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Projekttage der Landesgruppe Niedersachsen mit der Partnerregion Tjumen in Russland

Projekttage der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. mit der Partnerregion des Landes Niedersachsen, Tjumen in Russland, vom 30. Mai bis 3. Juni 2012  Höhepunkte des Programms:  30. Mai 2012, Mittwoch: ▪ Begrüßung der Gäste aus Tjumen durch die 1. Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V., Lilli […]

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Liebe Landsleute,

die Ortsgruppe Wolfsburg feiert am 3. November um 14.30 Uhr im Freizeitheim West in Laagberg ihren

55. Gründungstag.

Bei den Vorbereitungen zu diesem Jubiläum bitten wir um Unterstützung. Sie können uns zum Beispiel Berichte, Fotos oder Zeitungsausschnitte zukommen lassen, die etwas über die Geschichte unserer Ortsgruppe aussagen.

Ansprechpartner:

• Ludmilla Neuwirth, Tel.:05361-307994;

• Lydia und Helmut Kieß, Tel.: 05362-61306;

• Alexander Rudi, Tel.: 05361-76002;

• Irene Pfeifer, Tel.: 05361-864826.

Für Ihre Unterstützung bedanken wir uns schon im Voraus.

            Der Vorstand

 

Zum Maitanzabend der Ortsgruppe Wolfsburg am 19. Mai 2012 konnte der 1. Vorsitzender Alexander Rudi rund 90 Besucher begrüßen.

Für den Auftakt des Kulturprogramms sorgte unser Chor mit drei Liedern. Als Premiere sang er das Lied „Pariser Tango“, zu dem die beiden Paare Nina und Anton Heiz sowie Irina und Jakob Schledewitz Tango tanzten. Die Gäste waren von der Darbietung ebenso angetan wie vom anschließenden Auftritt der Tanzgruppe „Kadril“ in ihren prachtvollen Kostümen.

Durch den Abend führten Larissa Hoffmann und Alex Weiser mit schwungvoller Musik, Gesang und Spielen. Sie konnten das Publikum mitnehmen und begeistern.

Ein besonderer Höhepunkt war die Wahl der attraktivsten Frau und des attraktivsten Mannes. Die Jury krönte sie als „Prinzessin und Prinz des Abends“ mit Pokalen.

Erfreulicherweise waren bei dieser gelungenen Veranstaltung die jungen Gäste wieder zahlreich vertreten. Und selbstverständlich wurde auch für das leibliche Wohl aller reichlich gesorgt.

Allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung geholfen haben, nochmals einen herzlichen Dank für den schönen Abend.

            Für den Vorstand: Helmut Kieß

 

Eduard Landenberger – Zeitzeuge

und Landsmann der ersten Stunde

Von den 100.000 Russlanddeutschen, die nach dem II. Weltkrieg in Westdeutschland von der „Repatriierung“ verschont blieben, wanderten circa 30.000 nach Übersee aus und rund 70.000 blieben in der entstehenden Bundesrepublik. Unter Letzteren befand sich auch Eduard Landenberger.

 

Eduard Landenberger wurde am 22. Januar 1924 in Neudorf, Gebiet Odessa, in einer Familie mit sechs Geschwistern geboren.

Neudorf wurde 1809 gegründet und war mit 460 Höfen ein großes, rein evangelisches Dorf. 1928/29 mussten alle Bewohner der Kolchose beitreten und ihr gesamtes Gut einbringen. Zur eigenen Bewirtschaftung wurden nur der Garten am Haus und der Weinberg gelassen.

Eduard Landenbergers Vater wurde 1937 verhaftet; über seinen Verbleib hat man nie etwas erfahren. Im gleichen Jahr verstarb sein ältester Bruder. Eduard erlernte den Beruf eines Schuhmachers.

Nachdem Neudorf 1941 von deutschen Truppen eingenommen und der deutschen Militärverwaltung unterstellt worden war, wurde Eduard Landenberger 1943 zur Wehrmacht eingezogen. Seine Militärausbildung absolvierte er in Holland. Danach war er in Frankreich und Tscherkassi im Einsatz. Wegen einer Erkrankung kam er Anfang 1945 in ein Hospital in Wernigerode, Harz. Nach seiner Genesung gewährte man ihm einen Kurzurlaub bei seiner Familie, die noch im Warthegau bei einer Familie Radtke aus Bessarabien untergebracht war.

