Russlanddeutscher Kulturpreis

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Förderpreis für Alexander Reitenbach — Ehrengabe für Eugen Rangnau

 

Die Jury zur Ver­gabe des Russ­land­deut­schen Kul­tur­prei­ses des Lan­des Baden-Würt­tem­berg hat die Preis­trä­ger des Jah­res 2012 im Bereich Musik und Musik­wis­sen­schaf­ten ermit­telt.

Der mit 5.000 Euro dotierte Haupt­preis wird an den in Mos­kau leben­den Musik­wis­sen­schaft­ler Dr. Denis Lom­tev für seine in rus­si­scher und deut­scher Spra­che ver­öf­fent­lich­ten mono­gra­phi­schen Ver­öf­fent­li­chun­gen ver­lie­hen.

Den mit 2.500 Euro dotier­ten För­der­preis erhält Alex­an­der Rei­ten­bach für her­aus­ra­gende Inter­pre­ta­tio­nen von Musik­wer­ken der Klas­sik und Moderne.

Die Ehren­gabe wird Eugen Rangnau für sein Schaf­fen als Musi­ker und Musik­päd­agoge, ins­be­son­dere für sein vir­tuo­ses Spiel auf der Quer­flöte, zuer­kannt.

Innen­mi­nis­ter Rein­hold Gall, der die Preise am 4. Dezem­ber 2012 im Neuen Schloss in Stutt­gart ver­lei­hen wird, sagte zur Jury­ent­schei­dung: „Die Jury hat her­aus­ra­gende Reprä­sen­tan­ten der russ­land­deut­schen Kul­tur aus­ge­zeich­net. Die drei Preis­trä­ger haben sich mit ihrem Schaf­fen in beson­de­rer Weise um deren Erhalt und Pflege sowie um die Geschichte der Deut­schen aus Russ­land ver­dient gemacht.“

(Pres­se­mit­tei­lung des Innen­mi­nis­te­ri­ums Baden-Würt­tem­berg)

Dr. Denis Lom­tev

 

Dr. Denis Lom­tev

Der Musik­wis­sen­schaft­ler Dr. Denis Lom­tev ist gebür­ti­ger Mos­kauer (geb. 1972). Nach Abschluss des Mos­kauer Tscha­j­kow­ski-Kon­ser­va­to­ri­ums als Musik­wis­sen­schaft­ler (1996) mit Aus­zeich­nung setzte er sein Stu­dium fort und pro­mo­vierte 1999 mit dem Thema „Deut­sche Musi­ker in Russ­land: Zur Ent­ste­hungs­ge­schichte der rus­si­schen Kon­ser­va­to­rien“. 1993–2005 unter­rich­tete er an der Aka­de­mi­schen Musik­lehr­an­stalt des Mos­kauer Kon­ser­va­to­ri­ums musik­theo­re­ti­sche Fächer, Ästhe­tik und Geschichte der Phi­lo­so­phie. Zusätz­lich erhielt er meh­rere Lehr­auf­träge am Lehr­stuhl für west­eu­ro­päi­sche Musik­ge­schichte des Mos­kauer Kon­ser­va­to­ri­ums. Seine For­schun­gen am Insti­tut für deut­sche Musik­kul­tur im öst­li­chen Europa (Bonn) mün­de­ten 2003 in die Mono­gra­fie „Deut­sches Musik­thea­ter in Russ­land“ (deut­sch und rus­si­sch; im Ver­lag Robert Burau). Eben­falls im Burau-Ver­lag wur­den jeweils in deut­scher Spra­che auch andere For­schungs­er­geb­nisse Lom­tevs ver­öf­fent­licht, dar­un­ter „An der Quelle: Deut­sche Musi­ker in Russ­land” (2002), „Geist­li­che Musik­kul­tur der Deut­schen in Russ­land” (2005) und „Die Deut­schen in der rus­si­schen Musik­wis­sen­schaft” (2008).

 

Alex­an­der Rei­ten­bach

Alex­an­der Rei­ten­bach

Der Pia­nist Alex­an­der Rei­ten­bach (geb. 1979) besuchte schon ab sei­nem 7. Lebens­jahr das Staat­li­che Musik­gym­na­sium für Hoch­be­gabte in sei­ner Hei­mat­stadt Tbi­lissi, Geor­gien. Seit den 90er Jah­ren lebt er in Deutsch­land; auch hier hat er den Anschluss an das Musik­ge­sche­hen gefun­den. 1996 bestand er die Begab­ten­auf­nah­me­prü­fung an der Musik­hoch­schule Stutt­gart. Nach dem Abschluss absol­vierte der Diplom-Musik­leh­rer ein künst­le­ri­sches Auf­bau­stu­dium und pro­fi­lierte sich in den Jah­ren 1993–2003 in meh­re­ren Kam­mer­mu­sik- und Meis­ter­klas­sen in Sara­tow, Lon­don, Ham­burg, Mai­land, Frei­burg, Keszthely/Ungarn, Madrid, War­schau und Paris. Seit 2004 spielt er zu beson­de­ren Anläs­sen im Orches­ter der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land, seit 2006 tritt er mit dem Trio „Ama­bile“ auf und seit 2008 wirkt er als Solo­pi­anist bei Pro­duk­tio­nen des Stutt­gar­ter Bal­letts mit und hat einen Lehr­auf­trag an der Musik­hoch­schule Stutt­gart.

 

Eugen Ran­gau

Eugen Rangnau

Der renom­mierte Musi­ker und Musik­päd­agoge Eugen Rangnau  (geb. 1947) kam in Syktyw­kar, Komi ASSR, zur Welt. Hier machte er einen Schul­ab­schluss und besucht eine Musik­schule, die er als Musik­leh­rer und Orches­ter­mu­si­ker abschloss. 1965–1970 stu­dierte er an der Musik­hoch­schule in Gorki, Russ­land, und schloss in den nächs­ten vier Jah­ren seine Aspi­ran­tur ab. Seine umfang­rei­che musi­ka­li­sche Tätig­keit als Solist (Quer­flöte), Orches­ter­lei­ter und Dozent wurde mit dem Titel „Ver­dien­ter Künst­ler der Rus­si­schen Föde­ra­tion“ (1993) und Prei­sen inter­na­tio­na­ler Fest­spiele geehrt. Seit 1998 im Land­kreis Heil­bronn zu Hause, unter­rich­tet er an den Musik­schu­len in Lein­gar­ten und Schwai­gern. Gemein­sam mit sei­ner Frau, der Pia­nis­tin Larissa Rangnau, tritt er bei Kul­tur- und Musik­ver­an­stal­tun­gen bun­des­weit und im Aus­land auf.

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