Bayern

Ewald Oster – Vorsitzender

Gretel-Baumbach-Str. 13, 97424 Schweinfurt

Tel.: 09721 – 498679, E – Mail: E.Oster@LmDR.de

 

Seminar: „Weihnachten verstehen“

Ehrenamt: „Motivieren –

Medien – moderne Technik“

 

Vertreter von etwa 15 Orts- und Kreisgruppen der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft aus allen Teilen des Freistaates waren zu der Multiplikatorenschulung erschienen, die sich am 12. und 13. Mai 2012 in Straubing mit den Themen ehrenamtlicher Arbeit „Motivieren – Medien – moderne Technik“ befasste. Die Veranstaltung wurde aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen gefördert.

 

Begrüßt wurden die Teilnehmer vom Mitglied des bayerischen Landesvorstandes der Landsmannschaft, Karl Kromer, der die Bedeutung des ehrenamtlichen Einsatzes würdigte, der in den meisten Fällen zusätzlich zu einem harten Arbeitstag im Hauptberuf geleistet werde. Als Belohnung der Arbeit nannte Kromer Veranstaltungen wie die Feier zum 55-jährigen Bestehen der Orts- und Kreisgruppe Augsburg im April d.J. (VadW berichtete), bei der einfach alles gestimmt habe.

Der Vorsitzende der Landesgruppe Bayern, Waldemar Eisenbraun, bedankte sich bei den Organisatoren der Schulung, der Orts- und Kreisgruppe Straubing-Bogen und den beiden Leiterinnen des Projektes „Angekommen und integriert in Bayern“, Olga Gusch und Olga Knaub. Voller Selbstbewusstsein bezeichnete er die Deutschen aus Russland als Stützen der Gesellschaft, die den Status von Bittstellern längst hinter sich gelassen hätten.

Eduard Neuberger, Mitglied des Landesvorstandes und seit 20 Jahren Vorsitzender der Orts- und Kreisgruppe Straubing-Bogen, stellte die umfangreiche Sozial-, Kultur-, Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit der Landsmannschaft in Straubing vor, die vor allem in den letzten Jahren zu einem nicht unerheblichen Mitgliederzuwachs der Gliederung geführt habe.

„Für dich! Für mich! Für alle.“

Mit dem Thema „Motivieren für Ehrenamt und politische Vertretung“ befasste sich der bayerische Landtagsabgeordnete Josef Zellmeier (CSU), der auch innerhalb der Landesgruppen Bayern des Bundes der Vertriebenen und der Karpatendeutschen Landsmannschaft als stellvertretender Vorsitzender tätig ist.

Deutsche aus Russland seien, so Zellmeier, in politischen Ämtern und den meisten bürgerlichen Vereinen bedauerlicherweise deutlich unterrepräsentiert. Ausnahmen bestünden lediglich hinsichtlich Sportvereinen und der Freiwilligen Feuerwehr.

Gerade in Zeiten rückläufiger Mitgliederzahlen in Vereinen und anderen Einrichtungen betrachte er es als seine Aufgabe, Menschen unabhängig von ihrer Herkunft unter dem Motto „Für dich! Für mich! Für alle!“ für das Ehrenamt zu begeistern, zumal gelte: „Man lernt dabei für sich genauso viel, wie man anderen behilflich sein kann.“

Darüber hinaus sei es für das politische System der Bundesrepublik notwendig, dass sich möglichst viele ehrenamtlich betätigen. Wie etwa in Bayern, wo Jahr für Jahr nicht weniger als 75 Millionen Stunden ehrenamtlicher Arbeit registriert werden könnten.

Presse und Internet

Erfahrungsberichte und Tipps für die Praxis hatten die Leiterin der Lokalredaktion des „Straubinger Tagblatts“, Monika Schneider-Stranninger, und Petra Rettberg von der Volkshochschule Straubing-Bogen mitgebracht.

„Nichts ist hartnäckiger als Klischees und Vorurteile!“ Mit diesen Worten beschrieb die Redakteurin die grundsätzliche Schwierigkeit, die Öffentlichkeit mit objektiven Informationen über Themen zu versorgen, die nicht im Mittelpunkt des medialen Interesses stehen. Das Thema „Deutsche aus Russland“ gehöre sicher dazu. Angesichts zahlloser Berichte, die Zeitungsredaktionen zugeschickt werden – allein in der Lokalredaktion des „Straubinger Tagblatts“ treffen täglich an die 200 E-Mails ein! -, empfahl sie, mit der jeweiligen Redaktion direkten Kontakt aufzunehmen. „Und benennen sie dem Redakteur diejenige oder denjenigen, der bei Ihnen für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist!“

Petra Rettberg informierte über Fragen, Inhalte, Möglichkeiten und Probleme des Internets und leitete am zweiten Tag der Schulung die Arbeitsgruppe für Anfänger, während sich Sergej Gerbersdorf, der seit Jahren ehrenamtlich die Homepage der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft betreut, den schon Fortgeschritteren widmete.

