Bayern

Ewald Oster — Vor­sit­zen­der

Gre­tel-Baum­bach-Str. 13, 97424 Schwein­furt

Tel.: 09721 — 498679, E — Mail: E.Oster@LmDR.de

 

Seminar: “Weihnachten verstehen”

Ehrenamt: “Motivieren -

Medien — moderne Technik”

 

Ver­tre­ter von etwa 15 Orts- und Kreis­grup­pen der Lan­des­grup­pe Bay­ern der Lands­mann­schaft aus allen Tei­len des Frei­staa­tes waren zu der Mul­ti­pli­ka­to­ren­schu­lung erschie­nen, die sich am 12. und 13. Mai 2012 in Strau­bing mit den The­men ehren­amt­li­cher Arbeit “Moti­vie­ren — Medi­en — moder­ne Tech­nik” befass­te. Die Ver­an­stal­tung wur­de aus Mit­teln des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozi­al­ord­nung, Fami­lie und Frau­en geför­dert.

 

Begrüßt wur­den die Teil­neh­mer vom Mit­glied des baye­ri­schen Lan­des­vor­stan­des der Lands­mann­schaft, Karl Kromer, der die Bedeu­tung des ehren­amt­li­chen Ein­sat­zes wür­dig­te, der in den meis­ten Fäl­len zusätz­li­ch zu einem har­ten Arbeits­tag im Haupt­be­ruf geleis­tet wer­de. Als Beloh­nung der Arbeit nann­te Kromer Ver­an­stal­tun­gen wie die Fei­er zum 55-jäh­ri­gen Bestehen der Orts- und Kreis­grup­pe Augs­burg im April d.J. (VadW berich­te­te), bei der ein­fach alles gestimmt habe.

Der Vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe Bay­ern, Wal­de­mar Eisen­braun, bedank­te sich bei den Orga­ni­sa­to­ren der Schu­lung, der Orts- und Kreis­grup­pe Strau­bing-Bogen und den bei­den Lei­te­rin­nen des Pro­jek­tes “Ange­kom­men und inte­griert in Bay­ern”, Olga Gusch und Olga Knaub. Vol­ler Selbst­be­wusst­sein bezeich­ne­te er die Deut­schen aus Russ­land als Stüt­zen der Gesell­schaft, die den Sta­tus von Bitt­stel­lern längst hin­ter sich gelas­sen hät­ten.

Edu­ard Neu­ber­ger, Mit­glied des Lan­des­vor­stan­des und seit 20 Jah­ren Vor­sit­zen­der der Orts- und Kreis­grup­pe Strau­bing-Bogen, stell­te die umfang­rei­che Sozi­al-, Kul­tur-, Jugend- und Öffent­lich­keits­ar­beit der Lands­mann­schaft in Strau­bing vor, die vor allem in den letz­ten Jah­ren zu einem nicht uner­heb­li­chen Mit­glie­der­zu­wachs der Glie­de­rung geführt habe.

Für dich! Für mich! Für alle.”

Mit dem The­ma “Moti­vie­ren für Ehren­amt und poli­ti­sche Ver­tre­tung” befass­te sich der baye­ri­sche Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Josef Zell­mei­er (CSU), der auch inner­halb der Lan­des­grup­pen Bay­ern des Bun­des der Ver­trie­be­nen und der Kar­pa­ten­deut­schen Lands­mann­schaft als stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der tätig ist.

Deut­sche aus Russ­land sei­en, so Zell­mei­er, in poli­ti­schen Ämtern und den meis­ten bür­ger­li­chen Ver­ei­nen bedau­er­li­cher­wei­se deut­li­ch unter­re­prä­sen­tiert. Aus­nah­men bestün­den ledig­li­ch hin­sicht­li­ch Sport­ver­ei­nen und der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr.

Gera­de in Zei­ten rück­läu­fi­ger Mit­glie­der­zah­len in Ver­ei­nen und ande­ren Ein­rich­tun­gen betrach­te er es als sei­ne Auf­ga­be, Men­schen unab­hän­gig von ihrer Her­kunft unter dem Mot­to “Für dich! Für mich! Für alle!” für das Ehren­amt zu begeis­tern, zumal gel­te: “Man lernt dabei für sich genauso viel, wie man ande­ren behilf­li­ch sein kann.”

Dar­über hin­aus sei es für das poli­ti­sche Sys­tem der Bun­des­re­pu­blik not­wen­dig, dass sich mög­lichst vie­le ehren­amt­li­ch betä­ti­gen. Wie etwa in Bay­ern, wo Jahr für Jahr nicht weni­ger als 75 Mil­lio­nen Stun­den ehren­amt­li­cher Arbeit regis­triert wer­den könn­ten.

Pres­se und Inter­net

Erfah­rungs­be­rich­te und Tipps für die Pra­xis hat­ten die Lei­te­rin der Lokal­re­dak­ti­on des “Strau­bin­ger Tag­blatts”, Moni­ka Schnei­der-Stran­nin­ger, und Petra Rett­berg von der Volks­hoch­schu­le Strau­bing-Bogen mit­ge­bracht.

Nichts ist hart­nä­cki­ger als Kli­schees und Vor­ur­tei­le!” Mit die­sen Wor­t­en beschrieb die Redak­teu­rin die grund­sätz­li­che Schwie­rig­keit, die Öffent­lich­keit mit objek­ti­ven Infor­ma­tio­nen über The­men zu ver­sor­gen, die nicht im Mit­tel­punkt des media­len Inter­es­ses ste­hen. Das The­ma “Deut­sche aus Russ­land” gehö­re sicher dazu. Ange­sichts zahl­lo­ser Berich­te, die Zei­tungs­re­dak­tio­nen zuge­schickt wer­den — allein in der Lokal­re­dak­ti­on des “Strau­bin­ger Tag­blatts” tref­fen täg­li­ch an die 200 E-Mails ein! -, emp­fahl sie, mit der jewei­li­gen Redak­ti­on direk­ten Kon­takt auf­zu­neh­men. “Und benen­nen sie dem Redak­teur die­je­ni­ge oder den­je­ni­gen, der bei Ihnen für die Öffent­lich­keits­ar­beit zustän­dig ist!”

Petra Rett­berg infor­mier­te über Fra­gen, Inhal­te, Mög­lich­kei­ten und Pro­ble­me des Inter­nets und lei­te­te am zwei­ten Tag der Schu­lung die Arbeits­grup­pe für Anfän­ger, wäh­rend sich Ser­gej Ger­bers­dorf, der seit Jah­ren ehren­amt­li­ch die Home­page der Lan­des­grup­pe Bay­ern der Lands­mann­schaft betreut, den schon Fort­ge­schrit­te­ren wid­me­te.

