ren ange­kom­men war, fühl­te sie sich fremd. Was tun? Sie nahm ihr eige­nes Leben in die Hand und enga­gier­te sich ehren­amt­li­ch. Das hat sie bis heu­te bei­be­hal­ten.

 

Als Vor­sit­zen­de der Orts- und Kreis­grup­pe Ober­schwa­ben-All­gäu der Lands­mann­schaft ist Ida Jobe aus Wein­gar­ten seit nun­mehr 26 Jah­ren die Hilfs­be­reit­schaft in Per­son. Als vor rund 20 Jah­ren gan­ze Heer­scha­ren ihrer Lands­leu­te aus den Wei­ten des zer­brö­seln­den Sowjet­im­pe­ri­ums nach Deutsch­land kamen und auch im Kreis Ravens­burg die Über­gangs­wohn­hei­me aus allen Näh­ten platz­ten, da hat­te Ida Jobe neben ihrem Haupt­be­ruf als Leh­re­rin noch nahe­zu einen zwei­ten Voll­zeit­job: als ehren­amt­li­che Anlauf­stel­le für die Deut­schen aus Russ­land. „Ich bin mit mei­nem Auto nach Leut­kir­ch, Wald­see und Vogt gefah­ren und habe den Leu­ten gehol­fen“, erzählt sie.

Noch heu­te ist sie an jedem Mon­tag im Büro des Über­gangs­wohn­heims in der Laza­rett­stra­ße in Wein­gar­ten anzu­tref­fen. Im Haus wird es meis­tens sofort bemerkt, wenn Jobes Auto vor der Tür steht. Schon kommt eine jun­ge Frau mit dem Baby auf dem Arm und fragt nach, wie sie das mit der Bank­über­wei­sung rich­tig macht. Ida Jobe kann meis­tens hel­fen in sol­chen all­tags­prak­ti­schen Din­gen – und das immer zwei­spra­chig: im wei­chen Idiom der „Russ­land­deit­schen“ und auf Rus­si­sch. „Ich war auch schon bei einer Geburt dabei“, erzählt sie lachend — damit die wenig deut­sch spre­chen­de Mut­ter sich rich­tig mit Heb­am­me und Ärz­ten ver­stän­di­gen konn­te.

Wer Ida Jobe fragt, dem wird gehol­fen. Doch bis­wei­len weiß auch die gute See­le der Deut­schen aus Russ­land nicht mehr wei­ter. So war es im ver­gan­ge­nen Herbst. Eine Groß­fa­mi­lie, bestehend aus Groß­el­tern und vier ver­hei­ra­te­ten, erwach­se­nen Kin­dern mit Ehe­part­nern und Kin­dern war in Wein­gar­ten gelan­det. Viel zu spät stell­te sich her­aus, dass sich in Deutsch­land die Geset­zes­la­ge geän­dert hat­te: Dem­nach erhal­ten kasa­chi­sche oder rus­si­sche Part­ner der aus­ge­reis­ten Russ­land­deut­schen für die ers­ten drei Mona­te ihres Auf­ent­halts in Deutsch­land kei­ner­lei Unter­stüt­zung.

Die Fol­ge: Der ohne­hin knapp bemes­se­ne Hartz-IV-Satz reich­te unmög­li­ch aus, um davon gleich zwei Leu­te und auch noch die Kin­der über die Run­den zu brin­gen. Jobe schal­te­te eine Rechts­an­wäl­tin ein, erwirk­te eine Eil­ent­schei­dung beim Sozi­al­ge­richt. Aber wie soll­ten die Leu­te, die einen Neu­start aus dem Nichts her­aus zu bewäl­ti­gen hat­ten, die bereits auf­ge­lau­fe­nen Schul­den je wie­der abzah­len? In ihrer Not wand­te sich Jobe an die SZ-Not­hil­fe, die einen Teil der Schul­den begli­ch. Schon frü­her hat­te die SZ auf Für­spra­che von Ida Jobe einer Fami­lie aus ihrer Kli­en­tel wei­ter­ge­hol­fen, die nicht die nöti­ge Nach­hil­fe für ihre Kin­der bezah­len konn­te.

Wir sind schon Deut­sche“

Als Vor­sit­zen­de der Lands­mann­schaft in Ober­schwa­ben hält Jobe das Ver­eins­le­ben in Gang, orga­ni­siert Weih­nachts­fei­ern mit über 300 Teil­neh­mern oder bei­spiels­wei­se eine Thea­ter­vor­füh­rung. Und dabei hat sie eine SZ-Über­schrift über einen sol­chen Ver­an­stal­tungs­be­richt ein­mal beson­ders erbost. „Rus­sen wol­len Deut­sche wer­den“, stand da. „Wir sind schon Deut­sche. Wir müs­sen das nicht erst wer­den“, sagt sie ener­gi­sch.

