Landshut

Elvi­ra Gil­lert — Vor­sit­zen­de

Bres­lau­er Str. 15, 84028 Lands­hut

Tel.: 0871 — 54955, E — Mail: elvira.gillert@web.de

Ein wahres Märchen

Anna Müller (Orts- und Kreisgruppe Landshut) zum 70. Geburtstag

 

Es war ein­mal ein Mäd­chen… Es lieb­te die Erde, den Him­mel und das Was­ser.

 

War­um es die Erde lieb­te? In Mari­en­tal, wo es gebo­ren wur­de, ernähr­te die frucht­ba­re Erde die Men­schen. Hier leg­ten sie blü­hen­de Gär­ten an, die wohl­schme­cken­de und gesun­de Früch­te tru­gen.

War­um es den blau­en Him­mel lieb­te? Unter sei­nen wärms­ten Son­nen­strah­len konn­ten die Men­schen jeden Herbst die Ern­te ein­brin­gen. Nach har­ter Arbeit, von früh bis spät, fei­er­ten sie das Ern­te­dank­fest, san­gen fröh­li­che Lie­der, tanz­ten ger­ne, und das Lachen ging ihnen nie aus.

War­um das Mäd­chen das Was­ser lieb­te?  Das schö­ne Dorf Mari­en­tal lag direkt am Schwar­zen Meer, in dem die Kin­der ger­ne bade­ten. Die gro­ßen Schif­fe, die wie wei­ße Schwä­ne vor­bei­zo­gen, begrüß­ten die Mari­en­ta­ler und ihre Kin­der all­täg­li­ch.

Die Mari­en­ta­ler waren ein glück­li­ches Volk, denn sie hat­ten eine Hei­mat, das schö­ne Dorf Mari­en­tal. Und das lieb­ten sie über alles. Sie lieb­ten auch alles, was der lie­be Gott geschaf­fen hat­te: die Erde, den Him­mel und das Was­ser. Sie waren christ­li­ch und dank­ten dem Schöp­fer dafür, dass ihr Mari­en­tal gedei­hen konn­te.

Doch eines Tages nahm alles ein Ende… Der böse Geist ver­wirr­te die Welt. Das flei­ßi­ge Volk wur­de von Mari­en­tal ver­trie­ben. Die frucht­ba­re Erde trug kei­ne Früch­te mehr, der Him­mel schien nicht mehr mit den wärms­ten Son­nen­strah­len.  Den Klang der ver­trau­ten Mee­res­wel­len hör­ten die Men­schen nur noch im Traum.

Das klei­ne Mäd­chen, das zu die­ser Zeit noch nicht gebo­ren war, durf­te ihr Mari­en­tal nie ken­nen ler­nen. Am 28. August 1941, vor sieb­zig Jah­ren, als Sta­l­ins Erlass über die Depor­ta­ti­on der Deut­schen aus dem euro­päi­schen Raum ver­öf­fent­licht wur­de, lag das klei­ne Mäd­chen noch im Bauch sei­ner Mut­ter. Es wuss­te noch nicht, dass es nicht nur als Deut­sche, son­dern gleich­zei­tig als Ver­rä­te­rin und Faschis­tin die­se neue Welt erbli­cken soll­te. Der böse Krieg nahm dem Mäd­chen nicht nur die Hei­mat, son­dern auch die Kind­heit weg. Erst zogen die Trecks ins Deut­sche Reich, in den Wart­he­gau. Nach Kriegs­en­de erfolg­te die Ver­schlep­pung nach Sibi­ri­en. Die Erin­ne­rung ist wach…

Der end­lo­se Güter­zug… Kin­der, Frau­en, Grei­se lit­ten auf die­ser Todess­stre­cke schreck­li­chen Durst und Hun­ger. Es gab kei­ne Erde, kei­nen Him­mel und kein Was­ser mehr. Der klei­ne Kas­par, der jün­ge­re Bru­der des Mäd­chens, ver­durs­te­te. Das Mäd­chen spürt bis heu­te die Käl­te sei­nes leb­lo­sen klei­nen Kör­pers. Irgend­wo zwi­schen Deutsch­land und Sibi­ri­en hol­ten die Wach­män­ner die Lei­che des klei­nen Kas­par ab. Fand er auf die­ser Welt sei­ne Ruhe­stät­te? Wo ist sie?

Es ist ein Wun­der, wie das klei­ne Mäd­chen, das Annele, so nann­te es lie­be­voll sei­ne Mut­ter, die­sen lan­gen Trans­port  in die wei­te Welt über­leb­te. Es konn­te auch nicht begrei­fen, wie der lie­be Gott so eine Unge­rech­tig­keit zulas­sen konn­te. Die schwe­ren Jah­re in Sibi­ri­en, dana­ch auf der Suche nach einem Über­le­bens­ort in Tadschi­kis­tan und Kasach­stan.

