Ingolstadt

Dr. Johan­nes Hör­ner — Vor­sit­zen­der

Eff­ner­str. 13, 85049 Ingol­stadt

Tel.: 0841 — 480063, E — Mail: praxis@dr-hoerner.de

 

Lie­be Lands­leu­te,

vor 25 Jah­ren, am 1. Janu­ar 1987, wur­de es den Deut­schen aus Russ­land im Zuge der Pere­stroi­ka unter Gor­bat­schow mög­li­ch, nach Deutsch­land, in ihre his­to­ri­sche Hei­mat, zurück­zu­keh­ren. Fast 2,5 Mil­lio­nen sind bis heu­te gekom­men.

250 Jah­re des Lebens unse­rer Volks­grup­pe in Russ­land waren geprägt von Zei­ten des Neu­be­ginns und Auf­baus, des Erblü­hens und der Hoff­nung auf ein bes­se­res Leben, aber auch von Not, har­ter Arbeit, Ent­eig­nung und Ver­trei­bung. Beson­ders der Zwei­te Welt­krieg hat uns, die Deut­sche in der dama­li­gen Sowjet­uni­on, mit gro­ßer Här­te getrof­fen.

Der Anfang hier in der neu­en Hei­mat war nicht leicht. Als Rus­sen beschimpft, in der Gesell­schaft nicht aner­kannt, für jedes Übel ver­ant­wort­li­ch gemacht, muss­ten wir wie­der von Null anfan­gen.

Rei­ner Kling­holz, Direk­tor des “Ber­lin-Insti­tuts für Bevöl­ke­rung und Ent­wick­lung”, schreibt: “Dass nichts über Aus­sied­ler in der Zei­tung steht, ist ein gutes Zei­chen. Die Nor­ma­li­tät inter­es­siert oft ja kei­nen. Wenn es schief läuft, wird es zum The­ma. Tat­säch­li­ch ist die Inte­gra­ti­on der Aus­sied­ler erstaun­li­ch gut gelau­fen — bes­ser als es die meis­ten Men­schen wohl erwar­tet haben.” Und wei­ter: “… die Gene­ra­ti­on der hier Gebo­re­nen hat bereits einen bes­se­ren Bil­dungs­stand als der deut­sche Durch­schnitt. (…) 67% die­ser Gene­ra­ti­on sind eine Ehe mit Ein­hei­mi­schen ein­ge­gan­gen — das ist sehr viel.”

Die­se Erfolgs­ge­schich­te ist nicht nur unse­rem gemein­sa­men Inte­gra­ti­ons­wil­len zuzu­rech­nen, son­dern auch Ihnen per­sön­li­ch und der viel­sei­ti­gen Unter­stüt­zung vie­ler Men­schen in die­sem Land.

Für die­sen per­sön­li­chen Bei­trag zu die­sem Inte­gra­ti­ons­er­folg als Men­sch, als Bür­ger die­ses Lan­des und als Mit­glied der Lands­mann­schaft dan­ke ich Ihnen sehr herz­li­ch!

Dr. Johan­nes Hör­ner,

            Vor­sit­zen­der der Orts­grup­pe, Stadt­rat

 

Fahnenweihe — “Singende Herzen” — Aussiedlerforum

Drei­fa­cher Grund zum Fei­ern in Ingol­stadt

Der 2. Juli 2011 stand für die Deut­schen aus Russ­land in Ingol­stadt (Bay­ern) ganz im Zei­chen der Fah­nen­wei­he der Orts­grup­pe Ingol­stadt der Lands­mann­schaft im Rah­men einer Öku­me­ni­schen Segens­fei­er sowie des 15-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums des Cho­res der “Sin­gen­den Her­zen” und des zehn­jäh­ri­gen Bestehens des Ingol­städ­ter Aus­sied­ler­fo­rums.

 

Pro­mi­nen­tes­ter Ehren­gast war die Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rin für Arbeit und Sozi­al­ord­nung, Fami­lie und Frau­en, Chris­ti­ne Hadert­hau­er, die in ihrer Begrü­ßungs­an­spra­che auf die gemein­sa­me Geschich­te von Bun­des­deut­schen, Ver­trie­be­nen und Aus­sied­lern ver­wies.

