Landesgruppe Hessen

Johann Thießen – Vorsitzender

Am Hirtenplatz 3, 34134 Kassel

Tel.: 0561 – 89086973, E – Mail: j.thiessen@lmdr.de

 

Berufung in den Hessischen Landesbeirat für Vertriebenen-,

Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen

Eine erfreuliche Nachricht kam vom Hessischen Sozialminister Stefan Grüttner: Er beruft erneut Deutsche aus Russland in den Hessischen Landesbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen bis zum Ablauf der Tätigkeitsperiode am 31. März 2016 und bedankt sich herzlich für deren Bereitschaft zur Mitarbeit im Landesbeirat.

Zu den Mitgliedern gehören: – Johann Thießen, Vorsitzender der Landesgruppe Hessen der Landsmannschaft; – Svetlana Paschenko, stellv. Landesvorsitzende und Vorsitzende der Ortsgruppe Kassel; – Otto Kotke, Landesvorstandsmitglied und Vorsitzender der Ortsgruppe Stadtallendorf; – Tatjana Efremova, Vorsitzende der Ortsgruppe Darmstadt; – Albina Nazarenus-Vetter, Geschäftsführerin Deutsche Jugend aus Russland; – Lilia Dejak, Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Frankfurt; – Stadtverordnete Lilli Becking, Landsmannschaft der Wolgadeutschen.

Aufgabe des Beirates ist es, die Hessische Landesregierung in Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen zu beraten.

 

Besuch des Grenzmuseums Schifflersgrund

Auf Einladung der UdV Hessen beteiligten sich am 21. April 2012 mehrere Vertreter der Landesgruppe Hessen an einem gemeinsamen Ausflug zum Grenzmuseum Schifflersgrund in Asbach/Sickenberg.

Nach Ankunft in Bad Sooden-Allendorf erlebten die Teilnehmer ein gemeinsames Rittermahl im „Ratskeller“ Klausenhof und wurden zurück ins Mittelalter versetzt.

Bei einer Führung im Grenzmuseum, das an der hessisch-thüringischen Grenze liegt, erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes aus der DDR-Zeit. Das am 3. Oktober 1991 eröffnete Grenzmuseum Schifflersgrund war eines der ersten seiner Art im wieder vereinigten Deutschland, das es sich zum Ziel gesetzt hatte, historisch bedeutsame Fragmente der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu konservieren und der Nachwelt zugänglich zu machen. Das Museum informiert über die Themen deutsch-deutsche Grenze, Kriegsende, Entwicklung der Besatzungszonen, Leben im Sperrgebiet und Entwicklungen in der DDR im Jahr 1989.

Eine Kaffeepause im Klausenhof rundete den erlebnisreichen Ausflug ab.

Die Landesgruppe Hessen bedankt sich ganz herzlich bei Gudrun Osterburg, UdV-Vorsitzende Hessen, für die Einladung.

Svetlana Friebus, Öffentlichkeitsreferentin der Landesgruppe Hessen

 

 

Viele Jahrzehnte von zentraler Bedeutung

für die Landsmannschaft

Landesverband Hessen der Landsmannschaft

feierte 60 Jahre seines Bestehens

 

Mit einer Feierstunde am 3. März 2012 im prunkvollen Musiksaal des Hessischen Landtages in Wiesbaden feierte der Landesverband Hessen der Landsmannschaft den 60. Jahrestag seines Bestehens. Unter den Ehrengästen befanden sich die Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, ihr Amtsvorgänger Rudolf Friedrich, die Vorsitzende der UdV Hessen, Gudrun Osterburg, sowie weitere Vertreter aus Politik, Verbänden und der Öffentlichkeit. Die Festrede hielt der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Adolf Fetsch. Die Schirmherrschaft über die Jubiläumsfeier hatte der Präsident des Hessischen Landtages, Norbert Kartmann, übernommen.

 

Der Musiksaal mit seinen aufwändig gestalteten Wand- und Deckenmalereien und Verzierungen sorgte für das passende Ambiente der Jubiläumsfeier. Die würdige Atmosphäre wurde durch klassische Musik mit Stücken von Franz Schubert, Pjotr Tschaikowski und Sergej Prokofjew, gespielt von Julia Reingardt (Klavier) und Elina Granowskaja (Geige), umrahmt.

 

Margarete Ziegler-Raschdorf:

Andere Bundesländer können von Hessen lernen

 

Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden des Landesverbandes Hessen, Johann Thießen, ging Norbert Kartmann in seinem Grußwort auf die Geschichte der Russlanddeutschen ein und betonte die große Bedeutung der Aufklärungs- und Kulturarbeit der Landsmannschaft in Hessen.

