Delmenhorst

Peter Scheifler – Vorsitzender

Glatzer Str. 10, 27749 Delmenhorst

Tel.: 04221 – 64898

 

Am 11. März 2011 waren die Deutschen aus Russland wie jeden Monat vom Caritasverband Delmenhorst im Gemeindezentrum von St. Marien zu einem geselligen Beisammensein mit Kaffee, Kuchen und Unterhaltung eingeladen. Der Einladung waren unsere Aussiedler recht zahlreich gefolgt. Diesmal sollte es ein Heimatnachmittag mit Erinnerungen an die frühere Heimat in ganz fernen und weniger fernen Zeiten werden.

Nach der Begrüßung durch Engelbert Berthy, Migrationsberater und langjähriger Betreuer der Aussiedler in Delmenhorst, und Peter Scheifler, unseren Vorstandsvorsitzenden, und nachdem die Gäste sich gestärkt hatten, konnte das Programm des Nachmittags beginnen.

Als Erstes wurden Teile aus dem Versepos „Das Lied vom Küster Deis“, verfasst von David Kufeld zum 150-jähriges Jubiläum der Ansiedlung der Deutschen an der Wolga, vorgetragen. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Teilnehmer den Bericht in bildhaften Versen über das Leben der Vorfahren bald nach der Ansiedlung an der so fernen Wolga.

Als Kontrast dazu erklang dann das scherzhafte, aber auch bitterböse Gedicht des Deutschen aus Russland Reinhold Keil „Auch Deutsch“, das anschaulich zeigte, was in den unseligen 70 Jahren der „Volksmacht“ in Russland aus unserer schönen deutschen Sprache geworden war.

Zwischendurch sangen die Versammelten lustige und traurige Lieder aus der alten Heimat wie „Volk ohne Heimat“, „Hab‘ oft im Kreis der Lieben“, „Morgen will mein Schatz verreisen“ u.a. Die von ihm für das Treffen ausgewählten Lieder stimmte unser Vorstandsmitglied Traugart Hägelen auch selbst an.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags schilderte Rosa Dilger in von ihr verfassten Versen die Vertreibung der Russlanddeutschen, die so schweren Jahre der Verbannung, die Rückkehr und das Leben in unserer Heimat Deutschland.

Am Ende der Veranstaltung hörten die Teilnehmer noch die Geschichte „Sie sahen einander nicht ähnlich“ des Wolgadeutschen H. Kämpf. Es war ein schöner Erinnerungsnachmittag.

Der Vorstand

 

Bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Ortsgruppe Delmenhorst und des Caritasverbandes im Gemeindehaus der St. Marienkirche ging es darum, wie Deutsche aus Russland in der Stadt angekommen sind und wer sie im Laufe von Jahren unterstützt hat.

Lilli Bischoff, Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen, berichtete über die Aufgaben der Landsmannschaft in Niedersachsen. Amalia Erbes erinnerte die Versammelten an diejenigen, von denen die Landsleute seit Jahren betreut und begleitet werden. Eine fruchtbare Zusammenarbeit besteht schon lange zwischen der Landsmannschaft und kirchlichen Einrichtungen, vor allem dem Caritasverband Delmenhorst und dem Gemeindezentrum der St.-Marien-Kirche.

Die Ortsgruppe Delmenhorst ist seit 16 Jahren aktiv. In dieser Zeit prägten Erika Martin, Rosa Dilger und Amalia Erbes den Verein. Seit einigen Jahren leitet Peter Scheifler den Ortsverband, der bei allen Veranstaltungen und Festen in Delmenhorst dabei ist.

Sechs Aktive der Ortsgruppe wurden von Lilli Bischoff für ihre langjährige treue Mitgliedschaft im Verein und ihr ehrenamtliches Engagement mit Ehrennadeln der Landsmannschaft ausgezeichnet. Die silberne Ehrennadel erhielten Harry Hägelen und Amalia Erbes, mit der bronzenen Ehrennadel wurden Alma Knorr, Valentina Pelke, Lilli Strebel und Maria Klipan gewürdigt.

Auch an dieser Stelle bedankt sich die Ortsgruppe von ganzem Herzen bei allen Einrichtungen und Einzelpersonen in Delmenhorst, die ihr seit Beginn helfend zur Seite stehen:

In guter Erinnerung ist den Aussiedlern Erwin Pelka, der frühere Leiter des Caritasverbandes, geblieben. Er hatte immer ein offenes Ohr für die Sorgen unserer Landsleute und kümmerte sich unter anderem um die Erholung der Kinder im Sommer. Peter Schmitz, der heutige Leiter des Caritas-Verbandes, ist bei Ausflügen unser Busfahrer und tritt bei unseren Weihnachtsfeiern als Weihnachtsmann auf.

Zu großem Dank sind wir Engelbert Berthy verpflichtet. Als Aussiedlerberater, der uns seit Ende der 80er Jahre betreut, ist er immer für unsere Landsleute und ihre Nöten da. Von ihm werden die monatlichen Treffen im Gemeindehaus St. Marien organisiert, in denen es bei Kaffee und Kuchen Vorträge von Fachleuten gibt. Er begleitet uns bei Ausflügen, feiert mit uns Weihnachten sowie das Sommer- und Erntedankfest.

Großer Dank gebührt den Eheleuten Gisela und Arnold Harfst. Von Anfang an waren sie ehrenamtlich um die Integration der Neubürger bemüht. Sie gingen von Haus zu Haus, um unseren Landsleuten ihre Hilfe anzubieten. Sie luden uns in die Kirche ein, halfen mit Inventar und Kleidung, gaben Sprachunterricht, machten uns mit der Geschichte und den Sehenswürdigkeiten der neuen Heimat bekannt. Bis heute besuchen sie unsere Kranken und Alten. Mitte der 90er Jahre befragten die Eheleute unsere Landsleute und gaben eine Sammlung russlanddeutscher Schicksale unter dem Titel „Unglaublich – Unbegreiflich – Ungeheuerlich“ heraus, die bisher in drei Auflagen erschienen ist. Für  seine Tätigkeit wurde dem Ehepaar eine hohe staatliche Auszeichnung verliehen. Dank der Hilfe und Unterstützung solcher Menschen leben wir gern in Delmenhorst – und Deutschland ist unsere wahre Heimat geworden.

Amalia Erbes, stellv. Vorsitzende

 

Bei der Wahlversammlung der Ortsgruppe Delmenhorst am 18. Juni 2009 wurde Peter Scheifler in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. Zu seiner Stellvertreterin wurde Amalia Erbes gewählt. Die weiteren Vorstandsmitglieder: Harry Hägelen (Sozialarbeit), Lidija Quadrizius (Kulturarbeit), Traugart Hägelen (Kassenwart), Lilia Strebel (Schriftführerin) und Emma Schneider. Nach der Wahl gab es ein wunderschönes gemütliches Beisammensein.

Der Vorstand