Forderung an die Bundesregierung: Spätaussiedlerbenachteiligung im Rentenrecht beenden!

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Die Landsmannschaften der Banater Schwaben und der Deutschen aus Russland sowie der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland gehen gemeinsam gegen die ungerechten Kürzungen im Fremdrentenrecht vor. In einer Resolution, die an die Bundesregierung gerichtet wird, machen die drei Verbände konkrete Vorschläge mit dem Ziel, die Situation der Spät-/Aussiedler im Rentenrecht zu verbessern. Es ist geplant, die von den drei Bundesvorsitzenden unterschriebene Resolution auch mit den Unterschriften der Vorsitzenden der landsmannschaftlichen Landes-, Kreis- und Ortsgruppen sowie der Heimatortgemeinschaften zu versehen und der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit der Bitte um einen Gesprächstermin zukommen zu lassen.

Mit dieser Resolution schließen wir uns an die der Bundesregierung bereits unterbreiteten Vorschläge des Bundes der Vertriebenen (BdV) zur Beseitigung der Benachteiligungen der Spät-/Aussiedler durch das Fremdrentengesetz (FRG) an und fordern deren Umsetzung. Die Rentenregelung für (Spät-)Aussiedler blieb mit dem Rentenpaket 2018 unangetastet. Dabei sind (Spät-)Aussiedler von der Armut überproportional betroffen.

Die Maßnahmen, die wir vorschlagen, beziehen sich auf die Anhebung der anrechenbaren FRG-Entgeltpunkte und die Aufhebung der pauschalen Kürzung der FRG-Rente um 40 Prozent, auf den Abbau bürokratischer Hürden und finanzieller Belastungen beim Rentenbezug aus dem Ausland und die Beseitigung der Benachteiligung der Spät-/Aussiedler bei der Anerkennung von Kindererziehungszeiten. Damit fokussiert sich die Resolution auf jene Punkte, die eine Chance haben, geändert zu werden. Die in den Rentenbescheiden enthaltene 1/6-Problematik wird hingegen nicht angesprochen, da deren Abschaffung gemäß der Meinung von FRG-Experten chancenlos sei. Sie wird als eine Konsequenz fehlender Belege und Unterstellung reduzierter Beitragsdichte gesehen.

In unserer Begründung für die vorgeschlagenen Änderungen gehen wir auf die Rentenkürzungen durch Gesetze der 1990er Jahre ein, die Altersarmut bei Spätaussiedlern bis heute nach sich ziehen. Wir zeigen auch auf, dass die Kürzungen schon damals nicht plausibel begründbar waren. Die angebliche Begünstigung von Spätaussiedlern gab es in Wirklichkeit nicht. Das damals als Grund angeführte unterschiedliche Rentenniveau zwischen Ost und West ist längst nicht mehr aktuell, weil eine Angleichung der Ost-Renten an das West-Niveau in der Zwischenzeit stattgefunden hat. Zudem führen Spät-/Aussiedler und ihre Nachkommen auf Grund der jüngeren Altersstruktur ökonomisch schon immer zu erheblichen Vorteilen für die Rentenkasse, so dass die systematische Benachteiligung dieses Personenkreises sehr ungerecht ist.

Die drei Landsmannschaften stellen in ihrer Resolution aber nicht nur Forderungen, sondern liefern auch Lösungsvorschläge und zeigen die positiven Folgen deren Umsetzung auf, die verschiedene Bereiche unserer Gesellschaft tangieren, indem sie zu einer finanziellen Entlastung für die Rententräger und auch zu einem systemübergreifenden Bürokratieabbau führen können. Eine Entlastung der Sozialgerichte ist ebenso zu erwarten wie die der Kommunen, da für viele Rentner aus unseren Reihen durch den geforderten Anstieg der Rentenhöhe die Grundsicherung und der Wohngeldzuschuss entfallen dürften.

Es stellt sich vielleicht die Frage, weshalb nun auch die Unterschriften der Vorsitzenden der Landes- und Kreisgruppen sowie der Heimatortsgemeinschaften eingeholt werden, nachdem die Resolution von den drei Bundesvorsitzenden, Peter-Dietmar Leber (Banater Schwaben), Herta Daniel (Siebenbürger Sachsen) und Johann Thießen (Deutsche aus Russland) unterschrieben wird. Das ist wichtig, um möglichst viele unserer Leistungsträger in diese Vorgänge mit einzubeziehen.

Aber: Die Beseitigung der Rentenungerechtigkeit betrifft jeden unserer Gemeinschaft – unabhängig von einer Mitgliedschaft. Es ist auch unser Anliegen, zu zeigen, dass die Betroffenheit sehr groß und eine breite Unterstützung für unsere Forderungen vorhanden ist. Deshalb kann jeder, der es möchte, sich über Unterschriftenlisten oder online an dieser Aktion beteiligen und etwas dazu beitragen, die Situation unserer betroffenen Rentner zu verbessern.

 

Unterstützen Sie die Resolution online!

https://www.siebenbuerger.de/frg/

Diese Unterschriften werden nachgereicht oder zu dem Gespräch im Bundeskanzleramt mitgenommen und dort überreicht.

