Breit gefächertes Programm für Aktive

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Mitarbeitertagung der Landesgruppe Baden-Württemberg

 

Ein randvolles Programm hatte die Mitarbeitertagung der Landesgruppe Baden-Württemberg, die am Wochenende des 28. und 29. Januars 2012 in Stuttgart stattfand.

 

Nach der Begrüßungsansprache der baden-württembergischen Landesvorsitzenden und Tagungsleiterin Leontine Wacker, die sich bei den Teilnehmern für ihre ehrenamtliche Arbeit bedankte, referierte Frau Hermann vom Sozialamt der Stadt Stuttgart über Neuerungen und besondere Inhalte der Hilfen im Paket „Bildung und Teilhabe“.

Als nächster Punkt stand die Beantragung von Kulturmitteln nach § 96 Bundesvertriebenengesetz auf der Tagesordnung. Ludmilla Holzwarth, Vorsitzende der Ortsgruppe Stuttgart, sprach über den Begriff der Kultur- und Mittelförderung, was darunter zu verstehen ist und was gefördert werden kann. Über detaillierte Fragen und Wünsche wurde beim gemütlichen Beisammensein am Abend des ersten Tages diskutiert.

Nach der Kaffeepause informierte Leontine Wacker über die aktuelle Fremdrentenregelung, die eventuelle Beantragung der russischen Rente und die Auszahlung von Rentenbeiträgen in Kasachstan. Weitere Diskussionen drehten sich um die Härtefallregelung im Spätaussiedleraufnahmeverfahren nach der Änderung von § 27 des Bundesvertriebenengesetzes.

Zu allen angesprochenen Themen hatte Leontine Wacker umfangreiche Arbeitsmaterialien vorbereitet, die an die Teilnehmer ausgegeben wurden. Ebenfalls verteilt wurden weitere Broschüren und das Buch „Sprung ins Wasser“ von Wendelin Mangold.

Es folgte ein Bericht der Vorsitzenden der Ortsgruppe Karlsruhe, Erna Pacer, über ihre Arbeit in der Stadt und Möglichkeiten zur Finanzierung und Durchführung von Kleinprojekten.

Abgeschlossen wurde das offizielle Programm des ersten Tages mit Ausführungen von Leontine Wacker zu Beitragsrückerstattungen und Neuwahlen in den landsmannschaftlichen Kreis- und Ortsgruppen.

Das gemütliche Beisammensein fiel leider ein wenig kurz aus, doch war es für mich, und ich denke auch für die anderen Teilnehmer, nach dem anstrengenden Tag ein sehr schöner Abschluss. Man kam mit Landsleuten, mit denen man schon so lange zusammenarbeitet, ins Gespräch und erfuhr so manches Persönliche und Nützliche. Es waren sehr gute Gespräche, für sie ich mich gemeinsam mit Leontine Wacker herzlich bedanke.

Nach der Fortsetzung des Meinungsaustauschs und der Tagungskritik erwarteten wir am Vormittag des zweiten Tages Dr. Susanne Dieterich mit ihrem Referat „Württemberg und Russland – Geschichte einer Beziehung“. Es ist ein Thema, zu dem im nächsten Jahr in Stuttgart eine große Ausstellung zu sehen sein wird.

            Landesgruppe Baden-Württemberg, i.A. Ludmilla Holzwarth

 

Die Landesgruppe Baden-Württemberg hat 2011 bei verschiedenen Veranstaltungen mit einer Ausstellung und Informationsmaterial auf das Schicksal der Deutschen aus Russland aufmerksam gemacht. Die Ausstellung erinnert an den Erlass vom 28. August 1941, die grausame Deportation nach Sibirien und Kasachstan und die stalinistischen „Säuberungen“ der 1930er Jahre.

Mit der Feier zum 60-jährigen Bestehen der Kreis- und Ortsgruppe Stuttgart am 16. Juli sowie dem Tag der Heimat am 11. September in Leutenbach (Rems-Murr-Kreis) und am 18. September in der Stuttgarter Liederhalle begannen unsere Veranstaltungen zum 70. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion.

Besonders beeindruckend war die Rede von Ministerialdirigent Herbert Hellstern beim Tag der Heimat am 18. September, die er mit Worten zum Heimatbegriff beendete: “ Die Erinnerung an die alte Heimat ist lebendig. Aus dem ‚Paradies der Erinnerung‘ an die Heimat gibt es keine Vertreibung. Nichts und niemand kann Ihnen diese Erinnerung an die Heimat nehmen. Auch nicht das Gedenken an jene, die mit dem Verlust der Heimat auch ihr Leben verloren.“

Durch die Ausstellung und zahlreiche Gespräche konnten wir den Besuchern und Vertretern des öffentlichen Lebens das Schicksal unserer Volksgruppe nahe bringen und über verschiedene Einzelschicksale Interesse und Betroffenheit wecken.