Eine Führung durch Straubing mit Ursula Seitz am Abend des ersten Tages rundete die gelungene Veranstaltung ab, und mit kleinen Geschenken wurde allen Teilnehmerinnen gedankt, die sich am Muttertag Zeit für die Landsmannschaft genommen hatten.

VadW

 

„In der Kultur zu Hause“

Abwechslungsreiches Kulturwochenende der Landesgruppe Bayern

 

Es ist wie dahoam“, so die zufriedenen Äußerungen der Seminar­teilnehmer nach dem Auftritt der Schauspielerin Maria Warkentin, die im Rahmen ihres Workshops spontan in die Rolle der „russlanddeutschen Oma“ schlüpfte und in der authentischen Mundart ihrer wolgadeutschen Mutter über die Auswanderung und das Einleben in Deutschland erzählte.

 

Mit dem Motto „In der Kultur zu Hause“ und den Schwerpunkten Gesang, Tanz und Theater lockte die Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft über 30 kulturinteressierte Landsleute aus verschiedenen Orten Bayerns in das Schweinfurter Jugendgästehaus zum Kulturwochenende vom 24. und 25. März 2012.

Die überlieferten kulturellen Traditionen und Bräuche der Deutschen aus Russland standen im Mittelpunkt des Seminars. Das Projekt wurde aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen gefördert. Die Gesamtorganisation lag in den Händen der Projektleiterin Olga Knaub (Projekt „Angekommen und integriert in Bayern“), die von den Aktiven der Ortsgruppe Schweinfurt unterstützt wurde.

Eingeladen waren Chor- und Tanzleiter sowie Kulturreferenten russlanddeutscher Kulturgruppen und der bayerischen Ortsgliederungen der Landsmannschaft. Sachkundige Referenten thematisierten zusammen mit den Teilnehmern Aspekte der kulturellen Breitenarbeit, anschließend vertieft in praktischer Gruppenarbeit.

Die Teilnehmer wurden vom Gastgeber Ewald Oster, Mitglied des Bundesvorstandes der Landsmannschaft und Vorsitzender der Ortsgruppe Schweinfurt, sowie vom Bayerischen Landesvorsitzenden Waldemar Eisenbraun (Regensburg) begrüßt. Ewald Oster stellte seine Ortsgruppe vor, die seit Jahren lebendige Integrations- und Kulturarbeit leistet. Der 20-jährige Peter Aifeld, Sprecher der Ortsgruppe Schweinfurt und Mitglied der Jugendgruppe Indigo, berichtete über die Jugendarbeit in seiner Stadt.

Dr. Robert Korn, Mundartforscher und Kenner der russlanddeutschen Musikkultur, gewährte einen Einblick in die Geschichte der Erforschung und Dokumentation des Liedguts der Russlanddeutschen im 19. und 20. Jahrhundert und stellte das Buch „Es war einmal… “ vor, das er gemeinsam mit dem russlanddeutschen Musiker Eduard Isaak verfasst hat. Die Publikation enthält zahlreiche Lieder der Deutschen aus Russland von den Anfängen bis in die Gegenwart.

Die Inhalte des Buches standen im Mittelpunkt der Gruppenarbeit mit Olga Baluyev, die in Schweinfurt den russlanddeutschen Chor „Harmonie“ leitet. Sie übte mit den Teilnehmern eine Auswahl alter deutscher Volkslieder und Romanzen aus dem Buch, unterstützt von Viktor Stricker auf dem Akkordeon. Auf kreative Art lockerte sie die Gruppenarbeit mit Übungselementen aus ihrem Beruf als Musikgeragogin (Bildendes Musizieren mit alten Menschen) auf.

Zur gleichen Zeit beschäftigte sich die Tanzgruppe unter der Leitung von Nadja Fuchs (zusammen mit ihrem Mann Waldemar) vom Tanzensemble „Birkenhain“ aus Schlüsselfeld mit der „Tanztradition der Russlanddeutschen“. Als Schlussergebnis wurden „Walzer“ und „Stampfpolka“ von den Teilnehmern aus München und Ansbach als bühnenreife Präsentation aufs Parkett gelegt.

Der Theater-Workshop war für die Teilnehmer allein schon wegen der Präsenz der Schauspielerin Maria Warkentin aus Niederstetten ein Erlebnis. Seit 1994 in Deutschland, leitet sie seit über zehn Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Peter das Russland-Deutsche Theater Niederstetten.

