Stellungnahme zum Artikel „Spätaussiedler in Friedland. Heimkehr in die Fremde“

Standard

Wappen-LmDRSPIEGEL ONLINE, 05.02.2017, Hei­ke Klovert

Link:  Spie­gel Online — Arti­kel
Link:  Stel­lung­nah­me des Lands­mann­schaft (pdf, 595 kb)


Der oben genann­te Arti­kel hat bei zahl­rei­chen Deut­schen aus Russ­land zwie­späl­ti­ge Gefüh­le her­vor­ge­ru­fen. Zum einen sind sie dank­bar für die Sym­pa­thie, die man den Wor­t­en über die Spät­aus­sied­ler­fa­mi­lie Getts ent­neh­men kann. Zum ande­ren sind sie empört über sach­li­che Feh­ler und ten­den­ziö­se Kom­men­ta­re zum Spät­aus­sied­ler­zu­zug im All­ge­mei­nen.

Dazu im Ein­zel­nen:

1. Deut­sche aus Russ­land und ande­ren Nach­fol­ge­staa­ten der Sowjet­uni­on wer­den ein­ge­bür­gert und bekom­men einen deut­schen Pass, weil sie der Gesetz­ge­bung ent­spre­chend
— deut­sche Volks­zu­ge­hö­ri­ge sind,
— sich zum Deutsch­tum beken­nen
— und deut­sche Sprach­kennt­nis­se nach­wei­sen kön­nen.

Vor allem aber dür­fen sie (im Gegen­satz zu Antrag­stel­lern aus ande­ren ost- und süd­ost­eu­ro­päi­schen Län­dern) wei­ter­hin als Spät­aus­sied­ler nach Deutsch­land kom­men, weil ihnen ein „kol­lek­ti­ves Kriegs­fol­gen­schick­sal“ attes­tiert wird. Sie wur­den nach dem Über­fall Hit­ler-Deutsch­lands auf die Sowjet­uni­on 1941 aus ihren ange­stamm­ten Sied­lungs­ge­bie­ten bspw. an der Wol­ga, am Schwar­zen Meer oder im Kau­ka­sus in die kar­gen Gebie­te Kasachstans und Sibi­ri­ens depor­tiert und in Zwangs­ar­beits­la­ger gesteckt. Nach einer eher vor­sich­ti­gen Schät­zung beträgt die Gesamt­zahl der russ­land­deut­schen Todes­op­fer in der Sowjet­uni­on 480.000 Per­so­nen. Unter den Fol­gen der Ent­eig­nung, Depor­ta­ti­on und Mas­sen­ver­nich­tung sowie des Ver­bots der deut­schen Spra­che und der Dis­kri­mi­nie­rung lei­den die Fami­li­en und Nach­kom­men der Opfer bis heu­te.

Wir wen­den uns daher mit Nach­druck gegen jeden Ver­su­ch, die Berech­ti­gung unschul­dig bestraf­ter Men­schen, in ihre his­to­ri­sche Hei­mat zurück­zu­keh­ren, in Fra­ge zu stel­len oder sie mit ein­sei­ti­gen und ten­den­ziö­sen Kom­men­ta­ren zu dis­kre­di­tie­ren.

2. Die For­mu­lie­rung „Nach dem Zer­fall der Sowjet­uni­on in den Neun­zi­ger­jah­ren kehr­ten ihre Nach­fah­ren zu Hun­dert­tau­sen­den zurück.“ lässt brei­ten Raum für Fehl­in­ter­pre­ta­tio­nen. Voll­stän­dig wäre die For­mu­lie­rung mit dem Hin­weis dar­auf, dass die Deut­schen in der Sowjet­uni­on zu die­sem Zeit­punkt bereits Jahr­zehn­te eines zumeist ver­geb­li­chen und mit zahl­rei­chen Repres­sio­nen ver­bun­de­nen Kamp­fes um Aus­rei­se in die Bun­des­re­pu­blik hin­ter sich hat­ten.