Anschließend wurde er in Ungarn und dann in Tschechien eingesetzt. Dort geriet er in Gefangenschaft, hatte aber das Glück, schon am 31. Mai 1945 in Regensburg (Bayern) entlassen zu werden.

Über das Schicksal und den Aufenthalt seiner Familie wusste Eduard Landenberger nichts. Er bekam aber die Anschrift eines Onkels in Rennau (Niedersachsen), der ihm mitteilte, dass seine Familie nach Russland verschleppt worden sei. 1947 erfuhr er dann über Stuttgart, dass sich seine Familie im Arbeitslager in Tscheljabinsk, Ural, befand.

Er versuchte, den Seinen in irgendeiner Weise zu helfen, doch das war nicht möglich. 1948 erhielt er die Nachricht, dass seine Mutter im Jahr zuvor wegen Unterernährung gestorben war.

Ebenfalls 1948 heiratete er in Bisdorf auf der Insel Fehmarn Erna Freier. 1951 wurde ihre liebe Tochter Angelika geboren, und 1962 zog die Familie nach Nordsteimke, Wolfsburg (Niedersachsen), wo sie heute noch lebt.

Als es nach einem Besuch von Dr. Karl Stumpp in Wolfsburg 1957 zur Gründung der Ortsgruppe Wolfsburg der Landsmannschaft kam, gehörte Eduard Landenberger zu den  Männern der ersten Stunde.

Erste Erfolge der Bemühungen, Familienangehörige aus der Sowjetunion nach Deutschland zu holen, zeigten sich 1965, als Eduard Landenbergers Schwester Christine Kammerer gestattet wurde, mit ihrem Sohn nach Wolfsburg auszureisen. Acht Jahre später durfte sein Bruder Phi­lipp Landenberger mit drei Kindern ausreisen. 1981 kam die zweite Schwester Paulina Marschall mit Sohn und schließlich 1989 die Schwägerin Melitta mit Sohn, so dass nach so vielen Jahren die Familien der am Leben gebliebenen Geschwister wieder vereint waren. Alle haben sich inzwischen gut eingelebt und Russland als Geschichte und Vergangenheit abgehakt.

Als wir Eduard Landenberger in seiner Wohnung besuchten, zeigte er uns einen Ortsplan seines Geburtsortes Neudorf, der im Heimatbuch 1962 der Landsmannschaft enthalten ist. Er meinte, dass er mit zunehmendem Alter in Gedanken immer mehr „daheim“ sei, d.h. in Neudorf. Auf die Frage, ob er sich seine alte Heimat noch einmal anschauen wolle, antwortete er: „Früher, da war es zu gefährlich, und es gab auch keine Möglichkeit. Heute bin ich schon in die Jahre gekommen. Ich habe aber Berichten entnommen, dass von dem Ort nicht mehr viel übrig geblieben ist – und von meiner Zeit schon so gut wie gar nichts.“

Bei dem Gespräch mit Eduard Landenberger saß mit Ewald Fischer ein weiterer Landsmann der ersten Stunde mit am Tisch. Er war 1957 Gründungsvorsitzender der Ortsgruppe Wolfsburg. Ansonsten scheint als Zeitzeuge dieser Jahre in Wolfsburg nur noch Wilhelm Mayer geblieben zu sein…        Helmut Kieß

 

Wir gratulieren Johann Fischer ganz herzlich zu seinem 80. Geburtstag am 8. April 2012.

Johann Fischer, geb. 1932 in Neu-Berlin, Gebiet Odessa, ist seit 1967 Mitglied der Landsmannschaft und seit 1994 Träger der goldenen Ehrennadel des Vereins.

Von 1974 bis zu seinem Ausscheiden aus unserem Vorstand 1994 war Johann Fischer mit verschiedenen Aufgaben innerhalb der Landsmannschaft betraut. So war er von 1991 bis 1993 Mitglied des Bundesvorstandes, später dann von 1997 bis 2002 im Vorstand der BdV-Kreisgruppe Wolfsburg.

Johann Fischer hat sich im sozialen Bereich sehr große Verdienste erworben. In seiner Tätigkeit als Sozialreferent auf Orts- und Landesebene von 1985 bis 1998 konnte er vielen Landsleuten insbesondere bei der beruflichen Eingliederung und bei Rentenfragen helfen. Besonders hilfreich war sein Beistand in juristischen Angelegenheiten. Soweit es ihm seine Gesundheit erlaubt, steht er seinen Landsleuten bis heute mit Rat und Tat zur Seite.

