Nordrhein-Westfalen

Dietmar Schulmeister – Vorsitzender

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Erweiterung des Horizonts

Neu­jahrs­emp­fang der Lan­des­grup­pe NRW in Oer­ling­hau­sen

 Bereits zu einer guten Tra­di­ti­on ist der Neu­jahrs­emp­fang der   Lan­des­grup­pe Nord­rhein-West­fa­len der Lands­mann­schaft für ehren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter mit anschlie­ßen­der Mul­ti­pli­ka­to­ren­schu­lung in der Heim­volks­hoch­schu­le St. Hed­wigs-Haus in Oer­ling­hau­sen gewor­den, der dies­mal vom 13. bis 15. Janu­ar statt­fand.

Adolf Fetsch (links) und Dr. Alexander Morasch (rechts) zeichneten Dr. Johannes Stefan Müller, Lydia Bitsch, Pfarrer Edgar L. Born und Monsignore Dr. Alexander Hoffmann (von links) mit Ehrennadeln der Landsmannschaft aus.

Zusätz­li­ch auf­ge­wer­tet wur­de die Ver­an­stal­tung durch die Teil­nah­me des Bun­des­vor­sit­zen­den Adolf Fet­sch, des stell­ver­tre­ten­den Bun­des­vor­sit­zen­den Wal­de­mar Weiz und der Vor­sit­zen­den der größ­ten Lan­des­grup­pen der Lands­mann­schaft, Leon­ti­ne Wacker (Baden-Würt­tem­berg; stell­ver­tre­ten­de Bun­des­vor­sit­zen­de), Dr. Alex­an­der Mora­sch (NRW), Lil­li Bisch­off (Nie­der­sach­sen; Mit­glied des Bun­des­vor­stan­des), Wal­de­mar Eisen­braun (Bay­ern) und Johann Thie­ßen (Hes­sen).

In sei­ner Begrü­ßungs­re­de blick­te Adolf Fet­sch auf das Jahr 2011 zurück, das für die Lands­mann­schaft vor allem durch die Gedenk­fei­ern anläss­li­ch des 70. Jah­res­ta­ges der Depor­ta­ti­on der Deut­schen in der Sowjet­uni­on und die außer­or­dent­li­che Bun­des­de­le­gier­ten­ver­samm­lung geprägt war, und skiz­zier­te die aktu­el­len Arbeits­schwer­punk­te des Ver­eins. Als Bei­spie­le nann­te er den Ein­satz gegen Kür­zun­gen im Fremd­ren­ten­be­reich und immer wie­der auf­tre­ten­de Fäl­le von Fami­li­en­tren­nun­gen bei der Spät­aus­sied­ler­auf­nah­me sowie die gegen­wär­ti­gen und zukünf­ti­gen Bemü­hun­gen, bis­her ver­nach­läs­sig­te Aspek­te der öffent­li­ch geför­der­ten Kul­tur- und For­schungs­ar­beit der Deut­schen aus Russ­land und ihrer Lands­mann­schaft durch Gesprä­che mit poli­ti­sch Ver­ant­wort­li­chen auf Län­der- und Bun­des­ebe­ne auf die Tages­ord­nung zu brin­gen. Als ers­te Ansprech­part­ner bezeich­ne­te Fet­sch Kul­tur­staats­mi­nis­ter Bernd Neu­mann und den Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Aus­sied­ler­fra­gen und natio­na­le Min­der­hei­ten, Dr. Chris­to­ph Ber­g­ner, man habe aber auch schon die Gele­gen­heit gehabt, die  Anlie­gen der Bun­des­kanz­le­rin vor­zu­tra­gen. Als sehr nütz­li­ch habe sich außer­dem die Mit­wir­kung im Stif­tungs­rat bzw. im Wis­sen­schaft­li­chen Bei­rat der Stif­tung Flucht, Ver­trei­bung, Ver­söh­nung erwie­sen.

Nach wei­te­ren Anspra­chen des gast­ge­ben­den Direk­tors der Heim­volks­hoch­schu­le, Dr. Johan­nes Ste­fan Mül­ler, des Beauf­trag­ten der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz für die Seel­sor­ge an den katho­li­schen Deut­schen aus Russ­land, Dr. Alex­an­der Hoff­mann, und des Aus­sied­ler­be­auf­trag­ten der Evan­ge­li­schen Kir­che von West­fa­len, Pfar­rer Edgar L. Born, berich­te­te Dr. Alex­an­der Mora­sch über die Arbeit der Lan­des­grup­pe Nord­rhein-West­fa­len, in deren Mit­tel­punkt eben­falls der 70. Jah­res­tag der Depor­ta­ti­on stand, dem mehr als 20 Gedenk­fei­ern unter dem Mot­to “Gegen das Ver­ges­sen” sowie Publi­ka­tio­nen und der Film “Zeit­zeu­gen mel­den sich zu Wort”, der in Oer­ling­hau­sen vor­ge­führt wur­de, gewid­met waren.

