Augsburg

Dimitri Korostylev – Vorsitzender

Hermann-Köhl-Str. 10, 86159 Augsburg

 E – Mail: korostylevdimitri@googlemail.com

 

Straßennamen für Augsburg

Eine unserer Forderungen bei der Jubiläumsfeier der Orts- und Kreisgruppe Augsburg am 23. April 2012 im Rathaus der Stadt lautete, einer Straße in Augsburg den Namen einer bekannten Persönlichkeit aus den Reihen der Deutschen aus Russland zu geben.

 

Dieser Gedanke zielt zum einen darauf ab, die Verdienste unserer Landsleute zu würdigen, andererseits soll dadurch die Aufklärung der einheimischen Bevölkerung über die Deutschen aus Russland vorangetrieben werden.

In diesem Zusammenhang lade ich interessierte Mitglieder der Landsmannschaft (und natürlich auch Gäste) zu einer Diskussionsrunde ein, die am 18. Juli ab 19 Uhr im Sitz der Orts- und Kreisgruppe Augsburg in Augsburg, Hoher Weg 8, stattfindet.

Bisher wurden folgende Persönlichkeiten vorgeschlagen:

• der Arzt Dr. Friedrich Joseph Haass;

• der Komponist Prof. Alfred Schnittke;

• der Publizist Prof. Dr. Klaus Mehnert;

• der Pianist Swjatoslaw Richter.

Weitere Vorschläge (mit entsprechender Begründung) sind ausdrücklich erwünscht.

Wir würden gerne die Argumente für alle eingegangenen Namen mit Ihnen besprechen, um gemeinsam einen oder zwei Vorschläge für die Stadt Augsburg auszuarbeiten.

            Juri Heiser, Vorsitzender

 

Die Familienfeste der Deutschen aus Russland bei St. Andreas in Augsburg sind inzwischen zur Tradition geworden, und so versammelten sich auch heuer bei gutem Wetter zahlreiche Gäste im Pfarrgarten der Gemeinde.

Organisiert wurde das Fest von der Landsmannschaft gemeinsam mit der Ziongemeinde und dem Kirchenvorstand der Pfarrei St. Andreas. Eröffnet wurde es von Pfarrer Wolfgang Küffer, dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Augsburg der Landsmannschaft, Juri Heiser, und Pastor Ewald Fischer.

Auf dem Programm standen Darbietungen für Groß und Klein, wobei die Eltern und Großeltern besonders gespannt waren auf die Auftritte der Kindergruppen „Alisa“ und „Glühwürmchen“.

Essen und Getränke wurden von der Ziongemeinde und der Landsmannschaft vorbereitet und erfreuten sich großer Nachfrage, so dass am frühen Nachmittag alles ausverkauft war. Wie immer wurde auch ein offenes Schachturnier durchgeführt, dessen Sieger feierlich geehrt wurden.

Sehr erfreulich ist, dass viele Teilnehmer ihren ehrenamtlichen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung eingebracht hatten, sei es mit selbst gebackenen Kuchen, Hilfe beim Auf- und Abbau oder durch Engagement am Infostand.

Unser herzlicher Dank für die Organisation und Mitwirkung gilt insbesondere Maria und Leo Baude, Artur und Alexander Heiser, Nelli Lichtner, Viktor Donhauser, Valentina Stripling und natürlich dem Pfarrer der Gemeinde St. Andreas, Wolfgang Küffer. Letzterer bemüht sich seit Jahren um die Eingliederung russlanddeutscher Mitbürger in der Pfarrgemeinde und verkündete den Termin für das nächste Familienfest am 10. Juni 2013.

            Helene Sauter

 

Eine eindrucksvolle Feier!

Augsburg: 55 Jahre Orts- und Kreisgruppe und Stationen der Verfolgung

 

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass bei einer Veranstaltung einfach alles stimmt: der Ort, der Besuch, die Thematik, das Programm und die feierliche Stimmung. Bei der Jubiläums- und Gedenkfeier der Orts- und Kreisgruppe Augsburg (Bayern) der Landsmannschaft am 23. April 2012 war es der Fall.