Wir danken Johann Fischer von Herzen für seinen langjährigen Einsatz und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.

            Für den Vorstand: Helmut Kieß

 

Am 8. April 2012 feierte Pastor i.R. Arnulf Baumann seinen 80. Geburtstag. Wir danken dem Jubilar ganz herzlich für seine langjährige Unterstützung unserer Landsleute und wünschen ihm Gesundheit und alles Gute für die Zukunft.

Arnulf Baumann wurde am 2. April 1932 in Klöstitz, Bessarabien, geboren. Er ist Mitglied der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und seit 2010 Träger der goldenen Ehrennadel des Vereins.

Pastor Baumann kam 1975 als Direktor des Diakonischen Werkes nach Wolfsburg. Bereits im Jahr darauf gründete er den „Arbeits- und Freundeskreis für Aussiedler in Wolfsburg“, zu dem Vertreter verschiedener Institutionen gehörten, die sich mit der Eingliederung von Aussiedlern in Wolfsburg befassten.

In den 1980er und 1990er Jahren veranstaltete Pastor Baumann alljährlich einen „Aussiedlertag“ mit Gottesdienst, bei dem zahlreiche Aussiedler getauft, konfirmiert und getraut wurden.

Arnulf Baumann wurde mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet und ist der Landsmannschaft bis zum heutigen Tage eng verbunden.

Am 23. März führte die Ortsgruppe Wolfsburg einen Seniorennachmittag in der Paulusgemeinde durch. Der Besuch war so lebhaft, dass man den Raum bis auf den letzten Platz bestuhlen musste.

Nach dem Auftakt mit einer Chopin-Etüde, gespielt von Nicole Rudi (Klavier), konnte der Vorsitzende der Ortsgruppe Wolfsburg, Alexander Rudi, 80 Gäste, Deutsche aus Russland und Einheimische, begrüßen. Als Ehrengäste waren Pastor i.R. Arnulf Baumann und seine Ehefrau Theda gekommen, die am 18. März 2012 ihre goldene Hochzeit gefeiert hatten. Alexander Rudi überreichte ihnen zu diesem Jubiläum mit den besten Wünschen einen Blumenstrauß, während Nicole Rudi ihnen zu Ehren ein Werk von Schubert vortrug.

Helmut Kieß überbrachte die Grüße des BdV-Kreisvorsitzenden Gerhard Voigt und kündigte einen Vortrag über das Museumsvorhaben „Grenzdurchgangslager Friedland“ an, der am 27. April 2012 in der Caritas-Begegnungsstätte Föhrenkrug in Wolfsburg gehalten wurde.

Im Anschluss daran trat unser Chor mit drei Liedern auf und wurde dafür ebenso wie zuvor Nicole Rudi mit lebhaftem Beifall bedacht.

Nachdem sich die Gäste mit Kaffee und den selbst gebackenen Kuchen unserer Frauen vom Chor und Vorstand gestärkt hatten, referierte Helmut Kieß zum Thema „Die Russlanddeutschen unter Doppeladler 1763-1914“, unterstützt von Herrn Schlegel, der die Bilder zum Vortrag auf die große Leinwand im Saal projizierte. Es folgte eine Diskussion mit Fragen und Ergänzungen von Herrn Winter und Frau Merkel.

Abgerundet wurde der Nachmittag mit gemeinsam gesungenen Liedern, musikalisch begleitet von Waldemar Varlamov.

Allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung geholfen haben, und insbesondere allen Frauen, die uns mit leckeren Kuchen verwöhnten, nochmals ein herzlicher Dank!

Für den Vorstand: Helmut Kieß

 

Unsere weiteren Termine für 2012:

8. September, 15 Uhr: Gedenkfeier im Bürgersaal Westhagen zur Vertreibung der Russlanddeutschen 1941.

• 13. Oktober, 19 Uhr: Feier zum Erntedankfest mit Live-Musik im Freizeitheim West, Laagberg.

• 2. November, 15 Uhr: Seniorennachmittag in der Paulusgemeinde.

• 14. Dezember, 15 Uhr: Seniorenadventsfeier in der Paulusgemeinde.