Margarete Ziegler-Raschdorf überbrachte die Gratulationen der Landesregierung und wandte sich in ihrer Ansprache ebenfalls der Geschichte der Russlanddeutschen zu, in der man immer wieder Neues entdecken könne.

Sie lobte die Erfolge der landsmannschaftlichen Arbeit in Hessen, vor allem im Rahmen des Projektes „Auf- und Ausbau eines Netzes der Multiplikatoren zum Zweck der Verstärkung der Integrationsarbeit mit russlanddeutschen Spätaussiedlern“ (Leiterinnen Rosa Emich und Svetlana Paschenko), das seit 1999 von der Hessischen Landesregierung gefördert wird. Manche Dinge liefen in Hessen so erfolgreich, dass andere Bundesländer sie übernehmen könnten, betonte die Beauftragte.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Ulrich Caspar betonte, die Hessische Landsmannschaft trage viel dazu bei, die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, wie Menschen in anderen Ländern in Unfreiheit oder mitten im Krieg leben. Frank Sürmann, Landtagsabgeordneter der FDP, hob hervor, dass die Geschichte der Russlanddeutschen ein Teil der deutschen Geschichte sei und verstärkt in die Öffentlichkeit transportiert werden müsse. Hartmut Saenger (Bund der Vertriebenen Hessen) schließlich lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit des Landesverbandes der Landsmannschaft mit dem Bund der Vertriebenen.

Anerkennende schriftliche Grußworte bekam der Landesverband unter anderem von Erika Steinbach, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, und Dr. Christoph Bergner, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

 

Adolf Fetsch: Hessen über

viele Jahrzehnte von zentraler Bedeutung

für die Landsmannschaft

 

Adolf Fetsch begrüßte die Versammelten im Namen des Bundesvorstandes der Landsmannschaft, der durch die stellvertretende Bundesvorsitzende Leontine Wacker, Ewald Oster und Rosa Emich vertreten war, und dankte den politischen Entscheidungsträgern im Namen aller Deutschen aus Russland für die solidarische Unterstützung in Hessen.

In seiner Ansprache griff er die wichtigsten aktuellen Fragen und Probleme der landsmannschaftlichen Arbeit auf und durchleuchtete insbesondere den Werdegang der Landesgruppe Hessen, die über viele Jahrzehnte von zentraler Bedeutung für die Landsmannschaft gewesen und eine ihrer aktivsten Gliederungen geblieben sei. Wir zitieren aus seiner Rede:

Hessen taucht bereits sehr früh in den Annalen der Landsmannschaft auf. Nach der Gründung des Vereins am 22. April 1950 in Stuttgart unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft der Ostumsiedler“ fand die erste Bundesdelegiertenversammlung ein halbes Jahr später in Kassel-Oberzwehren statt. Wenig später, im November 1950 und im Februar 1951, finden sich im Vereinsblatt „Volk auf dem Weg“ die ersten Hinweise auf eine Landesgruppe Hessen. Bereits davor war Pastor Schlenker als Vorsitzender der Landesstelle Hessen des „Hilfskomitees der evangelischen-lutherischen Ostumsiedler“, eines Vorläufers der Landsmannschaft, genannt worden.

1955 stand das denkwürdige 3. Bundestreffen in der Frankfurter Paulskirche an, bei dem aus der „Arbeitsgemeinschaft der Ostumsiedler“ die „Landsmannschaft der Deutschen aus Russland“ wurde.

 

17 Bundestreffen in Wiesbaden

 

Die nächsten drei Jahrzehnte waren für die Landsmannschaft in ganz besonderer Weise mit dem Land Hessen und seiner Hauptstadt Wiesbaden verbunden: Zwischen 1962 und 1990 fanden hier 16 der insgesamt 17 Bundestreffen dieser Jahre statt.

Wiesbaden war damit alle ein bis zwei Jahr das ersehnte Ziel vieler Landsleute. Waren es zuerst nur 2.000 Besucher, stieg die Zahl schließlich bis auf über 10.000. Einflussreiche Politiker benutzten diese Treffen gerne als Forum für Appelle an die Sowjetführung, die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion endlich zu ihren Angehörigen in der Bundesrepublik ausreisen zu lassen.