„Ich wünsche mir, dass unsere Landsleute sich für Amateurtheater begeistern“, so Maria Warkentin. Vor allem bei der Aufarbeitung der Geschichte der Volkgruppe und ihrer Popularisierung unter den Einheimischen sei das Theater ein sehr wirkungsvolles Mittel, weiß die Schauspielerin aus eigener Erfahrung.

In lebendiger Gruppenarbeit erfuhren die Teilnehmer, wie man ein Amateurtheater aufbaut und was ein Improvisationstheater ist. Auch die Teilnehmer konnten sich mit ihren Erfahrungen einbringen, so beispielsweise Erna Horn aus Sulzbach-Rosenberg mit Übungen für Seniorentanz.

In jeder Arbeitsgruppe bekamen die Teilnehmer außerdem Handreichungen, die ihre Arbeit vor Ort unterstützen sollen. Ein Bücher- und Zeitschriftentisch der Landsmannschaft sowie eine aufschlussreiche abendliche Stadtführung durch Schweinfurt, bei der man die Stadt von ihrer historischen Seite kennen lernte, rundeten das angebotsreiche Kulturwochenende ab.

Nina Paulsen

 

Zwischen Tradition und Moderne

Motivierte Teilnehmer beim Seminar der Landesgruppe Bayern

 

Kulturelle Breitenarbeit zwischen Tradition und Moderne“ war der Titel des Seminars für Chor- und Tanzleiter der Landesgruppe Bayern, das am 5. und 6. November 2011 im Jugend- und Familien-Gästehaus in Nördlingen stattfand.

 

Das große Interesse an dem Thema bewies die beachtliche Zahl der Teilnehmer, die mit über 50 Personen elf Ortsgruppen der Landsmannschaft vertraten und sich hoch motiviert an der Gruppenarbeit beteiligten. Eingeladen waren Leiter von Kulturgruppen aus Bayern und die Kulturreferenten der landsmannschaftlichen Ortsgruppen. Die Maßnahme wurde durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das Haus des Deutschen Ostens (München) gefördert.

Vorbereitet und durchgeführt wurde das Seminar von Ehrenamtlichen der Landesgruppe Bayern, vertreten durch die Landesvorstandsmitglieder Helene Scheftner, Viktoria Wesner und Linda Wolf, in Kooperation mit dem landesweiten Projekt „Angekommen und Integriert in Bayern“ (Leiterin Olga Knaub) und der landsmannschaftlichen Wanderausstellung (Projektleiter Jakob Fischer).

Nach der Einführung in die Schulung durch Olga Knaub machten sich die Teilnehmer gleich an die Arbeit. Die beiden Seminartage wurden in Form von gezielter Gruppenarbeit gestaltet, wobei kulturelle Traditionen in den Bereichen Gesang und Tanz im Mittelpunkt standen. Die Teilnehmer sollten mehr über die Kulturtraditionen und das Brauchtum der Russlanddeutschen erfahren, um dieses Wissen weiterzuvermitteln. Die Gruppen wurden von sachkundigen und engagierten Referenten geleitet, die die Teilnehmer immer wieder zum aktiven Mitmachen anregten.

Die Gruppe der Chorleiter arbeitete am ersten Tag mit der Musikerin Ida Haag aus Ingolstadt, die seit 1988 in Deutschland lebt, zusammen. In ihrer Heimatstadt leitet sie den Chor „Singende Herzen“, der 1995 gegründet wurde und inzwischen weit über die Grenzen der Heimatstadt und Bayerns hi­naus bekannt ist. Und so konnte Ida Haag mit viel Sachverstand, aber auch mit Leidenschaft und Humor viele nützliche Tipps zum richtigen Singen geben. Es wurden allerhand Übungen im Chorgesang ausprobiert, um Körper und Seele auf das Singen vorzubereiten. Am Klavier wurde Ida Haag von Irina Kraft, ebenfalls aus Ingolstadt, begleitet.

Am zweiten Tag durften die Teilnehmer der Gruppe nach Lust und Laune mit Jakob Fischer, der in Nördlingen zu Hause ist, singen. Zum Schluss wurde das Liederbuch der Landsmannschaft „Deutsche Volkslieder aus Russland“ mit den dazu gehörenden CDs und das Buch „Musikgeschichte der Russlanddeutschen“ von Ernst Stöckl verteilt.

Mit vollem Körpereinsatz ging es in der Gruppe der Tanzleiter zu. Spaß am Tanzen hatten alle Teilnehmer, sowohl die Jugendlichen aus Unterfranken oder Straubing als auch ältere Teilnehmer aus verschiedenen Ortsgruppen. Mit dem Choreographen aus Leipzig, Alexander Gepting, übten sie typische Schritte russlanddeutscher Volkstänze ein, damit die Gruppe bei der Veranstaltung „Wolgadeutsche Hochzeit“ mitmachen konnte.