• 31. Dezember, 19 Uhr: Silvesterfeier mit Live-Musik im Freizeitheim West, Laagberg.

Änderungen vorbehalten.

Für den Vorstand: Helmut Kieß

 

Das Mahnmal

am Klieversberg in Wolfsburg

 

In der März-Ausgabe 2010 von Volks auf dem Weg wird dazu aufgerufen, Informationen über Orte zu sammeln, die an Russlanddeutsche erinnern. Einen solchen Ort gibt es bei uns in Wolfsburg (Niedersachsen). Dort steht ein Mahnmal, an dem Gedächtnistafeln angebracht sind, durch die mehrere Landsmannschaften an ihre verstorbenen Landsleute erinnern. Eine dieser Tafeln ist den Russlanddeutschen gewidmet.

 

Meine Recherchen zur Geschichte des Mahnmals haben Folgendes ergeben:

Entstanden ist es auf Initiative des Zentralverbandes vertriebener Deutscher (ZvD), des Vorläufers des Bundes der Vertriebenen. Am 18. Juni 1951 stand dazu in den „Wolfsburger Nachrichten“:

Ehrenmal der Heimatvertriebenen. Der Vorstand der Wolfsburger Ortsgruppe des ZvD hat die Gestaltung eines Ehrenmals in den Arbeitsplan des jetzt laufenden Geschäftsjahres aufgenommen. Das Ehrenmal soll an die Heimatvertriebenen erinnern, die während des vergangenen Krieges in Kampfhandlungen, auf dem Treck oder in Internierungslagern verstorben und gefallen sind. Es soll Zweck dieses Ehrenmals sein, die großen Qualen der aus ihrer Heimat Vertriebenen ins Gedächtnis zu rufen, und es soll die Überlebenden verpflichten, stets derer zu gedenken, die durch grausames Geschick ums Leben kamen…“

Alle Heimatvertriebenen wurden aufgerufen, sich durch Geldspenden an dem Bau zu beteiligen, und weiter lesen wir:

„Der ZvD beabsichtigt, sich auch an die einheimische Bevölkerung mit der Bitte zu wenden, die Heimatvertriebenen beim Bau dieses Ehrenmals zu unterstützen.“

In der Meldung zur Sitzung des Ausschusses für Bauwesen der Stadt Wolfsburg vom 12. Juli 1951 steht:

„In der Sitzung wurde angeregt, die vom ZvD beabsichtigte Errichtung eines Ehrenmals in der Weise zu lenken, dass dieses für alle Opfer des Krieges errichtet wird.“

Der Grundstein wurde laut „Wolfsburger Nachrichten“ am 25. November 1951 gelegt. Die Einweihung erfolgte am Totensonntag (22. November) des Jahres 1953, und in den folgenden Jahren (bis 1964?) wurden nach und nach die Wappen der folgenden Volksgruppen angebracht:

 

      Baltendeutsche, Memelländer,

      Ostpreußen, Westpreußen,

      Danziger, Wartheländer,

      Pommern, Brandenburger,

      Schlesier, Oberschlesier,

      Sudetendeutsche,

      Siebenbürger Sachsen.

 

Wie man sieht, fehlte eine Erinnerung an die Russlanddeutschen. Um das zu ändern, nahm sich in den 1980er Jahren der Vorstand der Ortsgruppe Wolfsburg der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mit seinem Vorsitzenden Christian Martin der Sache an. Die erste Anfrage an die Stadt Wolfsburg wurde 1984, evtl. auch schon früher, gerichtet. Der erste amtliche Vermerk, den ich zu dieser Angelegenheit im Archiv gefunden habe, ist auf den 25. Februar 1985 datiert.

Da das Mahnmal schon lange existierte und die bis dato angebrachten zwölf Tafeln einen symmetrischen Halbkreis bildeten, gab es im Rat der Stadt eine Diskussion zur Platzierung der neuen Tafel. In dem gerade erwähnten Vermerk heißt es dazu:

„… 2. Das Anbringen einer weiteren Tafel ist mit Einschränkungen an folgenden Standorten möglich: 2.1. in der Mitte der Rückwand; 2.2. in einer der Mauerecken des Ehrenhofs. Bei einem Standort in der Rückwandmitte würde die auf Symmetrie aufgebaute Gestaltung des Ehrenhofs gewahrt bleiben.“

Nach einigem Hin und Her wurde beschlossen, die Tafel der Russlanddeutschen mit dem Wappen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und dem Schriftzug „Deutsche aus Russland“ an der Rückwandmitte anzubringen.

