Magdeburg

Elena Klein — Vor­sit­zen­de

Schif­fer­str. 12, 39106 Mag­de­burg

Tel.: 0391 — 5371296 und — 5411579

E — Mail: aris.klein@gmx.de

 

Im April 2012 betei­lig­ten sich Mit­glie­der der Orts­grup­pe Mag­de­burg der Lands­mann­schaft an einer Oster-Auf­bau­wo­che für Spät­aus­sied­ler­fa­mi­li­en und Ein­hei­mi­sche, orga­ni­siert von der Evan­ge­li­schen Kir­che Mit­tel­deutsch­lands. Orga­ni­sa­to­ren der Fahrt waren Andre­as und Chris­ti­ne Rothe; Andre­as ist Pfar­rer in Ruhe­stand und Chris­ti­ne ist Pfar­re­rin und zustän­dig für die Aus­sied­ler­seel­sor­ge.

Durch die Maß­nah­me wur­den vor allem kin­der­rei­che bzw. bedürf­ti­ge Fami­li­en unter­stützt. Das Pro­gramm beinhal­te­te unter ande­rem das Ken­nen­ler­nen der evan­ge­li­schen und katho­li­schen Oster­bräu­che und das Brauch­tum der Deut­schen in Sach­sen und der Sor­ben in der Ober­lau­sitz, die im male­ri­schen Drei­län­der­eck Polen-Deutsch­land-Tsche­chien liegt.

Es gab Ange­bo­te sowohl für Kin­der als auch für ihr Eltern, etwa den Besu­ch des Pup­pen­mu­se­ums in Seif­hen­ners­dorf, die berühm­ten Fas­ten­tü­cher in Zit­tau, das Oster­rei­ten im Klos­ter Ost­riz oder das Chem­nit­zer Pas­si­ons­spiel 2012 „Para­dies­vo­gel“, das wir mit­er­le­ben durf­ten. In der Kir­che Seif­hen­ners­dorf wohn­ten wir einer Tau­fe bei, und wir besich­tig­ten die Sehens­wür­dig­kei­ten in Gör­litz, Herrn­hut, Oybin und ande­ren Orten.

Beein­druckt waren wir nicht nur davon, wie behut­sam die alten Tra­di­tio­nen die­ser Orte gepflegt wer­den, son­dern auch davon, dass man die Tra­di­tio­nen der Vor­fah­ren auch lebt. So tru­gen zum Bei­spiel die Mit­ar­bei­ter der Gast­stät­te, in der wir uns in die­sen Tagen auf­hiel­ten, ihre Natio­nal­trach­ten.

Wir bedan­ken uns ganz herz­li­ch bei Andre­as und Chris­ti­ne Rothe für ihre Geduld, Herz­lich­keit und Nächs­ten­lie­be, die sie auch in die­ser Woche immer wie­der zeig­ten und allen ver­mit­tel­ten.

Irma Held

(im Namen der Grup­pe)

 

Jede Tra­gö­die in der Geschich­te der Mensch­heit hat ihre Kalen­der­da­ten, die an das Leid erin­nern und gleich­zei­tig die Stand­haf­tig­keit und den Mut der Betrof­fe­nen mar­kie­ren. Für die Russ­land­deut­schen ist es der 28. August — der Tag, an dem der Erlass über die Über­sied­lung der Wol­ga­deut­schen die mas­sen­haf­te Depor­ta­ti­on der Russ­land­deut­schen ein­lei­te­te. Die­sem Datum war der Gedenknach­mit­tag am 7. Okto­ber 2011 in Mar­burg gewid­met.

Elena Klein von der Orts­grup­pe Mag­de­burg der Lands­mann­schaft eröff­ne­te die Gedenk­fei­er und ver­las das Gruß­wort des Bun­des­vor­sit­zen­den Adolf Fet­sch. Gruß­wor­te spra­chen auch der Bei­ge­ord­ne­te Hans-Wer­ner Brü­ning, Micha­el Mar­quardt, Geschäfts­füh­rer der Aus­lands­ge­sell­schaft Sach­sen-Anhalt, und Pau­li­ne Wie­de­mann, Vor­sit­zen­de der Orts­grup­pe Luther­stadt Wit­ten­berg der Lands­mann­schaft.

Die jun­gen Mode­ra­to­ren der Ver­an­stal­tung, Nata­li Heit und Edu­ard Krie­gert, tru­gen Aus­zü­ge aus dem Roman von Heinz Kon­sa­lik „Der Him­mel über Kasach­stan“ vor. Dar­in berich­tet der Autor dar­über, wie die Depor­ta­ti­on schick­sal­haft in das Leben von Hun­dert­tau­sen­den Men­schen ein­griff.

Im Saal waren auch Gäs­te, deren Leben direkt mit den Begrif­fen Depor­ta­ti­on und NKWD-Lager ver­bun­den war. Sie erzähl­ten dar­über, dass der Erlass vom 28. August für alle Deut­schen des Wol­ga­ge­biets ein Schlag ins Gesicht war. Die Erin­ne­run­gen der Zeit­zeu­gen, in die immer wie­der musi­ka­li­sche Ein­la­gen auf Deut­sch und Rus­si­sch ein­ge­scho­ben wur­den, gin­gen den Gäs­ten unter die Haut, vie­le konn­ten die Trä­nen nicht zurück­hal­ten.