Am zweiten Tag agierte Nadja Fuchs, Leiterin des international bekannten Tanzensembles „Birkenhain“ aus Schlüsselfeld, als Tanzlehrerin. Die Birkenhainer halten die Volkstänze und die Bräuche, die in den deutschen Siedlungen in Sibirien gepflegt wurden, lebendig, entwickeln sie weiter und vermitteln sie durch Auftritte der Öffentlichkeit.

Zusammen mit ihrem Mann Waldemar probte Nadja Fuchs mit der Gruppe Schritt für Schritt den Tanz „Polka-Galopp“. Die Methode erwies sich als sehr effektiv, so dass die Teilnehmer zum Abschluss vor versammelter Mannschaft bühnenreifes Tanzen präsentierten – einstudiert in nicht einmal zwei Stunden.

In beiden Gruppen wurde kräftig für die öffentliche Veranstaltung „Zu Gast auf einer Wolgadeutschen Hochzeit“ geprobt, die am Samstagabend im brechend vollen Gasthaus „Zur Bretzge“ über die Bühne ging und zum Höhepunkt des Seminars wurde.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Besucher vom Vorsitzenden der Landesgruppe Bayern, Waldemar Eisenbraun, begrüßt.

Jakob Fischer moderierte den Abend und erklärte die überlieferten Hochzeitstraditionen der Wolgadeutschen, die durch Lieder und Tänze vorgeführt wurden. Das Programm gestalteten die Teilnehmer des Seminars, die Tanzgruppe „Birkenhain“, die Gesangsgruppe „Liebende Herzen“ aus Landshut (Leiterin Elvira Gillert) sowie Jakob Fischer, Lina Neuwirt, Ludmila Fischer und Irina Dellert. Das Hochzeitspaar spielten Inga und Eduard Fischer aus Fürth, den musikalischen Rahmen gestaltete Eduard Frickel. Der gelungene Abend stieß auf allgemeine Begeisterung. „So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen“, äußerte sich eine der Seminarteilnehmerinnen.

Zum Programm des Seminars gehörte auch eine Stadtführung, die wunderbar von Jakob Fischer gemeistert wurde. Abschließend freuten sich alle über die Teilnahmeurkunden, die von den Veranstaltern vorbereitet worden waren.

Das Seminar und die geäußerten Wünsche zeigten, dass der Bedarf an dieser Art von praktischen Schulungen da ist. Und es gibt sachkundige Referenten aus den eigenen Reihen, die bereit sind, den Chören, Musik- und Tanzgruppen der Landsmannschaft bei der Anhebung ihrer Professionalität, der Auswahl des Repertoires und der Organisation von Veranstaltungen unter die Arme zu greifen.

VadW

 

Unterdrückung, Leiden, Verlust der Heimat

Gedenkfeier der Landesgruppe Bayern in Augsburg

 

Im Sommer 2011 wurden alle Deutschen, die in der Sowjetunion oder deren Nachfolgestaaten geboren wurden und in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben, an den traurigsten Tag ihrer Geschichte erinnert, den 28. August 1941. An diesem Tag mitten im Zweiten Weltkrieg beendete das Präsidium des Obersten Sowjets der Sowjetunion mit dem Erlass „Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons leben“ die Existenzberechtigung einer Volksgruppe des Landes aus dem einen und einzigen Grund, weil sie Deutsche waren.

 

In Deutschland werden die meisten Gedenkfeiern, die diesem Ereignis gewidmet sind, von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen organisiert.

Ihre alljährlichen Trauerfeiern am russlanddeutschen Gedenkstein auf dem Neuen Friedhof in Augsburg-Haunstetten gehören zu den traditionsreichsten im gesamten Bundesgebiet. In diesem Jahr kam der Feier darüber hinaus überregionale Bedeutung zu, da sie gemeinsam mit der Landesgruppe Bayern veranstaltet wurde und mit Staatssekretär Franz Josef Pschierer vom Bayerischen Finanzministerium und dem Augsburger Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl prominente Gedenkredner hatte.

Etwa 350 Teilnehmer waren am 28. August überwältigt von dem Programm, das die Vertreter der Landsmannschaft unter der Leitung des Vorsitzenden der Kreis- und Ortsgruppe Augsburg, Stadtrat Juri Heiser, auf dem Friedhof und anschließend im Pfarrsaal von St. Pius vorbereitet hatten.

Einen beachtlichen Teil der Trauergäste bildeten noch immer die Zeugen der Verfolgung und Deportation der Deutschen in der Sowjetunion in den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die weitaus größte Gruppe stellten jedoch ihre Kinder und Enkel, und es waren auch Gäste aus den Reihen der Einheimischen dabei, die durch ihr Erscheinen ihr Interesse an der Geschichte und Gegenwart ihrer russlanddeutschen Mitbürger bekundeten.

