Trauer um Josef Schleicher

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Josef SchleicherDie Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land trau­ert um den schmerz­vol­len Ver­lust ihres ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­ters Josef Schlei­cher, der sich als enga­gier­ter Pro­jekt­lei­ter der Wan­der­aus­stel­lung, lang­jäh­ri­ger Ide­en­spen­der und Mit­ge­stal­ter des Ver­ban­des vor Ort und bun­des­weit her­vor­ge­tan hat.


Josef Schlei­cher wur­de 14.04.1960 in Eli­sa­wet­grad der Altairegion/Russland in einer russ­land­deut­schen Fami­lie gebo­ren. Er stu­dier­te Geschich­te, Päd­ago­gik und Jour­na­lis­tik an der Staats­uni­ver­si­tät Barnaul/Altai. 1986–1991 war er rüh­ri­ger Kor­re­spon­dent der deutsch­spra­chi­gen Regio­nal­zei­tung „Rote Fahne“/„Zeitung für Dich“, 1992–1998 enga­gier­ter Chef­re­dak­teur der „Zei­tung für Dich“.

Auch unter den schwie­rigs­ten wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Ver­hält­nis­sen der 1990er Jah­re in Russ­land konn­te er das Redak­ti­ons­team lei­den­schaft­li­ch für sei­ne Ide­en und Vor­ha­ben mit­rei­ßen – so sind vie­le Publi­ka­tio­nen und Koope­ra­tio­nen ent­stan­den. Mit ihm fei­er­te die deutsch­spra­chi­ge „Zei­tung für Dich“ 40 Jah­re (1997) ihres Bestehens mit viel­fäl­ti­gen grenz­über­schrei­ten­den Fes­ti­vi­tä­ten und Gäs­ten aus ganz Russ­land und dem Aus­land.

Auch sei­ne akti­ve Teil­nah­me an der Auto­no­mie­be­we­gung und der Wie­der­her­stel­lung des Deut­schen Natio­na­len Rayons Halb­stadt darf nicht ver­ges­sen sein.

Seit 1998 leb­te er mit Ehe­frau und zwei Töch­tern in Deutsch­land. Nach einer Wei­ter­bil­dung als Mul­ti­me­di­a­f­ach­kraft arbei­te­te er als Redak­teur der rus­sisch­spra­chi­gen Zei­tung „Ost-Express“ und war seit Novem­ber 2001 bis Mit­te 2002 Mit­her­aus­ge­ber und Redak­teur der deutsch­spra­chi­gen Zei­tung „DIA­LOGp­lus“.

Seit Sep­tem­ber 2004 bis Ende 2015 war er enga­gier­ter und krea­ti­ver Pro­jekt­lei­ter der Wan­der­aus­stel­lung „Volk auf dem Weg. Geschich­te und Gegen­wart der Deut­schen in/aus Russ­land“ tätig. Mit sei­nem umfang­rei­chen Wis­sen zur Geschich­te und Kul­tur der Russ­land­deut­schen und sei­ner ein­zig­ar­ti­ger Art, die­ses Wis­sen zu ver­mit­teln – vor allem bei Vor­trä­gen und Füh­run­gen im Rah­men des Schul­pro­jek­tes an Schul­ein­rich­tun­gen, hat er das Pro­jekt und sei­ne bun­des­wei­te Prä­sen­ta­ti­on auf eine unnach­ahm­li­che authen­ti­sche Art berei­chert. Als Pro­jekt­lei­ter, His­to­ri­ker und Men­sch gelang es ihm jeder­zeit und vor jedem Publi­kum, die Geschich­te und Kul­tur der Russ­land­deut­schen sach­kun­dig, inhalts­reich, span­nend und zugäng­li­ch zu erläu­tern und zu ver­mit­teln.

Als frei­er Jour­na­list ver­fass­te und publi­zier­te er Skiz­zen, Por­träts, popu­lär­wis­sen­schaft­li­che und wis­sen­schaft­li­che Abhand­lun­gen zu ver­schie­dens­ten Aspek­ten der russ­land­deut­schen Kul­tur­ge­schich­te unter ande­rem für die „Mos­kau­er Deut­sche Zei­tung“, „Zei­tung für Dich“ (Russ­land), „Volk auf dem Weg“ und die Hei­mat­bü­cher der Lands­mann­schaft (Stutt­gart), Kalen­der des HFDR e.V. (Nürn­berg), „Kontakt“(Köln) u.a.

Als His­to­ri­ker ver­öf­fent­lich­te er die Diplom­ar­beit „Volks­bil­dung der deut­schen Kolo­nis­ten in Russ­land vor 1917“ (rus., 1985), die Mono­gra­phie „Deut­sche in der UdSSR: Geschich­te und Gegen­wart“ (rus., 1992), das Lehr­buch „Geschich­te der Russ­land­deut­schen“ (rus., 1992), die Mono­gra­phie „Auto­no­mie­be­we­gung: pro­vin­zi­el­le Träu­me“ (deut­sch, 1996) sowie über 20 Auf­sät­ze in wis­sen­schaft­li­chen Sam­mel­bän­den und Zeit­schrif­ten (in Russ­land, Deutsch­land und Kasach­stan) und über 150 Auf­sät­ze in rus­si­schen und russ­land­deut­schen Wochen­schrif­ten (1988–2005).

Im Namen der Lan­des­vor­stän­de und Orts­grup­pen­vor­stän­de der Lands­mann­schaft bun­des­weit spricht der Bun­des­vor­stand der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land der Ehe­frau und den Töch­tern des Ver­stor­be­nen sein tief­emp­fun­de­nes Bei­leid aus. Josef Schlei­cher bleibt in unse­rer dank­ba­rer Erin­ne­rung.

Bun­des­vor­stand