Dass trotz har­ter Start­be­din­gun­gen dar­aus eine äußer­st respek­ta­ble Lebens­leis­tung wer­den kann, dafür ist die nun­mehr 60-jäh­ri­ge Frau mit dem müt­ter­li­chen Wesen der bes­te Beweis. Ihre Vor­fah­ren stam­men aus dem Elsass, ihre Groß­el­tern – Opfer des Hit­ler- und Sta­lin-Regimes zugleich – wur­den erschos­sen, die Eltern aus der Ukrai­ne nach Kasach­stan ver­schleppt. Mit den Eltern kam sie 1983 nach Deutsch­land, hol­te – obwohl zuvor bereits als Kon­rek­to­rin tätig – ihr PH-Stu­di­um noch­mals nach, arbei­te­te hier nahe­zu 30 Jah­re als Leh­re­rin. Und das Ehren­amt hält sie zusätz­li­ch auf Trab.

Sibyl­le Emm­rich, “Schwä­bi­sche Zei­tung”, 1.8.2010

 

Nach den Wahlen der Orts­grup­pe Ober­schwa­ben-All­gäu setzt sich deren Vor­stand wie folgt zusam­men: — Ida Jobe, Vor­sit­zen­de; — Peter Oks, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der; — Maria Krä­mer, Kas­sen­füh­rung; — Pius Lutz, Schrift­füh­rung; — Lidia Den­zel, Sozi­al­ar­beit; — Chris­ti­an Ober­hardt, Jugend­ar­beit; — Ali­da Schrei­ner, Kul­tur­ar­beit. Als Kas­sen­prü­fer wur­den Anto­ni­na Fet­sch, Katha­ri­na Unge­mach und Vik­tor Mal­sam gewählt.

Die Vor­stands­mit­glie­der bedan­ken sich für das ihnen ent­ge­gen­ge­brach­te Ver­trau­en und sichern zu, dass sie bei ihrer ehren­amt­li­chen Arbeit ihr Bes­tes geben wer­den.

Nach­dem wir die ver­gan­ge­ne Amts­pe­ri­ode fast kom­plett mit einem unter­be­setz­ten Vor­stand arbei­ten muss­ten, sind wir seit Dezem­ber des ver­gan­ge­nen Jah­res wie­der voll­zäh­lig. Zu den alt­be­währ­ten Vor­stands­mit­glie­dern kamen neue hin­zu — Ali­da Schrei­ner und Chris­ti­an Ober­hardt -, die sofort ihren Auf­ga­ben­be­reich mit Elan in Angriff nah­men.

    Im Auf­trag des Vor­stan­des: Pius Lutz

 

Vorbildliche Arbeit seit fünf Jahrzehnten

Jubi­lä­ums­fei­er der Kreis- und Orts­grup­pe Ober­schwa­ben-All­gäu

 

Bereits zum vier­ten Mal inner­halb von nur weni­gen Mona­ten konn­te eine lands­mann­schaft­li­che Orts­grup­pe in die­sen Tagen ihr 50-jäh­ri­ges Jubi­lä­um fei­ern.

 

Nach Wies­ba­den, Pforz­heim und Osna­brück war am 10. Okto­ber die Kreis- und Orts­grup­pe Ober­schwa­ben-All­gäu im Süd­os­t­en des Paten­lan­des der Lands­mann­schaft, Baden-Würt­tem­berg, mit einer Jubi­lä­ums­fei­er unter dem Mot­to „Gemein­sam in die Zukunft“ an der Rei­he.

Dass die knapp 200 Fami­li­en­mit­glie­der umfas­sen­de Glie­de­rung bis zum heu­ti­gen Tag vor­bild­li­che Arbeit leis­tet und bei den Lands­leu­ten ankommt, bewies nicht nur die bis auf den letz­ten Platz besetz­te Schenk-Kon­rad-Hal­le in Baindt, son­dern auch das attrak­ti­ve und abwechs­lungs­rei­che Büh­nen­pro­gramm, für das Mit­wir­ken­de aller Alters­stu­fen sorg­ten.

Und dass die Akti­ven der Lands­mann­schaft dort fest im gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Leben des Krei­ses ver­wur­zelt sind, wur­de offen­sicht­li­ch, als die Vor­sit­zen­de der Orts- und Kreis­grup­pe, Ida Jobe, minu­ten­lang Ehren­gäs­te vor­stell­te, die eben­so wie der Bun­des­vor­sit­zen­de der Lands­mann­schaft, Adolf Fet­sch, sei­ne Stell­ver­tre­te­rin Leon­ti­ne Wacker und der beru­fe­ne Orga­ni­sa­ti­ons­re­fe­rent der Lands­mann­schaft, Wal­de­mar Neu­mann, der Ein­la­dung zu der Fei­er gefolgt waren. Stell­ver­tre­tend sei­en der Staats­se­kre­tär des baden-würt­tem­ber­gi­schen Innen­mi­nis­te­ri­ums, Rudolf Köber­le, der Bür­ger­meis­ter der Gemein­de Baindt, Elmar Bue­mann, der ers­te Stell­ver­tre­ter des Ober­bür­ger­meis­ters von Wein­gar­ten, Alfred Schick, und die Sozi­al­re­fe­ren­tin des Land­krei­ses Ravens­burg, Dia­na Raed­ler, genannt, die sich jeweils mit Anspra­chen an die Gäs­te wand­ten.