OB Dr. Kurt Gribl bezeichnete die Deutschen aus Russland in seiner Ansprache als unverzichtbaren Bestandteil der Augsburger Stadtgemeinschaft, denen man für ihre Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“ mit dem Rathaus nicht zufällig den besten Platz zur Verfügung gestellt habe, den man in Augsburg finden könne.

Franz Josef Pschierer betonte anschließend seine besondere Motivation zur Übernahme der Gedenkrede: Er selbst gehöre zwar nicht der Erlebnisgeneration an, sein Vater habe jedoch als Sudetendeutscher vier Jahre nach den Deutschen in der Sowjetunion ebenfalls seine angestammte Heimat verloren.

Für die Landsmannschaft würdigte Juri Heiser den tragischen Weg seiner Landsleute, während der Vorsitzende der Landesgruppe Bayern, Waldemar Eisenbraun, in seiner kurzen, aber sehr beeindruckenden Rede nicht vergaß, neben den Leiden der Deutschen auch die Unterdrückung der anderen Völker der Sowjetunion zu erwähnen.

Zur Tradition russlanddeutscher Feiern gehört seit Jahr und Tag ein ökumenischer Gottesdienst, den in Augsburg Domkapitular Josef Heigl und Dekan Stefan Blumtritt zelebrierten.

Zu Beginn der Gedenkfeier erklang auch diesmal Georg Selenskis Trompetensolo. Der Chor „Heimatmelodie“ der Kreis- und Ortsgruppe Augsburg sang unter der Leitung von Aljona Heiser drei Lieder, die zumindest die älteren Deutschen aus Russland seit Jahrzehnten in ihren Herzen tragen: „Näher, mein Gott, zu dir“, „Schicksalslied der Russlanddeutschen“ und „Großer Gott, wir loben dich“.

Den Abschluss bildete ein Beisammensein im Pfarrsaal von St. Pius mit einem Film zur Geschichte der Volksgruppe sowie Kaffee und Kuchen aus der eigenen Küche. VadW

 

Motivation und Führung im Ehrenamt

Multiplikatorenschulung der Landesgruppe Bayern in Regensburg

 

Am 10. und 11. November 2011 führte die Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft in Regensburg eine weitere Multiplikatorenschulung durch. Sie war dem Thema „Motivation und Führung im Ehrenamt“ gewidmet und wurde aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen gefördert.

 

Eingangs konnte der Vorsitzende der Landesgruppe Bayern, Waldemar Eisenbraun, unter den etwa 35 Teilnehmern neben den Mitgliedern des Landesvorstandes, Ewald Oster, Helene Scheftner, Karl Kromer, Viktoria Wesner und Heinrich Kratz (zu denen sich später noch Juri Heiser gesellte), auch Mitglieder der neu gegründeten Ortsgruppe Kitzingen mit der Vorsitzenden Albina Baumann an der Spitze begrüßen.

Referent der beiden Tage in Regensburg war der Bezirksvorsitzende Oberpfalz des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV), Arnold Lindner.

In seinem ersten Vortrag befasste er sich mit der Bedeutung des Ehrenamts sowie mit Fragen der Motivation zum Einstieg und Mitmachen, der Maßnahmen- und Zeitplanung und eines zeitgemäßen Führungsstils.

Vor dem Hintergrund seiner langjährigen Erfahrung in der ehrenamtlichen Arbeit für den mitgliederstarken BLSV konnte er den Teilnehmern eine Reihe von Anregungen mit auf den Weg geben, die er zudem griffig formulierte und einprägsam auf den Punkt brachte.

So führte er zum Führungsstil aus, dass die Zeit der „Vereinsfürsten“ längst vorbei sei. Wer sich heute in führender Position ehrenamtlich betätige, müsse mit Lob und Anerkennung arbeiten – und vor allem mit einem Lächeln! Seine Anregungen rundete Lindner mit einem kleinen Wortspiel ab: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“

Zur Planung und Durchführung von Maßnahmen legte er den Teilnehmern ans Herz. „Es kommt nicht darauf an, alles richtig zu tun, sondern darauf, das Richtige zu tun.“ Und: „Fehler darf jeder machen!“

Waldemar Eisenbraun warf die Frage auf, mit welchen konkreten Maßnahmen die Deutschen aus Russland für die Mitarbeit in der Landsmannschaft motiviert werden könnten – Landsleute, von denen die meisten noch damit beschäftigt seien, sich ihre Existenz aufzubauen.

