Ostalbkreis

Nikolai Magal – Vorsitzender

Karlsbader Str. 9, 73527 Schwäbisch Gmünd

Tel.: 07171 – 770820

E – Mail: nikolai.magal@googlemail.com

 

Edith und Johann Klein-

50 Jahre verheiratet und gemeinsam aktiv

 

Die langjährige Vorsitzende der Kreisgruppe Ostalbkreis, Edith Klein, und ihr Ehemann Johann feierten am 17. April 2012 ihre goldene Hochzeit.

 

Edith Klein wurde 1939 im Gebiet Saporoshje, Ukraine, geboren. Auf die Umsiedlung in den Warthegau 1943 folgte im Dezember 1945 die Verschleppung nach Sibirien, in die Stadt Nowosibirsk. Nach einem Fernstudium als Betriebswirtin war sie in der Metallindustrie tätig und mit dem Vertrieb von wissenschaftlichen Instrumenten beschäftigt.

Am 17. April 1962 heiratete sie Johann Klein, der 1938 im Gebiet Rostow zur Welt kam und 1941 in das Gebiet Nowosibirsk deportiert wurde. Von Beruf war er Schlosser und Installateur.

Da die beiden als Deutsche unter Deutschen in der Bundesrepublik leben wollten, bemühten sie sich unter den prob­lematischsten Bedingungen um die Ausreise. Es dauerte vier Jahre, bis sie die Genehmigung erhielten, und im Februar 1977 betraten sie als 38-Jährige mit zwei Söhnen (14 und zehn Jahre) deutschen Boden.

Johann Klein erhielt nach dem Sprachkurs sofort Arbeit. Seine Ehefrau besuchte einen einjährigen Bürokurs und musste weiter dazulernen, nachdem sie eine Anstellung im Büro einer Privatfirma erhalten hatte. Es wurde eine schwierige, aber gute Laufbahn.

Als Edith und Johann Klein 1977 nach Schwäbisch Gmünd kamen, wurden sie schon am Bahnhof von den Mitgliedern der dortigen Kreisgruppe der Landsmannschaft begrüßt, deren Mitglied Edith Kleins Mutter bereits war.

Zusammen mit ihrem Mann ist Edith Klein seit 1982 selbst Mitglied der Landsmannschaft. Seit 1988 ist sie aktives Mitglied des Vorstandes der Kreisgruppe Schwäbisch Gmünd, deren Vorsitzende und Sozialbetreuerin sie von 1990 bis 2009 war. Einmal in der Woche wurden Sprechstunden im Übergangswohnheim von Schwäbisch Gmünd angeboten, und man unterstützte die neu angekommenen Landsleute bei Behördengängen, beim Stellen von Anträgen, bei mündlichen Übersetzungen, beim Schriftverkehr usw.

Seit 1993 ist Edith Klein auch als Bundesrechnungsprüferin tätig und seit 2006 im Vorstand der Landesgruppe Baden-Württemberg. Ihr ehrenamtliches Engagement wurde mit der goldenen Ehrennadel der Landsmannschaft gewürdigt.

Nicht vergessen werden sollte schließlich, dass Edith und Johann Klein auch in einheimischen Vereinen mitwirken, zum Beispiel beim Kreuzbund der Caritas, in der Rheuma-Liga und beim Deutschen Roten Kreuz.       VadW

 

Schwäbisch Gmünd: Sportfest der Landsmannschaft

als Bereicherung des Stadtteilfestes

 

Im Rahmen des Stadtteilfestes Ost im Unipark, das in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) seit 2003 durchgeführt wird, veranstaltete die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland am 6. Mai 2012 ein Sportfest mit spannenden Turnieren und sorgte für Unterhaltung und Abwechslung.

 

Das landesweite Sportfest wurde gefördert von der Landesgruppe Baden-Württemberg der Landsmannschaft, dem Programm „Integration durch Sport“ des baden-württembergischen Landessportverbandes, der Gorodki-Initiative Schwäbisch Gmünd, der Stadt Schwäbisch Gmünd, dem Landesgymnasium für Hochbegabte sowie dem Projekt der Landsmannschaft „Mit-Wirken – junge Zuwanderer für ein Miteinander in Baden-Württemberg“.