Eine Füh­rung durch Strau­bing mit Ursu­la Seitz am Abend des ers­ten Tages run­de­te die gelun­ge­ne Ver­an­stal­tung ab, und mit klei­nen Geschen­ken wur­de allen Teil­neh­me­rin­nen gedankt, die sich am Mut­ter­tag Zeit für die Lands­mann­schaft genom­men hat­ten.

VadW

 

In der Kultur zu Hause“

Abwechs­lungs­rei­ches Kul­tur­wo­chen­en­de der Lan­des­grup­pe Bay­ern

 

Es ist wie daho­am“, so die zufrie­de­nen Äuße­run­gen der Seminar­teilnehmer nach dem Auf­tritt der Schau­spie­le­rin Maria War­ken­tin, die im Rah­men ihres Work­shops spon­tan in die Rol­le der „russ­land­deut­schen Oma“ schlüpf­te und in der authen­ti­schen Mund­art ihrer wol­ga­deut­schen Mut­ter über die Aus­wan­de­rung und das Ein­le­ben in Deutsch­land erzähl­te.

 

Mit dem Mot­to „In der Kul­tur zu Hau­se“ und den Schwer­punk­ten Gesang, Tanz und Thea­ter lock­te die Lan­des­grup­pe Bay­ern der Lands­mann­schaft über 30 kul­tur­in­ter­es­sier­te Lands­leu­te aus ver­schie­de­nen Orten Bay­erns in das Schwein­fur­ter Jugend­gäs­te­haus zum Kul­tur­wo­chen­en­de vom 24. und 25. März 2012.

Die über­lie­fer­ten kul­tu­rel­len Tra­di­tio­nen und Bräu­che der Deut­schen aus Russ­land stan­den im Mit­tel­punkt des Semi­nars. Das Pro­jekt wur­de aus Mit­teln des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozi­al­ord­nung, Fami­lie und Frau­en geför­dert. Die Gesamt­or­ga­ni­sa­ti­on lag in den Hän­den der Pro­jekt­lei­te­rin Olga Knaub (Pro­jekt „Ange­kom­men und inte­griert in Bay­ern“), die von den Akti­ven der Orts­grup­pe Schwein­furt unter­stützt wur­de.

Ein­ge­la­den waren Chor- und Tanz­lei­ter sowie Kul­tur­re­fe­ren­ten russ­land­deut­scher Kul­tur­grup­pen und der baye­ri­schen Orts­glie­de­run­gen der Lands­mann­schaft. Sach­kun­di­ge Refe­ren­ten the­ma­ti­sier­ten zusam­men mit den Teil­neh­mern Aspek­te der kul­tu­rel­len Brei­ten­ar­beit, anschlie­ßend ver­tieft in prak­ti­scher Grup­pen­ar­beit.

Die Teil­neh­mer wur­den vom Gast­ge­ber Ewald Oster, Mit­glied des Bun­des­vor­stan­des der Lands­mann­schaft und Vor­sit­zen­der der Orts­grup­pe Schwein­furt, sowie vom Baye­ri­schen Lan­des­vor­sit­zen­den Wal­de­mar Eisen­braun (Regens­burg) begrüßt. Ewald Oster stell­te sei­ne Orts­grup­pe vor, die seit Jah­ren leben­di­ge Inte­gra­ti­ons- und Kul­tur­ar­beit leis­tet. Der 20-jäh­ri­ge Peter Aifeld, Spre­cher der Orts­grup­pe Schwein­furt und Mit­glied der Jugend­grup­pe Indi­go, berich­te­te über die Jugend­ar­beit in sei­ner Stadt.

Dr. Robert Korn, Mund­art­for­scher und Ken­ner der russ­land­deut­schen Musik­kul­tur, gewähr­te einen Ein­bli­ck in die Geschich­te der Erfor­schung und Doku­men­ta­ti­on des Lied­guts der Russ­land­deut­schen im 19. und 20. Jahr­hun­dert und stell­te das Buch „Es war ein­mal… “ vor, das er gemein­sam mit dem russ­land­deut­schen Musi­ker Edu­ard Isaak ver­fasst hat. Die Publi­ka­ti­on ent­hält zahl­rei­che Lie­der der Deut­schen aus Russ­land von den Anfän­gen bis in die Gegen­wart.

Die Inhal­te des Buches stan­den im Mit­tel­punkt der Grup­pen­ar­beit mit Olga Baluyev, die in Schwein­furt den russ­land­deut­schen Chor „Har­mo­nie“ lei­tet. Sie übte mit den Teil­neh­mern eine Aus­wahl alter deut­scher Volks­lie­der und Roman­zen aus dem Buch, unter­stützt von Vik­tor Stri­cker auf dem Akkor­de­on. Auf krea­ti­ve Art locker­te sie die Grup­pen­ar­beit mit Übungs­ele­men­ten aus ihrem Beruf als Musik­ge­r­ago­gin (Bil­den­des Musi­zie­ren mit alten Men­schen) auf.

Zur glei­chen Zeit beschäf­tig­te sich die Tanz­grup­pe unter der Lei­tung von Nad­ja Fuchs (zusam­men mit ihrem Mann Wal­de­mar) vom Tanz­ensem­ble „Bir­ken­hain“ aus Schlüs­sel­feld mit der „Tanz­tra­di­ti­on der Russ­land­deut­schen“. Als Schlus­s­er­geb­nis wur­den „Wal­zer“ und „Stampf­pol­ka“ von den Teil­neh­mern aus Mün­chen und Ans­bach als büh­nen­rei­fe Prä­sen­ta­ti­on aufs Par­kett gelegt.

Der Thea­ter-Work­shop war für die Teil­neh­mer allein schon wegen der Prä­senz der Schau­spie­le­rin Maria War­ken­tin aus Nie­der­stet­ten ein Erleb­nis. Seit 1994 in Deutsch­land, lei­tet sie seit über zehn Jah­ren gemein­sam mit ihrem Mann Peter das Russ­land-Deut­sche Thea­ter Nie­der­stet­ten.

Ich wün­sche mir, dass unse­re Lands­leu­te sich für Ama­teur­thea­ter begeis­tern“, so Maria War­ken­tin. Vor allem bei der Auf­ar­bei­tung der Geschich­te der Volk­grup­pe und ihrer Popu­la­ri­sie­rung unter den Ein­hei­mi­schen sei das Thea­ter ein sehr wir­kungs­vol­les Mit­tel, weiß die Schau­spie­le­rin aus eige­ner Erfah­rung.

