Giessen

Rosa Tugova – Vorsitzende

Pater-Delp-Str. 32, 35398 Gießen

Tel.: 0641 – 8778466

E – Mail: r.tugova@web.de

 

Am 31. März 2012 hatten wir das Glück, dem „Abend der internationalen und deutschen Musik – Lieder unserer Jugendzeit“ in der evangelischen Michaelsgemeinde beizuwohnen, der von der Orts- und Kreisgruppe Gießen der Landsmannschaft veranstaltet wurde. Das Programm, das ein seltener Genuss war und unsere Erwartungen bei weitem übertraf, bestand aus populären Liedern und Musik aus der ehemaligen Sowjetunion und dem europäischen Raum.

Die Veranstaltung wurde zweisprachig von Rosa Tugova, Vorsitzende der Ortsgruppe Gießen, und Darja Scharikova moderiert. Die Seele des ganzen Abends war Rudolf Felde, der die meisten Künstler auf dem Klavier oder Akkordeon begleitete und Soloauftritte hatte. Viel Beifall bekam er für die Potpourris zum Thema „Russische Schlager“ und „Französische Lieder“ sowie andere bekannte und beliebte Melodien, die er auch zusammen mit Waldemar Mamberger spielte.

Begeistert waren die Gäste vom Singkreis „Silberklang“ aus Lollar, der deutsche und russische Lieder vortrug, und dessen Leiterin Irene Richter, die unter anderem im Duett mit Bojidar Lazarov das bekannte italienische Lied „Santa Lucia“ sang.

Auch der Chor der Ortsgruppe Gießen „Heimatklang“ (Leiterin: Olga Kallasch) beeindruckte das Publikum mit beliebten deutschen und russischen Liedern in meisterhafter Ausführung. Tamara Duchovnaja (Klavierbegleitung: Olga Kallasch) sang sich in die Herzen des Publikums mit gefühlvollen und temperamentvollen Liedern. Begeisterten Beifall der Gäste ernteten auch die Sänger Valerij Tom (Klavierbegleitung: Olga Vogt), German Tcyrulnikov und Christian.

Das gesamte Publikum war wie ein großer Chor; immer wieder konnten die Musiker die Gäste zum stimmungsvollen gemeinsamen Gesang inspirieren. Viele hatten Tränen in den Augen – das Eintauchen in die Jugendzeit ist eben eine bewegende Angelegenheit.

Der Kulturabend bestätigte, dass Musik eine Brücke zwischen Menschen bildet, auf der man sich begegnen kann.

Rosa Salzmann und Irma Bausch, Weilburg

 

Gedenkfeier in Weilburg:

Im Rahmen der Interkulturellen Woche in Weilburg wurde am 27. September 2011 die Veranstaltung „Gegen das Vergessen“ durchgeführt, gewidmet dem 70. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion.

Nach der Begrüßung hatten die Gäste die Möglichkeit, für kurze Zeit in die Geschichte der Russlanddeutschen einzutauchen. Die Vorsitzende der Kreisgruppe Gießen-Weilburg, Rosa Tugova, vermittelte Einblicke in das Leben der Russlanddeutschen, von der Zeit der Übersiedlung nach Russland vor rund 250 Jahren bis in die Gegenwart.

Auch das Buch „Schicksale von Deutschen aus Russland. Zeitzeugen schildern ihre Erlebnisse aus den Jahren ab ca. 1941“, vorbereitet und herausgegeben von der Orts- und Kreisgruppe Gießen mit Unterstützung des Hessischen Sozialministeriums, verschaffte einen Einblick in die Erlebnisse von Zeitzeugen in den Jahren nach dem Deportationserlass vom 28. August 1941.

Besonders berührte die Anwesenden Maria Frank aus Kubach bei Weilburg, die ihre Familiengeschichte aus dem Buch vorlas. Ihre Stimme zitterte, und Tränen standen ihr in den Augen. Unter dem Titel „Auf Messers Schneide“ hat sie die Geschichte nach Erzählungen ihre Mutter aufgeschrieben. „Ich bin stolz darauf, dass meine Mutter mit ihrer Geschichte in diesem Buch steht.“

Auch die jüngeren Deutschen aus Russland leisten ihren Beitrag  zum Gelingen der Veranstaltung, indem sie den ganzen Abend mit klassischer Musik und Tanzdarbietungen begleiteten.

(Die Zeitzeugen-Dokumentation „Schicksale von Deutschen aus Russland. Zeitzeugen schildern ihre Erlebnisse aus den Jahren ab ca. 1941“ kann unter der ISBN-Nummer 978-3-89703-761-8 bestellt werden.)

