Keine Stigmatisierung der Deutschen aus Russland!

Standard

Die Deutschen aus Russland, die gut drei Millionen der Bundesbürger ausmachen, haben  einen eigeninitiativen, mühevollen und entbehrungsreichen Weg der Integration in die deutsche Gesellschaft in den allermeisten Fällen hinter sich. Sie haben sich zu mündigen Bürgern der Bundesrepublik Deutschland entwickelt und befassen sich nun zunehmend mit politischen oder politiknahen Themen.


Die politischen Präferenzen der Deutschen aus Russland unterscheiden sich kaum von denen der einheimischen Bevölkerung, was wissenschaftliche Untersuchungen belegen. Daher ist jeder, vor allem massenmediale Versuch, die Deutschen aus Russland einer bestimmten Partei oder Gesinnung zuzuordnen, nicht nur unbegründet und realitätsverzerrend, sondern im hohen Maße diffamierend und verletzend. Vorgänge dieser Art betrachtet unser Verband als eine Rufschädigung der Deutschen aus Russland mit unkalkulierbaren Folgen. Jede Instanz, die die Loyalität und die Selbstbestimmung der Deutschen aus Russland öffentlich anzweifelt, trägt dazu bei, diese große Personengruppe zu stigmatisieren.

Wir fordern die Medien und die verantwortlichen Politiker auf, jede Art von
Stigmatisierung der Deutschen aus Russland zu unterlassen!

Unser Verband ist davon überzeugt, dass nur ein intensiver Dialog mit den Betroffenen zur Beseitigung von Vorurteilen und Stereotypen beitragen kann. Wir bedauern es sehr, dass die zahlreichen Erfolgsgeschichten und die vielen Errungenschaften unserer Landsleute keine mediale Aufmerksamkeit finden.
Gerne sind wir bei der Vermittlung von vielseitigem Informationsmaterial und Kontakten mit bemerkenswerten Persönlichkeiten aus den Reihen der Deutschen aus Russland behilflich und bieten uns auch als Gesprächs- und Diskussionspartner an.

Bundesvorstand


Wichtiger Hinweis:

Die Deutschen aus Russland, gebräuchlich aber ungenau ist auch die Bezeichnung Russlanddeutsche, sind primär die Nachkommen der deutschen Auswanderer des 18. und 19. Jahrhunderts, die vornehmlich aus den damaligen deutschen Kleinstaaten im Zuge der russischen Kolonisationspolitik angeworben und in verschiedenen Gegenden des Zarenreiches angesiedelt wurden.

Besonders prägend für sie sind die leidvollen, traumatischen Erfahrungen im Stalinismus und die diskriminierende Behandlung durch das Sowjetregime der Nachkriegszeit aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Die Deutschen in der Sowjetunion waren nicht nur an ihren deutschen Nachnamen, sondern v.a. am Eintrag in der Pass-Rubrik „Nationalität“ als Deutsche/r erkennbar.

Dieser Personenkreis bildet den überwiegenden Teil von Menschen, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs als (Spät)Aussiedler aus der UdSSR und ihren Nachfolgestaaten in ihre historische Heimat Deutschland zurückgekehrt sind.

Medien-Info im pdf-Format: Keine Stigmatisierung