Landesgruppe Niedersachsen

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Lilli Bischoff – Vorsitzende

Friedensburg 7, 30890 Barsinghausen

Tel.: 05035 – 336, E – Mail: lillibischoff@t-online.de

 

Lilli Bischoff: „Wir sehen uns als Brücke

zwischen Niedersachsen und Tjumen“

Projekttage der Landesgruppe Niedersachsen mit der Partnerregion Tjumen

 

In Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Politik, von Verbänden und der breiten Öffentlichkeit rundete ein Kulturfestival am 2. Juni 2012 im Grenzdurchgangslager Friedland mit Kulturgruppen und Solisten aus ganz Niedersachsen und dem Gebiet Tjumen die Projekttage (30. Mai – 3. Juni) der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft mit der Partnerregion des Landes Niedersachsen in Russland, Tjumen, ab.

 

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport und Integration, Uwe Schünemann, übernahm die Schirmherrschaft über die Projektwoche, die von zwei Schwerpunkten geprägt war:

• „20 Jahre Partnerschaft zwischen dem Land Niedersachsen und der Region Tjumen“

• und „5 Jahre Partnerschaft zwischen der Landesgruppe Niedersachsen und dem Gebietszentrum der deutschen Kultur Tjumen“.

Gefördert wurden die Projekttage von der Landesregierung Niedersachsen. Für die Organisation und Betreuung der Gäste aus Russland sorgten der Landesvorstand mit der Vorsitzenden Lilli Bischoff, das Projekt „Stark und offen in Niedersachsen“ (Leiterinnen Swetlana Judin und Anna Welz) und die Ortsgruppe Hannover.

Engere Kontakte der Landesgruppe der Landsmannschaft in Niedersachsen mit ihrem Partner in Tjumen werden in vielen Bereichen als Brücke für bessere Beziehungen des Landes Niedersachsen mit der Region Tjumen angesehen. „In dieser Partnerschaft sehen sich die Russlanddeutschen auf beiden Seiten als Brücke zwischen Niedersachsen und Tjumen“, betonte Lilli Bischoff.

Die vor fünf Jahren initiierte Partnerschaft zwischen der Landesgruppe Niedersachsen und dem „Gebietszentrum für Bildung, Methodik und deutsche Kultur Tjumen“ (Vorsitzende Natalja Matschuga) entwickelte sich erfolgreich im Rahmen des Projektes „Grenzüberschreitende Partnerschaften mit Verbänden der deutschen Minderheit in der Russischen Föderation“, das vom Bundesministerium des Innern (Deutschland) und dem Ministerium für regionale Entwicklung (Russland) gefördert wird.

Im Rahmen der Projekttage begrüßte Niedersachsen eine etwa 30-köpfige Delegation aus der Region Tjumen (darunter viele Kinder und Jugendliche) sowie Vertreter der regionalen Partnerschaften von deutscher und russischer Seite. Die Teilnehmer diskutierten über Probleme, Lösungen und Perspektiven der Partnerschaften, wobei festgestellt wurde, dass gute Entwicklungschancen vor allem solche regionalen Partnerschaften haben, die sich mit ihren Projekten in die bereits bestehenden Städte- bzw. Länderpartnerschaften einbringen konnten.

 

Wichtige Stationen der Projekttage –

politische und gesellschaftliche Ansätze

 

Die Projekttage beinhalteten eine Mischung aus politischen und gesellschaftlichen Grundsatzfragen, die sich in Einzelmaßnahmen niederschlugen. Das Programm wurde so konzipiert, dass „unsere Gäste aus Tjumen möglichst viel von Niedersachsen zu sehen bekommen und das Land von verschiedenen Seiten erkunden“, erläuterte Lilli Bischoff. Bei allen Veranstaltungen und Ausflügen waren immer auch Vertreter der Ortsgruppe Hannover und Umgebung dabei. Angeregte Gespräche und Gesang in beiden Sprachen verkürzten die stundenlangen Busfahrten. Betreut wurde die Gruppe von der Landesvorsitzenden selbst und von Swetlana Judin und Anna Welz.