Die letzte Notiz (vom Hochbauamt der Stadt Wolfsburg) zu diesem Thema lautete:

„Die Wappentafel sowie die Kranzanhängung wurden am 28.10.86 in der Mitte der Rückwand des Ehrenmals montiert. Somit hat die Tafel zwischen den Wappen der Pommern und des Warthelands seinen Platz gefunden.“

Ergänzend wäre zu sagen, dass beim Mahnmal am Klieversberg alljährlich zum Tag der Heimat am zweiten Sonntag im September eine Gedenkfeier stattfindet, die an alle Opfer des Krieges erinnern soll. An dieser Veranstaltung nehmen die Vertreter der Ortsgruppe Wolfsburg der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und unser Chor der Deutschen aus Russland regelmäßig teil.

Für die Unterstützung bei den Recherchen zu diesem Artikel bedanke ich mich herzlich beim Historischen Archiv der Stadt Wolfsburg.

            Richard Matheis

 

„Mobil im Alter“

Engagierte Alltagsbegleiterinnen helfen älteren Aussiedlern

 

Die schwierige Situation von Aussiedlersenioren zeigt sich oft vor allem darin, dass im alltäglichen Leben keine ausreichenden Entlastungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Außerdem ist aufgrund der sprachlichen und kulturellen Konstellation eine soziale Isolation dieser Senioren zu beobachten. Besonders betroffen sind allein stehende Senioren, die keine Verwandten in der Nähe haben und den ganzen Tag in den eigenen vier Wänden verbringen.

 

Um dieser Situation in unserer Stadt entgegenzuwirken, hat das Integrationszentrum „MeiNZ“ („Mein Neues Zuhause“) der Diakonie Wolfsburg und das Seniorenservicebüro der Stadt Wolfsburg in Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe Wolfsburg der Landsmannschaft eine erste Schulung für ehrenamtliche Alltagsbegleiter von Senioren durchgeführt. Finanziert wurde die Schulung durch das Land Niedersachsen im Rahmen der Fördermaßnahme „Seniorenservicebüro“. Es war die erste Pilotgruppe in Niedersachsen.

Ziel des Projektes „Mobil im Alter“ ist, dass ältere Menschen von Landsleuten besucht werden. Die Alltagsbegleiter machen sich mit Altersfragen vertraut, helfen beim Einkaufen, begleiten bei Spaziergängen und kulturellen Aktivitäten.

Im Frühsommer 2010 besuchten zehn Frauen aus der ehemaligen Sowjetunion über 60 Unterrichtsstunden dieser Schulungsmaßnahme. Ein Dozententeam unterrichtete zu Themen wie Altersbilder in unterschiedlichen Kulturen, Umgang mit Kommunikationsbarrieren, Hospizarbeit und Demenz. Mit 20 Praxiseinheiten in verschiedenen sozialen Einrichtungen wurde die Fortbildung zum Alltagsbegleiter abgeschlossen.

 

Positive Bilanz

 

Nach einem Projektjahr können wir nun eine positive Bilanz ziehen: Acht ehrenamtliche Alltagsbegleiterinnen sind aktiv in der Einzelbegleitung tätig. Sie besuchen wöchentlich Senioren und sind Ansprechpartner, Entlastung, Freund, Helfer und Vertrauensperson geworden. Außerdem trifft sich an jedem zweiten und vierten Freitag eine Seniorengruppe unter der Leitung der Alltagsbegleiterinnen.

Ein besonders Ereignis für die Senioren war der „Urlaub ohne Koffer“, der im Frühjahr 2011 durchgeführt wurde. „Ein Tag einmal anders“ – so lautete das Motto der eintägigen Veranstaltung der ehrenamtlichen Alltagsbegleiterinnen für 17 ältere Wolfsburger aus Aussiedlerfamilien. Die Alltagsbegleiterinnen Irina Pfeifer, Elena Roth, Ludmila Rudi, Elvira Zaikin und Svetlana Strel sowie die Diakonie-Mitarbeiterinnen des Integrationszentrums „MeinNZ“, Raissa Janzer und Ludmilla Neuwirth, hatten den Tag vorbereitet.