Wer bin ich? Wo sind mei­ne Wur­zeln? War­um durf­ten die Mari­en­ta­ler nach Kriegs­en­de nie ins Hei­mat­dorf zurück­keh­ren? Gibt es Schlim­me­res auf Erden, als hei­mat­los gebo­ren zu wer­den?

Auf all die Fra­gen gab es kei­ne Ant­wort. 1978 war Anna auf der Suche nach ihren Hei­mat­spu­ren. Sie besuch­te Mari­en­tal, um den Ort zu sehen, wo sie kurz vor Weih­nach­ten 1941 gebo­ren wor­den wäre.

Mit einem Bus fuhr Anna nach Odes­sa, von dort in einen Ort mit einem frem­den Namen. Unter­wegs sah sie nur weni­ge Häu­ser, teils ver­las­sen, teils zer­stört. Die Grä­ser rag­ten über die Backsteinruinen…Ein ver­las­se­ner Ort. Weit und breit erstreck­ten sich bis zum Hori­zont ledig­li­ch wun­der­schö­ne Mohn­fel­der. Sie ging in die Rich­tung ihres Eltern­hau­ses. Die­sen Weg hat­te ihre Mut­ter tau­send­mal beschrie­ben. Dann klopf­te sie an der Tür eines alten, noch bewohn­ten Hau­ses. Sie woll­te nur fra­gen, wo das Haus der Fami­lie Selens­ki stün­de. Die alte Frau schimpf­te und schlug ihr die Tür vor der Nase zu. Bit­te­re Trä­nen der Ent­täu­schung lie­fen Anna übers Gesicht.

Wie oft hat­te sie in ihren Träu­men die­ses Haus betre­ten wol­len! Hier stand ihre Wie­ge, wel­ch schö­ne Kind­heit hät­te sie hier am Schwar­zen Meer erle­ben kön­nen! Mit einer bit­te­ren Ent­täu­schung kehr­te sie wie­der nach Lenina­bad in Tadschi­kis­tan zurück.

 

Seit 20 Jah­ren lebt Anna in ihrer neu­en Hei­mat in Lands­hut, in Bay­ern. Und wie­der liebt sie die Erde, denn es gibt kei­ne schö­ne­ren Wie­sen und Täler als die an der Isar. Sie liebt den blau­en Him­mel, denn die schöns­ten Son­nen­strah­len las­sen die Bau­ern jedes Jahr rei­che Ern­te ein­brin­gen. Und sie liebt das Was­ser. Und wenn es auch nicht das Schwar­ze Meer ist, son­dern nur die schö­ne Isar, das macht ihr gar nichts aus. Die Kraft die­ser Erde, des Him­mels und des Was­sers ver­ein­te sich in all den Jah­ren in den Über­le­bens­wil­len.

Sie hat auf vie­len Lebens­we­gen gelernt, für Men­schen in Not, die Lie­be und Zuwen­dung brau­chen, da zu sein. Die­se end­lo­se Lie­be schöpf­te sie aus der Kraft ihres geschun­de­nen, ver­trie­be­nen, gede­mü­tig­ten Vol­kes. Sie schöpf­te aus der Kraft der hei­mat­lo­sen, über­le­ben­den und trotz allem wil­lens­star­ken Mari­en­ta­ler.

Alle ehe­ma­li­gen Mari­en­ta­ler und alle Freun­de in Bay­ern wün­schen dem 70-jäh­ri­gen Geburts­tags­kind, unse­rer Anna, Got­tes Segen auf allen Wegen. Wir wün­schen ihr alles, was Gott schuf: die Erde, den Him­mel und das Was­ser. Dazu noch viel  Glück und Gesund­heit in der neu­en Hei­mat, in ihrer heiß gelieb­ten Stadt Lands­hut.

            Elvi­ra Gil­lert

 

Vor zwei Jah­ren hat die Orts­grup­pe in Koope­ra­ti­on mit der Stadt Lands­hut das Pro­jekt “Har­mo­nie” ins Leben geru­fen. Uns wur­den Räum­lich­kei­ten des Lands­hu­ter Netz­wer­kes zur Ver­fü­gung gestellt, in denen wir unse­re Akti­vi­tä­ten mit Kin­dern durch­füh­ren kön­nen.