 

Zum wiederholten Male nämlich konnten die Augsburger im prunkvollen Goldenen Saal des Rathauses zusammenkommen, und sie erwiesen sich dieser Auszeichnung als würdig, indem sie ihn bis auf den letzten Platz füllten. Gewidmet war die Veranstaltung nicht nur dem 55. Jahrestag der Gründung der Orts- und Kreisgruppe Augsburg, sondern auch den beiden tragischen Gedenktagen der Deutschen aus Russland 2012 – dem 70. Jahrestag der Einberufungen von deutschen Frauen und Männern in die sowjetischen Zwangsarbeitslager der so genannten Trudarmee und dem 75. Jahrestag des „Großes Terrors“ der Jahre 1937 und 1938 in der Sowjetunion.

Der Augsburger Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl verwies in seiner Begrüßungsansprache auf die Notwendigkeit, die Geschichte der Deutschen in der ehemaligen Sowjetunion, die insbesondere jüngeren Menschen kaum bekannt sei, immer wieder in das Gedächtnis der Öffentlichkeit zu rufen. Der Landsmannschaft habe es hier mit einer bedeutenden Aufgabe zu tun, die auch und gerade in Augsburg in vorbildlicher Weise erfüllt werde – ohne sich von der einheimischen Bevölkerung abzuschotten, sondern in stetem Kontakt mit ihr und allen relevanten öffentlichen Einrichtungen der Stadt.

 

Stationen der Verfolgung

 

Detailliert befassten sich der russlanddeutsche Historiker Dr. Viktor Krieger und der Vorsitzende der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft, Waldemar Eisenbraun, mit den beiden geschichtlichen Themen des Abends. Dr. Krieger schilderte das perfide System der Zwangsarbeitslager in der Sowjetunion der 1940er Jahre, wobei er in besonderer Weise auf die Geschichte des Tscheljabmetallurg­stroj einging, während Eisenbraun den „Großen Terror“ in den 1930er Jahren darstellte, der alle Volksgruppen in der Sowjetunion heimsuchte, vor allen Dingen aber Minderheiten wie Deutsche, Polen, Letten oder Finnen. Besonders bewegt waren seine Zuhörer, als er die Worte der russlanddeutschen Schriftstellerin Nelly Däs zitierte: „Ich denke an das Jahr 1937, als Stalins Häscher im September in unser Dorf kamen und 54 Männer verhafteten und nach Sibirien verbannten. Keiner kam jemals wieder. Ich war damals sieben Jahre alt. Je älter ich werde, desto mehr denke ich an diese Nacht. Was waren die letzten Gedanken meines Vaters? Wie ist er gestorben? Wo ist sein Grab? Wir hatten nicht einmal die kleinste Chance, uns vom Vater zu verabschieden. Noch heute nagt der Schmerz in unseren Herzen.“

 

55 Jahre Ortsgruppe

 

Mit der Geschichte der Orts- und Kreisgruppe Augsburg (siehe neben stehenden Kasten) befasste sich deren Vorsitzender Juri Heiser, der gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Geschäftsführer der Orts- und Kreisgruppe, Karl Kromer, und zahlreichen Helfern die Veranstaltung in wochenlanger intensiver Arbeit vorbereitet hatte. Er analysierte aber auch auf die Gegenwart der Deutschen aus Russland in der Hauptstadt des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben, die dort mit einem Bevölkerungsanteil von rund 8,5 Prozent zu einem gewichtigen Faktor geworden sind, und beendete seine Ausführungen mit einem Appell an die politisch Verantwortlichen und Vertreter der Öffentlichkeit auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens, ihre Solidarität mit den Deutschen aus Russland deutlicher zum Ausdruck zu bringen und für eine Verbesserung ihrer Akzeptanz durch die einheimische Bevölkerung zu werben.