Wir starteten um 9 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück in der Cafeteria „Treffpunkt am Markt“ in Wolfsburg-Westhagen. Bewegungsspiele, Gedächtnistraining, Singen und Vorlesen von Geschichten standen auf dem Vormittagsprogramm.

Nach dem Mittagessen wurden die Senioren zu einer Stadtrundfahrt durch Wolfsburg eingeladen. Viele von ihnen sahen dabei einige Wolfsburger Sehenswürdigkeiten zum ersten Mal. Eine fachkundige Fremdenführerin erläuterte die Entwicklung der Stadt.

Passend zur Kaffeezeit traf die Gruppe im Café „Schau ins Land“ ein, das sich im 16. Stock des Diakonie-Hochhauses befindet. Pastorin Keitel von der Diakonie begrüßte unsere Gruppe mit einer kleinen Andacht. Nach der Kaffeepause ging es wieder nach Hause; um 17 Uhr verabschiedeten sich die Senioren mit herzlichen Dankesworten von den Alltagsbegleiterinnen.

Auch die Organisatoren waren mit dem „Urlaub ohne Koffer“ sehr zufrieden und planen, die Aktion im nächsten Jahr zu wiederholen.

Helmut Kieß

 

„Zukunft braucht Erinnerung“

 

Die Gedenkfeier in Wolfsburg-Westhagen stand unter dem Motto „Zukunft braucht Erinnerung“.

 

Eingeladen hatten das Diakonische Werk Wolfsburg und die Ortsgruppe Wolfsburg der Landsmannschaft. Ludmilla Neuwirth, Ortsbürgermeisterin und Leiterin des Integrationszentrums MeiNZ („Mein neues Zuhause“), konnte rund 150 Besucher zu der Feier begrüßen. Unter den Ehrengästen befanden sich die niedersächsische Landtagsabgeordnete Elisabeth Heister-Neumann, der Wolfsburger Oberbürgermeister Prof. Rolf Schnellecke und der BdV-Kreisvorsitzende Gerhard Voigt.

Nach dem Grußwort der Ehrengäste hielt Pastor Ralf-Werner Günther eine Andacht, ehe die Gäste bei Kaffee und Kuchen Erinnerungen austauschten. Im Anschluss an die Kaffeetafel moderierte Larissa Hoffmann eine Präsentation von Zeitzeugen. Zum gleichen Thema war eine Text- und Bilderausstellung vorbereitet worden, die Helmut Kieß gestaltet hatte.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Alex Weiser, dem Saxofonisten Alexander Eichmann und unserem „Chor der Deutschen aus Russland“.

Der Chor unter der Leitung von Waldemar Varlamov war auch bei der Gedenkfeier der Bundesvereinigung „Heimat“ am 27. August vor dem Berliner Reichstag dabei. Die Anreise mit der Bahn hatte Chorsprecher Alexander Schlegel organisiert.

            Für den Vorstand: Helmut Kieß

 

Sport und Wiedersehensfreude

 

Unter der Leitung von Ludmilla Neuwirth vom Vorstand der Landesgruppe Niedersachsen wurde am 30. April ein neuer Vorstand der Ortsgruppe Wolfsburg gewählt. Dabei wurde Alexander Rudi als 1. Vorsitzender zum Nachfolger von Robert Fischer gewählt. Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden Ida Kessler, Ludmilla Neuwirth, Irene Pfeifer, Alexander Schlegel, Heinrich Schwab und Frieda Stelzel gewählt.

Zum Abschluss der Veranstaltung sang unser Chor unter der Leitung von Waldemar Varlamov und wurde mit regem Applaus bedacht.

Anschließend spielten Ella und Franz aus Hannover live zum „Tanz in den Mai“ auf und konnten mit schwungvoller Musik, Gesang und Spielen das Publikum begeistern. Der  gelungene Tanzabend, zu dem wir auch einheimische Mitbürger begrüßen durften, ging bis Mitternacht.

Allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung des schönen Abends geholfen haben, nochmals herzlichen Dank!

 

Ewald Fischer wurde 85

 

Am 12. Mai 2011 feierte Ewald Fischer, der bei der Gründung der Ortsgruppe Wolfsburg 1957 zu ihrem ersten Vorsitzenden gewählt wurde, seinen 85. Geburtstag. Er ist einer der wenigen, die als Zeitzeugen der Gründerjahre der Landsmannschaft noch unter uns sind.