Nina Rudolf, Weilburg

 

„Sie glaubten,

sie kämen zurück“

 

Die Orts- und Kreisgruppe Gießen der Landsmannschaft führte ihre Gedenkveranstaltung am 6. September im Konzertsaal des Gießener Rathauses durch.

 

Außerdem gab es dort die von der Landsmannschaft konzipierte Wanderausstellung zu sehen, und es wurde das Buch „Zeitzeugen berichten – Schicksale von Deutschen aus Russland in den Jahren ab 1941″ präsentiert, das von der Orts- und Kreisgruppe Gießen vorbereitet und he­rausgegeben wurde.

„Die Menschen glaubten, sie kämen wieder zurück in ihre Heimat. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass sie für lange in Sibirien und Kasachstan bleiben müssten“, wusste Rosa Tugova, Vorsitzende der Orts- und Kreisgruppe, aus Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern zu berichten. Doch diese Hoffnung sollte sich nicht erfüllen. Stattdessen seien ihre Schicksale weitgehend in Vergessenheit geraten, beklagte sie. „Daher wollen wir heute auch ein Zeichen gegen das kollektive Vergessen setzen.“

An den „schmerzlichen Verlust der Heimat und die Trennung ganzer Familien, die sich für immer aus den Augen verloren“ erinnerte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. Margarete Ziegler-Raschdorf, Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler in Hessen, bezeichnete den Leidensweg der Russlanddeutschen „als Teil der gemeinsamen deutschen Geschichte“. Das Land Hessen fühle sich diesen Menschen in ganz besonderer Weise verbunden, denn ein Großteil derer, die Mitte des 18. Jahrhunderts nach Russland auswanderten, seien Handwerker- und Bauernfamilien aus Hessen gewesen.

Musikalisch wurde die Gedenkstunde vom Chor „Heimatklang“ unter Leitung von Giga Kallasch und von Rudolf Felde auf dem Akkordeon gestaltet.

Nach „Gießener Anzeiger“

 

Wetzlar: Drei Ausstellung

unter einem Dach

Vielfalt der Kulturen bereichert die Gesellschaft

 

So etwas hat das Rathaus von Wetzlar (Hessen) noch nicht erlebt. Das meinten jedenfalls zahlreiche Besucher, die am 30. Mai 2011 der gleichzeitigen Eröffnung von drei Ausstellungen beiwohnten.

 

Neben den Tafeln der landsmannschaftlichen Wanderausstellung lockten zahlreiche Bilder, Grafiken, Holzschnitzereien, Handarbeiten und andere Kunstwerke von Lydia Kiefel die Aufmerksamkeit der Gäste an.

Und schließlich durften die Bilder der Ausstellung „Unsere Welt – gesehen mit den Augen der Kinder“ bestaunt werden, die von Kindern aus Zuwandererfamilien gemalt wurden.

Initiatorin der einmaligen Veranstaltung war Lydia Kiefel selbst, Vorsitzende der Orts- und Kreisgruppe Wetzlar/Lahn-Dill-Kreis der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland.

Nach dem Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Wetzlar, Wolfram Dette, machte der Projektleiter der Wanderausstellung, Jakob Fischer, die Besucher mit der Geschichte und der Integrationsproblematik der Deutschen aus Russland vertraut.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Gesangsgruppe „Stimme der Hoffnung“ aus Wetzlar (Leiterin: Elena Gelfand) und dem Singkreis der Kultursportgemeinschaft Dahlheim (Chorvorsitzende: Anna Offenbach) umrahmt. Ihre Darbietungen wurden mit lebhaftem Applaus bedacht.

Besondere Begeisterung rief der Auftritt einer Kindergruppe hervor, die Kommunikationsprobleme (Sprechen und Zuhören) haben. Durch Singen und Tanzen überwinden sie sämtliche Barrieren bei der Verständigung mit Gleichaltrigen. Viele Kinder dieser Gruppe sind aus Spätaussiedler- und Zuwandererfamilien.

Anschließend wurden unter anderem Kurzfilme gezeigt und Bücher der Landsmannschaft vorgestellt. Das Begleit- und Kulturprogramm der Wanderausstellung „Volk auf dem Weg“ in Wetzlar zeigte deutlich die Vielfalt der russlanddeutschen Kultur, die man als wahres Zeichen gelungener Integration ansehen kann.

Josef Schleicher

 

Aktives landsmannschaftliches Leben

im Landkreis Gießen

 

Begegnungsabend in Lollar

 

Einen Begegnungsabend in Lollar organisierten der Arbeitskreis der Deutschen aus Russland (Tamara Schulz) und der Förderverein „Aktive Nachbarschaften“ (Lilli Marinov). Offizielle Gäste waren Bürgermeister Dr. Wieczorek und Ortsvorsteher Herr Gutschwager.