 

Auszeichnungen

 

Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Adolf Fetsch, kam in seinem Vortrag auf die Bedeutung von Kirche und Religion für die Deutschen aus Russland und ihre Landsmannschaft zu sprechen und zeichnete anschließend mit dem Domdekan der katholischen Diözese Augsburg, Dr. Dietmar Bernt, und dem Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde St. Andreas in Augsburg, Wolfgang Küffer, zwei Geistliche mit der goldenen Ehrennadel der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland aus, die sich seit Jahr und Tag in besonderer Weise um Aussiedler und Spätaussiedler in Augsburg kümmern.

Mit der goldenen Ehrennadel wurde auch VadW-Redakteur Hans Kampen ausgezeichnet, während Helene Sauters ehrenamtliches Engagement mit einer bronzenen Ehrennadel gewürdigt wurde.

Abgerundet wurde die Feier durch Zeitzeugenberichte von Angehörigen dreier Generationen der Familie von Karl Kromer und die Präsentation der landsmannschaftlichen Wanderausstellung im Unteren Fletz des Rathauses. Für den musikalischen Rahmen sorgten der Augsburger Chor „Heimatmelodie“, das Vokalquartett „Rudemus“, der Trompeter Georg Selenski und die Kinder der Musicalwerkstatt „A hoch 3“ und des Tanzstudios „Alisa“.

VadW

 

Orts- und Kreisgruppe Augsburg

der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.

 

Gegründet am 24. Februar 1957 (Vorsitzender: Otto Fauth) nach einer ersten offiziellen Versammlung am 26. Dezember 1956; nach mehreren Versammlungen Ausgabe der ersten Mitgliedskarten am 19. Oktober 1957.

Nach Otto Fauth prägten viele andere das Profil der Landsmannschaft in Augsburg: Eduard Kary, Dr. Johann Druschbach, Edgar Hermann, Johann Kampen, Albert Fetsch, Markus Schmalz, Jakob Hörner, Albert Strohmaier, Elisabeth Wilhelm und Waldemar Lutz. Seit 2004 ist Juri Heiser Vorsitzender in Augsburg.

13. Mai 1986: Erster öffentlicher Auftritt des Chores der Orts- und Kreisgruppe, „Heimatmelodie“, heute geleitet von Aljona Heiser.

Seit 20 Jahren: „Augsburger Modell“ der katholischen Aussiedlerseelsorge (Federführung: Domkapitular Dr. Dietmar Bernt) unter Mitwirkung von Mitgliedern der Orts- und Kreisgruppe Augsburg.

1996-2002: Erstmaliger Einzug eines Deutschen aus Russland in den Augsburger Stadtrat durch den damaligen Vorsitzenden der Orts- und Kreisgruppe Augsburg, Albert Strohmaier (CSU).

31. März 1997: Errichtung eines Denkmals für die russlanddeutschen Opfer von Terror, Krieg und Vertreibung auf dem Neuen Friedhof in Haunstetten. Ohne Unterstützung seitens anderer Stellen hatten die Deutschen aus Russland dafür 25.000 DM gesammelt. Seither findet alljährlich am 28. August vor dem Denkmal die Gedenkfeier der Orts- und Kreisgruppe statt.

Seit zehn Jahren: Große Sommerfeste bzw. Landestreffen Bayern der Landsmannschaft in Augsburg unter Teilnahme der Bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein und Horst Seehofer sowie von Staatsministerin Christine Haderthauer.

2005: Gründung des Fördervereins der Deutschen aus Russland, dem hauptsächlich russlanddeutsche Unternehmer aus den Reihen der Landsmannschaft angehören.

2008 bis 2011: Projekt „In Augsburg gemeinsam“ – soziale und gesellschaftliche Integration von Zuwanderern (Spätaussiedlern und Migranten aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion) im Großraum Augsburg.