Bei der Eröffnung des Sportfestes übermittelte der Projektleiter und Vorsitzende der Ortsgruppe Ostalb der Landsmannschaft, Nikolai Magal, die Grußworte der baden-württembergischen Landesvorsitzenden Leontine Wacker.

Wegen des ungünstigen Wetters mit wiederholten Regenschauern mussten die Fußball- und Volleyballturniere in die Sporthalle im Unipark verlegt werden, worunter die gute Stimmung allerdings nicht litt. Sechs Fußball- und vier Volleyballteams traten an, um sich im sportlichen Können zu messen. Das vorgesehene Schachturnier konnte bedauerlicherweise nur teilweise durchgeführt werden, und das Gorodkiturnier fiel den schlechten Wetterbedingungen gänzlich zum Opfer.

Alle zusammen bewegen etwas

Die Landsmannschaft beteiligte sich auch am großen Bühnenprogramm mit Tanz, Liedern, Gymnastik und Theater. Viel Applaus erntete der landsmannschaftliche Chor „Elegia“ der Ortsgruppe Ostalb aus Schwäbisch Gmünd (Leitung: Waldemar Miller). Ebenso begeistert wurde vom Publikum die Tanzgruppe „Aquarell“ der Ortsgruppe Ulm der Landsmannschaft (Leiterin N. Scharton) aufgenommen.

Eine Besonderheit des Festes waren in diesem Jahr die kulinarischen Köstlichkeiten aus Russland, Portugal, der Türkei und dem Schwabenland. Spiele und Bastelmöglichkeiten, aber auch Informationsstände der insgesamt 18 Einrichtungen, die sich mit ihren Angeboten vorstellten, ergänzten die Angebote.

Zum Schluss wurden die Sieger der Fußball- und Volleyballturniere geehrt und mit Pokalen und Medaillen bedacht. Und es wurde der Wunsch geäußert, das Sportfest zu einer Tradition in Baden-Württemberg zu machen.

Lobende Worte über das Engagement der Deutschen aus Russland kamen von Oberbürgermeister Richard Arnold, der von einem „starken Signal der Landsmannschaft nach außen“ sprach. „Alle zusammen bewegen etwas“, meinte auch der Stadtteilkoordinator Bernhard Bormann, der die Sportturniere als „Fest im Fest“ hervorhob.

VadW (nach „Gmünder Tagespost“ und „Rems-Zeitung“)

 

Allerheiligen ist der Tag, an dem die Kreisgruppe Ostalb alle Jahre wieder gemeinsam mit anderen Landsmannschaften auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Schwäbisch Gmünd der Opfer von Krieg und Vertreibung, der in der fernen Heimat verstorbenen Landsleute und Verwandten gedenkt.

Der Einladung zur Gedenkfeier am 1. November 2011 in der Friedhofskapelle mit anschließender Kranzniederlegung am Ostlandkreuz folgten auch in diesem Jahr sehr viele. Eine Bläsergruppe umrahmte die würdige Feier.

Der Gedichtvortrag „Wir gedenken der Toten, die uns mahnen“ von Anna Maria Kunz rief dazu auf, dass Vermächtnis der Toten in der alten Heimat auch in Zukunft zu  bewahren.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Philip Bertsch und Viktor Antoni, die uns jedes Jahr bei der Kranzniederlegung helfen, und bei allen Vorstandsmitgliedern.

Der Vorstand

 

Am 30, August 2011 fand im Evangelischen Gemeindezentrum „Arche“ in Schwäbisch Gmünd/Bettringen eine Gedenkfeier der Ortsgruppe Ostalb zum 70. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion statt.

In seiner Begrüßungsrede erinnerte der Vorsitzende der Ortsgruppe, Nikolai Magal, an das schreckliche Schicksal seiner Landsleute, die Verbrechen des Stalin-Regimes und die Diskriminierung der Deutschen in der ehemaligen Sowjetunion. Danach sammelten sich die Anwesenden zu einer Schweigeminute und beteten ein leises Vaterunser für alle, die in der Verbannung starben und umgebracht wurden.

Zeitzeugen der Deportation, die das ganze Ausmaß der Tragödie der Russlanddeutschen erlebt haben, berichteten über ihr eigenes Schicksal in einer Weise, dass alle Gäste mit den Tränen zu kämpfen hatten.