3. Es wird nicht expli­zit dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Deut­schen aus Russ­land nicht aus ihren ursprüng­li­chen Sied­lungs­ge­bie­ten nach Deutsch­land kom­men, son­dern aus den Ver­trei­bungs­ge­bie­ten inner­halb der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on. Eine Rück­kehr in die ursprüng­li­chen Sied­lungs­ge­bie­te war näm­li­ch gesetz­li­ch unter­sagt.

4. Vor dem Hin­ter­grund des bis­her Aus­ge­führ­ten dürf­te die mas­si­ve Ver­är­ge­rung vie­ler unse­rer Lands­leu­te über ihre For­mu­lie­rung „sie (die Fami­lie Getts) wür­den wohl als Wirt­schafts­flücht­lin­ge gel­ten“ nach­voll­zieh­bar sein, zumal dem Arti­kel auch zu ent­neh­men ist, dass der Fami­li­en­va­ter Getts noch Jahr­zehn­te nach dem Zwei­ten Welt­krieg als Deut­scher unter­drückt wur­de.

5. Wenig Ver­ständ­nis haben wir für den Ver­gleich der Rechts­an­sprü­che auf Auf­nah­me von Asyl­be­wer­bern und Spät­aus­sied­lern. Hier wird erneut eine Mau­er zwi­schen Men­schen auf­ge­baut, die, jeweils vor dem Hin­ter­grund ihres eige­nen Schick­sals, Zuflucht bzw. Hei­mat in Deutsch­land suchen.

Bun­des­vor­stand

Traditioneller Neujahrsempfang: Landesgruppe NRW wählt neuen Vorstand

Standard

LMDR NRW LV

Hattingen/Düsseldorf, 21.01.2016„Wir wür­den uns gern wün­schen, dass das Jahr 2017 nicht schlech­ter wird als sein Vor­gän­ger!“, mit die­sen Wor­t­en hat der Vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe NRW, Alex­an­der Kühl, den Neu­jahrs­emp­fang 2017 am 21. Janu­ar in Hat­tin­gen eröff­net.  Die letz­ten nicht erfreu­li­chen Ereig­nis­se in der Welt, in Euro­pa und zuletzt das Atten­tat in Ber­lin haben ihre Spu­ren hin­ter­las­sen und brach­ten vie­le zum Nach­den­ken. Nicht­des­to­trotz muss man zusam­men­hal­ten wie in guten sowie in den schlech­ten Tagen und unser all­täg­li­ches Leben wei­ter­füh­ren. Dar­in waren sich alle Teil­neh­mer des Neu­jahrs­emp­fangs einig. Auch Thors­ten Klu­te, Staats­se­kre­tär im Minis­te­ri­um für Arbeit, Inte­gra­ti­on und Sozia­les des Lan­des Nord­rhein- West­fa­len, der die Dele­gier­ten der Orts- und Kreis­grup­pen begrüß­te und auf die bevor­ste­hen­den Land­tags­wah­len in NRW hin­wies. Er unter­strich den geleis­te­ten Bei­trag in der Inte­gra­ti­ons­ar­beit und mach­te u.a. auf das mit dem Lan­des­bei­rat für Ver­trie­be­nen-, Flücht­lings- und Spät­aus­sied­ler­fra­gen erar­bei­te­te elek­tro­ni­sche Lehr­me­di­um über die Geschich­te der Deut­schen aus Russ­land auf­merk­sam. Neben der Lan­des­po­li­tik grüß­te auch Mar­gret Mel­sa, Stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­te­rin der Stadt Hat­tin­gen, alle Anwe­sen­den und beton­te die Wich­tig­keit der Zusam­men­ar­beit der Lands­mann­schaft mit den ande­ren Ver­ei­nen und Ver­bän­den. Anschlie­ßend berich­te­te Johann Thie­ßen, Stellv. Bun­des­vor­sit­zen­der der LMDR e.V., über „Auf­ga­ben und Zie­le der Lands­mann­schaft“ in sei­ner Anspra­che. Rück­bli­ckend in Bezug auf die durch­ge­führ­ten Ver­an­stal­tun­gen und Pro­jek­te der Lan­des­grup­pe im Jahr 2016 stell­te Alex­an­der Kühl in einer etwa 40-minü­ti­gen Prä­sen­ta­ti­on die Arbeits­er­geb­nis­se dar. Anwe­send waren auch ande­re pro­mi­nen­te Gäs­te wie Vale­ria Die­wald, Geschäfts­füh­re­rin des Lan­des­bei­rats für Ver­trie­be­nen-, Flücht­lings- und Spät­aus­sied­ler­fra­gen, die ein mit der Otto- Ben­ecke- Stif­tung geführ­tes Pro­jekt ange­kün­dig­te sowie Dirk Glä­ser, Bür­ger­meis­ter der Stadt Hat­tin­gen, der „es dann doch noch schaff­te“ bei der Lands­mann­schaft vor­bei­zu­schau­en und beson­ders das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment der Orts­grup­pe Hat­tin­gen zu loben. Im Anschluss fand die Lan­des­de­le­gier­ten­ver­samm­lung mit Neu­wah­len unter der Füh­rung und Mode­ra­ti­on von Johann Thie­ßen statt. Die 33 Dele­gier­ten wähl­ten einen neu­en Vor­stand der Lan­des­grup­pe NRW, der nun von Diet­mar Schul­meis­ter ange­führt wird. Unter­stützt wird er dabei durch Sil­va­na Schin­del (stellv. Vor­sit­zen­de), Laris­sa Bart­hel­mös, Roman Fried­rich und Fjo­dor Fast.