2011: Juri Heiser (CSU), gegenwärtiger Vorsitzender der Orts- und Kreisgruppe, als Nachrücker im Augsburger Stadtrat.

Bis 2012: Kleinprojekte: „Stärken vor Ort“, „A hoch 3“ (Kindermusicals) und „Integration durch Bildung“.

Gegenwärtig die größte örtliche Gliederung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mit rund 400 Familienmitgliedschaften (in einer Stadt mit einem Anteil der Deutschen aus Russland an der Gesamtbevölkerung von rund 8,5 Prozent = 23.000).

Rund um das Jahr veranstaltet die Orts‑ und Kreisgruppe Augsburg Feste und Begegnungsabende für Deutsche aus Russland und einheimische Mitbürger. Dabei wird eng mit der Stadt Augsburg und den Kirchen zusammengearbeitet.

 

„STÄRKEN vor Ort“

 

Nach nahezu drei Jahren Mikroprojektförderung in den Augsburger Stadtteilen Lechhausen, Kriegshaber und Herrenbach ging das Bundes-Programm des Europäischen Sozialfonds „STÄRKEN vor Ort“ zu Ende. Drei Jahre, in denen auch wir, die Orts- und Kreisgruppe Augsburg der Landsmannschaft, mitgewirkt haben. Mit sechs kleineren Projekten  in Lechhausen und Herrenbach hat das Projektteam der Ortsgruppe das Ziel verfolgt, die Integration sowie die sozialen und beruflichen Chancen junge Männer und Frauen zu verbessern.

 

Am 29. Februar 2012 fand im Augsburger Rathaus die Abschlussveranstaltung statt. Oberbürgermeister Kurt Gribl und  der Koordinator von „STÄRKEN vor Ort“, Lutz Fischer, versäumten es in ihren Ansprachen nicht, allen Teilnehmern ihren Dank für ihr Engagement und so manche aufgebrachte Mühe auszusprechen.

Für mehrere Stadträte, unter ihnen auch Juri Heiser, gleichzeitig Vorsitzender der Ortsgruppe Augsburg der Landsmannschaft, und einige hundert Teilnehmer, die den Saal füllten, war es eine informative Veranstaltung, bei der aber auch in einem kritischen Rückblick Vorschläge für die Zukunft gemacht wurden.

Mit dem Pilotprojekt „Gutes Benehmen – ein Weg zum Erfolg und zur besseren Integration“ und dem Projekt „Advents- und Weihnachtsmusical“ startete die Landsmannschaft 2009 ihre Arbeit in den Stadtteilen. Bei den darauf folgenden Projekten „Kompetenz und Können“, die in den Jahren 2010 und 2011 in Lechhausen und im Herrenbach durchgeführt wurden, war es uns wichtig, Jugendliche in der Pubertät zu stärken, ihre Persönlichkeit zu stabilisieren und Präventionsarbeit in Sachen Sucht und  Kriminalität zu leisten.

Durch Praktika bei „Fuchs Automobile“ und im Boxclub Haan konnten wir die Jugendlichen gezielt auf den beruflichen Einstieg vorbereiten. Mit Hilfe qualifizierten Personals wurden die Aussichten der Jugendlichen auf einen Ausbildungsplatz und damit auch auf eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft verbessert.

Das Projekt „Advents- und Weihnachtsmusical“ diente der kulturellen Integration und Vermittlung von berufsbildenden Erfahrungen und Kenntnissen bei der Vorbereitung und Aufführung eines Musicals mit jugendlichen Zuwanderern. Das Projekt wuchs schließlich zu einer Musicalwerkstatt an.

Helene Sauter und Karl Kromer

 

Auch 2012 veranstaltete die Orts- und Kreisgruppe Augsburg einen Kinderfaschingsball.