Auf großes Interesse stieß die Ausstellung „70 Jahre Deportation der Deutschen in der Sowjetunion“, die von der Landesgruppe Baden-Württemberg mit ihrer Vorsitzenden Leontine Wacker vorbereitet und an die Ortsgruppe ausgeliehen wurde. Wir bedanken uns bei der Landesgruppe ganz herzlich für die hervorragende Ausstellung.

Zum Abschluss der Feier wurden bei Kaffee und Kuchen vertraute Gespräche geführt und Heimatlieder gesungen.

Der Vorstand

 

Landsmannschaft

als Brückenbauer gefragt

55 Jahre Kreisgruppe Ostalb

 

Auch zur 55-jährigen Jubiläumsfeier der Kreisgruppe Ostalb am 8. Mai 2010 konnte der große Saal des Kulturzentrums Prediger in Schwäbisch Gmünd, wie schon vor fünf Jahren zum 50. Gründungsjahr, kaum alle Gäste fassen – Zeichen eines beispielhaften Zusammenhalts.

 

In den vergangenen Jahrzehnten sind von der Landsmannschaft im Ostalbkreis immer wieder Impulse und Anregungen für landsmannschaftliche Aktivitäten ausgegangen. Daran knüpfte die Kreisgruppe Ostalb mit ihrer Jubiläumsfeier an.

Die Schirmherrschaft über die Festveranstaltung hatte Richard Arnold, Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd, übernommen. Als Festredner sprach Adolf Fetsch, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft.

Die zahlreichen Gäste konnten sich nicht nur an Kaffee und Kuchen, sondern auch an einem bunten Kulturprogramm mit Musik, Gesang und Tanz erfreuen. Pfarrer Konrad von Streit von der evangelischen Martin-Luther-Kirche rundete die Jubiläumsfeier mit einem geistlichen Beitrag ab.

Der Vorsitzende der Kreisgruppe, Nikolai Magal, konnte neben dem zahlreich erschienenen Publikum auch viele Ehrengäste aus Politik und Öffentlichkeit begrüßen. Das Schwäbisch Gmünder Akkordeonorchester unter der Leitung von Ulrich Hieber eröffnete die Feierstunde mit einer Ouvertüre von Carl Maria Weber und sorgte auch im Witeren mit Musik von Mussorgski und Liszt für eine würdige musikalische Umrahmung der Festveranstaltung.

Dr.  Joachim Bläse, 1. Bürgermeister von Schwäbisch Gmünd, dankte der Landsmannschaft in für die gute Zusammenarbeit. „Wir brauchen die starke Landsmannschaft“, sagte er. Er dankte den Landsleuten, die bereits vor 55 Jahren und später dazu beigetragen hätten, Schwäbisch Gmünd zu dem zu machen, was es heute ist. Gegenwärtig sei das Thema Integration im Hinblick auf die Jüngeren wichtig, die Teilhabe an Schule und Beruf benötigten. 35 Prozent der Gmünder hätten Migrationshintergrund, ein Viertel davon seien Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion. Die Landsmannschaft habe Zugang zu den Familien, „gemeinsam können wir sie erreichen“, betonte Bläse.

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Barthle lobte die erfolgreiche Integration der Deutschen aus Russland. „Die Geschichte der Russlanddeutschen ist ein Paradigma für erfolgreiche Integration. Bringen Sie Ihre Wurzeln in unsere Gemeinschaft ein, das stärkt uns alle zusammen“, so Barthle.

Staatssekretär Dr. Stefan Scheffold erinnerte an den 8. Mai als den Tag, an dem der II. Weltkrieg zu Ende ging. Zu den Vertriebenen habe Baden-Württemberg ein besonderes Verhältnis. Durch die Übernahme der Patenschaft über die Landsmannschaft habe das Land ein Zeichen der Solidarität gesetzt.

Adolf  Fetsch erinnerte in seiner Festrede an die Gründung der Landsmannschaft vor 60 Jahren und blickte auf die bewegte Geschichte der Russlanddeutschen zurück. Vor gut 200 Jahren seien nicht zuletzt Deutsche aus dem heutigen Baden-Württemberg nach Russland ausgewandert, und nach dem 2. Weltkrieg habe es sie mehrheitlich dorthin zurückgezogen. Fetsch dankte in seiner Rede allen, die für die Arbeit in der Landsmannschaft weder Zeit noch Mühe scheuen.