In leben­di­ger Grup­pen­ar­beit erfuh­ren die Teil­neh­mer, wie man ein Ama­teur­thea­ter auf­baut und was ein Impro­vi­sa­ti­ons­thea­ter ist. Auch die Teil­neh­mer konn­ten sich mit ihren Erfah­run­gen ein­brin­gen, so bei­spiels­wei­se Erna Horn aus Sulz­bach-Rosen­berg mit Übun­gen für Senio­ren­tanz.

In jeder Arbeits­grup­pe beka­men die Teil­neh­mer außer­dem Hand­rei­chun­gen, die ihre Arbeit vor Ort unter­stüt­zen sol­len. Ein Bücher- und Zeit­schrift­en­ti­sch der Lands­mann­schaft sowie eine auf­schluss­rei­che abend­li­che Stadt­füh­rung durch Schwein­furt, bei der man die Stadt von ihrer his­to­ri­schen Sei­te ken­nen lern­te, run­de­ten das ange­bots­rei­che Kul­tur­wo­chen­en­de ab.

Nina Paul­sen

 

Zwischen Tradition und Moderne

Moti­vier­te Teil­neh­mer beim Semi­n­ar der Lan­des­grup­pe Bay­ern

 

Kul­tu­rel­le Brei­ten­ar­beit zwi­schen Tra­di­ti­on und Moder­ne“ war der Titel des Semi­nars für Chor- und Tanz­lei­ter der Lan­des­grup­pe Bay­ern, das am 5. und 6. Novem­ber 2011 im Jugend- und Fami­li­en-Gäs­te­haus in Nörd­lin­gen statt­fand.

 

Das gro­ße Inter­es­se an dem The­ma bewies die beacht­li­che Zahl der Teil­neh­mer, die mit über 50 Per­so­nen elf Orts­grup­pen der Lands­mann­schaft ver­tra­ten und sich hoch moti­viert an der Grup­pen­ar­beit betei­lig­ten. Ein­ge­la­den waren Lei­ter von Kul­tur­grup­pen aus Bay­ern und die Kul­tur­re­fe­ren­ten der lands­mann­schaft­li­chen Orts­grup­pen. Die Maß­nah­me wur­de durch das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozi­al­ord­nung, Fami­lie und Frau­en über das Haus des Deut­schen Ostens (Mün­chen) geför­dert.

Vor­be­rei­tet und durch­ge­führt wur­de das Semi­n­ar von Ehren­amt­li­chen der Lan­des­grup­pe Bay­ern, ver­tre­ten durch die Lan­des­vor­stands­mit­glie­der Hele­ne Scheft­ner, Vik­to­ria Wes­ner und Lin­da Wolf, in Koope­ra­ti­on mit dem lan­des­wei­ten Pro­jekt „Ange­kom­men und Inte­griert in Bay­ern“ (Lei­te­rin Olga Knaub) und der lands­mann­schaft­li­chen Wan­der­aus­stel­lung (Pro­jekt­lei­ter Jakob Fischer).

Nach der Ein­füh­rung in die Schu­lung durch Olga Knaub mach­ten sich die Teil­neh­mer gleich an die Arbeit. Die bei­den Semi­nar­ta­ge wur­den in Form von geziel­ter Grup­pen­ar­beit gestal­tet, wobei kul­tu­rel­le Tra­di­tio­nen in den Berei­chen Gesang und Tanz im Mit­tel­punkt stan­den. Die Teil­neh­mer soll­ten mehr über die Kul­tur­tra­di­tio­nen und das Brauch­tum der Russ­land­deut­schen erfah­ren, um die­ses Wis­sen wei­ter­zu­ver­mit­teln. Die Grup­pen wur­den von sach­kun­di­gen und enga­gier­ten Refe­ren­ten gelei­tet, die die Teil­neh­mer immer wie­der zum akti­ven Mit­ma­chen anreg­ten.

Die Grup­pe der Chor­lei­ter arbei­te­te am ers­ten Tag mit der Musi­ke­rin Ida Haag aus Ingol­stadt, die seit 1988 in Deutsch­land lebt, zusam­men. In ihrer Hei­mat­stadt lei­tet sie den Chor „Sin­gen­de Her­zen“, der 1995 gegrün­det wur­de und inzwi­schen weit über die Gren­zen der Hei­mat­stadt und Bay­erns hi­naus bekannt ist. Und so konn­te Ida Haag mit viel Sach­ver­stand, aber auch mit Lei­den­schaft und Humor vie­le nütz­li­che Tipps zum rich­ti­gen Sin­gen geben. Es wur­den aller­hand Übun­gen im Chor­ge­sang aus­pro­biert, um Kör­per und See­le auf das Sin­gen vor­zu­be­rei­ten. Am Kla­vier wur­de Ida Haag von Iri­na Kraft, eben­falls aus Ingol­stadt, beglei­tet.

Am zwei­ten Tag durf­ten die Teil­neh­mer der Grup­pe nach Lust und Lau­ne mit Jakob Fischer, der in Nörd­lin­gen zu Hau­se ist, sin­gen. Zum Schluss wur­de das Lie­der­buch der Lands­mann­schaft „Deut­sche Volks­lie­der aus Russ­land“ mit den dazu gehö­ren­den CDs und das Buch „Musik­ge­schich­te der Russ­land­deut­schen“ von Ern­st Stöckl ver­teilt.

Mit vol­lem Kör­per­ein­satz ging es in der Grup­pe der Tanz­lei­ter zu. Spaß am Tan­zen hat­ten alle Teil­neh­mer, sowohl die Jugend­li­chen aus Unter­fran­ken oder Strau­bing als auch älte­re Teil­neh­mer aus ver­schie­de­nen Orts­grup­pen. Mit dem Cho­reo­gra­phen aus Leip­zig, Alex­an­der Gept­ing, übten sie typi­sche Schrit­te russ­land­deut­scher Volks­tän­ze ein, damit die Grup­pe bei der Ver­an­stal­tung „Wol­ga­deut­sche Hoch­zeit“ mit­ma­chen konn­te.

Am zwei­ten Tag agier­te Nad­ja Fuchs, Lei­te­rin des inter­na­tio­nal bekann­ten Tanz­ensem­bles „Bir­ken­hain“ aus Schlüs­sel­feld, als Tanz­leh­re­rin. Die Bir­ken­hai­ner hal­ten die Volks­tän­ze und die Bräu­che, die in den deut­schen Sied­lun­gen in Sibi­ri­en gepflegt wur­den, leben­dig, ent­wi­ckeln sie wei­ter und ver­mit­teln sie durch Auf­trit­te der Öffent­lich­keit.