Nach dem Grußwort des Vorstandsvorsitzenden, Stadtrat Juri Heiser, eröffnete die Kinderfaschingsgarde „Narrneusia“ das Programm. Begeistert verfolgten Kinder und Erwachsene ihren Auftritt. Die 45 Kinder der Garde zwischen vier und 17 Jahren gingen auf eine Europareise und präsentierten mit viel Spaß und liebevoll inszeniert landestypische Tänze und Traditionen.

Mit einer Zugabe und drei Faschingsorden verabschiedeten sich die Narrneusianer und machten die Bühne frei für den verrückten Clown Fabio, der für seine Tricks und Zaubereien viel Applaus erntete.

Für Stimmung im Saal sorgten die mitreißende Bewegungsmusik und die Einladung zum Tanz mit Aljona Heiser, die durch das Programm führte.

Sehr gut kamen auch die perfekt eingeübten Tänze der Mädchen aus dem Tanzstudio „Alisa“ beim Publikum an.

Versüßt wurde das Fest mit einem Bonbonregen zum Schluss. Faschingskrapfen und Limonade, gesponsert von den Firmen Ihle und Riegele, durften ebenfalls nicht fehlen.

Wir danken allen Helfern für ihr ehrenamtliches Engagement und das wunderbare Fest.

Mit dem Fest wollten die Organisatoren die Teilnehmer mit den Sitten und Bräuchen der Karnevalszeit in Deutschland vertraut machen und Familien mit Kindern die Möglichkeit geben, zusammen mit anderen zu feiern – und das ist ihnen gelungen! Helene Sauter

 

Tausend Gäste bei 30 Grad im Schatten

 

Zum traditionellen Sommerfest der Orts- und Kreisgruppe Augsburg am 16. Juli 2011 kamen nicht ganz so viele Besucher wie in den letzten Jahren. Das Angebot mitten in der Urlaubszeit mit Damenfußball und anderen Verlockungen war offenbar besonders groß. Aber zusammen mit rund 200 Darstellern und Helfern waren es auf dem Höhepunkt des Nachmittags doch bestimmt 1.000, und die Organisation klappte noch besser als früher.

 

Am zahlreichsten waren die Senioren vertreten, gefolgt von den Kindern. Die Zwei- bis Zehnjährigen hatten besonders viel Freude an der großen Freiheit, die ihnen die Tummelmöglichkeiten im Spielgarten der St.-Andreas-Kirche am Vormittag boten.

Gefördert wurde das Treffen vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das „Haus des Deutschen Ostens“. Die Aufbauarbeiten leisteten zum großen Teil die Mitglieder des Vorstandes und des Fördervereins der Orts- und Kreisgruppe Augsburg. Hinzu kamen freiwillige Helfer und alte Bekannte der Landsmannschaft, die ohne Mandat fast immer dabei sind.

Bei seiner Eröffnungsansprache konnte der Vorsitzende der Ortsgruppe, Stadtrat Juri Heiser, Bürgermeister Peter Grab und zahlreiche prominente Gäste aus Stadt und befreundeten Verbänden begrüßen. Die Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft vertrat der frühere Vorsitzende Eduard Neuberger in bewährter Weise.

Den Löwenteil des Unterhaltungsprogramms bestritt der landsmannschaftliche Projektleiter Jakob Fischer, begleitet von Eduard Frickel, mit „777 alten deutschen Volksliedern“, bei denen die Gäste spontan mitsangen. Der Augsburger Chor „Heimatmelodie“ ergänzte das Programm mit Volksliedern und Schlagern in Deutsch, Russisch, Englisch und Spanisch. Das beliebte RUDEMUS-Quartett trat diesmal mit Aljona Heiser, Anna Hosmann, Tatjana Zier und Alexander Fertig an.

Sehr bestaunt und gefeiert wurden auch die vielen singenden und tanzenden Kindergruppen aus Schwaben, Niederbayern,  Oberbayern und Oberfranken.

Für leckere Speisen vom Grill, russlanddeutsche Spezialitäten und frische Getränke vom Fass oder aus Limonadeflaschen bei 30 Grad im Schatten hatte die Landsmannschaft von 11 bis 22 Uhr gut vorgesorgt. Und: Man muss nur dabei gewesen sein, um gerne wieder zu kommen.

