„Rechte kennen und nutzen: Rentengerechtigkeit“

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Konzipiert als ganztägige Veranstaltung mit Schulungscharakter, war sie für die rund 50 Teilnehmer ein passgenaues Angebot zur Vertiefung des bereits Bekannten bei der Beratungsqualität rund um Renten und Fremdrenten. In der Mitte des Fotos BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius und der Vorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Waldemar Eisenbraun. Quelle: BdV-Archiv.

Multiplikatorentagung für Haupt- und Ehrenamtliche in Nürnberg

Nürnberg. (dod) Gemeinsam mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR) lud der BdV-Bundesverband Anfang-Februar 2018 zu einer Multiplikatorentagung ins Haus der Heimat Nürnberg ein. Zielgruppe der Veranstaltung waren Multiplikatoren des BdV, seiner Landesverbände und der Landsmannschaften aus dem gesamten süd- und mitteldeutschen Raum, die als ehrenamtliche Betreuer oder hauptamtliche Berater anderen Spätaussiedlern und Migranten in Rentenfragen Hilfestellung geben. Konzipiert als ganztägige Veranstaltung mit Schulungscharakter, war sie für die rund 50 Teilnehmer ein passgenaues Angebot zur Vertiefung des bereits Bekannten bei der Beratungsqualität rund um Renten und Fremdrenten.

Rentengerechtigkeit bei Spätaussiedlern

Mit BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius stand einer der anerkanntesten Experten auf dem Gebiet der Fremdrenten als Referent zur Verfügung. So wurde er auch von Waldemar Eisenbraun, Bundesvorsitzender der LmDR, zu Beginn der Tagung begrüßt. Eisenbraun wies in einleitenden Worten auf die dringenden Probleme bei den Fremdrenten hin und sprach von Rentenungerechtigkeit bei Spätaussiedlern. Vor allem unter dem Aspekt der drohenden und tatsächlichen Altersarmut in den Reihen der Deutschen aus Russland sei es unverzichtbar, alle möglichen Anwartschaften genau zu prüfen und hohe Beratungsqualität anzubieten.
Seitens der BdV-Bundesgeschäftsstelle hieß Roland Zillmann, zugleich Organisator der Tagung, die Teilnehmer willkommen und bedankte sich bei Nelli Geger, Landesvorsitzende der JugendLmDR Bayern, für die verlässliche Mithilfe vor Ort bei Planung und Durchführung der Veranstaltung.

Stellungnahme der LmDR zur „Essener Tafel“

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Unser Verband, die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, ist empört über die Vorgehensweise der Essener Tafel in Bezug auf Hilfsbedürftige und darüber, wie die Deutschen aus Russland in diesem Zusammenhang stigmatisiert werden.

(hier pdf-Datei)

Spiegel ONLINE zitiert den Leiter der Essener Tafel, Jörg Sartor, mit den Worten: „Die deutsche Oma oder die allein erziehende deutsche Mutter haben sich bei uns zuletzt nicht mehr wohlgefühlt…“ Unter den Syrern und Russlanddeutschen gebe es „ein Nehmer-Gen“, so Sartor.

Die Annahme, unter den 60 Personen mit einem ausländischen Pass gäbe es viele Russlanddeutsche, kann so nicht stimmen. Alle Deutschen aus Russland (das ist die zutreffende Bezeichnung!) erwerben auf Grundlage des §116 des Grundgesetzes die deutsche Staatsangehörigkeit nach der Rückkehr in ihre historische Heimat. Zuvor musste jeder einzelne (Spät)Aussiedler ein langwieriges und staatlich organisiertes Aufnahmeverfahren mit einem Nachweis der Deutschkennnisse durchlaufen. Die rechtliche Grundlage hierzu bildet das Kriegsfolgenbereinigungsgesetz.

Insofern sind unter „Die deutsche Oma oder die allein erziehende deutsche Mutter“ per Definition auch die Deutschen aus Russland gemeint.