Tamara Schulz berichtete über das Zusammenleben von Deutschen aus Russland und Einheimischen. Die Aussiedler brächten sich gut in das gesellschaftliche Leben in Lollar ein, Schwierigkeiten gebe es noch aufgrund der Sprachdefizite. „Unsere Kinder und Enkel werden es leichter haben“, so Schulz. Für eine gute Nachbarschaft zwischen Aussiedlern und Einheimischen hatte sie einen guten Rat: „Egal ob nebeneinander oder miteinander, Hauptsache nicht gegeneinander!“

Bürgermeister Dr. Wieczorek unterstützte diese Formulierung und forderte das „teilhabende Wollen“ ein. Die Vorsitzende der landsmannschaftlichen Ortsgruppe Gießen/Weilburg, Rosa Tugova, zitierte Bundesminister Dr. Schäuble, der beim Bundestreffen der Landsmannschaft in Rheinberg 2009 dazu aufgerufen hatte, die Erinnerungen der Russlanddeutschen unbedingt zu bewahren. Daher laufe im Landkreis Gießen ein Zeitzeugenprojekt, das als Endergebnis eine Publikation mit Zeitzeugenberichten vorsehe.

Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden Viktoria Kunz und Elisabeth Stolinski mit Ehrenurkunden und Buchgeschenken geehrt. Die musikalische Umrahmung hatte der Chor „Silberklang“ unter der Leitung von Irene Maul, Musikpädagogin der Musikschule Busecker Tal, übernommen.

 

Erfolgreiches Lotsenprojekt

 

Dank der finanziellen Unterstützung des Regierungspräsidiums Darmstadt konnte die Ortsgruppe Gießen/Weilburg zum zweiten Mal erfolgreich ein Lotsenprojekt durchführen, das von Mai und Dezember 2010 stattgefunden hat.

Wie schon vor über einem Jahr wurden fünf Lotsen in den Bereichen Schule, Kultur und Soziales eingesetzt. Des Weiteren konnte die Landsmannschaft 2010 neue Kooperationspartner gewinnen: zum einen die Grundschule Gießen-West (Schulleiterin Kristina Bartak) und zum anderen die Kindertagesstätte der evangelischen Andreasgemeinde (Pfarrerin Sabine Vosteen, Leiterin der Kindertagesstätte Na­thalie Mussner).

In beiden Einrichtungen hatte die Ortsgruppe das Projekt „Internationale Tänze“ angeboten. In der Schule trainierten 18 Kinder mit der Tanzlehrerin Angelika Leschenko, im Kindergarten betreute die Tanzlehrerin Larissa Steinborn 38 kleine Tanzlustige. Vor kurzem konnten die Kinder ihr Können bei einer Veranstaltung zeigen. Die stolzen Eltern waren eifrig dabei, das Tanzfest mit ihren Videokameras festzuhalten. An dem Projekt haben Kinder aus unterschiedlichen Herkunftsländern teilgenommen. Auf Wunsch der beiden Leiterinnen werden die Tanzlehrerinnen das Projekt bis zu den Osterferien ehrenamtlich fortsetzen.

Der Vorstand der Ortgruppe Gießen/Weilburg dankt Angelika Leschenko und Larissa Steinborn ebenso wie Ljubow Schreiber und Olga Gontscharenko, die sämtliche Bühnenkostüme kreierten und nähten, ganz herzlich für ihr beispielhaftes Engagement.

 

Politische Weiterbildung im Hessischen Landtag

 

Die Abgeordneten im Landtag in Aktion zu erleben, wünschen sich sicherlich viele. Rosa Tugova machte es möglich, indem sie in Absprache mit dem Landtagsabgeordneten Thorsten Schäfer-Gümbel, Vorsitzender der SPD Hessen, eine Reise nach Wiesbaden organisierte.

Am 2. Februar 2011 konnte die Gruppe eine Plenarsitzung im Landtag miterleben, den Vortrag von Kultusministerin Dorothea Henzler hören und die anschließenden Diskussionen zwischen den Parteien zur Schulreform mitverfolgen.

Danach hatten die Teilnehmer die Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Landtagabgeordneten Schäfer-Gümbel. Angesprochen wurden Fragen und Probleme im Spätaussiedlerbereich wie Härtefälle bei der Familienzusammenführung, berufliche Integration bzw. Anerkennung von Diplomen aus den Herkunftsländern, die fehlerhafte Darstellung der Geschichte der Russlanddeutschen in einem Schulbuch der 8. Klasse, Rentenfragen sowie Schwierigkeiten bei der gesellschaftlichen Integration.

            Rosa Tugova