Der neue Vor­stand bedankt sich bei allen Mit­glie­dern der Lands­mann­schaft für ihr Ver­trau­en und wünscht sich eine pro­duk­ti­ve und erfolg­rei­che Zusam­men­ar­beit mit den Vor­stän­den aller Kreis- und Orts­grup­pen!

Stellenausschreibung

Standard

MBE-LogoDie Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land e. V. sucht ab sofort für die Migra­ti­ons­be­ra­tung für erwach­se­ne Zuwan­de­re­r­In­nen (MBE) Sozi­al­päd­ago­gen bzw. Sozialarbeiter/-in an Stand­or­ten Ber­lin Mar­zahn sowie Groß-Gerau.

Wir erwar­ten:
• abge­schlos­se­ne Aus­bil­dung als Sozialpädagoge/in bzw. Sozialarbeiter/in
• Fremd­spra­chen­kennt­nis­se (Rus­si­sch, Eng­li­sch)
• Kennt­nis­se im Aus­län­der- und Sozi­al­recht
• Erfah­rung in der Bera­tung von Migran­tIn­nen
• phy­si­sche und psy­chi­sche Belast­bar­keit
• Fort­bil­dung in Fall­ma­nage­ment bzw. Bereit­schaft zur Auf­nah­me einer ent­spre­chen­den Fort­bil­dung

Wir bie­ten:
• Arbeit mit Anbin­dung an das Team der Bun­des­ge­schäfts­stel­le
• Mög­lich­kei­ten zu Fort­bil­dung und Super­vi­si­on
• Ver­gü­tung in Anleh­nung an TVöD

Auf­ga­ben:
• Bera­tung von Neuzuwanderer/-innen und Ausländer/-innen mit einem dau­er­haf­ten Auf­ent­halts­sta­tus
• Fall­ma­nage­ment mit dem Ziel der Inte­gra­ti­on in Arbeits­markt und Gesell­schaft
• Koope­ra­ti­on mit Regel­diens­ten, Arbeits­agen­tur und Trä­gern von Sprach­kur­sen
• akti­ve Mit­ar­beit in kom­mu­na­len Netz­wer­ken
• Mit­wir­kung bei der inter­kul­tu­rel­len Öff­nung der Regel­diens­te und Ver­wal­tungs­be­hör­den
• Öffent­lich­keits­ar­beit

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie unter:
http://mbe.lmdr.de

