Viktor Schäfer: Bund „Re Patria“

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Bund „Re Patria“ — Bemü­hun­gen um die Aus­rei­se­frei­heit.

Durch den Beschluss des Deut­schen Bun­des­ta­ges 1955 über die Aner­ken­nung der Ein­bür­ge­run­gen wäh­rend der Kriegs­zeit begann die Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung. Seit 1970 hat­te sich bei Deut­schen in der Sowjet­uni­on wie­der der Bli­ck nach Wes­ten ver­schärft. Vor allem für die Schwarz­me­er­deut­schen, die Deutsch­land wäh­rend der Kriegs­zeit ken­nen ler­nen durf­ten, war das Land ihrer Vor­fah­ren immer ein erstre­bens­wer­tes Ziel geblie­ben. 1972 kam es auf Grund des Erlas­ses über die Gewäh­rung der Frei­zü­gig­keit für alle Sowjet­bür­ger zur ers­ten grö­ße­ren Aus­rei­se­wel­le: Unter größ­ten Schwie­rig­kei­ten ließ man die ers­ten russ­land­deut­schen Fami­li­en gehen. So kamen zwi­schen 1974 und der gro­ßen Flau­te nach 1981 etwa 60.000 russ­land­deut­sche Aus­sied­ler nach Deutsch­land; die Aus­rei­se­zah­len in den 70er und frü­hen 80er Jah­ren beschränk­ten sich jähr­li­ch nur auf weni­ge tau­send oder sogar nur hun­der­te Deut­sche im Rah­men der Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung. Außer­dem mus­s­te sich jede Fami­lie ihre Aus­rei­se hart erkämp­fen – nicht sel­ten mit Gefahr für das Wohl der Fami­lie und die eige­ne beruf­li­che Zukunft. So man­che aus­rei­se­wil­li­ge Fami­li­en zog in die bal­ti­schen Repu­bli­ken oder nach Mol­da­wi­en, in der Hoff­nung leich­ter nach Deutsch­land kom­men zu kön­nen.