Die ersten Bundestreffen in Wiesbaden waren für viele Landsleute vor allem Feste des Wiedersehens nach langer Trennung. Und so konnte „Volk auf dem Weg“, berichten, dass die Menschen sich an den Tischen der Herkunftsgebiete herzlich umarmten und die Tränen reichlich flossen, besonders wenn von der Tribüne in der Sprache gesprochen wurde, die man so gut verstand. Es war die deutsche Sprache der Heimat und die christliche Sprache des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung. Und man zeigte der Welt, dass man zusammenhielt.

Das Bundestreffen des Jahres 1962 in Wiesbaden wurde zusammen mit der 200-Jahresfeier der Auswanderung von Deutschen in das Wolgagebiet veranstaltet. Gleichzeitig fand die erste wolgadeutsche Arbeitstagung mit 500 Teilnehmern aus allen Teilen der Welt statt, der in den nächsten Jahrzehnten zwölf weitere wolgadeutsche Arbeitstagungen folgten, die ausschließlich in Hessen, in Wiesbaden und später dann in Büdingen, durchgeführt wurden.

Nachdem 1985 zum ersten Mal die Marke von 10.000 Besuchern bei einem Bundestreffen in Wiesbaden überschritten worden war, war die Landsmannschaft 1988 zum 15. Mal in Wiesbaden zu Gast. Dieses Jahr markiert den Beginn des rapiden Anstiegs der Ausreisezahlen aus der Sowjetunion, und die Besucher des Bundestreffens vernahmen mit Zufriedenheit die Worte von Staatssekretär Bernhard Jagoda: „Wir freuen uns über jeden Aussiedler, der zu uns in die Bundesrepublik kommt.“

Das für einige Zeit letzte Bundestreffen der Ära Wiesbaden fand 1990 statt. Festredner war der damalige Bundesinnenminister und heutige Bundesminister für Finanzen, Dr. Wolfgang Schäuble, der in seiner Rede die Obhutspflicht der Bundesregierung für die Deutschen in der Sow­jetunion betonte.

Deutliche Worte fand in seiner Ansprache der damalige Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Franz Usselmann, indem er auf eine Problematik hinwies, die auch heute noch Aktualität besitzt. Er sagte: „Die Aussiedler kommen in die Bundesrepublik, um nach Jahren der Diskriminierung, der Schikanen und Repressalien in Ruhe und Geborgenheit als Gleiche unter Gleichen zu leben. Stattdessen geraten sie in die Schlagzeilen und werden zum Gegenstand tagespolitischer Auseinandersetzungen.“

Nach einer längeren Pause von 17 Jahren mit Bundestreffen in Baden-Württemberg kehrte die Landsmannschaft vor fünf Jahren mit ihrem 29. Bundestreffen zurück nach Hessen in die Wiesbadener Rhein-Main-Hallen. Dr. Bergner sprach hier seinen Zuhörern als Festredner mit den folgenden Worten aus den Herzen: „Sie sind Deutsche! Sie sind jedenfalls Deutsche, wenn sie es sein wollen. Ihre Familien haben wegen ihrer deutschen Volkszugehörigkeit schwer gelitten. Der Blick auf die Geschichte, vor allem aber der Respekt vor diesem Leid verbietet jeden Zweifel an ihrer deutschen Volkszugehörigkeit.“

Von der Gründung der Landesgruppe Hessen vor über 60 Jahren bis zum heutigen Tag konnte der Bundesverband gerade in Hessen auf engagierte Mitarbeiter bauen, die der Landsmannschaft halfen, ihrem satzungsgemäßen Auftrag gerecht zu werden, der ihr die Sorge für die Deutschen aus Russland im Bundesgebiet, aber auch in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion vorschreibt.

Die Geschicke der Landsmannschaft in Hessen bestimmten Heinrich Benz und seine Nachfolger: Albert Mohr, Edmund Leibham, Rosa Fieber, Prof. Dr. Konstantin Emich, Otto Kotke und Rosa Emich. Seit 2006 wird der Landesverband von Johann Thießen geleitet, dem im Vorstand Svetlana Paschenko, Lydia Kiefel, Otto Kotke, Alexander Neufeld, Eva Scharf, Natalie Paschenko, Svetlana Emmer und Eugen Dammer zur Seite stehen.

Als Zielsetzungen hat der Landesverband neben der allgemeinen Integrationsarbeit, der Verbreitung eines positiven Erscheinungsbildes der Deutschen aus Russland in der Öffentlichkeit und der Einbeziehung junger Aussiedler in seine Aktivitäten vor allem die Durchführung von Kultur- und Sportveranstaltungen sowie die enge Zusammenarbeit mit Institutionen, Vereinen und kirchlichen Einrichtungen definiert.