Die Veranstaltungsreihe eröffnete der etwa zweistündige Besuch im Niedersächsischen Landtag (30. Mai). Begrüßt wurden die Gäste aus Russland und Deutschland durch Lilli Bischoff und Rudolf Götz (MdL), Landesbeauftragter für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, der durch das Landtagsgebäude führte.

Der Besuch im Schlossmuseum Jever im Friesland (31. Mai) bot interessante historische Verknüpfungen gerade für Russlanddeutsche, die in ihrer Mehrheit Nachfahren der deutschen Auswanderer sind, die nach dem Einladungsmanifest von Katharina II. ab 1763 nach Russland kamen. 1793 ging die Herrschaft über Jever sogar an Katharina II., die eine Schwester des verstorbenen letzten regierenden Fürsten von Anhalt-Zerbst war; bis 1818 blieb es im russischem Besitz. An diese historische Begebenheit erinnert im Audienzsaal ein Originalporträt der Zarin des Hofmalers Lampi (1794).

Auch die Besichtigung des Nationalpark-Hauses Dangast (31. Mai)  und der Besuch der Autostadt Wolfsburg (1. Juni) mit einer kunstvoll gestalteten Park- und Lagunenlandschaft und mehreren Pavillons hinterließen bleibende Eindrücke.

Der Empfang im Katholischen Zentrum Hannover (1. Juni) durch die Landsmannschaft machte die Schwerpunkte der Projektwoche noch einmal deutlich. Zu den Ehrengästen gehörten als Vertreter des Niedersächsischen Innenministeriums Dr. Frank Frühling (Abteilungsleiter, „Zentrale Angelegenheiten, Ausländerrecht, Spätaussiedler, Sport“), Klaus Engemann und Klaus Bittner vom Büro des Beauftragten der Niedersächsischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Oliver Krüger (Projekt „Museum Friedland“), Editha Lorberg, Aussiedlerbeauftragte der CDU-Landtagsfraktion, BdV-Landesvorsitzender Oliver Dix, Heinrich Hörnschemeyer, Leiter des Grenzdurchgangslagers Friedland, und andere.

In ihren Ansprachen betonten Dr. Frank Frühling, Lilli Bischoff, Oleg Strahler (Koordinator des IVDK, Russland) und Editha Lorberg die Wichtigkeit der Partnerschaft für die beiden Länder und die Brückenfunktion der Landsmannschaft.

Ausführliche Inhalte zu den beiden Partnerschaften vermittelte auch die Broschüre, die von der Landesgruppe Niedersachsen mit Unterstützung der Landesregierung herausgegeben wurde (nachzulesen unter www.deutscheausrussland.de).

Den musikalischen Rahmen des Empfangs gestalteten mit klassischer Musik Vadim Mitnick (Klavier) und Olga Welz (Akkordeon). Für das leibliche Wohl sorgten mit einer beachtlichen kulinarischen Vielfalt die Ortsgruppe Hannover und das Projekt „Stark und offen in Niedersachsen“.

 

Ein Tag in Friedland:

Ein Fest der kulturellen Vielfalt

 

Der Tag in Friedland (2. Juni) begann mit einem Vortrag zur „Geschichte des Grenzdurchgangslagers Friedland“ von Heinrich Hörnschemeyer. Auch im anschließenden Kurzfilm „Abschied, Ankunft, Neubeginn“, den Oliver Krüger zeigte, kam die bewegende Geschichte des Lagers zum Ausdruck. Zeitzeugenaussagen sollen zentraler Baustein des neuen Museums werden, das bereits bis Herbst 2014 seine Tore für Besucher öffnen soll.

Ein Rundgang durch das Lager und ein Fototermin an der Friedlandglocke gehörten ebenfalls zum Programm. Auch freudige Familienbegegnungen durften nicht fehlen: Dina Esse aus Tobolsk/Tjumen traf sich hier mit ihrer Schwester Nadja Welsch und der Nichte Valja Dreher, die in Gifhorn wohnen.

Ihren Höhepunkt erreichte die Projektwoche beim anschließenden Kulturfestival mit Teilnehmern aus ganz Niedersachsen und dem Gebiet Tjumen. Begrüßt wurden die zahlreich erschienenen Gäste von Lilli Bischoff.