LmDR e. V.
Abtei­lung Per­so­nal­we­sen
Rai­tels­berg­str. 49
70188 Stutt­gart

Altersarmut bei Spätaussiedlern und klare Aussagen zur Verständigungspolitik

Standard
BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius MdB

BdV-Prä­si­dent Dr. Bernd Fabri­ti­us MdB

Bundesversammlung fasst einstimmige Entschließungen

BdV-Prä­si­dent Dr. Bernd Fabri­ti­us MdB erklärt:

Die ver­sam­mel­ten Ver­tre­ter der Lands­mann­schaf­ten und Lan­des­ver­bän­de haben am 2. Dezem­ber 2016 ein­mü­tig gefor­dert, das Risi­ko der Alters­ar­mut bei Spät­aus­sied­lern abzu­mil­dern. Dies begrü­ße ich aus­drück­li­ch.

Ich freue mich außer­dem, dass die BdV-Bun­des­ver­samm­lung sich klar zur Fort­set­zung der grenz­über­schrei­ten­den ver­stän­di­gungs­po­li­ti­schen Arbeit des Ver­ban­des bekannt hat.

Die fol­gen­den Ent­schlie­ßun­gen wur­den ein­stim­mig von den Dele­gier­ten ver­ab­schie­det. Auch dies wer­den Schwer­punk­te unse­rer Arbeit in der nun­mehr begon­ne­nen Wahl­pe­ri­ode sein.

Ent­schlie­ßun­gen der BdV-Bun­des­ver­samm­lung vom 2. Dezem­ber 2016

Alters­ar­mut bekämp­fen – auch bei Spät­aus­sied­lern

Die Bun­des­ver­samm­lung des BdV blickt mit Besorg­nis auf das gesamt­ge­sell­schaft­li­ch anstei­gen­de Risi­ko der Alters­ar­mut.

Die zu uns gekom­me­nen Spät­aus­sied­ler sind von die­ser Ent­wick­lung beson­ders betrof­fen. Ursa­che hier­für sind die Ände­run­gen des Fremd­ren­ten­ge­set­zes (FRG) der 1990er-Jah­re sowie die Bestim­mun­gen nach dem Wachs­tums- und Beschäf­ti­gungs­för­de­rungs­ge­setz von 1996 mit der Decke­lung der im Aus­land erwor­be­nen anre­chen­ba­ren Ent­gelt­punk­te und der Ein­füh­rung eines nied­ri­ge­ren Bewer­tungs­fak­tors von 0,6.

Ohne Gedenken keine Zukunft – 75 Jahre Deportation der Russlanddeutschen

Standard

tagung_75jahre_deportationDie wis­sen­schaft­li­che Tagung “Ohne Geden­ken kei­ne Zukunft – 75 Jah­re Depor­ta­ti­on der Russ­land­deut­schen” fin­det am 24. Novem­ber 2016 von 9–17 Uhr in der Ver­tre­tung des Lan­des Sach­sen-Anhalt beim Bund (Lui­sen­stras­se 18  , 10117 Ber­lin) statt.
Ein­tritt frei.  Um Anmel­dun­gen wird gebe­ten.


Link zum voll­stän­di­gen Pro­gramm

Pro­gramm (Kurz­fas­sung)

09.00 – 09.30 Anmel­dung und Regis­trie­rung
09.30 – 10.30 Gruß­wor­te
10.30 – 11.00 Pau­se
10.30 – 11.00 The­men­blo­ck 1:
75 Jah­re Depor­ta­ti­on der Deut­schen aus der  ehe­ma­li­gen UdSSR – His­to­ri­sche Ein­ord­nung und  poli­ti­sche Fol­gen
13.00 – 14.00 Mit­tags­pau­se
14.00 – 17.30 The­men­blo­ck 2:
Gesell­schaft­li­che und poli­ti­sche Teil­ha­be der Deut­schen  aus der ehe­ma­li­gen UdSSR in Deutsch­land und in den  Nach­fol­ge­staa­ten der UdSSR

Anmel­dung und Infor­ma­tio­nen:
Jan Roes­sel
Refe­rent EU & Euro­pa
Tel.: 030 88412 251
E-Mail: jan.roessel@deutsche-gesellschaft-ev.de

Lin zu Infor­ma­tio­nen auf der Inter­net­sei­te der Deut­schen Gesell­schaft e.V.