In den vergangenen beiden Jahrzehnten konnte die Landesgruppe darüber hinaus ihr politisches Engagement ausbauen sowie eine allseitige Anerkennung auf Kommunal- und Landesebene erreichen. Sowohl der gegenwärtige Landesvorsitzende Johann Thießen als auch seine Vorgänger Otto Kotke und Rosa Emich betätigen sich nicht nur innerhalb der Landsmannschaft, sondern auch mit Erfolg in ihrem unmittelbaren politischen Umfeld. Nicht zu vergessen ist Albina Nazarenus-Vetter, die über viele Jahre ein Jugendprojekt geleitet hat, das durch das Land Hessen gefördert wurde, und gegenwärtig als Stadtverordnete der CDU-Fraktion im Frankfurt Römer vertreten ist.

Vorbildcharakter hat die Zusammenarbeit der Landesgruppe Hessen mit der Hessischen Landesregierung und ihren Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler. Die solidarische Unterstützung, die der Landsmannschaft durch Ministerpräsident Roland Koch und Rudolf Friedrich in der Vergangenheit zuteil wurde, setzen der amtierende Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Margarete Ziegler-Raschdorf in der Gegenwart fort.

Unterstützt wird die landsmannschaftliche Arbeit durch das seit Jahren laufende und von der Hessischen Landesregierung geförderte Projekt „Auf- und Ausbau eines Netzes der Multiplikatoren zum Zweck der Verstärkung der Integrationsarbeit mit russlanddeutschen Spätaussiedlern“.

Von herausragender Bedeutung wird die Zusammenarbeit zwischen der Landsmannschaft und der Hessischen Landesregierung in den Jahren 2013 und 2014 sein, wenn sich zum 250. Mal die Veröffentlichung des Einladungsmanifestes der Zarin Katharina II. vom 22. Juli 1763 und die Gründung der ersten deutschen Kolonien an der Wolga jähren. Hessen als Patenland der Wolgadeutschen und als Bundesland, aus dem vor zweieinhalb Jahrhunderten die meisten Deutschen in das Wolgagebiet aufbrachen, fällt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle zu, die durch Veranstaltungen in Hessen und eine Zusammenarbeit mit dem Gebiet Saratow, auf dessen heutigem Territorium die meisten Kolonien der Wolgadeutschen lagen, zur Geltung kommen sollte.

„Für das Jahr 2013 planen wir einen Festakt anlässlich der Veröffentlichung des Auswanderungsmanifestes, das Aufstellen eines wolgadeutschen Hauses im Hessenpark sowie eine umfangreiche Pub­likation zur Geschichte und Kultur der Wolgadeutschen. 2014 beabsichtigen wir die Durchführung eines wolgadeutschen Treffens der Landsmannschaft in Büdingen sowie eines Bundestreffens in Hessen“, betonte Adolf Fetsch.

 

Kulturprogramm:

Von „Hessenlied“ bis „Hefeklöß mit Kraut“

 

Das anschließende Kulturprogramm gestalteten die Chöre hessischer Kreis- und Ortsgruppen der Landsmannschaft. Die Moderation übernahm Jakob Fischer, der gemeinsam mit Josef Schleicher auch die Wanderausstellung „Volk auf Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“ betreute.

Mit dem Lied „Mein Hessenland“, leidenschaftlich dargeboten von der Autorin Anna Voth, und der Landeshymne „Hessenlied“ („Ich kenne ein Land“), gesungen von allen Gästen gemeinsam, bedankte sich die Landsmannschaft bei ihrer neuen Heimat Hessen.

Die Gesangsgruppe „Hoffnung“ unter der Leitung von Anna Voth trat mit den Liedern „Heut‘ sind wir gekommen“ (deutsches Volkslied aus Argentinien) und „Du fängst mich auf und lässt mich fliegen“ (aus dem Repertoire von Helene Fischer) auf. Der Chor „Echo“ unter der Leitung von Friedrich Stuhlberg bot ein Lied aus Verdis „Nabucco“ und „Ave Maria“ von Giulio Caccini dar, während der Chor „Heimatklang“ der Ortsgruppe Gießen unter der Leitung von Olga Kallasch „Schließ mich in dein Herz, du liebe Heimat“ und „Hefeklöß mit Kraut“ sang.