Zusam­men mit ihrem Mann Wal­de­mar prob­te Nad­ja Fuchs mit der Grup­pe Schritt für Schritt den Tanz „Pol­ka-Galopp“. Die Metho­de erwies sich als sehr effek­tiv, so dass die Teil­neh­mer zum Abschluss vor ver­sam­mel­ter Mann­schaft büh­nen­rei­fes Tan­zen prä­sen­tier­ten — ein­stu­diert in nicht ein­mal zwei Stun­den.

In bei­den Grup­pen wur­de kräf­tig für die öffent­li­che Ver­an­stal­tung „Zu Gast auf einer Wol­ga­deut­schen Hoch­zeit“ geprobt, die am Sams­tag­abend im bre­chend vol­len Gast­haus „Zur Bretz­ge“ über die Büh­ne ging und zum Höhe­punkt des Semi­nars wur­de.

Zu Beginn der Ver­an­stal­tung wur­den die Besu­cher vom Vor­sit­zen­den der Lan­des­grup­pe Bay­ern, Wal­de­mar Eisen­braun, begrüßt.

Jakob Fischer mode­rier­te den Abend und erklär­te die über­lie­fer­ten Hoch­zeits­tra­di­tio­nen der Wol­ga­deut­schen, die durch Lie­der und Tän­ze vor­ge­führt wur­den. Das Pro­gramm gestal­te­ten die Teil­neh­mer des Semi­nars, die Tanz­grup­pe „Bir­ken­hain“, die Gesangs­grup­pe „Lie­ben­de Her­zen“ aus Lands­hut (Lei­te­rin Elvi­ra Gil­lert) sowie Jakob Fischer, Lina Neu­wirt, Lud­mi­la Fischer und Iri­na Del­lert. Das Hoch­zeits­paar spiel­ten Inga und Edu­ard Fischer aus Für­th, den musi­ka­li­schen Rah­men gestal­te­te Edu­ard Fri­ckel. Der gelun­ge­ne Abend stieß auf all­ge­mei­ne Begeis­te­rung. „So etwas habe ich in mei­nem Leben noch nicht gese­hen“, äußer­te sich eine der Semi­nar­teil­neh­me­rin­nen.

Zum Pro­gramm des Semi­nars gehör­te auch eine Stadt­füh­rung, die wun­der­bar von Jakob Fischer gemeis­tert wur­de. Abschlie­ßend freu­ten sich alle über die Teil­nah­meur­kun­den, die von den Ver­an­stal­tern vor­be­rei­tet wor­den waren.

Das Semi­n­ar und die geäu­ßer­ten Wün­sche zeig­ten, dass der Bedarf an die­ser Art von prak­ti­schen Schu­lun­gen da ist. Und es gibt sach­kun­di­ge Refe­ren­ten aus den eige­nen Rei­hen, die bereit sind, den Chö­ren, Musik- und Tanz­grup­pen der Lands­mann­schaft bei der Anhe­bung ihrer Pro­fes­sio­na­li­tät, der Aus­wahl des Reper­toires und der Orga­ni­sa­ti­on von Ver­an­stal­tun­gen unter die Arme zu grei­fen.

VadW

 

Unterdrückung, Leiden, Verlust der Heimat

Gedenk­fei­er der Lan­des­grup­pe Bay­ern in Augs­burg

 

Im Som­mer 2011 wur­den alle Deut­schen, die in der Sowjet­uni­on oder deren Nach­fol­ge­staa­ten gebo­ren wur­den und in Deutsch­land eine neue Hei­mat gefun­den haben, an den trau­rigs­ten Tag ihrer Geschich­te erin­nert, den 28. August 1941. An die­sem Tag mit­ten im Zwei­ten Welt­krieg been­de­te das Prä­si­di­um des Obers­ten Sowjets der Sowjet­uni­on mit dem Erlass „Über die Über­sied­lung der Deut­schen, die in den Wol­ga­rayons leben“ die Exis­tenz­be­rech­ti­gung einer Volks­grup­pe des Lan­des aus dem einen und ein­zi­gen Grund, weil sie Deut­sche waren.

 

In Deutsch­land wer­den die meis­ten Gedenk­fei­ern, die die­sem Ereig­nis gewid­met sind, von der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land in Zusam­men­ar­beit mit öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen orga­ni­siert.

Ihre all­jähr­li­chen Trau­er­fei­ern am russ­land­deut­schen Gedenk­stein auf dem Neu­en Fried­hof in Augs­burg-Haun­stet­ten gehö­ren zu den tra­di­ti­ons­reichs­ten im gesam­ten Bun­des­ge­biet. In die­sem Jahr kam der Fei­er dar­über hin­aus über­re­gio­na­le Bedeu­tung zu, da sie gemein­sam mit der Lan­des­grup­pe Bay­ern ver­an­stal­tet wur­de und mit Staats­se­kre­tär Franz Josef Pschie­rer vom Baye­ri­schen Finanz­mi­nis­te­ri­um und dem Augs­bur­ger Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Kurt Gri­bl pro­mi­nen­te Geden­kred­ner hat­te.

Etwa 350 Teil­neh­mer waren am 28. August über­wäl­tigt von dem Pro­gramm, das die Ver­tre­ter der Lands­mann­schaft unter der Lei­tung des Vor­sit­zen­den der Kreis- und Orts­grup­pe Augs­burg, Stadt­rat Juri Hei­ser, auf dem Fried­hof und anschlie­ßend im Pfarr­saal von St. Pius vor­be­rei­tet hat­ten.

Einen beacht­li­chen Teil der Trau­er­gäs­te bil­de­ten noch immer die Zeu­gen der Ver­fol­gung und Depor­ta­ti­on der Deut­schen in der Sowjet­uni­on in den 30er und 40er Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts. Die weit­aus größ­te Grup­pe stell­ten jedoch ihre Kin­der und Enkel, und es waren auch Gäs­te aus den Rei­hen der Ein­hei­mi­schen dabei, die durch ihr Erschei­nen ihr Inter­es­se an der Geschich­te und Gegen­wart ihrer russ­land­deut­schen Mit­bür­ger bekun­de­ten.