Die früh­kind­li­che musi­sche Erzie­hung und der Kin­der­chor “Die Ras­sel­ban­de” von Iri­na Solo­dov­ni­kov, der Mal­kurs von Natal­ja Brim, Eng­li­sch mit Natal­ja Petrus­hans­ka­ja, Kla­vier- und Gitar­ren­un­ter­richt mit Arka­dij Lan­ge, der Hand­ar­beits­kurs von Natal­ja Mil­ler — all das sind Erfol­ge die­ser Jah­re,

Zur Weih­nachts­zeit wur­de jedes Jahr ein Kin­der­weih­nachts­spek­ta­kel auf die Büh­ne gebracht. Es waren Ver­an­stal­tun­gen, in die Eltern und Kin­der gemein­sam ein­be­zo­gen wur­den. Bei der letz­ten Kin­der­weih­nachts­fei­er mit “Pinoc­chio” stan­den sogar drei Gene­ra­tio­nen auf der Büh­ne, Kin­der, Eltern und Groß­el­tern.

Das Pro­jekt ging zu Ende. Die Zie­le wur­den erreicht, und sie mün­de­ten in das Kin­der­mu­si­cal “Fan­ta­sie” unter der Lei­tung der Regis­seu­rin Rosa Gor­lov und Emma Har­tung.

Beim Som­mer­fest der Orts­grup­pe hat­te das Kin­der­mu­si­cal “Zu Gast beim Som­mer” Pre­mie­re.

Die Eröff­nung gestal­te­te Arka­dij Lan­ge mir sei­nem Trio — Kla­vier, Gitar­re und Saxo­phon. Gabriela und Anna Spak sowie Michel­le Zel­ler spiel­ten ihre bes­ten Stü­cke auf dem Kla­vier und ern­te­ten eben­falls viel Applaus.

Alle Zuschau­er wur­den durch die Pro­gramm­ge­stal­te­rin Emma Har­tung in das Gesche­hen ein­ge­bun­den. Von den Schau­spie­lern sei­en die Namen von Mari­na Rykow­ski, Natal­ja Rud­nits­ki, Chris­ti­na Jazen­ko, Mari­na und Eugen  Gor­lov, Den­nis und Lau­ra Gott­schalk, Denis Sedov, Vanes­sa Funk und Erik Rusch genannt. Auch die Kleins­ten ver­zau­ber­ten mit ihrem Tanz der Pup­pen: Ana­st­a­sia Legin, Vik­to­ria Legin, Melis­sa Spä­ter und Eve­lin Ochs. Die Kos­tü­mie­rung samt nähen, orga­ni­sie­ren und umset­zen lag in den Hän­den von Emma Har­tung.

Das Pro­jekt lebt wei­ter! Im Namen der Eltern wün­schen wir den uner­müd­li­chen Frau­en Emma Har­tung und Rosa Gor­lov viel Kraft für neue Zie­le und Freu­den.

 

Herbst­ball:

Nach den Anfän­gen vor fünf Jah­ren als Frei­zeit­ge­stal­tung einer Grup­pe jun­ger Leu­te unter der Lei­tung von Anna Brüg­ge­mann hat sich der Herbst­ball der Orts- und Kreis­grup­pe Lands­hut inzwi­schen zu einer her­aus­ra­gen­den Ver­an­stal­tung ent­wi­ckelt.

Heu­er fand er zum ers­ten Mal im Gast­haus Hutzentha­ler in Bruck­berg statt und ver­sam­mel­te etwa 70 tanz­freu­di­ge Lands­leu­te. Durch das Pro­gramm führ­ten Eri­ka Gen­ning und Wal­de­mar Lebs­ack. Begon­nen wur­de tra­di­tio­nell mit einem Wie­ner Wal­zer.

Die Kin­der­tanz­grup­pe des Musi­cal­thea­ters “Fan­ta­sie” unter Lei­tung von Rosa Gor­lov und Emma Har­tung ern­te­te viel Applaus. Wir bedan­ken uns bei den bei­den Lei­te­rin­nen, die viel Kraft und Kön­nen in die Kin­der inves­tiert haben.

Gekonnt und mit Elan lock­te Anna Mül­ler die Lieb­ha­ber des Volks­tan­zes mit Tän­zen wie dem “Hoch­zeits­korb” oder der Oira auf das Par­kett. Die Polo­nai­se, mit der alle Gäs­te in gro­ßer Run­de durch das Gast­haus stol­zier­ten, war der Höhe­punkt des Abends.

Die anwe­sen­den Jubi­la­re des Abends wie Edu­ard Satt­ler oder Johann Frank erhiel­ten unse­re Glück­wün­sche zu ihren run­den Geburts­ta­gen und wur­den zu einem Geburts­tagstanz gebe­ten.

Zum Erfolg des Abends trug nicht zuletzt unser DJ Vik­tor Gen­ning bei, der die pas­sen­de Musik aus­such­te.