Zum Schluss dankte der Landesverband seinen langjährigen Ansprechpartnern in der hessischen Politik für die gute Zusammenarbeit mit Blumensträußen, die von der stellvertretenden Landesvorsitzenden Svetlana Paschenko überreicht wurden.

Nach einem Stehempfang gestaltete Jakob Fischer mit musikalischer Unterstützung von Eduard Frickel den stimmungsvollen und unterhaltsamen Teil der Jubiläumsfeier. Dabei konnten die Gäste zusammen mit Jakob Fischer und weiteren Künstlern nach Lust und Laune Volksweisen aus dem reichhaltigen Liedgut der Russlanddeutschen singen.

VadW

 

Stadtmedaille für Johann Thießen

 

Bei einem Empfang im Kasseler Rathaus am 5. September 2011 wurden 15 verdiente Persönlichkeiten, die mindestens 20 Jahre ihr Mandat oder Amt ausgeübt haben, mit der Ehrenbezeichnung „Stadtälteste bzw. Stadtältester” ausgezeichnet.

13 weiteren Stadtverordneten oder Ortsbeiratsmitgliedern, die sich in den Beschlussgremien hervorragende Verdienste erworben haben und mindestens vier Legislaturperioden tätig waren, wurde die Kasseler Stadtmedaille verliehen.

Bei der Feierstunde sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen: „Dieses Engagement ist sehr wertvoll, und wer sich dafür entscheidet, viel Freizeit investiert, Talent und Erfahrung einbringt, verdient unseren Respekt.“

Zu den Trägern der Kasseler Stadtmedaille gehört auch der Vorsitzende der Landesgruppe Hessen der Landsmannschaft, Johann Thießen. Seit 1991 in Deutschland, hat er sich beruflich als Arzt und ehrenamtlich als Kommunalpolitiker in Kassel, in CDU-Gremien und der Integrationsarbeit der Landsmannschaft bestens etabliert.

Der hessische Landesvorstand und der Bundesvorstand der Landsmannschaft gratulieren Johann Thießen herzlich zu der Auszeichnung.

 

Landesgruppe Hessen: Johann Thießen

als Vorsitzender bestätigt

 

Die Vertreter der hessischen Orts- und Kreisgruppen der Landsmannschaft versammelten sich am 13. Juni 2011 zu ihrer Landesdelegiertenversammlung in der gastfreundlichen Pension des Landsmannes Otto Kotke in Stadtallendorf.

 

Die stellvertretende Bundesvorsitzende Leontine Wacker leitete die Versammlung. Nach der Begrüßungsansprache stellte der Landesvorsitzende Johann Thießen den Tätigkeitsbericht des Landesvorstandes in der abgelaufenen Wahlperiode vor, in dem er präzise und sachlich das vielfältige und von der Öffentlichkeit oft nicht wahrgenommene Wirken schilderte.

Außerdem verwies Johann Thießen auch auf einige Probleme, wie etwa die sinkende Mitgliederzahl der Landsmannschaft, die nicht uneigennützige Zusammenarbeit von Landsleuten mit der russischen Organisation „Sootetschestwenniki“ (die Ziele verfolgt, die nichts mit denen der Landsmannschaft zu tun haben) oder auch das Mitmischen von Deutschen aus Russland in Ausländerbeiräten auf allen Ebenen, womit sie selbst ihre deutsche Identität offen in Frage stellen.

Die im Verlauf der anschließenden Diskussion gestellten Fragen wurden sachlich und erschöpfend beantwortet, wobei die Versammlungsleiterin mit viel Geschick und Einfühlungsvermögen dafür sorgte, dass man beim Thema blieb und sich nicht in alle Richtungen verzettelte.

Bei der anschließenden Wahl wurde Johann Thießen, im Hauptberuf Oberarzt, mit überwältigender Mehrheit der Stimmen (25:7) in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. Er wird von den weiteren Mitgliedern des Landesvorstandes, Svetlana Paschenko, Lydia Kiefel, Otto Kotke und Alexander Neufeld, in seiner Amtsführung unterstützt werden. Zu Kassenprüfern wurden Eva Scharf, Natalie Paschenko, Svetlana Emmer und Eugen Dammer gewählt.

Zum Abschluss wurden die langjährigen Aktiven des Landesverbandes, Eva Scharf, Svetlana Friebus und Lydia Kiefel, durch Leontine Wacker und Johann Thießen mit der bronzenen Ehrennadel der Landsmannschaft ausgezeichnet.