„In der in Tjumen am 21. Mai 1992 zwischen dem Land Niedersachsen und der Region Tjumen unterzeichneten Erklärung wurde unter anderem vereinbart, ständigen Kontakt zu pflegen mit dem Ziel, die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit konkreten Inhalten zu füllen. Dieser Auftrag aus der Partnerschaftsurkunde wird von der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und ihrer tjumenischen Partnerorganisation in vorbildlicher Weise gelebt“, betonte Uwe Schünemann in seiner Festansprache.

Auch der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Adolf Fetsch, unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung der grenzüberschreitenden Arbeit des Vereins, der sich als Interessenvertretung, Hilfsorganisation und Kulturträger der Russlanddeutschen in Deutschland wie auch in der ehemaligen Sowjetunion versteht. Der Bundesvorstand der Landsmannschaft war außerdem durch die Mitglieder Lilli Bischoff und Rosa Emich vertreten.

Oleg Strahler (IVDK) von der russischen Delegation stellte heraus, dass die Partnerschaften stets auch ein Schwerpunkthema bei den jährlichen Sitzungen der Deutsch-Russischen Regierungskommission seien. Natalia Matschuga wies auf die „untrennbaren Verbindungen zwischen Russland und Deutschland“ hin, die nicht zuletzt durch die massenhafte Auswanderung der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion entstanden seien, und bewertete „die fünf Jahre  Partnerschaft als einen gewichtigen Beitrag zum für beide Gesellschaften wichtigen Annäherungsprozess“.

Gesang, Tanz und Rezitation dominierten das Kulturprogramm. Die Künstler aus Niedersachsen präsentierten die Traditionen ihrer neuen, aber auch der alten Heimat. Der Chor der Ortsgruppe Hannover „Heimatmelodie“ (Leiterin Olga Welz) umrahmte das Festival mit „Hallo, guten Morgen Deutschland“ und dem „Niedersachsenlied“.

Mit Gesangsbeiträgen traten außerdem Christina Stecklein aus Nienburg, Walerij Belkow aus Göttingen, Anatoli und Viola Schneider sowie das Duo „Pandora“ aus Peine auf. Klassische Musikdarbietungen präsentierten Olga Welz (Akkordeon) aus Hannover, die Meisterschüler der Musikschulen von Swetlana Klein und Swetlana Krude aus Rotenburg (Alexander Klein, Marie Holsten, Julina Schwindt und Isabel Walker) sowie der kleine Michael Kostenko aus Peine.

Auch einige Tanzgruppen sorgten temperamentvoll für Stimmung, darunter die Trachtengruppe aus Gifhorn mit Volkstänzen ihrer Region, die Kindertanzgruppe „Mirasch“ aus Peine, die Tanzgruppe „Rhythmus“ aus Braunschweig, die Tanzgruppe „Souvenir“ aus Osnabrück sowie die Tanzgruppe „Rossijanotschka“ aus Peine.

Die russische Seite war durch die Kulturgruppen aus den Zentren der deutschen Kultur Ischim und Tobolsk und der national-kulturellen Autonomie des Rayon­zentrums Jurginskoje vertreten. Sie alle gehören zum Gebietszentrum in Tjumen und bemühen sich um die Wiedergeburt der Kultur und Tradition der Russlanddeutschen.

Mit ihren Tanz- und Gesangsvorträgen sowie Rezitationen aus Werken von Klassikern wie Goethe oder Heine entführten die Künstler von sieben bis über 60 Jahren das Publikum in die Zeit des romantischen Deutschlands: die Kindertanzgruppe „Zauber“ aus Ischim mit deutschen Volkstänzen, die Gesangsgruppen „Gute Laune“ aus Tobolsk und „Schönheit“ aus Jurginskoje und einige Solosänger mit bekannten russlanddeutschen und deutschen Volksliedern.

Die Gäste des Festivals konnten sich außerdem mit den Inhalten der landsmannschaftlichen Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“, die von den Projektleitern Josef Schleicher und Jakob Fischer präsentiert wurde, vertraut machen. Eine zusätzliche Bereicherung war eine Ausstellung mit Computergrafiken von Dmitry Gontarenko aus Oldenburg, die im Rahmen des spirituellen Kunstprojektes „Offene Fenster“ von Ludmilla Pfaffenrot konzipiert wurde.