Als legitimer Interessenvertreter der Deutschen aus Russland und den anderen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion warnen wir eindringlich vor der Stigmatisierung einer großen Bevölkerungsgruppe, der über drei Millionen Personen zugerechnet werden und die nachweislich als gut integriert und gesetzestreu gilt.

An dieser Stelle verweisen wir auf unsere Stellungnahmen “Keine Stigmatisierung der Deutschen aus Russland!“ vom 18. September 2017:

http://lmdr.de/keine-stigmatisierung-der-deutschen-aus-russland/

Aus aktuellem Anlass machen wir die Politik und die Gesellschaft erneut darauf aufmerksam, dass besonders die ältere Generation der Deutschen aus Russland im Bereich der Rentenbezüge massiv benachteiligt ist, was unvermeidlich zur Altersarmut führt. Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf seitens der Gesetzgebung!

Waldemar Eisenbraun
Bundesvorsitzender

 

Keine Stigmatisierung der Deutschen aus Russland!

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Die Deutschen aus Russland, die gut drei Millionen der Bundesbürger ausmachen, haben  einen eigeninitiativen, mühevollen und entbehrungsreichen Weg der Integration in die deutsche Gesellschaft in den allermeisten Fällen hinter sich. Sie haben sich zu mündigen Bürgern der Bundesrepublik Deutschland entwickelt und befassen sich nun zunehmend mit politischen oder politiknahen Themen.


Die politischen Präferenzen der Deutschen aus Russland unterscheiden sich kaum von denen der einheimischen Bevölkerung, was wissenschaftliche Untersuchungen belegen. Daher ist jeder, vor allem massenmediale Versuch, die Deutschen aus Russland einer bestimmten Partei oder Gesinnung zuzuordnen, nicht nur unbegründet und realitätsverzerrend, sondern im hohen Maße diffamierend und verletzend. Vorgänge dieser Art betrachtet unser Verband als eine Rufschädigung der Deutschen aus Russland mit unkalkulierbaren Folgen. Jede Instanz, die die Loyalität und die Selbstbestimmung der Deutschen aus Russland öffentlich anzweifelt, trägt dazu bei, diese große Personengruppe zu stigmatisieren.

Wir fordern die Medien und die verantwortlichen Politiker auf, jede Art von
Stigmatisierung der Deutschen aus Russland zu unterlassen!

Unser Verband ist davon überzeugt, dass nur ein intensiver Dialog mit den Betroffenen zur Beseitigung von Vorurteilen und Stereotypen beitragen kann. Wir bedauern es sehr, dass die zahlreichen Erfolgsgeschichten und die vielen Errungenschaften unserer Landsleute keine mediale Aufmerksamkeit finden.
Gerne sind wir bei der Vermittlung von vielseitigem Informationsmaterial und Kontakten mit bemerkenswerten Persönlichkeiten aus den Reihen der Deutschen aus Russland behilflich und bieten uns auch als Gesprächs- und Diskussionspartner an.

Bundesvorstand


Wichtiger Hinweis:

Die Deutschen aus Russland, gebräuchlich aber ungenau ist auch die Bezeichnung Russlanddeutsche, sind primär die Nachkommen der deutschen Auswanderer des 18. und 19. Jahrhunderts, die vornehmlich aus den damaligen deutschen Kleinstaaten im Zuge der russischen Kolonisationspolitik angeworben und in verschiedenen Gegenden des Zarenreiches angesiedelt wurden.

Besonders prägend für sie sind die leidvollen, traumatischen Erfahrungen im Stalinismus und die diskriminierende Behandlung durch das Sowjetregime der Nachkriegszeit aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Die Deutschen in der Sowjetunion waren nicht nur an ihren deutschen Nachnamen, sondern v.a. am Eintrag in der Pass-Rubrik „Nationalität“ als Deutsche/r erkennbar.

Dieser Personenkreis bildet den überwiegenden Teil von Menschen, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs als (Spät)Aussiedler aus der UdSSR und ihren Nachfolgestaaten in ihre historische Heimat Deutschland zurückgekehrt sind.

Medien-Info im pdf-Format: Keine Stigmatisierung