Einen besonderen Dank haben sich Karl Kromer als Verantwortlicher für die Gesamtorganisation, Johann Fuchs und Anton Bukmaier als Ansprechpartner für die Organisation der Stände, Arnold Pagel als Kontaktperson zu den Selbständigen, die das Fest unterstützten, und Thomas Kromer als Gestalter der Werbebroschüre verdient.   VadW

 

25 Jahre „Heimatmelodie“

Chor der Kreis- und Ortsgruppe Augsburg feierte im festlichen Rahmen

 

Gemeinsam mit rund 200 Freunden aus allen Schichten der Bevölkerung feierte der Chor „Heimatmelodie“ der Orts- und Kreisgruppe Augsburg der Landsmannschaft am 14. Mai 2011 im Herrenhaus Bannacker (ganz im Süden der Stadt gelegen) den 25. Jahrestag seiner Gründung.

 

Neben dem Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft, Adolf Fetsch (Neufahrn), und dem bayerischen Landesvorsitzenden Waldemar Eisenbraun (Regensburg) aus den Reihen der Deutschen aus Russland durfte die Orts- und Kreisgruppe mit ihrem Vorsitzenden Juri Heiser auch eine ganze Reihe von einheimischen Förderern und Wegbegleitern zu der Feier willkommen heißen, die mit Unterstützung des Bayerischen Sozialministeriums über das Haus des Deutschen Ostens auf die Beine gestellt werden konnte.

Augsburgs Bundestagsabgeordneter Dr. Christian Ruck (CSU) und sein Parteikollege Bernd Kränzle vom Bayerischen Landtag gehörten ebenso dazu wie die Augsburger Stadträte Rose-Marie Kranzfelder-Poth (Freie Wähler) und Sieglinde Wisniewski (SPD) oder die Pfarrer Wolfgang Küffer (St. Andreas) und Franz Götz (Herz Jesu), in deren Pfarreien der Chor regelmäßig auftritt.

In ihren Begrüßungsansprachen bekundeten die Ehrengäste ihre Verbundenheit mit dem Chor, der am 13. Mai 1986 im Rahmen einer Muttertagsfeier der Orts- und Kreisgruppe Augsburg auf Initiative von Therese Boger mit einem Dutzend Sängerinnen und Sängern gegründet wurde und der sich inzwischen unter der Leitung von Aljona Heiser zu einem Ensemble mit rund 45 Mitgliedern entwickelt hat.

Mit Philippine Baumstark, Ida Dauenhauer, Anna Gerhardt, Frieda Hungele, Julitta Kraft, Thekla Schmalz und Blondina Senger sind immerhin noch sechs Mitglieder des Gründungsjahres dabei.

Konzentrierte man sich anfangs auf Volkslieder in Deutsch, Russisch und Ukrainisch, so hat sich das Repertoire des Chores inzwischen erheblich erweitert. Neben geistlichen Liedern zur Gestaltung von Messen sind moderne Songs sowie Eigenkompositionen von Aljona Heiser auf Texte von Deutschen aus Russland hinzugekommen.

Seit der Übernahme der Leitung durch Aljona Heiser im Jahr 1998 ist der Chor bei nicht weniger als 333 Veranstaltungen in 35 deutschen Städten sowie in Kroatien und Italien aufgetreten.

Zu den Höhepunkten seines Schaffens gehört die Teilnahme an der Internationalen Chorolympiade des Jahres 2004 in Bremen, bei dem die „Heimatmelodie“ mit einer Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Nächste Station wird die Teilnahme an einem Chorfestival in Tschechien im Juni 2011 sein.