Im Anschluss an den Vor­trag des Lan­des­vor­sit­zen­den wur­de eine gan­ze Rei­he von Ehrun­gen ver­dien­ter Lands­leu­te und enga­gier­ter Orts­grup­pen vor­ge­nom­men:

Dr. Alex­an­der Hoff­mann, der kurz vor­her in einer fei­er­li­chen Zere­mo­nie zum Mon­si­gno­re ernannt wor­den war (sie­he Bericht auf Sei­te 9), und Pfar­rer Edgar L. Born, die von Ver­an­stal­tun­gen der Lands­mann­schaft nicht mehr weg­zu­den­ken sind, wur­den mit gol­de­nen Ehren­na­deln der Lands­mann­schaft aus­ge­zeich­net. Dr. Johan­nes Ste­fan Mül­ler, seit vie­len Jah­ren in der Aus­sied­ler­ar­beit der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz enga­giert, erhielt die sil­ber­ne Ehren­na­del und Lydia Bit­sch, die sich vor allem auf kul­tu­rel­lem Sek­tor im Lan­des­vor­stand Nord­rhein-West­fa­len und in ihrer Orts­grup­pe Düs­sel­dorf gro­ße Ver­diens­te erwor­ben hat, die bron­ze­ne.

Ehren­ur­kun­den für ihren Ein­satz im Gedenk­jahr 2011 erhiel­ten die Orts­grup­pen Bie­le­feld (Vor­sit­zen­der Wal­de­mar Schmidt), Bochum (Anna Glok), Dort­mund (Niko­laj Mar­tens), Düs­sel­dorf (Lydia Bit­sch), Duis­burg (Emma Brull), Gel­sen­kir­chen (Dr. Alex­an­der Mora­sch), Heins­berg (Alex­an­der Bött­cher), Höx­ter (Vale­rij Früh­auf), Mett­mann (Alex­an­der Klöp­fer), Neuss (Paul Lis­tau), Rhei­ni­sch-Ber­gi­scher Kreis (Wal­de­mar Weiz) und Wit­ten (Emma Wag­ner-Schatz).

Eben­falls geehrt wur­den eini­ge Ver­ei­ne, die an der Ver­an­stal­tungs­rei­he “Gegen das Ver­ges­sen” teil­ge­nom­men haben, und der Pro­jekt­lei­ter der lands­mann­schaft­li­chen Wan­der­aus­stel­lung, Josef Schlei­cher.

Die posi­ti­ve Ent­wick­lung des Jugend- und Stu­den­ten­ver­ban­des der Deut­schen aus Russ­land (JSDR) in Nord­rhein-West­fa­len schil­der­te Wal­de­mar Weiz. Inzwi­schen kön­ne man in dem Bun­des­land auf zwölf JSDR-Orts­grup­pen ver­wei­sen und habe die Ange­bots­pa­let­te erwei­tert.

Fun­dier­te Infor­ma­tio­nen zur Här­te­fall­re­ge­lung im Spät­aus­sied­ler­auf­nah­me­ver­fah­ren und zu gesetz­li­chen Bestim­mun­gen im Fremd­ren­ten­be­reich hat­te der Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht und Sozi­al­recht, Tho­mas Puhe, mit­ge­bracht.

Am Vor­mit­tag des zwei­ten Ver­an­stal­tungs­ta­ges stand ein Besu­ch des Muse­ums für russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te in Det­mold mit einer Füh­rung durch die Muse­ums­lei­te­rin Dr. Katha­ri­na Neu­feld auf dem Pro­gramm. Ein impro­vi­sier­ter Tanz- und Gesan­ga­bend, eine Buch­prä­sen­ta­ti­on von Alex­an­der Rei­ser aus Ber­lin, Gedich­te auf Deut­sch und Rus­si­sch von Katha­ri­na Kucha­ren­ko und Musik von Anton Sali-Becker run­de­ten die Tage in Oer­ling­hau­sen ab und sorg­ten für eine ange­neh­me Atmo­sphä­re.

Etwas ganz Beson­de­res erwar­te­te die Teil­neh­mer des Emp­fangs beim Sonn­tags­got­tes­dienst, der von Mon­si­gno­re Dr. Hoff­mann und Pfar­rer Born gemein­sam zele­briert wur­de und in des­sen Ver­lauf sich der lang­jäh­ri­ge Vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe Nord­rhein-West­fa­len, Johann Eng­brecht, tau­fen ließ.

Dank Ver­an­stal­tun­gen und Schu­lun­gen wie die­sen wach­sen die Mit­glie­der der Lands­mann­schaft zusam­men. Man lernt neue Lands­leu­te ken­nen, knüpft Kon­tak­te und “ver­netzt” sich auf Lan­des- und Bun­des­ebe­ne. Die Mög­lich­keit, sowohl offi­zi­ell als auch in pri­va­ter Umge­bung zu kom­mu­ni­zie­ren, hilft, den Hori­zont zu erwei­tern und sich selbst und die ande­ren bes­ser zu ver­ste­hen.

            Lydia Bit­sch / VadW