Wir sind sicher, dass viele dieses gemeinsame Vorgehen der Landsmannschaften mittragen und konkret etwas tun wollen, um Rentengerechtigkeit für viele derzeit benachteiligte Landsleute herzustellen.

Nelli Kossko, „In den Fängen der Zeit“ – drei Bücher in einem Band

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Tipp für ein Weihnachtsgeschenk


Wer noch ein passendes Weihnachtsgeschenk für seine lesenden Familienmitglieder, Freunde und Bekannte sucht, ist bei der neuen Veröffentlichung von Nelli Kossko „In den Fängen der Zeit. Wege und Irrwege einer Deutschen aus Russland“ (Verlag ratio-books, Lohmar 2018) genau richtig. Mit dem neuen Buch konnte die Journalistin, Schriftstellerin und Zeitungsmacherin, die für ihr Lebenswerk 2008 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt, dem langjährigen Wunsch ihrer zahlreichen Leser gerecht werden – ihre bis 2007 erschienene Trilogie in drei Einzelbänden in einem Sammelband zu vereinen. Unter dem Titel „In den Fängen der Zeit“ präsentiert die aufwendig aufgemachte Geschenkedition alte Inhalte im neuen Gewand.

Das Buch ist eine ergänzte und bearbeitete Sammelausgabe der Trilogie von „Die geraubte Kindheit“ (2003), „Am anderen Ende der Welt“ (2004) und „Wo ist das Land …“ (2007), die als Einzelausgaben schon längst ausverkauft sind. „Ich bin glücklich, meinen Lesern diese lang ersehnte Geschenkausgabe zu präsentieren“, sagt Nelli Kossko. Der lange Weg der Protagonistin ihrer Trilogie, Emma Wagner, beginnt 1944 in Marienheim/Ukraine, verläuft weiter über Bessarabien-Rumänien-Ungarn-Polen bis nach Dresden und schlängelt sich kurz darauf über Polen nach Russland zurück – von Kostroma über den Ural, West- und Ostsibirien bis hin zum Fernen Osten, über Magadan Richtung Kolyma. Erst ab 1956 führt der Weg Emma, und die Autorin selbst, schrittweise zurück in den Westen – zunächst in den Ural, dann nach Moldawien, in die Nähe der Heimat ihrer Eltern, und schließlich nach Deutschland, dem Endpunkt ihrer Irrungen. Hier haben sie und ihre Familie Wurzeln geschlagen, und ihre Wege führen sie nur noch in die vielen Urlaubsländer, aus denen sie immer wieder gerne heimkehrt.

Nelli Kossko,
„In den Fänger der Zeit.
Wege und Irrwege einer Deutschen aus Russland“
383 Seiten, Preis 16,80 Euro (zuzüglich Versandkosten).
ISBN: 978-3-96136-043-7.
Zu beziehen über Buchhandlungen oder online
(beim Verlag ratio-books oder bei Amazon).

 

Neuer Bundesvorstand der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland nimmt Arbeit auf

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Der neue Bundesvorstand der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (von links nach
rechts): Walter Gauks, Lilli Bischoff, Dietmar Schulmeister, Johann Thießen (Bundesvorsitzender), Ewald Oster, Albina Nazarenus-Vetter und Valentina Dederer.

Der Bundesvorstand der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. ist komplett. Mit der Wahl des geschäftsführenden Vorstandes am 4. November und der anschließenden konstituierenden Sitzung nimmt der Vorstand seine Arbeit auf. Neben personellen standen vor allem inhaltliche Fragen im Mittelpunkt. Um die Arbeit des Bundesvorstandes und des Bundesvorsitzenden Johann Thießen zu unterstützen, wurden strategische Ausschüsse gebildet. Erfreulich außerdem: Mit Lilli Bischoff, Albina Nazarenus-Vetter und Valentina Dederer übernehmen drei Frauen zentrale Aufgaben im Bundesvorstand, der nun paritätisch besetzt ist.

Lilli Bischoff führt die erfolgreiche internationale Zusammenarbeit der Landsmannschaft fort und setzt sich für einen verstärkten Dialog mit den Organisationen der Deutschen in den Herkunftsstaaten ein. Dietmar Schulmeister übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit. Schwerpunkt seiner Arbeit wird es sein, die Positionen der Landsmannschaft sichtbarer zu machen und gleichzeitig die Arbeit der vielen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler vor Ort zu unterstützen. Das Ressort politische Bildung wird federführend von Albina Nazarenus-Vetter gesteuert. Hinzukommen Walter Gauks (Jugend), Ewald Oster (Kultur) und Valentina Dederer (Soziales).

Johann Thießen sagt:
„Mit dem neuen Bundesvorstand sind wir hervorragend aufgestellt, die Interessen unserer Landsleute zu vertreten. Der Mix aus erfahrenen Mitgliedern im Bundesvorstand und neuen Kollegen bringt neue Impulse für unsere Arbeit und frischen Wind bei den Herausforderungen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und denke, wir können einiges in Bewegung setzen.“