Zum Schluss erhielten die Förderer und Helfer der Landsmannschaft sowie sämtliche Teilnehmer des Festivals für ihren vorbildlichen Beitrag Urkunden der Landesgruppe, die von Lilli Bischoff überreicht wurden. Für Swetlana Judin und Anna Welz gab es Blumensträuße und den dankbaren Beifall der Teilnehmer der Projektwoche.

Die Dankbarkeit der russischen Delegation äußerte Natalja Matschuga so: „Die Delegation aus dem Gebiet Tjumen ist von dem warmen Empfang hier in Hannover begeistert. Wir möchten uns vor allem bei Lilli Bischoff und ihrem Team für alle Bemühungen und ein interessantes Aufenthaltsprogramm herzlich bedanken. Für unsere Gruppe waren die Tage an neuen Information und Eindrücken sehr reich. Wir sind auch der Landesregierung Niedersachsen und dem Internationalen Verband der Deutschen Kultur sehr dankbar für die Förderung unseres gemeinsamen Projekts. Die Tatsache, dass unser Wunsch, die Partnerbeziehungen weiterzuentwickeln, von der Regierungen der beiden Staaten gefördert wird, gibt uns mehr Zuversicht und Optimismus.“

            Nina Paulsen

 

Innenminister Schünemann

übernimmt Schirmherrschaft

über die Landesgruppe Niedersachsen

 

Im Rahmen einer Feierstunde am 9. März 2012 im Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung in Hannover übernahm Uwe Schünemann, Minister des Landes Niedersachsen für Inneres und Sport, die Schirmherrschaft über die Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland – „in Anbetracht der besonderen und langjährigen Verbundenheit sowie in Anerkennung der erfolgreich erbrachten Leistungen zur Eingliederung von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern in Niedersachsen“, wie auf der Urkunde zu lesen ist, die der Minister der Vorsitzenden der Landesgruppe Niedersachsen, Lilli Bischoff, aushändigte.

 

Es ist schon eine Weile her, dass sich eine Landesregierung in dieser Form mit den Deutschen aus Russland und ihrer Landsmannschaft solidarisiert hat. In den späten 1970er Jahren war es das Land Baden-Württemberg, das die Patenschaft über die Landsmannschaft übernahm, und in den 1980er Jahren folgte das Land Hessen mit der Übernahme der Patenschaft über die Wolgadeutschen. Umso bemerkenswerter ist die Übernahme der Schirmherrschaft durch Uwe Schünemann, der damit insbesondere die Integrationsbemühungen der Landesgruppe Niedersachsen mit Lilli Bischoff an der Spitze würdigte.

Nach der Begrüßung durch Klaus Engemann vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport ging Uwe Schünemann in seiner Festansprache auf Merkmale dieses ehrenamtlichen Engagements ein, ohne das die Integrationsarbeit vor Ort nicht gelingen könne.

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland stehe, so der Minister, für diese Arbeit und bilde ihr Fundament. Als überkonfessionelle und überparteiliche Interessenvertretung berate und betreue sie ihre Landsleute in allen Fragen der Aufnahme und Eingliederung in die bundesdeutsche Gesellschaft. Wörtlich fügte er hinzu: „Von der Landesgruppe Niedersachsen weiß ich, dass Sie diese Aufgaben tatkräftig, engagiert und erfolgreich wahrnimmt. Dafür danke ich Ihnen persönlich und namens der Niedersächsischen Landesregierung!“

Die Gruppe der Aussiedler bildet laut Schünemann mit 400.000 bis 500.000 Menschen die größte Zuwanderungsgruppe in Niedersachsen. Viele von ihnen seien in der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland engagiert, und noch mehr Menschen fühlten ihre Belange von der Landsmannschaft gut vertreten.