 

Ewald Fischer, der in unserem Vorstand verschiedene Ämter bekleidete, wurde nach seinem Ausscheiden als aktives Mitglied aus gesundheitlichen Gründen zum Ehrenmitglied des Vorstandes ernannt. Für seine langjährigen Verdienste wurde er mit der goldenen Ehrennadel der Landsmannschaft ausgezeichnet.

Wir wünschen Ewald Fischer weiterhin die nötige Gesundheit und alles Liebe und Gute im Kreise seiner Familie.

Im Gespräch erinnerte er sich an die Anfangsjahre der Landsmannschaft. Bereits zu Beginn der 1950er Jahre hatte es sich unter den nach dem II. Weltkrieg in Deutschland gebliebenen Landsleuten herumgesprochen, dass es in Deutschland eine Landsmannschaft der Deutschen gibt, die damals noch Arbeitsgemeinschaft der Ostumsiedler hieß.

1957 kam der damalige Sprecher der Landsmannschaft, Dr. Karl Stumpp, nach Wolfsburg. Ewald Fischer erinnert sich mit Stolz an diese Begegnung, da ihm Dr. Stumpp als Erstem in Wolfsburg die Beitrittserklärung zur Landsmannschaft überreichte.

Nach diesem Besuch suchten die Teilnehmer Landsleute in Wolfsburg auf, um sie davon zu überzeugen, der Landsmannschaft beizutreten und sich zu organisieren. (1948 hatten in Wolfsburg etwa 120 russlanddeutsche Familien gelebt.) Ewald Fischer hatte einen Motorroller, mit dem er nach der Arbeit unermüdlich zu seinen Landsleuten unterwegs war.

Am 15. Oktober 1957 versammelten sich dann Deutsche aus Russland in der Gaststätte „Stadtmitte“, um die Ortsgruppe Wolfsburg zu gründen. Der erste Vorstand hatte die folgenden Mitglieder:

• Ewald Fischer, Vorsitzender;

• Johannes Ungemach, Stellvertreter;

• Christian Martin, Geschäftsführer;

• Arthur Zimbelmann, Kassier;

• Beisitzer: Katharina Schumacher, Rosa Fischer und Anton Philipp.

Schon am 21. September 1957 wurde auch im benachbarten Fallersleben, das seit 1972 zu Wolfsburg gehört, ebenfalls eine Ortsgruppe mit Johann Kieß als Vorsitzendem, Herrn Schell als Stellvertreter, Herrn Welter als Kassier und Frau Wunsch als Beisitzerin gegründet, die 1972 in die Ortsgruppe Wolfsburg eingegliedert wurde.

Zu Versammlungen und geselligen Abenden traf man sich zuerst in der Gaststätte „Stadtmitte“, dann in der Gaststätte „Sonnenschein“ des Kleingärtnervereins und schließlich im Freizeitheim West, Stadtteil Laagberg, wo man auch heute noch zusammenkommt.

Nach der Amtszeit von Ewald Fischer bis 1961 wurde die Ortsgruppe Wolfsburg von folgenden Personen geführt:

• Christian Martin, 1961-1986;

• Richard Matheis, 1986-1992;

• Marta Braun, 1992-2008;

• Robert Fischer, seit 2008.

Die Ortsgruppe Wolfsburg ist heute nach Hannover und Osnabrück die drittgrößte Ortsgruppe in Niedersachsen. Als Vorstandsmitglied der Ortsgruppe wurde Helmut Kieß 1983 zum Vorsitzenden der Landesgruppe gewählt, die zu diesem Zeitpunkt in einem schlechten Zustand war. Es musste viel Arbeit und Zeit investiert werden, um einige bestehende Ortsgruppen wieder zu beleben und auch neue zu gründen.

So wurde zum Beispiel 1984 die Ortsgruppe Nienburg mit dem späteren Landesvorsitzenden Wendelin Jundt ins Leben gerufen. Helmut Kieß als Vorsitzender und Wendelin Jundt als sein Stellvertreter führten am 9. und 10. August in Nienburg das erste niedersächsische Landestreffen durch. Bei diesem Treffen wurde in Nien­burg auch ein Stein „Zum Gedenken an die Deutschen aus Russland“ an der Kreisberufsschule enthüllt und ein Baum gepflanzt.

            Für den Vorstand: Helmut Kieß