För­de­rer & Part­ner:
Die Beauf­trag­te des Bun­des für Kul­tur und Medi­en
Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land e. V.
Jugend der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land


Die Tagung befasst sich mit zwei Schwer­punk­ten: Zunächst wer­den eine his­to­ri­sche Ein­ord­nung sowie eine Ana­ly­se der poli­ti­schen und sozia­len Fol­gen des Ereig­nis­ses der Depor­ta­ti­on vor­ge­nom­men. Im Anschluss beleuch­ten wir inter­na­tio­na­le Aspek­te und aktu­el­le Fra­gen der poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Teil­ha­be in Deutsch­land. Zu ers­te­ren gehö­ren die Arbeit der Regie­rungs­kom­mis­sio­nen sowie die Rech­te der Volks­grup­pe bzw. der Min­der­heit in den Nach­fol­ge­staa­ten der UdSSR. Der zwei­te Teil beschäf­tigt sich mit dem Ver­eins- und Fami­li­en­le­ben der Deut­schen aus der ehe­ma­li­gen UdSSR und der Teil­nah­me an den Wahlen sowie gene­rell am öffent­li­chen Leben. Par­ti­zi­pa­ti­ve Aspek­te sowie Zukunfts­vi­sio­nen ste­hen hier im Fokus der Betrach­tung.

Die wis­sen­schaft­li­che Tagung ist eine Ver­an­stal­tung der Deut­schen Gesell­schaft e. V. in Koope­ra­ti­on mit der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land und der Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land. Sie wird geför­dert von der Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medi­en, wofür wir uns bedan­ken.

Bild

Ein inter­es­san­ter Stu­di­en­gang an der Hoch­schu­le Heil­bronn:

Inter­na­tio­na­le Betriebs­wirt­schaft − Ost­eu­ro­pa
Bache­l­or of Arts (B.A.)

Ihre Chan­cen:

  • Gestal­ten Sie die Unter­neh­mens­zu­kunft in den Wachs­tums­märk­ten Ost­eu­ro­pas aktiv mit.
  • Ver­bin­den Sie inter­na­tio­na­le, ent­schei­dungs­ori­en­tier­te Betriebs­wirt­schaft mit der Fähig­keit, inter­kul­tu­rell agie­ren und kom­mu­ni­zie­ren zu kön­nen.
  • Die­se Kom­bi­na­ti­on eröff­net Ihnen aus­ge­zeich­ne­te Berufs­per­spek­ti­ven.

www.hs-heilbronn.de/ibo

 

stgb_in­ter­na­tio­na­le_­be­triebs­wirt­schaf­t_o­st­eu­ro­pa

Altersarmut unter den Deutschen aus Russland

Standard

Wappen-LmDRStel­lung­nah­me der Lands­mann­schaft

Alters­ar­mut unter den Deut­schen aus Russ­land  und den ande­ren Nach­fol­ge­staa­ten der Sowjet­uni­on 

Aus Sor­ge um die Zukunft unse­rer Volks­grup­pe for­dern wir die Poli­tik Deutsch­lands auf, wirk­sa­me Maß­nah­men gegen die Alters­ar­mut der Deut­schen aus Russ­land zu ergrei­fen.


Als armuts­ge­fähr­det gel­ten gemäß EU-Defi­ni­ti­on Men­schen, die mit weni­ger als 60 Pro­zent des mitt­le­ren bedarfs­ge­wich­te­ten Ein­kom­mens der Bevöl­ke­rung in Pri­vat­haus­hal­ten aus­kom­men müs­sen. Nach den Ergeb­nis­sen des Mikro­zen­sus gal­ten im Jahr 2013 bei­spiels­wei­se Ein­per­so­nen­haus­hal­te mit einem monat­li­chen Net­to-Ein­kom­men von weni­ger als 892 Euro als armuts­ge­fähr­det. Das ist bei wei­tem mehr, als die meis­ten Rent­ner der Deut­schen aus Russ­land bekom­men.

