Wuppertal — Hagen

Olga Hor­st — Vor­sit­zen­de

Mosel­str. 8, 42117 Wup­per­tal

Tel.: 0202 — 667625, E — Mail: olga_horst@yahoo.de

 

Hochzeitstumult auf Kolonistenart

 

Schon zum zwei­ten Mal genos­sen die Gäs­te in Hagen (Nord­rhein-West­fa­len) die Auf­füh­rung des Thea­ter­stü­ckes „Wol­ga­deut­sche Hoch­zeit“. Sie lie­ßen sich wie­der vom reich­hal­ti­gen Ange­bot der Orts­grup­pe Wup­per­tal der Lands­mann­schaft beein­dru­cken.

 

Geför­dert wird das Stück durch die Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf (NRW). Das viel­fäl­ti­ge Kul­tur­gut der Wol­ga­deut­schen wird durch das Stück, das die Gebräu­che von der Ver­lo­bung bis zur Hoch­zeit zeigt, der Öffent­lich­keit näher gebracht — das war und ist das Ziel der gro­ßen Ver­an­stal­tung.

Die  „Wol­ga­deut­sche Hoch­zeit“ ist in fünf Sze­nen geglie­dert. Hele­ne Beder mode­rier­te die Vor­stel­lung.

Sämt­li­che Lai­en­dar­stel­ler, die alle Rol­len im wol­ga­deut­schen Dia­lekt spiel­ten, kom­men aus Hagen. Sie wur­den durch den Chor „Hei­mat­me­lo­die“ aus Dort­mund mit Lie­dern, Musik und Tanz unter­stützt. Auch die Gäs­te im Saal waren aktiv an der Hoch­zeit betei­ligt.

Alle Sze­nen der Hoch­zeit waren sys­te­ma­ti­sch mit­ein­an­der ver­bun­den. Im ers­ten Teil der Vor­füh­rung ging es von der Ver­lo­bung bis zur Trau­ung.

Nach der kur­zen Pau­se gin­gen zwei Hoch­zeits­bit­ter, die gro­ßes Sprach­ta­lent hat­ten, mit ihren Bän­der­stö­cken und Lade­sprü­chen durch den Saal, um die Gäs­te zur Hoch­zeit ein­zu­la­den:

 

Guten Abend, ihr viel gelieb­ten Leut’!

Ich komm’ zu euch in gro­ßer Freud’:

Denn Gott hat uns und auf Erden

Ein neu­es Eh’paar las­sen wer­den!

 

Und es wur­de fort­ge­setzt:

 

Ich bin von den Hoch­zeits­vä­tern gesandt,

Das könnt ihr sehen an Sto­ck und Band -

Und auch von Braut und Bräu­ti­gam.

 

Die Lade­sprü­che wur­den den zukünf­ti­gen Gäs­ten in lus­ti­ger Gedicht­form aus­wen­dig auf­ge­sagt:

 

Mes­ser und Gabeln dürft ihr nicht ver­ges­sen,

Son­st müsst ihr mit den Fin­gern essen.

 

Im zwei­ten Teil ging es hoch her bei der  Hoch­zeits­fei­er; alle Gäs­te amü­sier­ten sich  bei Tanz und Späß­chen. Das Braut­paar nahm zuer­st die Geschen­ke ent­ge­gen. Dann wur­de am Ende des ers­ten Tages der Hoch­zeit der Kranz der Braut ins Publi­kum gege­ben.

Es wur­den vie­le Volks­lie­der aus der frü­he­ren Hei­mat an der Wol­ga gesun­gen, auch das belieb­te Lied „Schön ist die Jugend“.

Auf den Tischen stan­den die Gerich­te aus dem Wol­ga­ge­biet, und die Gäs­te haben sich ver­wöh­nen las­sen.

Die gesam­te Auf­füh­rung wur­de auf Video auf­ge­nom­men und wird schon bald als Film erschei­nen.

Das war ein unver­gess­li­cher, wun­der­schö­ner Tag mit viel Gesang und schö­nen Lesun­gen. Der Saal der AWO in Hagen war voll, und die Hage­ner freu­en sich dar­auf, das Thea­ter­stück  wie­der zu sehen.

Text und Foto: Irma Mer­kel

 

Am 21. März 2011 bra­chen Mit­glie­der der Orts­grup­pe Wup­per­tal auf Ein­la­dung des Wup­per­ta­ler Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Man­fred Zöll­mer (SPD) auf zu einer vier­tä­gi­gen Rei­se nach Ber­lin.

In Ber­lin wur­den wir von Herrn Krö­ger emp­fan­gen, der uns durch das umfang­rei­che Rei­se­pro­gramm beglei­te­te. Die Stadt­rund­fahrt ori­en­tier­te sich an poli­ti­schen und his­to­ri­schen Sehens­wür­dig­kei­ten.  Eine Füh­rung durch die Gedenk­stät­te „Deut­scher Wider­stand“ und die Besich­ti­gung der Aus­stel­lung im Deut­schen His­to­ri­schen Muse­um run­de­ten den zwei­ten Tag ab.

Beson­ders auf­schluss­reich war der drit­te Tag mit einem Besu­ch und Infor­ma­ti­ons­ge­sprä­chen im Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen, im Bun­des­rat und im Deut­schen Bun­des­tag. Man­fred Zöll­mer beant­wor­te­te dabei alle unse­re Fra­gen. Anschlie­ßend besich­tig­ten wir die Glas­kup­pel und hat­ten einen Foto­ter­min im Reichs­tags­ge­bäu­de.

Am letz­ten Tag besuch­ten wir das Muse­um „Haus am Check­point Char­lie“.