Nach der Pause formulierte Lindner drei Fragen zur Strukturierung der Gruppenarbeit:

1. Was missfällt mir, was müssen wir ändern?

2. Was wären unsere Traumziele?

3. Welche Ideen sind besonders interessant und umsetzbar, welche sollten wir aufgreifen?

 

Die von den Teilnehmern im Plenum gesammelten Ideen dienten als Grundlage der vertiefenden Gruppenarbeit und des Gedankenaustauschs zur Entwicklung von Strategien zur Stärkung des Ehrenamts am zweiten Tag,

Wer in Regensburg dabei war, wird bestätigen können, dass er eine ungewöhnlich spannende, abwechslungsreiche und produktive Schulung erlebt hat. Eine Schulung, die sich ganz an der Maxime der Landesgruppe Bayern orientierte, sich jeweils auf einige wenige Themen zu konzentrieren, diese aber umso intensiver zu bearbeiten.

VadW

 

Neue Wege in Bayern

Multiplikatorenschulung der Landesgruppe in Augsburg

 

Gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen fand am 8. und 9. Oktober 2011 in Augsburg eine Multiplikatorenschulung zu den Themen Vereinsrecht und interkulturelle Kompetenz statt.

 

Wie der Vorsitzende der Landesgruppe Bayern und Leiter der Schulung, Waldemar Eisenbraun, in seiner Begrüßungsansprache betonte, folgten die Organisatoren damit dem Wunsch der Teilnehmer des Tagesseminars „Qualifizierung von Ehrenamtlichen im Bereich der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland“ im Juli des Jahres in Nürnberg, die sich mehrheitlich für die baldige Behandlung dieser beiden Themen ausgesprochen hatten.

Adolf Fetsch, Bundesvorsitzender und langjähriger Landesvorsitzender in Bayern, würdigte die Arbeit der Landesgruppe Bayern, die sich durch das vorbildliche Engagement ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiter, aber auch durch die guten Kontakte zum Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen positiv gestalte. Als jüngstes Beispiel erwähnte er die Broschüre der Landegruppe, die mit Unterstützung des Ministeriums he­rausgegeben werden konnte und sich mit zentralen Aspekten der Verfolgung der Deutschen in der Sowjetunion befasst.

Für die Behandlung des diffizilen Themas „Vergütung der Vorstandsmitglieder bzw. der Ehrenamtlichen. Was ist zulässig? Wann ist die Gemeinnützigkeit gefährdet?“ hätte man kaum einen geeigneteren Referenten finden können als den Augsburger Steuerberater Dr. Reiner Kappeler, der die eineinhalb Stunden seines Vortrages lebendig, anschaulich und einprägsam gestaltete.

Einen Einblick in die erfolgreiche Arbeit der Orts- und Kreisgruppe Augsburg – der größten in Bayern und zweitgrößten im Bundesgebiet – vermittelte der Vortrag ihres Vorsitzenden Juri Heiser.

Neue Wege beschritt die Landesgruppe Bayern mit den Referaten der Fachfrau für interkulturelle Beratung, der Deutschen aus Russland Albina Baumann. Mit ungewöhnlicher Intensität behandelte sie Themen, die dem einen oder anderen Teilnehmer bis dato vielleicht eher fremd waren und erst auf den zweiten Blick – dann aber umso deutlicher! – als geeignet für die Schulungsmaßnahme einer landsmannschaftlichen Gliederung erschienen: „Modelle der interkulturellen Kommunikation“, „Unterschiede bei den Wertvorstellungen“, „Selbstwahrnehmung und Fremdreflexion“ oder „Selbstmanagement/Konfliktmanagement“ waren nur einige der vielen Themen, die von Albina Baumann als Beitrag zur Effizienzsteigerung landsmannschaftlicher Arbeit behandelt wurden.

Ergänzt wurde die harmonische Tagung durch einen Vortrag von VadW-Redakteur Hans Kampen zur Geschichte Augsburgs, der zweitältesten deutschen Stadt, und einen Stadtrundgang. VadW

 

Einiges wurde auf den Weg gebracht

Tagesseminar der Landesgruppe Bayern in Nürnberg

 

Vertreter der Ortsgruppen Altötting, Ansbach, Augsburg, Bayreuth, Dingolfing-Landau, Fürth, München, Nürnberg, Regensburg, Rhoen-Grabfeld, Schweinfurt, Straubing, Weiden und Zwiesel, der nahezu vollzählige Landesvorstand, dazu die beiden Leiterinnen des Projektes „Angekommen und integriert in Bayern“, Olga Gusch und Olga Knaub – zum Tagesseminar „Qualifizierung von Ehrenamtlichen im Bereich der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland“ am 23. Juli 2011 im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg war so ziemlich alles erschienen, was in der Landesgruppe Bayern Rang und Namen hat.

 

Krankheitsbedingt hatte jedoch in letzter Minute der Hauptreferent der Veranstaltung, Armin Homp vom Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, absagen müssen, so dass der bayerische Landesvorsitzende Waldemar Eisenbraun als Moderator auch diesen Part übernehmen musste und die Teilnehmer mit den neuen Förderschwerpunkten in Bayern vertraut machte. Als wesentlichste Punkte hielt er fest:

 

• Förderfähig sind Personal- und Sachkosten, die zum Zwecke der Qualifizierung von Ehrenamtlichen entstehen.