Der grau­sa­me Krieg und die unmensch­li­che Depor­ta­ti­on ris­sen die Deut­schen in der Sowjet­uni­on aus ihrem gewohn­ten Leben her­aus. Aber auch in den Höl­len­qua­len der Arbeits­la­ger, ver­femt und gede­mü­tigt, ver­streut über die Wei­ten des Sowjet­im­pe­ri­ums, blie­ben die Russ­land­deut­schen stand­haft. Sie hiel­ten an ihrer Mut­ter­spra­che, ihrem Brauch­tum und dem Glau­ben ihrer Vor­fah­ren fest. Auch dar­über wur­de wäh­rend des Abends berich­tet.

Unter den Gäs­ten waren auch Ver­tre­ter der jun­gen Gene­ra­ti­on, die sich für die Geschich­te ihrer Volks­grup­pe inter­es­sie­ren. Ein Bei­spiel dafür ist das Bild des 23-jun­gen Künst­lers Robert Klein, der die Tra­gik jener Jah­re in der Gra­fik „Ver­trei­bung“ dar­ge­stellt hat: Der Urgroß­va­ter des Künst­lers, ein evan­ge­li­scher Pfar­rer, ver­lässt sein Hei­mat­dorf zusam­men mit sei­nen Dorf­be­woh­nern. Im Hin­ter­grund ist die zer­stör­te Kir­che als Sym­bol des ehe­mals fried­li­chen Lebens zu sehen. Der Betrach­ter stellt sich die Fra­ge: „Was erwar­tet die­se Men­schen in der Frem­de?“ Wäh­rend des Abend­pro­gramms ver­such­ten die Orga­ni­sa­to­ren und Dar­stel­ler, die­se Fra­ge zu beant­wor­ten.

Zum Schluss gestal­te­te Chris­ti­ne Rothe, Pfar­re­rin der Mit­tel­deutsch­land­kir­che und Ver­ant­wort­li­che für die Aus­sied­ler­seel­sor­ge, einen Gedenk­got­tes­dienst zur Erin­ne­rung an Zehn­tau­sen­de unschul­di­ge Opfer, deren ein­zi­ge “Schuld” ihre deut­sche Volks­zu­ge­hö­rig­keit war.

Laris­sa Sten­jki­na, Mag­de­burg

 

Mit Unter­stüt­zung der Orts­grup­pe Luther­stadt Wit­ten­berg der Lands­mann­schaft (Vor­sit­zen­de Pau­li­ne Wie­de­mann) und der Akti­ven der Lands­mann­schaft in Mag­de­burg mit Dr. Nico­las Klein wur­de am 12. Mai 2011 im Eine-Welt-Haus Mag­de­burg eine Ver­samm­lung zur Grün­dung der Orts­grup­pe Mag­de­burg der Lands­mann­schaft vor­be­rei­tet und durch­ge­führt.

Schon im Vor­feld hat­ten die Akti­ven in Mag­de­burg die Lands­leu­te zu zahl­rei­chem Erschei­nen und enga­gier­ter Teil­nah­me an der Grün­dungs­ver­samm­lung auf­ge­ru­fen.

Zum Vor­sit­zen­den der Orts­grup­pe wur­de Dr. Nico­las Klein gewählt. Ihm zur Sei­te ste­hen Vor­stands­mit­glie­der, die bereits seit Jah­ren in der Inte­gra­ti­ons­ar­beit der Stadt aktiv sind: — Elena Eise­mann (stellv. Vor­sit­zen­de); — Olga Kha­lai­mo­va (Kas­sen­füh­rung); — Lub­ov Smez­huk (Schrift­füh­rung); — Elena Klein (Kul­tur): — Wolf­gang Wer­wein (Sport/Senioren); — Eka­te­ri­na Shicha­li­na und Min­na Det­kovs­ky (Kas­sen­prü­fung). Zu den bis­he­ri­gen elf Mit­glie­dern kamen wei­te­re 22 neue hin­zu.

Leon­ti­ne Wacker, stell­ver­tre­ten­de Bun­des­vor­sit­zen­de, ver­trat den Bun­des­vor­stand bei der Grün­dungs­ver­samm­lung und berich­te­te über die Geschich­te und Gegen­wart der Lands­mann­schaft.

Viel Freu­de hat­ten die zahl­reich erschie­ne­nen Lands­leu­te auch am kul­tu­rel­len Rah­men der Ver­an­stal­tung. Die Gesang­grup­pe „Aljo­nu­sch­ka” aus Wit­ten­berg unter­hielt mit Lie­dern in meh­re­ren Spra­chen, musi­ka­li­sche und Tanz­dar­bie­tun­gen ergänz­ten das Pro­gramm. Die Frau­en von der Initia­tiv­grup­pe Mag­de­burg sorg­ten mit aller­hand Spe­zia­li­tä­ten für das leib­li­che Wohl der Besu­cher.

Wir bedan­ken uns ganz herz­li­ch bei Leon­ti­ne Wacker für ihr Enga­ge­ment, eben­so gilt unser Dank Pau­li­ne Wie­de­mann und ihrem krea­ti­ven Team für die hilf­rei­che Unter­stüt­zung. Wir hof­fen auf eine wei­te­re gute Zusam­men­ar­beit.

Der Vor­stand