Unter den Deut­schen aus Russ­land nimmt der Anteil der über 65-Jäh­ri­gen, die im Alter armuts­ge­fähr­det sind, sehr schnell zu. Wäh­rend 2013 jeder sieb­te Ruhe­ständ­ler in Deutsch­land von Alters­ar­mut bedroht war, war die­ser Anteil unter unse­ren Lands­leu­ten erheb­li­ch höher. Betrof­fen sind alle Deut­schen aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on, unab­hän­gig davon ob sie mit dem Sta­tus Heim­keh­rer, Spät­heim­keh­rer, Aus­sied­ler oder Spät­aus­sied­ler geführt wer­den.

Ursa­chen sind die restrik­ti­ven Ände­run­gen des Fremd­ren­ten­ge­set­zes in den 90er Jah­ren. Seit 1996 gibt es Bestim­mun­gen nach dem Wachs­tums- und Beschäf­ti­gungs­för­de­rungs­ge­setz mit einer Decke­lung der im Aus­land erwor­be­nen anre­chen­ba­ren Ent­gelt­punk­te, die eine Berech­nungs­grund­la­ge für die Ren­ten­hö­he bil­den.

Mit dem Argu­ment, dass die Deut­schen aus Russ­land nicht bes­ser­ge­stellt wer­den dür­fen als die Ost­deut­schen, wur­de für sie ein nied­ri­ger Bewer­tungs­fak­tor für Ent­gelt­punk­te von 0,6 ein­ge­führt. Wir begrü­ßen das Vor­ha­ben, die Ost-Ren­te an das West­ni­veau anzu­glei­chen. Gleich­zei­tig kri­ti­sie­ren wir aber, dass die Deut­schen aus Russ­land in die­ser Betrach­tung nicht vor­kom­men. Der Bewer­tungs­fak­tor von 0,6 ist unver­än­dert geblie­ben. Damit ver­schärft sich das Risi­ko der Alters­ar­mut unter unse­ren Lands­leu­ten zuneh­mend.

Beson­ders dra­ma­ti­sch ist die Situa­ti­on für Frau­en und Män­ner, die nach 1993 in Deutsch­land mit dem Sta­tus Spät­aus­sied­ler ein­ge­reist sind. Ein hoher Anteil die­ser ein­ge­reis­ten Per­so­nen wur­de nach § 7 BVFG und deren Ehe­gat­ten nach § 8 BVFG ein­ge­stuft, wodurch sie kei­nen Anspruch auf Aner­ken­nung ihrer Beschäf­ti­gungs­zei­ten in den Her­kunfts­län­dern haben.

Auch in den nächs­ten Jah­ren wer­den die Deut­schen aus Russ­land deut­li­ch häu­fi­ger von Alters­ar­mut bedroht sein. Unse­re Volks­grup­pe ist über­durch­schnitt­li­ch häu­fig von unter­bro­che­nen Erwerbs­bio­gra­phien, hohen Teil­zeit­ar­beits­quo­ten und nied­ri­gen Löh­nen betrof­fen, was die Wahr­schein­lich­keit für nied­ri­ge Ren­ten und Alters­ar­mut erhöht. Der Inte­gra­ti­ons­wil­le und die hohe Bereit­schaft, eine belie­bi­ge nie­der­qua­li­fi­zier­te Arbeit zu über­neh­men, nur um nicht von den Sozi­al­kas­sen abhän­gig zu sein, brin­gen somit nega­ti­ve Fol­gen mit sich.

