Nienburg

Hele­ne Moser — Vor­sit­zen­de

Dres­de­ner Str. 4, 31618 Lie­ben­au

Tel.: 05023 — 4379

 

Die Orts- und Kreis­grup­pe Nien­burg hat­te für den 27. Janu­ar 2012 in den Holz­pa­vil­lon der Deu­la-Schu­le ein­ge­la­den und fei­er­te nach drei­jäh­ri­ger Pau­se wie­der ihr tra­di­tio­nel­les Faschings­fest.

Zahl­rei­che Teil­neh­mer aus ver­schie­de­nen Orts­grup­pen fan­den sich zu der Fei­er zusam­men und prä­sen­tier­ten sich in ihren lus­ti­gen und far­ben­fro­hen Kos­tü­men. Mit guter Lau­ne, tol­ler Stim­mung und unter­halt­sa­mer Musik ver­brach­ten alle einen gelun­ge­nen Abend.

            Hele­ne Moser, Vor­sit­zen­de

 

Bei den nie­der­säch­si­schen Kom­mu­nal­wah­len im Sep­tem­ber 2011 wur­den elf neue Mit­glie­der für den Rat der Gemein­de Rohrs­en (1.060 Ein­woh­ner) bei Nien­burg an der Weser gewählt. Dar­un­ter waren auch zwei russ­land­deut­sche Kan­di­da­ten, die gute Ergeb­nis­se erzielt hat­ten:

Eugen Becker, Jahr­gang 1973, der zum zwei­ten Mal für die Wäh­ler­ge­mein­schaft in den Rohrs­en­er Gemein­de­rat ein­zog. Er kam 1991 nach Deutsch­land und wohnt seit 1996 in Rohrs­en.

Artur Dre­ger, eben­falls Jahr­gang 1973. 1989 mit sei­nen Eltern als ers­te russ­land­deut­sche Fami­lie nach Rohrs­en gekom­men, kan­di­dier­te er zum ers­ten Mal für die CDU. Umso grö­ßer sei­ne Freu­de, dass er es bereits im ers­ten Anlauf geschafft hat.

Die Inter­es­sen der vie­len russ­land­deut­schen Fami­li­en in Rohrs­en wer­den künf­tig sicher­li­ch sehr gut von den bei­den jun­gen Män­nern ver­tre­ten wer­den.

            Git­ta Eggers

 

Die Kreis- und Orts­grup­pe Nien­burg hat­te jüngst zu ihrer Mit­glie­der­ver­samm­lung in das Begeg­nungs­zen­trum Sprot­te in Nien­burg ein­ge­la­den. Auf der Tages­ord­nung stan­den unter ande­rem die tur­nus­ge­mä­ßen Neu­wah­len des Vor­stan­des. Eigens ange­reist war die Vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe Nie­der­sach­sen, Lil­li Bisch­off aus Bar­sing­hau­sen, die auch die Wahl­lei­tung über­nahm und sich sehr herz­li­ch beim bis­he­ri­gen Vor­stand für die geleis­te­te Arbeit bedank­te.

Zur neu­en Vor­sit­zen­den wur­de ein­stim­mig die bis­he­ri­ge Stell­ver­tre­te­rin Hele­ne Moser (49) aus Lie­ben­au gewählt. Ihr zur Sei­te ste­hen zukünf­tig Ida Hör­ner, Eli­sa­be­th Ste­fan, Rena­te Russ­kopf und Wal­de­mar Befuss.

