Nordrhein-Westfalen

Dietmar Schulmeister – Vorsitzender

Besucheradresse: Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf
Postadresse: Meigener Str. 117, 42651 Solingen

E-Mail: nrw@lmdr.de

Homepage: nrw.lmdr.de

Erweiterung des Horizonts

Neujahrsempfang der Landesgruppe NRW in Oerlinghausen

 Bereits zu einer guten Tradition ist der Neujahrsempfang der   Landesgruppe Nordrhein-Westfalen der Landsmannschaft für ehrenamtliche Mitarbeiter mit anschließender Multiplikatorenschulung in der Heimvolkshochschule St. Hedwigs-Haus in Oerlinghausen geworden, der diesmal vom 13. bis 15. Januar stattfand.

Adolf Fetsch (links) und Dr. Alexander Morasch (rechts) zeichneten Dr. Johannes Stefan Müller, Lydia Bitsch, Pfarrer Edgar L. Born und Monsignore Dr. Alexander Hoffmann (von links) mit Ehrennadeln der Landsmannschaft aus.

Zusätzlich aufgewertet wurde die Veranstaltung durch die Teilnahme des Bundesvorsitzenden Adolf Fetsch, des stellvertretenden Bundesvorsitzenden Waldemar Weiz und der Vorsitzenden der größten Landesgruppen der Landsmannschaft, Leontine Wacker (Baden-Württemberg; stellvertretende Bundesvorsitzende), Dr. Alexander Morasch (NRW), Lilli Bischoff (Niedersachsen; Mitglied des Bundesvorstandes), Waldemar Eisenbraun (Bayern) und Johann Thießen (Hessen).

In seiner Begrüßungsrede blickte Adolf Fetsch auf das Jahr 2011 zurück, das für die Landsmannschaft vor allem durch die Gedenkfeiern anlässlich des 70. Jahrestages der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion und die außerordentliche Bundesdelegiertenversammlung geprägt war, und skizzierte die aktuellen Arbeitsschwerpunkte des Vereins. Als Beispiele nannte er den Einsatz gegen Kürzungen im Fremdrentenbereich und immer wieder auftretende Fälle von Familientrennungen bei der Spätaussiedleraufnahme sowie die gegenwärtigen und zukünftigen Bemühungen, bisher vernachlässigte Aspekte der öffentlich geförderten Kultur- und Forschungsarbeit der Deutschen aus Russland und ihrer Landsmannschaft durch Gespräche mit politisch Verantwortlichen auf Länder- und Bundesebene auf die Tagesordnung zu bringen. Als erste Ansprechpartner bezeichnete Fetsch Kulturstaatsminister Bernd Neumann und den Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Christoph Bergner, man habe aber auch schon die Gelegenheit gehabt, die  Anliegen der Bundeskanzlerin vorzutragen. Als sehr nützlich habe sich außerdem die Mitwirkung im Stiftungsrat bzw. im Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung erwiesen.

Nach weiteren Ansprachen des gastgebenden Direktors der Heimvolkshochschule, Dr. Johannes Stefan Müller, des Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für die Seelsorge an den katholischen Deutschen aus Russland, Dr. Alexander Hoffmann, und des Aussiedlerbeauftragten der Evangelischen Kirche von Westfalen, Pfarrer Edgar L. Born, berichtete Dr. Alexander Morasch über die Arbeit der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, in deren Mittelpunkt ebenfalls der 70. Jahrestag der Deportation stand, dem mehr als 20 Gedenkfeiern unter dem Motto „Gegen das Vergessen“ sowie Publikationen und der Film „Zeitzeugen melden sich zu Wort“, der in Oerlinghausen vorgeführt wurde, gewidmet waren.

Im Anschluss an den Vortrag des Landesvorsitzenden wurde eine ganze Reihe von Ehrungen verdienter Landsleute und engagierter Ortsgruppen vorgenommen:

Dr. Alexander Hoffmann, der kurz vorher in einer feierlichen Zeremonie zum Monsignore ernannt worden war (siehe Bericht auf Seite 9), und Pfarrer Edgar L. Born, die von Veranstaltungen der Landsmannschaft nicht mehr wegzudenken sind, wurden mit goldenen Ehrennadeln der Landsmannschaft ausgezeichnet. Dr. Johannes Stefan Müller, seit vielen Jahren in der Aussiedlerarbeit der Deutschen Bischofskonferenz engagiert, erhielt die silberne Ehrennadel und Lydia Bitsch, die sich vor allem auf kulturellem Sektor im Landesvorstand Nordrhein-Westfalen und in ihrer Ortsgruppe Düsseldorf große Verdienste erworben hat, die bronzene.

Ehrenurkunden für ihren Einsatz im Gedenkjahr 2011 erhielten die Ortsgruppen Bielefeld (Vorsitzender Waldemar Schmidt), Bochum (Anna Glok), Dortmund (Nikolaj Martens), Düsseldorf (Lydia Bitsch), Duisburg (Emma Brull), Gelsenkirchen (Dr. Alexander Morasch), Heinsberg (Alexander Böttcher), Höxter (Valerij Frühauf), Mettmann (Alexander Klöpfer), Neuss (Paul Listau), Rheinisch-Bergischer Kreis (Waldemar Weiz) und Witten (Emma Wagner-Schatz).

Ebenfalls geehrt wurden einige Vereine, die an der Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen“ teilgenommen haben, und der Projektleiter der landsmannschaftlichen Wanderausstellung, Josef Schleicher.

Die positive Entwicklung des Jugend- und Studentenverbandes der Deutschen aus Russland (JSDR) in Nordrhein-Westfalen schilderte Waldemar Weiz. Inzwischen könne man in dem Bundesland auf zwölf JSDR-Ortsgruppen verweisen und habe die Angebotspalette erweitert.

Fundierte Informationen zur Härtefallregelung im Spätaussiedleraufnahmeverfahren und zu gesetzlichen Bestimmungen im Fremdrentenbereich hatte der Fachanwalt für Verwaltungsrecht und Sozialrecht, Thomas Puhe, mitgebracht.

Am Vormittag des zweiten Veranstaltungstages stand ein Besuch des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold mit einer Führung durch die Museumsleiterin Dr. Katharina Neufeld auf dem Programm. Ein improvisierter Tanz- und Gesangabend, eine Buchpräsentation von Alexander Reiser aus Berlin, Gedichte auf Deutsch und Russisch von Katharina Kucharenko und Musik von Anton Sali-Becker rundeten die Tage in Oerlinghausen ab und sorgten für eine angenehme Atmosphäre.

Etwas ganz Besonderes erwartete die Teilnehmer des Empfangs beim Sonntagsgottesdienst, der von Monsignore Dr. Hoffmann und Pfarrer Born gemeinsam zelebriert wurde und in dessen Verlauf sich der langjährige Vorsitzende der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, Johann Engbrecht, taufen ließ.

Dank Veranstaltungen und Schulungen wie diesen wachsen die Mitglieder der Landsmannschaft zusammen. Man lernt neue Landsleute kennen, knüpft Kontakte und „vernetzt“ sich auf Landes- und Bundesebene. Die Möglichkeit, sowohl offiziell als auch in privater Umgebung zu kommunizieren, hilft, den Horizont zu erweitern und sich selbst und die anderen besser zu verstehen.

            Lydia Bitsch / VadW