• Ehrenamtliche sollten ausreichende Sprachkenntnisse in Deutsch besitzen, falls nicht, sind zuerst die Sprachkenntnisse zu fördern.

• Die Maßnahmen beginnen zum Beispiel mit der Bildung von Selbsthilfegruppen.

• Für die Durchführung von Schulungen, Informationsveranstaltungen etc. können angemessene Vergütungen an Fachkräfte gezahlt werden.

• Für die verschiedenen Formen der Qualifizierung ist es von Vorteil, mit erfahrenen Akteuren zu kooperieren, wie zum Beispiel der djo – Deutsche Jugend in Europa oder VIA – Verein für Interkulturelle Arbeit (München).

 

Neben der Verbesserung der technischen Ausstattung der ehrenamtlich Tätigen vor allem im Bereich der modernen Kommunikationsmittel kämen, so Eisenbraun, zur Steigerung der Effizienz landsmannschaftlicher Arbeit vor allem die Durchführung von regelmäßigen Multiplikatorenschulungen, Podiumsdiskussionen und Infoveranstaltungen sowie die Bildung von inhaltlich und personell klar definierten Arbeitsgruppen in Frage.

Eingangs hatte sich der Redakteur von „Volk auf dem Weg“, Hans Kampen, in seinem Impuls-Referat mit der aktuellen Lage der Landsmannschaft befasst und Ansatzpunkte für eine Steigerung der Attraktivität, Wirksamkeit und Transparenz landsmannschaftlicher Arbeit zur Diskussion gestellt. Insbesondere machte er sich für eine Intensivierung der landsmannschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit stark, deren Aufgabe zum einen darin bestehe, zur Versachlichung des Bildes beizutragen, das sich Bevölkerung und Medien von den Deutschen aus Russland machen, und zum anderen darin, die Anziehungskraft des Vereins auf neue Mitglieder zu steigern.

Nach lebhaft geführten Diskussionen, bei denen jeder einzelne Teilnehmer mit seiner Meinung zu Wort kam, einigte man sich darauf, sich in den kommenden Monaten verstärkt mit den folgenden Themen zu befassen:

 

• Öffentlichkeitsarbeit;

• Kommunikationsstrukturen (intern, extern);

• Kassenführung, Finanzen, Vereinsführung;

• Erscheinungsbild der Landsmannschaft (Schaffung von „Symbolen“);

• Projektarbeit;

• Geschichte, Identität, Sprache.

VadW

 

Landesgruppe Bayern unter neuer Führung

Waldemar Eisenbraun Nachfolger von Eduard Neuberger

 

Der Gemeindesaal der evangelischen Kirche St. Andreas in Augsburg war am 10. April Schauplatz der Delegiertenversammlung der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. 42 stimmberechtigte Teilnehmer wählten den bisherigen stellvertretenden Landesvorsitzenden Waldemar Eisenbraun (Regensburg) zum Nachfolger von Eduard Neuberger (Straubing).

Erfolgreiche Bilanz

In ihren einleitenden Ansprachen konnten sowohl der Ehrenvorsitzende der Landesgruppe Bayern und Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Adolf Fetsch, als auch Eduard Neuberger eine erfolgreiche Bilanz über die in der zurückliegenden Amtsperiode geleistete landsmannschaftliche Arbeit im Freistaat ziehen.

So war die Landesgruppe mit insgesamt sechs Schulungen für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in München, Nürnberg, Fürth und Altötting aktiver als die meisten anderen Landesgruppen der Landsmannschaft.

Hinzu kamen Landeskulturtagungen in Regensburg und Bad Reichenhall. Und nicht zuletzt die groß angelegten Sommerfeste der Kreis- und Ortsgruppe Augsburg, die 2008 und 2010 sogar als bayerische Landestreffen durchgeführt werden konnten.

Festredner waren die Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein 2008 und Horst Seehofer 2010. 2009 war die Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Christine Haderthauer, gekommen.

Für ihr Landestreffen 2010 hatte die Landesgruppe das Motto „Wurzeln schlagen – Gesellschaft stärken“ gewählt. Damit wurde zum Ausdruck gebracht, was im Zentrum der gesellschaftspolitischen Arbeit der Landesgruppe Bayern steht:

Zum einen die Unterstützung des Wunsches der Deutschen aus Russland, nach Jahren und Jahrzehnten der Diskriminierung in der ehemaligen Sowjetunion hier in der Bundesrepublik Deutschland endlich eine wirkliche Heimat zu finden und gleichberechtigt als Deutsche unter Deutschen zu leben. Das heißt: Es soll den Landsleuten geholfen werden, hier Wurzeln zu schlagen.