Wen­de­lin Jundt (81), seit 27 Jah­ren Vor­sit­zen­der der Kreis- und Orts­grup­pe, stell­te sein Amt an die­sem Tag zur Ver­fü­gung. Mit bewe­gen­den Wor­t­en sprach er über die Grün­dungs­ver­samm­lung der Kreis- und Orts­grup­pe am 6. Okto­ber 1984 mit 32 Fami­li­en als Grün­dungs­mit­glie­dern. Vie­le Ver­an­stal­tun­gen wur­den in den ver­gan­ge­nen 27 Jah­ren orga­ni­siert, etwa Mut­ter­tags­tref­fen, Ern­te­dank- und Weih­nachts­fei­ern sowie etli­che Aus­flü­ge. Beson­ders erin­ner­te Wen­de­lin Jundt an den nicht mehr exis­tie­ren­den Chor der Kreis- und Orts­grup­pe, der immer wie­der ger­ne zu Ver­an­stal­tun­gen ein­ge­la­den wur­de und mit sei­nem Gesang vie­le Men­schen erfreu­te.

Der schei­den­de Vor­sit­zen­de dank­te auch beson­ders Land­rat Hein­rich Eggers, der in den ver­gan­ge­nen acht Jah­ren immer wie­der die Belan­ge der Lands­mann­schaft unter­stützt und an den Ver­an­stal­tun­gen oft­mals mit sei­ner Frau Git­ta, die als för­dern­des Mit­glied der Lands­mann­schaft ange­hört, teil­ge­nom­men hat.

Lil­li Bisch­off dank­te Wen­de­lin Jundt für sei­ne geleis­te­te Arbeit zum Woh­le der Men­schen mit einem Blu­men­strauß und schlug der Ver­samm­lung vor, ihn zum Ehren­vor­sit­zen­den zu ernen­nen. Die anwe­sen­den Mit­glie­der stimm­ten dem Antrag geschlos­sen zu.

In ihrem Schluss­wort dank­te die neue Vor­sit­zen­de Hele­ne Moser der Ver­samm­lung für das ihr ent­ge­gen gebrach­te Ver­trau­en und bat herz­li­ch wei­ter­hin um Unter­stüt­zung, damit die Arbeit in der Kreis- und Orts­grup­pe erfolg­reich fort­ge­führt wer­den kann.

            Git­ta Eggers

 

Der Name Wen­de­lin Jundt ist vor allem unter den Heim­keh­rern und Aus­sied­lern aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on nicht nur in Nie­der­sach­sen ein Begriff. Jahr­zehn­te­lang präg­te er das Pro­fil der Lands­mann­schaft in Nie­der­sach­sen, heu­te ist er Ehren­vor­sit­zen­der des Lan­des­ver­ban­des.

 

Ins­be­son­de­re her­vor­zu­he­ben sind sei­ne Ver­diens­te in der Sozi­al­be­ra­tung auf allen Ebe­nen bis hin zum beru­fe­nen Refe­ren­ten des Bun­des­vor­stan­des der Lands­mann­schaft, dem er von 1993 bis 1995 ange­hör­te. Am 16. Okto­ber 2010 fei­ert der Nien­bur­ger sei­nen 80. Geburts­tag.

Wen­de­lin Jundt wur­de 1930 in Selz bei Odes­sa gebo­ren. Nach Sta­tio­nen im Wart­he­gau und in Bran­den­burg wur­de er, als die Rote Armee Deutsch­land erreich­te, von sei­nen Eltern getrennt und nach Sibi­ri­en (Udmur­ti­en) depor­tiert. Erst nach Auf­he­bung der Kom­man­dan­tur konn­te er nach Tadschi­kis­tan zie­hen.

Bereits ab 1966 konn­ten Mit­glie­der der Fami­lie Jundt nach Deutsch­land aus­wan­dern, und 1973 durf­te auch der damals 43-jäh­ri­ge Wen­de­lin Jundt mit sei­ner Fami­lie als Heim­keh­rer nach Deutsch­land (Nien­burg an der Weser) zurück­kom­men. Neben der erfolg­rei­chen beruf­li­chen Inte­gra­ti­on enga­gier­te er sich zuer­st im Bund der Ver­trie­be­nen und spä­ter vor allem in der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land.