Rudolf Köber­le wür­dig­te im Namen der baden-würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­re­gie­rung ins­be­son­de­re den Bei­trag der Deut­schen aus dem Osten und Süd­os­t­en Euro­pas zum Wie­der­auf­bau der im Zwei­ten Welt­krieg zer­stör­ten Städ­te und Dör­fer des Lan­des. Die Deut­schen aus Russ­land hät­ten sich in den seit­her ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten als „soli­de Stütz­mau­ern unse­rer sozia­len Ord­nung“ erwie­sen und in Baden-Würt­tem­berg eine neue Hei­mat und eine neue Lebens­auf­ga­be gefun­den. Mitt­ler­wei­le sei das Land ohne Aus­sied­ler über­haupt nicht mehr vor­stell­bar.

Leon­ti­ne Wacker dank­te dem Land Baden-Würt­tem­berg für die Über­nah­me der Paten­schaft über die Lands­mann­schaft vor 30 Jah­ren — eine Ver­pflich­tung, die das Land bis in die Gegen­wart mit Leben erfül­le. Gleich­zei­tig habe jedoch auch die Lands­mann­schaft dank ihrer enga­gier­ten ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter das damit ver­bun­de­ne Ver­trau­en gerecht­fer­tigt.

Adolf Fet­sch bezeich­ne­te in sei­ner Fest­an­spra­che das heu­ti­ge Baden-Würt­tem­berg nicht nur als das Bun­des­land, aus dem die meis­ten Deut­schen nach Russ­land aus­ge­wan­dert sei­en, es sei viel­mehr auch das Land, in das es die meis­ten sei­ner Lands­leu­te nach den schlim­men Jah­re der Ver­fol­gung in der sta­li­nis­ti­schen Sowjet­uni­on gezo­gen habe. Heu­te sei­en daher rund 800.000 der ins­ge­samt 2,8 Mil­lio­nen im Bun­des­ge­biet leben­den Deut­schen aus Russ­land in Baden-Würt­tem­berg ansäs­sig.

Zu den stärks­ten und rüh­rigs­ten Glie­de­run­gen der Lands­mann­schaft in Baden-Würt­tem­berg gehört, wie Adolf Fet­sch wei­ter beton­te, die Orts- und Kreis­grup­pe Ober­schwa­ben-All­gäu, deren Vor­sit­zen­de Ida Jobe seit Jah­ren Mit­glied des baden-würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­vor­stan­des ist und außer­dem auf Bun­des­ebe­ne als Rech­nungs­prü­fe­rin im Ein­satz ist.

Stell­ver­tre­tend für alle ande­ren Mit­glie­der der Kreis- und Orts­grup­pe bedank­te er sich bei ihr eben­so wie bei Pius Lutz, der wie Ida Jobe dem baden-würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­vor­stand ange­hört, sowie bei Nel­ly Mack, Peter Oks und Maria Krä­mer, die im Rah­men der Jubi­lä­ums­fei­er mit der sil­ber­nen bzw. bron­ze­nen Ehren­na­del der Lands­mann­schaft aus­ge­zeich­net wur­den. Ohne Mit­glie­der wie die­se wäre die Lands­mann­schaft, so der Bun­des­vor­sit­zen­de, kaum in der Lage, ihrem sat­zungs­ge­mä­ßen Auf­trag nach­zu­kom­men, der ihr die Sor­ge für die Deut­schen aus Russ­land vor­schrei­be.

Für den besinn­li­chen Teil des sorg­s­am zusam­men­ge­stell­ten und ein­wand­frei vor­ge­tra­ge­nen Rah­men­pro­gramms war Anna Schrö­der zustän­dig, die die Fei­er mit dem Gedicht „Glo­cke von Fried­land“ eröff­ne­te und die Ehrung der ver­stor­be­nen Mit­glie­der vor­nahm.

Nel­ly Mack mit ihrem Kin­der- und Erwach­se­nen­chor sowie einer Kin­der­tanz­grup­pe, Svet­la­na Koop mit den Kin­dern und Jugend­li­chen ihrer Bal­lett­schu­le, Anja Urban mit ihrer Kin­der- und Frau­en­tanz­grup­pe, dazu Solis­ten und Solis­tin­nen wie Eme­ly und Alex­an­der Illen­seer, Nick Bitz, Anna Wil­helm, Roman Metz, Johan­nes Mal­sam, Jen­ny Krez und Nel­ly Mack — damit sind, ohne Anspruch auf Voll­stän­dig­keit, die Akteu­re genannt, die den Nach­mit­tag zu einem unver­gess­li­chen Fest wer­den lie­ßen. Zum abschlie­ßen­den Tanz­abend spiel­te eine Band aus Augs­burg mit Live-Musik auf.

            VadW