OB Dr. Kurt Gri­bl bezeich­ne­te die Deut­schen aus Russ­land in sei­ner Anspra­che als unver­zicht­ba­ren Bestand­teil der Augs­bur­ger Stadt­ge­mein­schaft, denen man für ihre Wan­der­aus­stel­lung „Volk auf dem Weg. Geschich­te und Gegen­wart der Deut­schen aus Russ­land“ mit dem Rat­haus nicht zufäl­lig den bes­ten Platz zur Ver­fü­gung gestellt habe, den man in Augs­burg fin­den kön­ne.

Franz Josef Pschie­rer beton­te anschlie­ßend sei­ne beson­de­re Moti­va­ti­on zur Über­nah­me der Gedenk­re­de: Er selbst gehö­re zwar nicht der Erleb­nis­ge­ne­ra­ti­on an, sein Vater habe jedoch als Sude­ten­deut­scher vier Jah­re nach den Deut­schen in der Sowjet­uni­on eben­falls sei­ne ange­stamm­te Hei­mat ver­lo­ren.

Für die Lands­mann­schaft wür­dig­te Juri Hei­ser den tra­gi­schen Weg sei­ner Lands­leu­te, wäh­rend der Vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe Bay­ern, Wal­de­mar Eisen­braun, in sei­ner kur­zen, aber sehr beein­dru­cken­den Rede nicht ver­gaß, neben den Lei­den der Deut­schen auch die Unter­drü­ckung der ande­ren Völ­ker der Sowjet­uni­on zu erwäh­nen.

Zur Tra­di­ti­on russ­land­deut­scher Fei­ern gehört seit Jahr und Tag ein öku­me­ni­scher Got­tes­dienst, den in Augs­burg Dom­ka­pi­tu­lar Josef Hei­gl und Dekan Ste­fan Blum­tritt zele­brier­ten.

Zu Beginn der Gedenk­fei­er erklang auch dies­mal Georg Selens­kis Trom­pe­ten­so­lo. Der Chor „Hei­mat­me­lo­die“ der Kreis- und Orts­grup­pe Augs­burg sang unter der Lei­tung von Aljo­na Hei­ser drei Lie­der, die zumin­dest die älte­ren Deut­schen aus Russ­land seit Jahr­zehn­ten in ihren Her­zen tra­gen: „Näher, mein Gott, zu dir“, „Schick­sals­lied der Russ­land­deut­schen“ und „Gro­ßer Gott, wir loben dich“.

Den Abschluss bil­de­te ein Bei­sam­men­s­ein im Pfarr­saal von St. Pius mit einem Film zur Geschich­te der Volks­grup­pe sowie Kaf­fee und Kuchen aus der eige­nen Küche. VadW

 

Motivation und Führung im Ehrenamt

Mul­ti­pli­ka­to­ren­schu­lung der Lan­des­grup­pe Bay­ern in Regens­burg

 

Am 10. und 11. Novem­ber 2011 führ­te die Lan­des­grup­pe Bay­ern der Lands­mann­schaft in Regens­burg eine wei­te­re Mul­ti­pli­ka­to­ren­schu­lung durch. Sie war dem The­ma “Moti­va­ti­on und Füh­rung im Ehren­amt” gewid­met und wur­de aus Mit­teln des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozi­al­ord­nung, Fami­lie und Frau­en geför­dert.

 

Ein­gangs konn­te der Vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe Bay­ern, Wal­de­mar Eisen­braun, unter den etwa 35 Teil­neh­mern neben den Mit­glie­dern des Lan­des­vor­stan­des, Ewald Oster, Hele­ne Scheft­ner, Karl Kromer, Vik­to­ria Wes­ner und Hein­rich Kratz (zu denen sich spä­ter noch Juri Hei­ser gesell­te), auch Mit­glie­der der neu gegrün­de­ten Orts­grup­pe Kit­zin­gen mit der Vor­sit­zen­den Albi­na Bau­mann an der Spit­ze begrü­ßen.

Refe­rent der bei­den Tage in Regens­burg war der Bezirks­vor­sit­zen­de Ober­pfalz des Baye­ri­schen Lan­des-Sport­ver­ban­des (BLSV), Arnold Lind­ner.

In sei­nem ers­ten Vor­trag befass­te er sich mit der Bedeu­tung des Ehren­amts sowie mit Fra­gen der Moti­va­ti­on zum Ein­stieg und Mit­ma­chen, der Maß­nah­men- und Zeit­pla­nung und eines zeit­ge­mä­ßen Füh­rungs­stils.

Vor dem Hin­ter­grund sei­ner lang­jäh­ri­gen Erfah­rung in der ehren­amt­li­chen Arbeit für den mit­glie­der­star­ken BLSV konn­te er den Teil­neh­mern eine Rei­he von Anre­gun­gen mit auf den Weg geben, die er zudem grif­fig for­mu­lier­te und ein­präg­s­am auf den Punkt brach­te.

So führ­te er zum Füh­rungs­stil aus, dass die Zeit der “Ver­eins­fürs­ten” längst vor­bei sei. Wer sich heu­te in füh­ren­der Posi­ti­on ehren­amt­li­ch betä­ti­ge, müs­se mit Lob und Aner­ken­nung arbei­ten — und vor allem mit einem Lächeln! Sei­ne Anre­gun­gen run­de­te Lind­ner mit einem klei­nen Wort­spiel ab: “Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.”

Zur Pla­nung und Durch­füh­rung von Maß­nah­men leg­te er den Teil­neh­mern ans Herz. “Es kommt nicht dar­auf an, alles rich­tig zu tun, son­dern dar­auf, das Rich­ti­ge zu tun.” Und: “Feh­ler darf jeder machen!”

Wal­de­mar Eisen­braun warf die Fra­ge auf, mit wel­chen kon­kre­ten Maß­nah­men die Deut­schen aus Russ­land für die Mit­ar­beit in der Lands­mann­schaft moti­viert wer­den könn­ten — Lands­leu­te, von denen die meis­ten noch damit beschäf­tigt sei­en, sich ihre Exis­tenz auf­zu­bau­en.

Nach der Pau­se for­mu­lier­te Lind­ner drei Fra­gen zur Struk­tu­rie­rung der Grup­pen­ar­beit:

1. Was miss­fällt mir, was müs­sen wir ändern?

2. Was wären unse­re Traum­zie­le?

3. Wel­che Ide­en sind beson­ders inter­es­sant und umsetz­bar, wel­che soll­ten wir auf­grei­fen?

 

Die von den Teil­neh­mern im Ple­num gesam­mel­ten Ide­en dien­ten als Grund­la­ge der ver­tie­fen­den Grup­pen­ar­beit und des Gedan­ken­aus­tauschs zur Ent­wick­lung von Stra­te­gi­en zur Stär­kung des Ehren­amts am zwei­ten Tag,

Wer in Regens­burg dabei war, wird bestä­ti­gen kön­nen, dass er eine unge­wöhn­li­ch span­nen­de, abwechs­lungs­rei­che und pro­duk­ti­ve Schu­lung erlebt hat. Eine Schu­lung, die sich ganz an der Maxi­me der Lan­des­grup­pe Bay­ern ori­en­tier­te, sich jeweils auf eini­ge weni­ge The­men zu kon­zen­trie­ren, die­se aber umso inten­si­ver zu bear­bei­ten.