Als beispielhaft für das Wirken der Landsmannschaft und ihrer Landesgruppe Niedersachsen erwähnte der Minister die Aktion „Rechtsaußen? Nein danke!“. Damit habe die Landsmannschaft zum Ausdruck gebracht, dass sie sich unmissverständlich von extremistischen Bestrebungen distanziere und sich für ein gedeihliches Miteinander, für Freiheit, Demokratie und Völkerverständigung in Europa engagiere. „Dieses Engagement ist“, so Schünemann, „in der heutigen Zeit besonders wichtig. Denn unser Staat ist immer wieder Anfeindungen von Rechts- und von Linksextremisten ausgesetzt, die Hass verbreiten und unsere Gesellschaft spalten wollen. Gerade die Volksgruppe der Deutschen aus Russland hat selbst auf das Schmerzhafteste erfahren müssen, was es bedeutet, unter einer extremistischen Willkürherrschaft zu leben. Insofern sind Sie enge und wertvolle Verbündete, wenn es darum geht, unser demokratisches Gemeinwesen gegen die Feinde der Freiheit zu verteidigen.“

 

„Abschied, Ankunft, Neubeginn“

 

Dieser Dreiklang der Begriffe, der auch für die neuere Geschichte der Deutschen aus Russland stehen könnte, wurde als Untertitel des „Museumsprojektes“ im Grenzdurchgangslager Friedland (Niedersachsen) gewählt. Damit werde, wie der Minister in seiner Ansprache weiter ausführte, unterstrichen, dass Friedland auch für viele Spätaussiedler als Wendepunkt in ihrem Leben steht. In dem beabsichtigten Museum sollen die Schicksale der geflohenen und vertriebenen Menschen, insbesondere aber auch die Schicksale der Aussiedler und Spätaussiedler im zeitgeschichtlichen Kontext vermittelt werden.

Bereits in diesem Jahr werde begonnen, das beabsichtigte Museum in den Köpfen und Herzen der Menschen in Niedersachsen zu verankern. In der zweiten Jahreshälfte 2012 würden die so genannten Friedländer Gespräche starten, ein wissenschaftliches Symposium, das den Aufbau des Museums flankiere und von nun an jährlich durchgeführt werden solle. Themenschwerpunkt des Auftaktsymposiums werde die „Geschichte der Eingliederung der Aus- und Spätaussiedler in der Bundesrepublik“ sein.

Abschließend wandte sich Uwe Schünemann an die zahlreichen Gäste der Feierstunde mit den Worten: „Ihre Volksgruppe hat in den letzten Jahrhunderten einen langen, einen wechselhaften, einen beeindruckenden Weg mit vielen Höhen, aber auch mit Tiefen beschritten. Der letzte und aktuelle Teil des Weges liegt in Niedersachsen. Ich meine, dass der ganz überwiegende Teil der hier lebenden Deutschen aus Russland in Niedersachsen angekommen ist und unseren Alltag bereichert.

Sie sind trotz des erlittenen Unrechts nicht verbittert in der Vergangenheit stehen geblieben, sondern gestalten unverzagt, tatkräftig und optimistisch die Zukunft unseres Gemeinwesens mit. Das verdient größte Anerkennung! Die heutige Übernahme der Schirmherrschaft ist für mich Ehre und Verpflichtung zugleich. Fühlen Sie sich in Niedersachsen willkommen und zu Hause!“

 

In Niedersachen wirklich zu Hause

 

Lilli Bischoff knüpfte in ihrer Danksagung an diese Worte des Ministers an und betonte, in Niedersachsen wie so viele ihrer Landsleute ein wirkliches Zuhause gefunden zu haben. Mit lebhaftem Beifall bedacht, fügte sie hinzu: „Man könnte mir eine Million geben – ich würde nirgendwo anders hingehen!“

Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Adolf Fetsch, verband sein Grußwort mit einem Dank an seine Bundesvorstandskollegin Lilli Bischoff, die als Landesvorsitzende mit ihrer engagierten Mannschaft dafür gesorgt habe, dass Niedersachsen die Nummer 1 der Landsmannschaft im Norden Deutschlands geblieben ist. Sein Dank gelte allen, die zu diesem Erfolg beigetragen hätten – im Landesvorstand ebenso wie in den Vorständen der Orts- und Kreisgruppen. „Ohne Ihren Einsatz wären alle unsere Bemühungen auf Bundesebene von vorneherein zum Scheitern verurteilt.“

Stellvertretend für so viele andere nannte Fetsch den langjährigen niedersächsischen Landesvorsitzenden Wendelin Jundt, der die Landesgruppe nach oben geführt und sich auf Bundesebene einen Namen als führender Sozialexperte der Landsmannschaft gemacht habe.