Im Namen aller Teil­neh­mer dan­ken wir unse­rem Abge­ord­ne­ten ganz herz­li­ch für die erleb­nis­rei­chen Tage.

Irma Mer­kel, Emma Schöl­ler,

Mit­glie­der der Orts­grup­pe

 

Zu Besuch in Wuppertal:

Delegation aus Engels an der Wolga

 


Vom 19. bis 23. Sep­tem­ber 2010 hat­ten wir in Wup­per­tal (NRW) den Besu­ch einer Dele­ga­ti­on aus der Haupt­stadt der ehe­ma­li­gen Wol­ga­deut­schen Repu­blik, Engels. 

 

Ermög­licht hat­te den Besu­ch der Ver­ein “Kul­tur­brü­cke Wup­per­tal — Engels”, der 2009 von dem Kon­zertsän­ger Gün­ter Lesche und dem frü­he­ren Gym­na­si­al­leh­rer Harald Novoc­zin. Im Vor­der­grund des Pro­jek­tes steht die kul­tu­rel­le und wirt­schaft­li­che Koope­ra­ti­on zwi­schen Wup­per­tal und Engels.

Dank des Ver­eins sind meh­re­re Aus­stel­lun­gen in Deutsch­land und Russ­land zustan­de gekom­men, unter ande­rem “Schö­nes Wup­per­tal” im Lan­des­mu­se­um Engels und “260 Jah­re Wol­ga­stadt Engels” im Wup­per­ta­ler Rat­haus.

Die Engel­ser Dele­ga­ti­on setz­te sich zusam­men aus einer Schul­klas­se und sie­ben rus­si­schen Offi­zi­el­len, dar­un­ter Schul­lei­ter, Hoch­schul­lei­ter und Stadt­ver­tre­ter. Auf dem Pro­gramm stan­den ein Besu­ch des Johan­nes-Rau-Gym­na­si­ums und der Gesamt­schu­le Lang­er­feld, der Ber­gi­schen  Uni­ver­si­tät und der Junior Uni, des Muse­ums der Früh­in­dus­tria­li­sie­rung und der IHK. Am vor­letz­ten Tag wur­de die gesam­te Dele­ga­ti­on mit einem Ver­tre­ter der Rus­si­schen Bot­schaft aus Bonn emp­fan­gen.

Im Lau­fe ihres Auf­ent­hal­tes sahen sich die Gäs­te auch Sehens­wür­dig­kei­ten in Wup­per­tal und Umge­bung sowie die Stadt Köln an.

Für die Zukunft ist ein Stu­den­ten­aus­tau­sch vor­ge­se­hen.

            Nina Mer­kel

 

Am 29. August 2010 fan­den sich Lands­leu­te und Gäs­te der Lands­mann­schaft in Wup­per­tal zum Geden­ken an die Opfer der Ver­fol­gung und Ver­trei­bung zusam­men.

Nach­dem die Vor­sit­zen­de der Orts­grup­pe Wup­per­tal, Olga Hor­st, die Fei­er eröff­net hat­te, hielt der katho­li­sche Seel­sor­ger Hil­dera­th eine Anspra­che und erin­ner­te an unse­re Opfer der sta­li­nis­ti­schen Repres­sio­nen in den Jah­ren 1941 bis 1956. Gemein­sam mit den Anwe­sen­den sang er “Gro­ßer Gott, wir loben dich” und bete­te das Vater­un­ser.

Einen Vor­trag zum The­ma “Gemein­sam gegen Unrecht und Ver­trei­bung” hielt Dr. Mat­thi­as Well­mer. Sehr ein­drucks­voll war der Auf­tritt des Cho­res “Har­mo­nie” unter der Lei­tung von Nel­ly Ili­nich.

Als Gäs­te konn­ten wir auch Gün­ter Lesche und Harald Nowos­zin vom Ver­ein “Kul­tur­brü­cke Wup­per­tal — Engels” begrü­ßen. Im Rah­men­pro­gramm wur­den Fil­me zur Geschich­te und zum Schick­sal der Volks­grup­pe gezeigt, und in einer Aus­stel­lung waren Bücher, Fotos, Doku­men­te und Zeich­nun­gen der Deut­schen aus Russ­land zu sehen.

Zum Abschluss trug Alex­an­der Weiz das fol­gen­de selbst ver­fass­te Gedicht vor:

Die Sta­lin­zeit

 

Ein altes Bild

hängt an der Wand,

es ist von der Son­ne

ganz gelb gebrannt:

das Bild aus mei­ner Jugend,

aus der schreck­li­chen

Sta­lin­zeit,

als deut­sche Frau­en

von Begleit­sol­da­ten

getrie­ben wur­den

durch Wäl­der und Fel­der

zur Zwangs­ar­beit.

Sie soll­ten schuf­ten

und dabei kre­pie­ren.

Ihre Kin­der soll­ten

sich selbst ernäh­ren.

Es woll­te nicht auf­hö­ren

das Mar­tern und Pla­gen.

Den Schmerz wegen

den ver­las­se­nen Kin­dern

konn­ten sie kaum ertra­gen.

Ein Stück­chen Brot

ihr ein­zi­ger Trost,

dana­ch der Holz­schlag

bei grim­mi­gem Frost.

Von Sol­da­ten gepei­nigt

und geschla­gen,

wur­den vie­le von ihnen

in Wald­gru­ben begra­ben.

Für Über­le­ben­de

ist die schlim­me Zeit

schon lan­ge, lan­ge vor­bei.

Gott war mit ihnen schon immer

und ist auch jetzt noch dabei.

Irma Mer­kel