Zum anderen betont die Landesgruppe Bayern immer und immer wieder den po­sitiven Beitrag der Deutschen aus Russland zur Stärkung und Entwicklung des gesellschaftlichen Lebens in der Bundesrepublik, ihre hohe Integrationsbereitschaft und ihre vorbildlichen Integrationserfolge.

Zugleich wird unterstrichen, dass die Landsleute ihre Identität als Deutsche trotz aller Widerstände und Unterdrückungsmaßnahmen in der ehemaligen Sowjetunion bis in die Gegenwart bewahrt und im direkten Kontakt mit den unterschiedlichsten europäischen und asiatischen Völkern noch stärker und reicher gemacht haben.

In seiner erfolgreichen Arbeit konnte sich der Landesvorstand auf die Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Mitarbeiter in den örtlichen Gliederungen verlassen.

Zusätzlicher Rückenwind für die Arbeit der Landsmannschaft in Bayern und ihre Bemühungen um eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit Politikern und öffentlichen Einrichtungen kam durch das landesweite Projekt „Angekommen und integriert in Bayern“ sowie das regionale Projekt „In Augsburg gemeinsam“.

Das Projekt „Angekommen und integriert in Bayern“ wird vom Bundesinnenministerium und vom Bayerischen Sozialministerium gefördert und von Olga Gusch für Südbayern und Olga Knaub für Nordbayern geleitet.

Das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderte Projekt „In Augsburg gemeinsam“ wird von Aljona Heiser und Helene Sauter geleitet und in Kooperation mit der Stadt Augsburg und dem Deutschen Kinderschutzbund durchgeführt.

Als anschauliches Beispiel für die effektive Arbeit der Landsmannschaft in Bayern nannte Eduard Neuberger die relativ günstige Entwicklung der Mitgliederzahlen. Zwar habe man auch in Bayern Verluste hinnehmen müssen, doch seien diese wesentlich geringer ausgefallen als in den anderen Hochburgen der Landsmannschaft.

So befinde sich mit Augsburg die zweitgrößte örtliche Gliederung der Landsmannschaft in Bayern, und gerade in den letzten Monaten sei es zu erfreulichen Neugründungen bzw. Wiederbelebungen der Ortsgruppen in Altötting, Bad Kissingen, Geretsried und Weiden gekommen.

Klares Votum für Waldemar Eisenbraun

Trotz der positiven Entwicklungen in der Landesgruppe Bayern musste Eduard Neuberger bei der Wahl zum Vorsitzenden eine Niederlage hinnehmen: Mit 30 zu 12 Stimmen fiel die Entscheidung deutlich zugunsten von Waldemar Eisenbraun aus.

Dieser wurde 1974 in Dschambul, Kasachstan, als Sohn eines krimdeutschen Vaters und einer wolgadeutschen Mutter geboren. Nach der Ausreise nach Deutschland Ende 1990 machte er sein Fachabitur und ließ sich zum IT-Spezialisten ausbilden. Er ist seit 1998 berufstätig, unter anderem als Projekt- und Abteilungsleiter. Berufsbegleitend absolvierte er ein Studium zum Betriebswirt. Im April 2009 machte er sich als IT-Berater selbständig.

Bei der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland ist Waldemar Eisenbraun seit 2006 als Vorsitzender der Ortsgruppe Regensburg und seit 2008 innerhalb des Landesvorstandes aktiv. Auf Bundesebene wirkt er im Organisationsausschuss und künftig auch im Öffentlichkeitsausschuss mit. Darüber hinaus engagiert er sich beispielsweise im Bund der Vertriebenen, im Aussiedlerbeirat der Stadt Regenburg und in der evangelischen Gemeinde Burgweinting.

In seiner Tätigkeit als bayerischer Landesvorsitzender will er einen kollegialen Führungsstil vorleben und vor allem die Öffentlichkeitsarbeit intensivieren.

Eisenbraun kann sich dabei auf ein Team von acht Vorstandsmitgliedern verlassen, die aus allen Gegenden Bayerns kommen. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden bei der konstituierenden Sitzung am 17. April Juri Heiser (Augsburg) und Ewald Oster (Schweinfurt) gewählt. Außerdem gehören dem Vorstand an: Karl Kromer (Augsburg), Linda Wolf und Heinrich Kratz (Regensburg), Eduard Neuberger (Straubing), Viktoria Wesner (Bayreuth) und Helene Scheftner (München).

Letztere wurden im Rahmen der Veranstaltung ebenso wie Anna Lengenfelder (München) für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement mit der goldenen Ehrennadel der Landsmannschaft ausgezeichnet.

In die Kassenprüfungskommission wurden Waldemar Steinhilber (Regensburg), Dorothea Walter (Nürnberg) und Dr. Oskar Walter (Ingolstadt) gewählt.

VadW