VadW

 

Neue Wege in Bayern

Mul­ti­pli­ka­to­ren­schu­lung der Lan­des­grup­pe in Augs­burg

 

Geför­dert vom Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozi­al­ord­nung, Fami­lie und Frau­en fand am 8. und 9. Okto­ber 2011 in Augs­burg eine Mul­ti­pli­ka­to­ren­schu­lung zu den The­men Ver­eins­recht und inter­kul­tu­rel­le Kom­pe­tenz statt.

 

Wie der Vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe Bay­ern und Lei­ter der Schu­lung, Wal­de­mar Eisen­braun, in sei­ner Begrü­ßungs­an­spra­che beton­te, folg­ten die Orga­ni­sa­to­ren damit dem Wunsch der Teil­neh­mer des Tages­se­mi­nars “Qua­li­fi­zie­rung von Ehren­amt­li­chen im Bereich der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land” im Juli des Jah­res in Nürn­berg, die sich mehr­heit­li­ch für die bal­di­ge Behand­lung die­ser bei­den The­men aus­ge­spro­chen hat­ten.

Adolf Fet­sch, Bun­des­vor­sit­zen­der und lang­jäh­ri­ger Lan­des­vor­sit­zen­der in Bay­ern, wür­dig­te die Arbeit der Lan­des­grup­pe Bay­ern, die sich durch das vor­bild­li­che Enga­ge­ment ihrer ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter, aber auch durch die guten Kon­tak­te zum Staats­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozi­al­ord­nung, Fami­lie und Frau­en posi­tiv gestal­te. Als jüngs­tes Bei­spiel erwähn­te er die Bro­schü­re der Lan­de­grup­pe, die mit Unter­stüt­zung des Minis­te­ri­ums he­rausgegeben wer­den konn­te und sich mit zen­tra­len Aspek­ten der Ver­fol­gung der Deut­schen in der Sowjet­uni­on befasst.

Für die Behand­lung des dif­fi­zi­len The­mas “Ver­gü­tung der Vor­stands­mit­glie­der bzw. der Ehren­amt­li­chen. Was ist zuläs­sig? Wann ist die Gemein­nüt­zig­keit gefähr­det?” hät­te man kaum einen geeig­ne­te­ren Refe­ren­ten fin­den kön­nen als den Augs­bur­ger Steu­er­be­ra­ter Dr. Rei­ner Kap­pe­ler, der die ein­ein­halb Stun­den sei­nes Vor­tra­ges leben­dig, anschau­li­ch und ein­präg­s­am gestal­te­te.

Einen Ein­bli­ck in die erfolg­rei­che Arbeit der Orts- und Kreis­grup­pe Augs­burg — der größ­ten in Bay­ern und zweit­größ­ten im Bun­des­ge­biet — ver­mit­tel­te der Vor­trag ihres Vor­sit­zen­den Juri Hei­ser.

Neue Wege beschritt die Lan­des­grup­pe Bay­ern mit den Refe­ra­ten der Fach­frau für inter­kul­tu­rel­le Bera­tung, der Deut­schen aus Russ­land Albi­na Bau­mann. Mit unge­wöhn­li­cher Inten­si­tät behan­del­te sie The­men, die dem einen oder ande­ren Teil­neh­mer bis dato viel­leicht eher fremd waren und erst auf den zwei­ten Bli­ck — dann aber umso deut­li­cher! — als geeig­net für die Schu­lungs­maß­nah­me einer lands­mann­schaft­li­chen Glie­de­rung erschie­nen: “Model­le der inter­kul­tu­rel­len Kom­mu­ni­ka­ti­on”, “Unter­schie­de bei den Wert­vor­stel­lun­gen”, “Selbst­wahr­neh­mung und Fremd­re­fle­xi­on” oder “Selbstmanagement/Konfliktmanagement” waren nur eini­ge der vie­len The­men, die von Albi­na Bau­mann als Bei­trag zur Effi­zi­enz­stei­ge­rung lands­mann­schaft­li­cher Arbeit behan­delt wur­den.

Ergänzt wur­de die har­mo­ni­sche Tagung durch einen Vor­trag von VadW-Redak­teur Hans Kam­pen zur Geschich­te Augs­burgs, der zweit­äl­tes­ten deut­schen Stadt, und einen Stadt­rund­gang. VadW

 

Einiges wurde auf den Weg gebracht

Tages­se­mi­n­ar der Lan­des­grup­pe Bay­ern in Nürn­berg

 

Ver­tre­ter der Orts­grup­pen Alt­öt­ting, Ans­bach, Augs­burg, Bay­reu­th, Din­gol­fing-Land­au, Für­th, Mün­chen, Nürn­berg, Regens­burg, Rho­en-Grab­feld, Schwein­furt, Strau­bing, Wei­den und Zwie­sel, der nahe­zu voll­zäh­li­ge Lan­des­vor­stand, dazu die bei­den Lei­te­rin­nen des Pro­jek­tes “Ange­kom­men und inte­griert in Bay­ern”, Olga Gusch und Olga Knaub — zum Tages­se­mi­n­ar “Qua­li­fi­zie­rung von Ehren­amt­li­chen im Bereich der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land” am 23. Juli 2011 im Cari­tas-Pirck­hei­mer-Haus in Nürn­berg war so ziem­li­ch alles erschie­nen, was in der Lan­des­grup­pe Bay­ern Rang und Namen hat.

 

Krank­heits­be­dingt hat­te jedoch in letz­ter Minu­te der Haupt­re­fe­rent der Ver­an­stal­tung, Armin Homp vom Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozi­al­ord­nung, absa­gen müs­sen, so dass der baye­ri­sche Lan­des­vor­sit­zen­de Wal­de­mar Eisen­braun als Mode­ra­tor auch die­sen Part über­neh­men mus­s­te und die Teil­neh­mer mit den neu­en För­der­schwer­punk­ten in Bay­ern ver­traut mach­te. Als wesent­lichs­te Punk­te hielt er fest:

 

• För­der­fä­hig sind Per­so­nal- und Sach­kos­ten, die zum Zwecke der Qua­li­fi­zie­rung von Ehren­amt­li­chen ent­ste­hen.