Wie es sich bei russlanddeutschen Gastgebern gehört, wurden die Delegierten vom Ehepaar Kotke in seiner Gaststätte „Bei Otto“ auch diesmal wunderbar verköstigt – dafür vielen herzlichen Dank, Otto!

Juri Kravcov

Nachtrag:

Der Hessische Landesvorstand drückt hiermit der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Leontine Wacker seine herzliche Dankbarkeit aus – für ihre souveräne, professionelle und kluge Leitung der Landesdelegiertenversammlung, die zwar an manchen Stellen ziemlich anstrengend war, aber im Endeffekt für klare Sichtweisen und Entscheidungen sorgte. Danke, liebe Leontine!

Johann Thießen und LV-Kollegen.

 

 

 

„Verbesserungen für Spätaussiedlersind auf dem Weg“

Hessen: Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf

im Dialog mit dem Bundesvorstand der Landsmannschaft


Die Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, traf am 4. März 2010 in ihrem Büro zu einem Gespräch mit dem Bundesvorstand der Landsmannschaft zusammen, der durch den Bundesvorsitzenden Adolf Fetsch und Rosa Emich vertreten war.

 

Bei dem intensiven Gedankenaustausch ging Adolf Fetsch insbesondere auf die Härtefälle im Spätaussiedleraufnahmeverfahren, die seit Jahren bestehenden Mängel bei der Anerkennung von Berufs- und Hochschulabschlüssen von Spätaussiedlern, die Fremdrentenregelung sowie die oftmals negative Darstellung der Deutschen aus Russland in den Medien ein.

Von einem Gespräch mit dem Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Christoph Bergner, am 22. Februar 2010 im Bundesministerium des Innern brachte Fetsch die Information mit, dass bezüglich der Härtefälle eine Gesetzesänderung in Vorbereitung ist, in der die nachträgliche Einbeziehung von Familienangehörigen in den Aufnahmebescheid geregelt werden soll.

Hinsichtlich der Anerkennung von Berufs- und Hochschulabschlüssen bedauerte er die seiner Meinung nach zögerlichen Bemühungen auf Länder- und Bundesebene, Mängel zu beseitigen. Positiv seien die Absichten, Regelungen für Teilanerkennungen zu schaffen. Bei der Fremdrentenregelung forderte er eine rasche politische Entscheidung, durch die bedrohliche Fehlentwicklungen gestoppt und Deutsche aus Russland vor nicht zu verantwortender Altersarmut bewahrt werden.

Als Beispiel für die negative Darstellung der Deutschen aus Russland in den Medien nannte Fetsch die Berichterstattung über die Erwerbsquote der Spätaussiedler, die anders als dargestellt höher als die der in Deutschland lebenden Ausländer liege und fast an die Erwerbsquote der einheimischen Bevölkerung heranreiche.

Margarete Ziegler-Raschdorf sagte zu, bei den Härtefällen die geplanten Gesetzesänderungen im Auge zu behalten und darauf zu achten, dass es hier wirklich zu Verbesserungen kommt. Zu den Problemen im Bereich der Anerkennung von Berufs- und Hochschulabschlüssen verwies sie auf das jüngste Eckpunktepapier der Bundesregierung vom 9. Dezember 2009 und die damit zu erwartenden Fortschritte. Des Weiteren erwarte sie von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, bei der Sitzung des Integrationsbeirates der Hessischen Landesregierung aktuelle Informationen zum Sachstand.

„Bei diesem Thema geht es mir um das Selbstbewusstsein und die Respektierung der Menschen. Hier werden ganz eindeutig Potentiale nicht genutzt“, so die Landesbeauftragte. Verbesserungen seien einmal wegen des zukünftigen Bedarfs an qualifizierten Arbeitskräften und zum anderen im Hinblick auf einen wertschätzenden Umgang mit den Betroffenen dringend geboten.

Adolf Fetsch dankte der Hessischen Landesregierung für die Unterstützung seiner Landsmannschaft und der Landesbeauftragten für ihr großes Engagement bei der Integrationsarbeit. Margarete Ziegler-Raschdorf bedankte sich für das informative Gespräch und die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die sie gerne fortsetzen wolle. „Die Hessische Landesregierung hat durch ihre Koalitionsvereinbarung deutlich gemacht, dass der Ministerpräsident, der Fachminister und ich als Landesbeauftragte auch künftig verlässliche Partner der Deutschen aus Russland sein werden“, so die Landesbeauftragte abschließend.

            Presseinformation

            der Hessischen Landesregierung