Die Jubiläumsfeier in Bannacker stand ganz im Zeichen der höchst abwechslungsreichen Darbietungen des Chores, der mit Aljona Heiser als Dirigentin, 33 Sängerinnen und fünf Sängern sowie Anna Hosmann (Klavier), Waldemar Ungurs und Alexander Fertig (jeweils Akkordeon) als musikalischen Begleitern angetreten war. Gefühlvolle Heimatmelodien standen gleichberechtigt neben temperamentvoll vorgetragen Scherzliedern oder dem Klassiker „Amazing Grace“.

Auf hohem stimmlichen Niveau agierte das Vokaltrio „Rudemus“ („Russlanddeutsche Musik“), das sich aus den Chormitgliedern Aljona Heiser, Anna Hosmann und Tatjana Zier zusammensetzt.

Sehr eng auf der Bühne wurde es, als der Chor Verstärkung durch die Kinder des Augsburger Musicalprojekts „A hoch 3“ erhielt.

Moderiert wurde die Feier von Jakob Fischer, Projektleiter der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, der gemeinsam mit Lina Neuwirt (Gesang) und Waldemar Dederer (Keyboard) auch weitere musikalische Akzente setzte.

VadW

 

Auf der Mitgliederversammlung der Orts- und Kreisgruppe Augsburg am 30. Januar 2011 wurden der Vorsitzende Juri Heiser und der größte Teil seiner Mannschaft für drei Jahre wieder gewählt. Zur Neuwahl unter der zügigen Leitung des Bundesreferenten der Landsmannschaft, Waldemar Axt, im „Guten Hirten“ waren 73 Wahlberechtigte der zur Zeit mit 396 Familien zweitstärksten örtlichen Gliederung der Landsmannschaft erschienen.

Heiser unterstrich in seinem Rechenschaftsbericht, dass in den sehr erfolgreichen letzten Jahren hohe dreistellige oder sogar vierstellige Besucherzahlen bei landsmannschaftlichen Großveranstaltungen in Augsburg Normalität waren, und appellierte an alle Mitglieder, für die Landsmannschaft zu werben.

Der Vorstand

 

Verdienstmedaille „Für Augsburg“ –

Aljona Heisers ehrenamtliches Engagement gewürdigt

 

Bereits zum zweiten Mal in Folge wurde ein Mitglied der Orts- und Kreisgruppe Augsburg (Bayern)der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mit der Verdienstmedaille „Für Augsburg“ ausgezeichnet. Nach dem langjährigen Schriftleiter von „Volk auf dem Weg“, Johann Kampen, war es diesmal Aljona Heiser, die sich vor allem als Leiterin des Chores „Heimatmelodie“ und des Projektes „In Augsburg gemeinsam“ einen Namen gemacht hat.

 

Die Verdienstmedaille wird in Augsburg seit 1993 als Anerkennung für vorbildliches ehrenamtliches Engagement verliehen. Vorgenommen wurde die Auszeichnung am 1. Februar 2011 im Fürstenzimmer des Augsburger Rathauses durch Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, der Aljona Heiser den Dank der Stadt für ihre besonderen Verdienste im Bereich der Integration und Kultur in Augsburg aussprach.

„Aljona Heiser ist beispielgebend für Integration. Mit der ihr eigenen Hingabe und Offenheit für Neues richtet sich ihr Augenmerk nicht nur auf einzelne Unternehmungen mit Bürgern, vielmehr hilft sie anderen Menschen mit Migrationshintergrund nachhaltig, sich in die Augsburger Gesellschaft zu integrieren“ schrieb die „Augsburger Allgemeine“ vier Tage vor der Auszeichnung. Gemeinsam mit Aljona Heiser wurden weitere neun Bürgerinnen und Bürger der Stadt ausgezeichnet, die sich auf höchst unterschiedliche Weise um die Stadt verdient gemacht haben.