            Der Vor­stand

 

Bei den Vor­stands­wah­len der Orts- und Kreis­grup­pe Lands­hut wur­de Elvi­ra Gil­lert ein­stim­mig erneut zur Vor­sit­zen­den gewählt. Zu wei­te­ren Vor­stands­mit­glie­dern wur­den gewählt: Vik­tor Gen­ning, Eri­ka Gen­ning, Vero­ni­ka Rai­le, Anna Mül­ler, Peter Sie­mens, Natal­ja Schil­ler, Olga Emi­ch, Tama­ra Leis und Wal­de­mar Gil­lert. In die Revi­si­ons­kom­mis­si­on wur­den Katha­ri­na und Edu­ard Satt­ler gewählt.

Die Vor­sit­zen­de bedank­te sich bei den aus­schei­den­den Vor­stands­mit­glie­dern für die gute Zusam­men­ar­beit in den letz­ten Jah­ren und wünsch­te dem neu­en Team viel Erfolg zum Woh­le der Lands­leu­te.

 

Sie kön­nen uns auch auf unse­rer Home­page besu­chen: www.lmdr-landshut.de.

 

Die „Lie­ben­den Her­zen“

fei­ern ihr 10-jäh­ri­ges Bestehen

 

Dass ich Anna Mül­ler, Deut­sche aus Russ­land wie ich, traf, war ein Glücks­fall…

 

Anna Mül­ler absol­vier­te im Kli­ni­kum Lands­hut (Nie­der­bay­ern) ihr Aner­ken­nungs­prak­ti­kum als Kran­ken­schwes­ter, wäh­rend ich mich dort eben­falls zur Kran­ken­schwes­ter aus­bil­den ließ.

Nach einem anstren­gen­den Dienst sag­te sie zu mir „Ach, wie ger­ne wür­de ich wie­der sin­gen!“ und stimm­te dabei mit ihrer vol­len Stim­me ein Lied ein. Wir ver­stan­den uns auf Anhieb, und mei­ne Ant­wort war: „Men­sch, Anna, ich spie­le ja Akkor­de­on.“

Dann tra­fen wir uns — zuer­st waren es fünf Frau­en — in mei­ner Woh­nung. Zu Weih­nach­ten 1999 war das ers­te klei­ne Weih­nachts­pro­gramm fer­tig. So begann eine Odys­see, die bereits seit zehn Jah­ren andau­ert.

In unse­rem Reper­toire kon­zen­trier­ten wir uns auf die deut­sche Folk­lo­re und san­gen das, was uns gefiel. Wir began­nen mit den Lie­dern unse­rer Eltern und Groß­el­tern. In der alten Hei­mat hat­ten wir sie nicht sin­gen dür­fen, wir hat­ten sie aber in der Kind­heit gehört.

Inzwi­schen kön­nen wir auf unse­re Gesangs­grup­pe stolz sein, denn es hat sich ein fes­ter Stamm aus zwölf Frau­en gebil­det mit star­ken Solis­tin­nen wie Anna Mül­ler und Hilda Roth. Zu unse­rem Chor gehö­ren auch, und dar­über freu­en wir uns sehr, ein­hei­mi­sche Frau­en wie Han­ne­lo­re Net­tin­ger, Irmi Schei­we und Doris Bau­er.

Wir sind zum Aus­hän­ge­schild der Orts­grup­pe Lands­hut gewor­den, reprä­sen­tie­ren unse­re Lands­leu­te in der Stadt, und es gibt kei­ne Ver­an­stal­tung der Orts­grup­pe ohne die „Lie­ben­den Her­zen“. Wir neh­men immer wie­der an Som­mer­fes­ten teil und tre­ten bei run­den Geburts­ta­gen oder in Alten­hei­men auf, wo wir mit unse­ren fröh­li­chen Lie­dern den Men­schen Freu­de in den All­tag brin­gen. Gemein­sam leben wir Inte­gra­ti­on und sind wie eine Fami­lie.

Tama­ra Leis führt durch unse­re Kon­zer­te; sie erzählt über die Geschich­te der Lie­der, und so ent­steht ein enger Kon­takt zu den Zuhö­rern. Zum Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag wur­de im Salz­sta­del mit einem stim­mungs­vol­len Pro­gramm gefei­ert.

Von der Bega­bung einer Emma Har­tung, die unse­re Kos­tü­me her­stellt, möch­ten wir auch wei­ter pro­fi­tie­ren. Und so hat jede Frau eine Auf­ga­be in unse­rem Kreis. Wir hof­fen dar­auf, noch vie­le fröh­li­che Lie­der zur Freu­de ande­rer Men­schen sin­gen zu dür­fen.

Elvi­ra Gil­lert, Lei­te­rin der „Lie­ben­den Her­zen“