Gleich­zei­tig wür­dig­te sie die Inte­gra­ti­ons­ar­beit, die in Ingol­stadt als zen­tra­ler Regi­on der Deut­schen aus Russ­land geleis­tet wer­de. Einen wesent­li­chen Bei­trag zu die­sem Erfolg leis­te der Vor­sit­zen­de der Orts­grup­pe Ingol­stadt, Dr. Johan­nes Hör­ner, der als einer von lei­der nur sehr weni­gen Deut­schen aus Russ­land Mit­glied eines Stadt­ra­tes im Frei­staat sei. Ihm dank­te sie eben­so wie dem Ingol­städ­ter Aus­sied­ler­fo­rum und den “Sin­gen­den Her­zen”, die Aus­hän­ge­schild der Lands­mann­schaft in Ingol­stadt sei­en. Zur Tra­di­ti­on der Fah­nen­wei­he sag­te die Minis­te­rin: “Für uns ist es Kul­tur, die wir wei­ter­tra­gen wol­len.”

Dr. Hör­ner erin­ner­te in sei­nem Gruß­wort an die Grün­dung der Orts­grup­pe Ingol­stadt vor 50 Jah­ren. Ins­be­son­de­re nach­dem in den 1990er Jah­ren der Zuzug von Aus­sied­lern nach Ingol­stadt rapi­de ange­stie­gen sei,  habe die Orts­grup­pe den neu ankom­men­den Lands­leu­ten mit Rat und Tat zur Sei­te gestan­den. Und man habe dabei Ein­satz und Stand­fes­tig­keit bewie­sen, denn: “Die Hil­fe kam nicht von allein. Unse­re Orts­grup­pe hat ange­klopft, und es wur­de ihr geöff­net. Und wur­de nicht gleich geöff­net, haben wir wei­ter ange­klopft, bis wir gehört wur­den.”

Um die inte­gra­ti­ven Kräf­te zu bün­deln, habe man vor zehn Jah­ren das Ingol­städ­ter Aus­sied­ler­fo­rum gegrün­det, in dem höchst effek­ti­ve Arbeit geleis­tet wer­de.

Um die Arbeit der Lands­mann­schaft in Ingol­stadt auch nach außen sicht­ba­rer zu machen, habe man dar­über hin­aus vor eini­gen Jah­ren beschlos­sen, das klei­ne Wap­pen­schild der Orts­grup­pe durch eine präch­ti­ge Fah­ne zu erset­zen. Ein Pro­jekt, das nur durch groß­zü­gi­ge Spen­den von Lands­leu­ten, aber auch des Ingol­städ­ter Ober­bür­ger­meis­ters Alfred Leh­mann, eini­ger Stadt­rä­te und von Ver­ei­nen rea­li­siert wer­den konn­te. Den Tag der Fah­nen­wei­he ver­stün­den die lands­mann­schaft­li­chen Akti­ven in Ingol­stadt als Krö­nung ihrer Arbeit.

Der Bun­des­vor­sit­zen­de der Lands­mann­schaft, Adolf Fet­sch, ging in sei­ner Rede auf die Bedeu­tung der Ähre als Wap­pen und Sym­bol der Deut­schen aus Russ­land und ihrer Lands­mann­schaft ein. Die Ähre in der Form, wie wir sie heu­te ken­nen, gibt es seit 1959. Man ent­schied sich damals bei der Bun­des­de­le­gier­ten­ver­samm­lung für ein betont ein­fach gehal­te­nes Motiv, das wesent­li­che Tei­le der Geschich­te der Volks­grup­pe zum Aus­druck bringt: die Ähre als Sym­bol der Land­wirt­schaft, in der die meis­ten Deut­schen aus Russ­land tätig waren, und der schwar­ze Grund, auf dem sie ruht, als Sym­bol der schwar­zen Erde, die zur Grund­la­ge ihres Wohl­stan­des in Russ­land wur­de. Die schwar­ze Far­be steht aber auch für die Trau­er um die Opfer der sta­li­nis­ti­schen Ver­fol­gung — als schwar­ze Erde, die die Grä­ber all jener bedeckt, für die es nie­mals einen Fried­hof gege­ben hat.

            VadW