1984 grün­de­te er die Orts- und Kreis­grup­pe Nien­burg der Lands­mann­schaft, wur­de deren Vor­sit­zen­der und bald dar­auf Motor und Vor­sit­zen­der der Lan­des­grup­pe Nie­der­sach­sen, die er bis 2002 lei­te­te. Als Lan­des­vor­sit­zen­der orga­ni­sier­te er mit gro­ßem Erfolg nie­der­säch­si­sche Lan­des­tref­fen. In Nien­burg 1986 und 1988 noch im klei­ne­ren Kreis (ca. 1.200 Teil­neh­mer), dann aber 1990, 1993, 1995, 1998 und 2002 in Han­no­ver mit jeweils zwi­schen 7.000 und 10.000 Besu­chern.

Nach dem Ein­tritt in den Ruhe­stand rich­te­te Jundt 1990 in sei­nem Haus eine Sozi­al­be­ra­tungs­stel­le der Lands­mann­schaft ein und unter­stütz­te tat­kräf­tig das Netz­werk zur Inte­gra­ti­on der Zuwan­de­rer im Land­kreis Nien­burg, der wie die Stadt Nien­burg damals einen Anteil von etwa zehn Pro­zent Aus­sied­lern hat­te. Durch sei­ne ehren­amt­li­che Tätig­keit half er, Här­ten zu mil­dern, und ver­mit­tel­te den Men­schen das Gefühl, nicht allein gelas­sen zu wer­den. Für sein uner­müd­li­ches Ehren­amt wur­de Wen­de­lin Jundt mit der bron­ze­nen, sil­ber­nen und gol­de­nen Ehren­na­del der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land aus­ge­zeich­net.

Als Zei­chen der Aner­ken­nung sei­ner Ver­diens­te in der Inte­gra­ti­ons­ar­beit wur­de Wen­de­lin Jundt 1993 mit dem Bun­des­ver­dienst­kreuz am Ban­de des Ver­dienst­or­dens der Bun­des­re­pu­blik gewür­digt. 2004 erhielt er für sein beson­de­res Enga­ge­ment und lang­jäh­ri­ges Wir­ken zum Woh­le der All­ge­mein­heit das Ver­dienst­kreuz am Ban­de des Nie­der­säch­si­schen Ver­dienst­or­dens, das ihm am 14. Sep­tem­ber Innen­mi­nis­ter Uwe Schü­ne­mann im Gäs­te­haus der Nie­der­säch­si­schen Lan­des­re­gie­rung in Han­no­ver über­reich­te.

In sei­ner Wür­di­gung fass­te der Innen­mi­nis­ter Wen­de­lin Jundts Ver­diens­te wie folgt zusam­men: „Sie, Herr Jundt, haben uns deut­li­ch gemacht, was es heißt, von einer Auf­ga­be über­zeugt zu sein und in dem Bewusst­sein zu han­deln, einen wich­ti­gen Bei­trag für die Spät­aus­sied­ler und deren Inte­gra­ti­on in ihrem neu­en Hei­mat­ort zu leis­ten. Nicht nur die Betreu­ung der neu ankom­men­den Spät­aus­sied­ler lag Ihnen am Her­zen. Auch das Zusam­men­ge­hö­rig­keits­ge­fühl der Deut­schen aus Russ­land in Nie­der­sach­sen woll­ten Sie unter dem Mot­to ‘Unse­re  Hei­mat Nie­der­sach­sen’ stär­ken und bele­ben.”

Die Lands­mann­schaft wünscht dem Jubi­lar noch vie­le Jah­re erfüll­ten und gesun­den Lebens in unse­ren Rei­hen.

Bun­des­vor­sit­zen­der Adolf Fet­sch,

 die Mit­glie­der des Bun­des­vor­stan­des,

Lan­des­grup­pe Nie­der­sach­sen

mit ihrer Vor­sit­zen­den Lil­li Bisch­off, Vor­stand der Orts­grup­pe Nien­burg