Nach den guten Erfahrungen der letzten Jahre werde man auch 2012 die zentrale Gedenkfeier der Landsmannschaft unter Federführung der Landesgruppe Niedersachsen in Friedland durchführen, und man sei zuversichtlich, dort am 1. September den Niedersächsischen Ministerpräsidenten David MacAllister als Festredner begrüßen zu dürfen.

In einem weiteren Grußwort betonte der Beauftragte der Niedersächsischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Rudolf Götz MdL, die besondere Verantwortung für die schwer geprüfte Volksgruppe der Deutschen aus Russland, die auch in der Übernahme der Schirmherrschaft zum Ausdruck komme.

Mit ungezwungenen Gesprächen beim anschließenden Empfang ging die Feierstunde, die von dem Duo Emiliya Malkina (Cello) und Roman Gindes (Gitarre) musikalisch gestaltet wurde, zu Ende.

            VadW

 

 

Lilli Bischoff im Amt bestätigt

Landesdelegiertenversammlung Niedersachen in Hannover

 

Gut 30 Aktive beteiligten sich an der Delegiertenversammlung der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft, die am 11. Februar 2012 im Freizeitheim Stöcken in Hannover durchgeführt wurde.

 

Die amtierende Landesvorsitzende Lilli Bischoff konnte unter den Teilnehmern auch den Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft, Adolf Fetsch, und den Ehrenvorsitzenden der Landesgruppe, Wendelin Jundt, begrüßen.

In ihrem Bericht verwies sie auf eine arbeitsreiche, aber auch erfolgreiche Amtsperiode von Februar 2009 bis Februar 2012. Neben der alltäglichen ehrenamtlichen Arbeit erwähnte sie besonders die Feier zum 60. Jahrestag der Gründung der Landsmannschaft im Oktober 2010 in Hannover mit zahlreichen prominenten Gästen und einem attraktiven Kulturprogramm, das Sport- und Kulturfest im vergangenen Jahr in Friedland und natürlich die zentralen Gedenkfeiern der Landsmannschaft, die seit mehreren Jahren unter Federführung der Landesgruppe Niedersachsen ebenfalls in Friedland durchgeführt werden.

Des Weiteren erwähnte Lilli Bischoff die Partnerschaft der Landesgruppe Niedersachsen mit dem Kulturzentrum der Deutschen in Tjumen, die Bemühungen der Mitstreiter in Niedersachsen um die Zusammenführung von getrennten Familien und die gute Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Landesregierung, die in den letzten drei Jahren weiter vertieft und intensiviert worden ist.

Adolf Fetsch drückte in seinem Grußwort seine Hochachtung und Anerkennung der vorbildlichen landsmannschaftlichen Arbeit aus, die in Niedersachsen geleistet werde. Sein Dank galt allen Mitarbeitern – denen im Landesvorstand ebenso wie denjenigen in den Vorständen der Orts- und Kreisgruppen. Ohne diesen Einsatz wären, so Fetsch, alle Bemühungen der Landsmannschaft auf Bundesebene von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Nach den guten Erfahrungen der letzten Jahre werde man auch 2012 die zentrale Gedenkfeier in Friedland durchführen. Mit einiger Sicherheit könne man heute schon sagen, dass sich an der Veranstaltung am 1. September auch der Niedersächsische Ministerpräsident David MacAllister beteiligen wird.

Bei den anschließenden Neuwahlen des Landesvorstandes wurde Lilli Bischoff in ihrem Amt als 1. Vorsitzende bestätigt. Als Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Helene Moser (Nienburg), Svetlana Judin (Hannover), Andreas Maurer (Osnabrück), Marianna Neumann (Hannover), Alexander Rudi (Wolfsburg) und Anna Welz (Hannover).

Abschließend wurden in einer Diskussionsrunde die Lage der Landesgruppe Niedersachsen und die Planung für die nächsten drei Jahre besprochen.

            Svetlana Judin / VadW