• Ehren­amt­li­che soll­ten aus­rei­chen­de Sprach­kennt­nis­se in Deut­sch besit­zen, falls nicht, sind zuer­st die Sprach­kennt­nis­se zu för­dern.

• Die Maß­nah­men begin­nen zum Bei­spiel mit der Bil­dung von Selbst­hil­fe­grup­pen.

• Für die Durch­füh­rung von Schu­lun­gen, Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen etc. kön­nen ange­mes­se­ne Ver­gü­tun­gen an Fach­kräf­te gezahlt wer­den.

• Für die ver­schie­de­nen For­men der Qua­li­fi­zie­rung ist es von Vor­teil, mit erfah­re­nen Akteu­ren zu koope­rie­ren, wie zum Bei­spiel der djo — Deut­sche Jugend in Euro­pa oder VIA — Ver­ein für Inter­kul­tu­rel­le Arbeit (Mün­chen).

 

Neben der Ver­bes­se­rung der tech­ni­schen Aus­stat­tung der ehren­amt­li­ch Täti­gen vor allem im Bereich der moder­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel kämen, so Eisen­braun, zur Stei­ge­rung der Effi­zi­enz lands­mann­schaft­li­cher Arbeit vor allem die Durch­füh­rung von regel­mä­ßi­gen Mul­ti­pli­ka­to­ren­schu­lun­gen, Podi­ums­dis­kus­sio­nen und Info­ver­an­stal­tun­gen sowie die Bil­dung von inhalt­li­ch und per­so­nell klar defi­nier­ten Arbeits­grup­pen in Fra­ge.

Ein­gangs hat­te sich der Redak­teur von “Volk auf dem Weg”, Hans Kam­pen, in sei­nem Impuls-Refe­rat mit der aktu­el­len Lage der Lands­mann­schaft befasst und Ansatz­punk­te für eine Stei­ge­rung der Attrak­ti­vi­tät, Wirk­sam­keit und Trans­pa­renz lands­mann­schaft­li­cher Arbeit zur Dis­kus­si­on gestellt. Ins­be­son­de­re mach­te er sich für eine Inten­si­vie­rung der lands­mann­schaft­li­chen Öffent­lich­keits­ar­beit stark, deren Auf­ga­be zum einen dar­in bestehe, zur Ver­sach­li­chung des Bil­des bei­zu­tra­gen, das sich Bevöl­ke­rung und Medi­en von den Deut­schen aus Russ­land machen, und zum ande­ren dar­in, die Anzie­hungs­kraft des Ver­eins auf neue Mit­glie­der zu stei­gern.

Nach leb­haft geführ­ten Dis­kus­sio­nen, bei denen jeder ein­zel­ne Teil­neh­mer mit sei­ner Mei­nung zu Wort kam, einig­te man sich dar­auf, sich in den kom­men­den Mona­ten ver­stärkt mit den fol­gen­den The­men zu befas­sen:

 

• Öffent­lich­keits­ar­beit;

• Kom­mu­ni­ka­ti­ons­struk­tu­ren (intern, extern);

• Kas­sen­füh­rung, Finan­zen, Ver­eins­füh­rung;

• Erschei­nungs­bild der Lands­mann­schaft (Schaf­fung von “Sym­bo­len”);

• Pro­jekt­ar­beit;

• Geschich­te, Iden­ti­tät, Spra­che.

VadW

 

Landesgruppe Bayern unter neuer Führung

Wal­de­mar Eisen­braun Nach­fol­ger von Edu­ard Neu­ber­ger

 

Der Gemein­de­saal der evan­ge­li­schen Kir­che St. Andre­as in Augs­burg war am 10. April Schau­platz der Dele­gier­ten­ver­samm­lung der Lan­des­grup­pe Bay­ern der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land. 42 stimm­be­rech­tig­te Teil­neh­mer wähl­ten den bis­he­ri­gen stell­ver­tre­ten­den Lan­des­vor­sit­zen­den Wal­de­mar Eisen­braun (Regens­burg) zum Nach­fol­ger von Edu­ard Neu­ber­ger (Strau­bing).

Erfolg­rei­che Bilanz

In ihren ein­lei­ten­den Anspra­chen konn­ten sowohl der Ehren­vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe Bay­ern und Bun­des­vor­sit­zen­de der Lands­mann­schaft, Adolf Fet­sch, als auch Edu­ard Neu­ber­ger eine erfolg­rei­che Bilanz über die in der zurück­lie­gen­den Amts­pe­ri­ode geleis­te­te lands­mann­schaft­li­che Arbeit im Frei­staat zie­hen.

So war die Lan­des­grup­pe mit ins­ge­samt sechs Schu­lun­gen für ehren­amt­li­che Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in Mün­chen, Nürn­berg, Für­th und Alt­öt­ting akti­ver als die meis­ten ande­ren Lan­des­grup­pen der Lands­mann­schaft.

Hin­zu kamen Lan­des­kul­tur­ta­gun­gen in Regens­burg und Bad Rei­chen­hall. Und nicht zuletzt die groß ange­leg­ten Som­mer­fes­te der Kreis- und Orts­grup­pe Augs­burg, die 2008 und 2010 sogar als baye­ri­sche Lan­des­tref­fen durch­ge­führt wer­den konn­ten.

Fest­red­ner waren die Baye­ri­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Dr. Gün­ther Beck­stein 2008 und Hor­st See­ho­fer 2010. 2009 war die Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rin für Arbeit und Sozi­al­ord­nung, Fami­lie und Frau­en, Chris­ti­ne Hadert­hau­er, gekom­men.

Für ihr Lan­des­tref­fen 2010 hat­te die Lan­des­grup­pe das Mot­to „Wur­zeln schla­gen – Gesell­schaft stär­ken“ gewählt. Damit wur­de zum Aus­druck gebracht, was im Zen­trum der gesell­schafts­po­li­ti­schen Arbeit der Lan­des­grup­pe Bay­ern steht:

Zum einen die Unter­stüt­zung des Wun­sches der Deut­schen aus Russ­land, nach Jah­ren und Jahr­zehn­ten der Dis­kri­mi­nie­rung in der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on hier in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land end­li­ch eine wirk­li­che Hei­mat zu fin­den und gleich­be­rech­tigt als Deut­sche unter Deut­schen zu leben. Das heißt: Es soll den Lands­leu­ten gehol­fen wer­den, hier Wur­zeln zu schla­gen.