Ein besonderer Dank geht an die Familie Kremser für ihre Hilfe bei der Ausstellungspräsentation zum Tag der Heimat.

In Backnang wurde die Ausstellung im kleineren Format gezeigt, und in Pforzheim war sie vom 4. September bis 31. Oktober im Haus der Landsmannschaft zu sehen. Dort war das Thema der Ausstellung auch Thema des Tages der Heimat. Weitere Ausstellungsstationen waren Friedrichshafen, Karlsruhe und Schwäbisch Gmünd.

Da die Landesgruppe mehrere Sätze der Ausstellung besitzt, konnte sie an interessierte Ortsgruppe weitergegeben werden. So wurde sie nach Biberach ausgeliehen und dort nach Absprache mit der Ortsgruppe gezeigt. In Bietigheim-Bissingen ist man an der Ausstellung ebenso interessiert wie in Lahr, Heidelberg und anderen Kreis- und Ortsgruppen.

Wir in Baden-Württemberg stellen immer wieder fest, dass das Interesse an der Geschichte der Russlanddeutschen groß ist. Wir streuen daher das Informationsmaterial breitflächig bis in die kleinsten Landgemeinden. Das geschieht bei zahlreichen Veranstaltungen, an denen die Landesgruppe teilnimmt, und so werden mit verschiedenen Institutionen Netzwerke geknüpft. Ein Beispiel war die Ausstellung zum Thema „Menschenrechte und Lebenswege – Jugendliche auf Spurensuche in der Geschichte russlanddeutscher Familien in Tomsk und Stuttgart“ in den Beruflichen Schulen des IB.

            L. Holzwarth

Außerordentlichen Sitzung in Ulm

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Am 3. Februar 2011 trafen wir uns in der „Oase“ in Ulm zu einer außerordentlichen Sitzung, an der sich auch die Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg, Leontine Wacker, beteiligte.

Es war wichtig, vor den Wahlen des neuen Vorstandes der Orts- und Kreisgruppe Ulm im März 2011 eine Strategie auszuarbeiten, um neue Ehrenamtliche für die Tätigkeit im Vorstand zu gewinnen.

Nach der Vorstellungsrunde der Anwesenden ging es sofort an die Arbeit. Da wir glücklicherweise junge, interessierte Landsleute dabei hatten, war es angebracht, sowohl auf die  Geschichte als auch auf die Struktur der Landsmannschaft einzugehen. Sehr behilflich war dabei die Festschrift „60 Jahre Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. 30 Jahre Patenschaft des Landes Baden-Württemberg“, die die wichtigsten Entwicklungsetappen und Schwerpunkte der landsmannschaftlichen Arbeit herausstellt. Außerdem kam es zu einer anregenden Diskussion über einige Punkte der Satzung und der Verbandsordnung, über die bei der Außerordentlichen Bundesdelegiertenversammlung der Landsmannschaft entschieden werden soll.

Die Teilnehmer kamen zu der Überzeugung, dass neue und schon erfahrene Landsleute im neuen Vorstand der Orts- und Kreisgruppe Ulm zusammenarbeiten sollten; das Vereinsleben könne davon nur profitieren.

Wir bedanken uns herzlich bei allen für ihre Bereitschaft mitzumachen; damit dürfte einer guten Zusammenarbeit nichts im Wege stehen.

Landesvorstand Baden-Württemberg

 

Hannes und Greta 2011

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Die jungen Schauspieler der Orts- und Kreisgruppe Karlsruhe haben Erfolg

 

Am 8. und 9. Januar 2011 wurde im Festsaal des Studentenhauses am KIT in Karlsruhe ein musikalisches Märchen aufgeführt. Die Mitglieder der Orts- und Kreisgruppe Karlsruhe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland hatten viel Mühe, Geduld und Arbeit in die Vorbereitung der Aufführung gesteckt.

 

Um das Märchen auf die Beine zu stellen, hatte das Jugendhaus Hilfe von vielen Seiten bekommen. Das Kulturamt der Stadt Karlsruhe beteiligte sich finanziell an dem Projekt, die Konditoreien Lörz und Gordani zauberten wunderschöne Torten für die Aufführung, die Mitarbeiter des Badischen Staatstheaters unterstützten das Projekt von Anfang an. Unzählige Mitarbeiter der Ortsgruppe sowie Ehrenamtliche, Jugendliche und Kinder sorgten auf und hinter der Bühne für eine gelungene Aufführung. Die gesamte Tontechnik war sehr professionell geschnitten und angepasst, wofür Constantin Martjan, ein 16-jährigen Schüler, verantwortlich war.

„Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald.

Es war so finster und auch so bitterkalt…“

Kann man sich heutzutage im Wald des modernen, technischen, gefühllosen Lebens verlaufen? Ist es draußen immer noch so finster und bitterkalt? Lassen unsere heutige Gesellschaft und unser beschleunigter Lebenswandel nicht auch Kinder „verhungern“, und schicken wir sie nicht auch oft allein in den Wald, um des eigenen Lebens wieder froh zu werden? „Geld regiert die Welt“ proklamieren die Mütter im Märchen und lassen ihre Kinder mit ihren Problemen allein.

Aber als die Kinder erwachsen geworden sind, wundern sich ihre Eltern, weshalb sie so grausam sind. Und sofort kommen Fragen wie: „Hätten wir genug Zeit gehabt, mit unseren Familien zusammen zu sein? Was hätten wir tun sollen, außer Gutenachtgeschichten vorzulesen?“

Solche Fragen und die damit verbundenen Probleme wurden unter der Regie von Ida Martjan, in dem modernen Märchen „Hannes und Greta 2011“ thematisiert.

Die Zuschauer konnten sich in vielen der dargestellten Szenen wieder finden. So hat beispielsweise Hannes‘ Mutter (Ida Martjan) an seinem Geburtstag keine Zeit, da sie Besuch bekommt und – um vor diesem zu glänzen – lieber einen Kuchen für den Besuch als für ihren Sohn bäckt.

Auch in der Schule haben Hannes (Cornelius Martjan) und Greta (Anita Ort) Sorgen. Nach einer kleinen Auseinandersetzung mit anderen Schülern reagiert die Lehrerin mit Unverständnis und bestraft die gesamte Klasse mit einer komplizierten Aufgabe.

Auch die anderen Lehrer haben kein Verständnis für ihre Schüler und beschäftigen sich lieber mit Methoden als mit Menschen. Sie können nicht aus ihrer Haut heraus und müssen sich mit Papierkram und dem Druck der Schulbehörde herumplagen.

Die Eltern werfen den Lehrern vor, sie würden sich zu wenig um ihre Kinder kümmern, und die Lehrer werfen den Eltern vor, sie würden ihre Kinder vernachlässigen. So kommt es zu einer Zuspitzung der Situation, bei der jeder nur noch seine eigene Wahrheit sieht.

Aber auch die Kinder müssen sich Fragen stellen. Die berühmte Hexe (Elena Paul) wartet auf die Kinder nicht im Knusperhäuschen, sondern im „McDowwels“. Sie hält dort verfettete Kinder als Helfer gefangen und ist ständig auf der Suche nach „frischen“ Kindern.

Am Ende des Märchens wurden den Zuschauern unterschiedliche Zukunftsvisionen vorgestellt – finstere, technokratische, kalte und gefühllose, aber auch selige, glückliche und zuversichtliche. Wie das Märchen enden sollte, konnte jeder Zuschauer frei für sich entscheiden.

Als buntes und komödienhaftes Musical aufgeführt, befasste sich die Aufführung mit durchaus sehr ernsthaften Themen, verpackt in witzigen, lebhaften und abwechslungsreichen Szenen.

Roman Miller

Unsere Russlanddeutschen – Integration und Zukunft

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Hanns-Seidel-Stiftung, 29. November 2011

Unsere Russlanddeutschen – Integration und Zukunft

Referat Adolf Fetsch, Bundesvorsitzender

„Zukunftsperspektiven der Russlanddeutschen aus der Sicht der Landsmannschaft“

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

mein werter Bundesvorstandskollege Herr Dr. Eisfeld hat Sie über die wesentlichen Aspekte der Geschichte der Russlanddeutschen informiert, so dass ich mich in meinem Vortrag ausschließlich mit Erfolgen und Problemen der Integration sowie Zukunftsperspektiven der Deutschen aus Russland befassen werde.

Beginnen will ich aber mit einem Rückblick auf den Verlauf der Aufnahme und Eingliederung der Deutschen aus Russland in den vergangenen sechs Jahrzehnten

1950, im Gründungsjahr der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, lebten gerade einmal 70.000 meiner Landsleute in der Bundesrepublik.