Die über­pro­por­tio­nal hohe Zunah­me der Alters­ar­mut unter den Deut­schen aus Russ­land soll als gro­ße Her­aus­for­de­rung für Poli­tik und Gesell­schaft auf allen Ebe­nen betrach­tet wer­den. Der „Gene­ra­tio­nen­ver­trag“ soll auch für die Deut­schen aus Russ­land gel­ten. Die Deut­schen aus Russ­land bil­den eine jun­ge Volks­grup­pe und zah­len mehr in die Ren­ten­kas­se ein, als ihre Rent­ner in Anspruch neh­men kön­nen.

Wir  for­dern wirk­sa­me  Schrit­te zur Besei­ti­gung  der  bestehen­den  und  der  dro­hen­den  Alters­ar­mut  bei Deut­schen aus Russ­land auch im Sin­ne des sozia­len Frie­dens in den Rei­hen der Spät­aus­sied­ler. Unse­re Lands­leu­te haben die Soli­da­ri­tät der Gesell­schaft ver­dient.

(Ein­stim­mi­ger Beschluss der Bun­des­de­le­gier­ten­ver­samm­lung der LmDR e.V. am 30.10.2016 in Ful­da)

Stel­lung­nah­me der LmDR zur Alters­ar­mut (pdf)

Heimat ist des Herzens Echo

Standard
Vereinigte Landsmannschaften Lahr beim Tag der Heimat: “Die Wunden sind noch nicht verheilt” / Kreisgruppe gibt es seit 65 Jahren .
Die Gäste beim Tag der Heimat im Lahrer Aktienhof Foto: Heidi Fössel

Die Gäs­te beim Tag der Hei­mat im Lah­rer Akti­en­hof Foto: Hei­di Fös­sel

LAHR. Unter dem Leit­wort “Iden­ti­tät schüt­zen und Men­schen­rech­te ach­ten” hat die Kreis­grup­pe Lahr im Bund der Vertriebenen/Vereinigte Lands­mann­schaf­ten am Sonn­tag den Tag der Hei­mat began­gen. Mit einer Son­der­aus­stel­lung und einem Streif­zug durch die Geschich­te der alten Hei­mat hat die Lands­mann­schaft der Schle­si­er gleich­zei­tig das 65-jäh­ri­ge Bestehen der Kreis­grup­pe Lahr gefei­ert.

Mit einer musi­ka­li­schen Rund­rei­se durch die alte und neue Hei­mat hat der Sing­kreis Freund­schaft die Gäs­te im Akti­en­hof­saal auf den Tag der Hei­mat ein­ge­stimmt und der Kreis­grup­pen­vor­sit­zen­den Irma Barraud die Platt­form für die Begrü­ßung berei­tet. “Auch wenn inzwi­schen vie­le Jahr­zehn­te ver­gan­gen sind, sind die Wun­den nicht alle ver­heilt. Wir wer­den die Erin­ne­rung in unse­ren Her­zen tra­gen, denn Hei­mat ist des Her­zens Echo”, sag­te Irma Barraud.

Identität ist das unsichtbare Fluchtgepäck”

Standard
Chris­ti­ne Boh­nert-Sei­del, 27.09.2016 02:00 Uhr
Die Singgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sang anlässlich des Tags der Heimat. Foto: Bohnert-Seidel

Die Sing­grup­pe der Lands­mann­schaft der Deut­schen aus Russ­land sang anläss­li­ch des Tags der Hei­mat.
Foto: Boh­nert-Sei­del

Lahr. “Das jähr­li­che Tref­fen am Tag der Hei­mat ist eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit und dient dem Erin­nern an unver­gess­li­che Spu­ren. Hei­mat ist des Her­zens Echo”, erklär­te Irma Barraud, Kreis­vor­sit­zen­de des Bun­des der Vertriebenen/Vereinigte Lands­mann­schaf­ten. Der Gedenk­tag unter dem Mot­to “Iden­ti­tät schüt­zen – Men­schen­recht ach­ten” stand im Zei­chen des 75. Jah­res­tags der Depor­ta­ti­on der Deut­schen aus Russ­land. Zudem fei­ert die Lands­mann­schaft Schle­si­en, Kreis­grup­pe Lahr, 65-jäh­ri­ges Bestehen.