Zum ande­ren betont die Lan­des­grup­pe Bay­ern immer und immer wie­der den po­sitiven Bei­trag der Deut­schen aus Russ­land zur Stär­kung und Ent­wick­lung des gesell­schaft­li­chen Lebens in der Bun­des­re­pu­blik, ihre hohe Inte­gra­ti­ons­be­reit­schaft und ihre vor­bild­li­chen Inte­gra­ti­ons­er­fol­ge.

Zugleich wird unter­stri­chen, dass die Lands­leu­te ihre Iden­ti­tät als Deut­sche trotz aller Wider­stän­de und Unter­drü­ckungs­maß­nah­men in der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on bis in die Gegen­wart bewahrt und im direk­ten Kon­takt mit den unter­schied­lichs­ten euro­päi­schen und asia­ti­schen Völ­kern noch stär­ker und rei­cher gemacht haben.

In sei­ner erfolg­rei­chen Arbeit konn­te sich der Lan­des­vor­stand auf die Unter­stüt­zung zahl­rei­cher ehren­amt­li­cher Mit­ar­bei­ter in den ört­li­chen Glie­de­run­gen ver­las­sen.

Zusätz­li­cher Rücken­wind für die Arbeit der Lands­mann­schaft in Bay­ern und ihre Bemü­hun­gen um eine Inten­si­vie­rung der Zusam­men­ar­beit mit Poli­ti­kern und öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen kam durch das lan­des­wei­te Pro­jekt „Ange­kom­men und inte­griert in Bay­ern“ sowie das regio­na­le Pro­jekt „In Augs­burg gemein­sam“.

Das Pro­jekt „Ange­kom­men und inte­griert in Bay­ern“ wird vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um und vom Baye­ri­schen Sozi­al­mi­nis­te­ri­um geför­dert und von Olga Gusch für Süd­bay­ern und Olga Knaub für Nord­bay­ern gelei­tet.

Das vom Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge geför­der­te Pro­jekt „In Augs­burg gemein­sam“ wird von Aljo­na Hei­ser und Hele­ne Sau­ter gelei­tet und in Koope­ra­ti­on mit der Stadt Augs­burg und dem Deut­schen Kin­der­schutz­bund durch­ge­führt.

Als anschau­li­ches Bei­spiel für die effek­ti­ve Arbeit der Lands­mann­schaft in Bay­ern nann­te Edu­ard Neu­ber­ger die rela­tiv güns­ti­ge Ent­wick­lung der Mit­glie­der­zah­len. Zwar habe man auch in Bay­ern Ver­lus­te hin­neh­men müs­sen, doch sei­en die­se wesent­li­ch gerin­ger aus­ge­fal­len als in den ande­ren Hoch­bur­gen der Lands­mann­schaft.

So befin­de sich mit Augs­burg die zweit­größ­te ört­li­che Glie­de­rung der Lands­mann­schaft in Bay­ern, und gera­de in den letz­ten Mona­ten sei es zu erfreu­li­chen Neu­grün­dun­gen bzw. Wie­der­be­le­bun­gen der Orts­grup­pen in Alt­öt­ting, Bad Kis­sin­gen, Gerets­ried und Wei­den gekom­men.

Kla­res Votum für Wal­de­mar Eisen­braun

Trotz der posi­ti­ven Ent­wick­lun­gen in der Lan­des­grup­pe Bay­ern mus­s­te Edu­ard Neu­ber­ger bei der Wahl zum Vor­sit­zen­den eine Nie­der­la­ge hin­neh­men: Mit 30 zu 12 Stim­men fiel die Ent­schei­dung deut­li­ch zuguns­ten von Wal­de­mar Eisen­braun aus.

Die­ser wur­de 1974 in Dscham­bul, Kasach­stan, als Sohn eines krim­deut­schen Vaters und einer wol­ga­deut­schen Mut­ter gebo­ren. Nach der Aus­rei­se nach Deutsch­land Ende 1990 mach­te er sein Fach­ab­itur und ließ sich zum IT-Spe­zia­lis­ten aus­bil­den. Er ist seit 1998 berufs­tä­tig, unter ande­rem als Pro­jekt- und Abtei­lungs­lei­ter. Berufs­be­glei­tend absol­vier­te er ein Stu­di­um zum Betriebs­wirt. Im April 2009 mach­te er sich als IT-Bera­ter selb­stän­dig.

Bei der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land ist Wal­de­mar Eisen­braun seit 2006 als Vor­sit­zen­der der Orts­grup­pe Regens­burg und seit 2008 inner­halb des Lan­des­vor­stan­des aktiv. Auf Bun­des­ebe­ne wirkt er im Orga­ni­sa­ti­ons­aus­schuss und künf­tig auch im Öffent­lich­keits­aus­schuss mit. Dar­über hin­aus enga­giert er sich bei­spiels­wei­se im Bund der Ver­trie­be­nen, im Aus­sied­ler­bei­rat der Stadt Regen­burg und in der evan­ge­li­schen Gemein­de Burg­wein­ting.

In sei­ner Tätig­keit als baye­ri­scher Lan­des­vor­sit­zen­der will er einen kol­le­gia­len Füh­rungs­stil vor­le­ben und vor allem die Öffent­lich­keits­ar­beit inten­si­vie­ren.

Eisen­braun kann sich dabei auf ein Team von acht Vor­stands­mit­glie­dern ver­las­sen, die aus allen Gegen­den Bay­erns kom­men. Zu stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den wur­den bei der kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung am 17. April Juri Hei­ser (Augs­burg) und Ewald Oster (Schwein­furt) gewählt. Außer­dem gehö­ren dem Vor­stand an: Karl Kromer (Augs­burg), Lin­da Wolf und Hein­rich Kratz (Regens­burg), Edu­ard Neu­ber­ger (Strau­bing), Vik­to­ria Wes­ner (Bay­reu­th) und Hele­ne Scheft­ner (Mün­chen).

Letz­te­re wur­den im Rah­men der Ver­an­stal­tung eben­so wie Anna Len­gen­fel­der (Mün­chen) für ihr lang­jäh­ri­ges ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment mit der gol­de­nen Ehren­na­del der Lands­mann­schaft aus­ge­zeich­net.

In die Kas­sen­prü­fungs­kom­mis­si­on wur­den Wal­de­mar Stein­hil­ber (Regens­burg), Doro­thea Wal­ter (Nürn­berg) und Dr. Oskar Wal­ter (Ingol­stadt) gewählt.

VadW