Leontine Wacker, stellv. Bundesvorsitzende und Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg, dankte allen Vorstandsmitgliedern und Aktiven der Kreisgruppe für ihr ehrenamtliches Engagement. „Wir sind nicht nur angekommen, wir sind hier zu Hause, wir sind in Baden-Württemberg gut aufgehoben“, sagte sie.

Das anschließende Kulturprogramm moderierte Katharina Barbi-Ruthardt. Mit ihrem Gedicht „Das wandernde Volk“ erinnerte sie nochmals daran, wie wichtig die erfolgreiche Integration der Kinder und Jugendlichen ist, denn erst dann könnten die Deutschen aus Russland im Land ihrer Vorfahren heimisch werden.

Der Internationale Frauenchor „Choral Alegria“ mit der Leiterin Veronica Cardenas de Sattler begrüßte die Gäste mit einem Geburtstagslied auf Spanisch, Kroatisch, Russisch, Portugiesisch, Finnisch und Ukrainisch. Der Saxofonist Junus Gulzarow heizte die Stimmung mit orientalischen Rhythmen und Temperament an. Der junge Pianist Philipp Propst erntete viel Beifall mit Stücken von Bach und Tschaikowsky, die er mit seiner Lehrerin Galina Friesen vorbereitet hatte.

Die Ballettschule Schnell aus Schwäbisch Gmünd (Leiterin Ludmilla Schnell) stellte sich mit Tänzen und Ballettkreationen zu klassischer Musik vor, die von den Zuschauern mit begeistertem Applaus belohnt wurden. Die Kleinsten zeigten den „Tanz der frechen Hasen“ (Chatschaturjan). Eine weitere Gruppe tanzte „Chi-Chi hat Geburtstag“ (Chopin), während Martha Jürkiewicz als Solistin zu Musik von Saint-Saëns und Chatschaturjan glänzte. Und schließlich bezauberte eine Gruppe von Balletttänzerinnen mit romantischen und temperamentvollen Darbietungen.

Brückenbauer mit Tradition

Am 14. Mai 1955 wurde in der Gastwirtschaft „Traube“ die Kreisgruppe Schwäbisch Gmünd (heute Ostalb) gegründet. In den nächsten Jahrzehnten war das Vereinsleben mit Arbeitstagungen, Heimatabenden und Heimkehrertreffen ausgefüllt.

Wesentliche Aufbauarbeit leistete Margot Stellenhofsky. In Erinnerung ist ihr Eingliederungsseminar im Oktober 1962 in Schwäbisch Gmünd, zu dem nicht weniger als 200 Aussiedler kamen. Die Arbeit des Vereins konzentrierte sich auf Suchaktionen nach vermissten Familienangehörigen, die Beschaffung von Unterlagen und das Auffinden von Zeugen für Landsleute sowie die Erforschung der Geschichte und Kultur der Volksgruppe. Hinzu kamen die Bereiche Eingliederung und Familienzusammenführung.

Mit über 300 Mitgliedern gehört die Kreisgruppe zu den stärksten Gliederungen in Deutschland. Ab 1990 leitete Edith Klein rund 19 Jahre lang den Verein, Wilhelm Fischer und Reinhold Faber waren lange Jahre die Aktiven an ihrer Seite. Seit 2009 ist Nikolai Magal engagierter Vorsitzender; er vertritt die Landsmannschaft im Gmünder Integrationsbeirat und ist im Landesvorstand vor allem für die Jugendarbeit zuständig.

Seit Jahren bemüht sich die Landsmannschaft um Räumlichkeiten in Schwäbisch Gmünd, um eine Anlaufstelle für die Landsleute zu  schaffen und die Vereinsarbeit zu intensivieren. Vorteile hätte auch die Stadt davon. Denn: Schon in früheren Jahrzehnten war die Landsmannschaft in Schwäbisch Gmünd der gefragte Brückenbauer zwischen den eigenen Landsleuten und den einheimischen Mitbürgern – und das ist sie bis heute geblieben.

Nina Paulsen