 

Musik als Schlüssel

 

Nach ihrem Lebens- und Berufsmotto befragt, antwortet die 1965 in Ekaterinburg (vormals Swerdlowsk), Ural, geborene Aljona Heiser: „Lieber auf neuen Wegen stolpern, als auf der Stelle treten.“

Die Verdienstmedaille hat sie insbesondere für ihre langjährige künstlerische Tätigkeit erhalten, für ihren sanften, ungezwungenen und doch so erfolgreichen Beitrag zur Integration der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland, für ihre Fähigkeit, die Herzen auch der einheimischen Bevölkerung zu gewinnen und Verständigungsbrücken zu bauen.

Musik spielt in Aljona Heisers Leben von jeher eine zentrale Rolle. Parallel zum Besuch der Mittelschule in Ekaterinburg war sie von 1972 bis 1982 Schülerin der dortigen Musikschule. Ihre musikalische Ausbildung setzte sie von 1982 bis 1986 als Studentin des Ekaterinburger Konservatoriums fort. Ebenfalls in Ekaterinburg studierte sie anschließend bis 1991 an der Pädagogischen Hochschule im Fach Musik.

Drei Jahre vor ihrer Ausreise nach Deutschland heiratete sie 1988 den gegenwärtigen Vorsitzenden der Kreis- und Ortsgruppe Augsburg, Juri Heiser, mit dem sie in Augsburg-Lechhausen lebt und zwei Kinder hat.

Mitglied der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland wurde sie 1997, und schon ein Jahr später übernahm sie die Leitung des Ortsgruppenchores „Heimatmelodie“, mit dem sie bis zum heutigen Tag bei unzähligen landsmannschaftlichen, kirchlichen und anderen Veranstaltungen aufgetreten ist. 2003 wurde sie Mitbegründerin und Leiterin des Gesangsquartetts „Rudemus“, dem außer ihr die Mitglieder der Landsmannschaft Larissa Beller, Anna Hosmann und Tatjana Zier angehören.

Nach einer Ausbildung und zwischenzeitlichen Tätigkeit als Rechtsanwaltsfachangestellte beschritt Aljona Heiser in den letzten Jahren neue berufliche und ehrenamtliche Wege. Im Rahmen  der Teilnahme des Chores „Heimatmelodie“ an der internationalen Chor-Olympiade 2004 in Bremen unter ihrem Dirigat wurden die herausragenden Leistungen des Chores mit dem Silber-Diplom gewürdigt.

Seit September 2008 ist sie Gesamtprojektleiterin der Kindermusicalwerkstatt „A hoch drei“ und seit dem 1. November 2008 in dem Projekt „In Augsburg gemeinsam“, das von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland gemeinsam mit dem Deutschen Kinderschutzbund und der Stadt Augsburg betrieben wird. Der Förderverein der Landsmannschaft in Augsburg hat die Patenschaft über das Projekt übernommen und unterstützt es finanziell und durch ehrenamtliches Engagement.

„Mit ihrer Liebe zur Musik begeistert Aljona Heiser die Menschen unabhängig von Herkunft, Alter und Status immer wieder aufs Neue“, sagte OB Dr. Gribl in seiner Laudatio bei der Auszeichnung im Rathaus. „Darüber hinaus war Frau Heiser von 2001 bis 2004 im Vorstand der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland tätig und hat sich in diesem Zusammenhang mit ganzer Kraft dem Ziel der Integration der deutschstämmigen Aussiedler gewidmet.“

So breit gefächert Aljona Heisers Engagement auch ist, eines haben alle ihre Aktivitäten gemeinsam: Im Mittelpunkt steht die Musik, und es ist immer wieder die Musik, die ihr den Zugang zu Einheimischen und Deutschen aus Russland erleichtert und Vertrauen schafft.

An weiteren Auszeichnungen hat Aljona Heiser bereits die silberne Ehrennadel der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, die Bischofsurkunde des Bistums Augsburg und die Ernennung zur Ritterdame des Apostolischen Ritterordens des Heiligen Georg von Burgund vorzuweisen. Dass es dabei nicht bleiben wird, weiß jeder, der die energiegeladene Frau live erlebt hat…

            VadW